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Deutsche Verben - Perfekt Indikativ

Tipp von Redaktion
Zu den Zeitformen der deutschen Verben gehört das Perfekt. Da die Zeit relativ ist, wird die Funktion des Perfekts vom Schreiber oder Sprecher ausgehend betrachtet. Schreiber oder Sprecher gelten dabei als Fix- und Bezugspunkt . Der Sprechzeitpunkt ist der Zeitpunkt, in dem der Sprecher oder Schreiber sich äußert - mündlich oder schriftlich. Was von diesem Sprechzeitpunkt aus gesehen abgeschlossen ist, liegt in der Vergangenheit , was andauert, liegt in der Gegenwart, was noch bevorsteht, liegt in der Zukunft . Das Perfekt ist zunächst eine der Zeitformen der Vergangenheit, es kann aber auch als eine Zeitform der Zukunft (in Verbindung mit Futur II) verwendet werden.

Beispiel:

• Die Sonne ist aufgegangen. (Ereignis der Vergangenheit, abgeschlossen)

• Morgen früh wird die Sonne erneut aufgegangen sein. (Ereignis der Zukunft, abgeschlossen)

Das Perfekt kann allerdings auch Ereignisse der Vergangenheit oder der Zukunft (in Verbindung mit Futur II) bezeichnen , die überhaupt nicht stattgefunden haben, aber dennoch abgeschlossen sind.

Beispiel:

• Es ist Mitternacht. Ich habe meine Augen noch nicht ein einziges Mal geschlossen .

• In zehn Minuten werden unsere Gäste kommen und ich werde den Sekt noch nicht einmal geöffnet haben.

Um die Form des Perfekts zu bilden, bedient man sich einer infiniten Verbform. Infinite Formen - man könnte auch sagen "unbestimmte" Formen - haben keine Personalendungen. Sie sind in Hinblick auf die Frage nach Person und Numerus (Ein- oder Mehrzahl), also 1. Person Singular (ich), 2. Person Singular (du) und 3. Person Singular (er/sie/es) und 1. Person Plural (wir), 2. Person Plural (ihr) und 3. Person Plural (sie) sowie nach dem Tempus (wann?) nicht definiert. Es ist wichtig , von jedem Verb diese drei infiniten Verbformen zu kennen oder bilden zu können, weil davon eine Vielzahl von Formen der Zeit und des Modus (Indikativ, Konjunktiv) abgeleitet werden.

Im Deutschen unterscheidet man drei infinite Verformen : Infinitiv, Partizip Präsens und Partizip Perfekt.

Beispiel: lesen (Infinitiv), lesend (Partizip Präsens), gelesen (Partizip Perfekt)

Das Partizip Perfekt ist für die Bildung der Zeitform Perfekt wesentlich. Es wird bei schwachen (regelmäßigen) Verben mit einer Endung -t oder -et gebildet, und zwar aus dem Partikel , der den Wortstamm bildet. Außerdem wird ein Präfix hinzugefügt. Der Wortstamm wird extrahiert , indem man von der Infinitivform die Endung -en entfernt.

Beispiel: hören -> hör-en

Der Wortstamm von hören ist hör. Der Präfix ge- wird an den Wortstamm hör angefügt, ebenso die Endung -t. So entsteht das Partizip Perfekt bei schwachen Verben.

Beispiel: hören - ge-hör-t

Worte dieser Gruppe, die in der infiniten Form bereits einen Präfix (zum Beispiel ver-, ab-, zer-) haben, weil sie eine Verbzusammensetzung sind, bilden das Partizip Perfekt ohne ge-.

Beispiel: verhören -> verhört; einstudieren - > einstudiert ; herausposaunen -> herausposaunt

Bei trennbaren Verben wird ge- nicht vorweggestellt, sondern zwischen Partikel und Verb eingefügt.

Beispiel: heraushören - heraus-ge-hör-t

Einfache und Verben mit Präfix, die nicht auf der ersten Silbe betont werden, haben ebenfalls keinen Präfix ge-.

Beispiel: studieren .html">studieren - (hat) studiert; krakeelen - (hat) krakeelt; berufen - (ist) berufen; entspringen - (ist) entsprungen

Alle Verben, die aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzt, also trennbar sind (in dem Sinn, dass die Bestandteile für sich stehen können), und nicht auf der ersten Silbe betont werden, haben ebenfalls keinen Präfix ge-.

Beispiel: überraschen - (hat) überrascht; übergeben - (hat) übergeben

Bei starken (unregelmäßigen) Verben ändert sich bei der Bildung des Perfekts der Vokal der Stammform, sie haben also im Perfekt häufig einen anderen Vokal als in der Stammform des Präsens.

Beispiele :

• verlieren, verloren

• gebären, geboren

• genießen, genossen

• fließen, geflossen

• leiden, gelitten

Das Partizip Perfekt kann zusammen mit aktiven wie auch mit passiven Verben gebildet werden. Ein aktives Verb drückt eine Tätigkeit aus. Ein passives Verb drückt aus, was man erleidet. Dabei wird der Begriff "erleiden" nicht im eigentlichen Sinn eng gefasst , sondern drückt nur aus, dass etwas mit einem oder einer Sache geschieht.

Beispiel:

• Er schwört einen Schwur. (Präsens Aktiv)

• Er hat den Schwur geschworen . (Perfekt Aktiv)

• Der Schwur wurde geschworen. (Perfekt Passiv)

• Ich gieße die Pflanzen. (Präsens Aktiv)

• Ich habe die Pflanzen gegossen. (Perfekt Aktiv)

• Die Pflanzen wurden gegossen. (Perfekt Passiv)


Aktiv und Passiv unterscheiden sich nicht im Partizip Perfekt, sondern im Hilfsverb. Das Hilfsverb steht in der finiten Form, an ihm lassen sich Kasus (Fall) und Numerus (Anzahl) ablesen . In der deutschen Sprache sind diese Formen ungleich verteilt: Aktiv ist als Verbform zu 93 Prozent , Passiv ist zu 7 Prozent vorhanden, bei letzterem wird noch in Vorgangspassiv und Zustandspassiv unterschieden. Das Perfekt Aktiv wird mit dem Hilfsverb haben gebildet, das Perfekt Passiv in der Regel mit dem Hilfsverb sein.


Beispiel:

• Ich habe gerufen (Aktiv)

• Ich werde gerufen (Passiv)

• Man hat getanzt. (Aktiv)

• Es wurde getanzt. (Passiv)


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