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Die Sprache des Sebastian Kurz (ÖVP)

Tipp von Redaktion
Sprache”setzt sich immer sowohl aus der verbalen als auch nonverbalen Sprache zusammen. Das heißt, Körperhaltung, Mimik, Gestik und das gesprochene Wort bilden eine Einheit, wenn es letztendlich um die Quintessenz der Sprache eines Menschen geht. Das ist bei ÖVP Parteichef Sebastian Kurz auch nicht viel anders.

Mimik, Gestik und Körperhaltung - die nonverbale Kommunikation des Sebastian Kurz!

Gerader Kopf, Kinn nach oben wirkt kämpferisch. Sebastian Kurz hält den Kopf stets etwas schräg, so kommt er weniger angriffslustig rüber. Der Ex-Bundeskanzler wirkt zurückhaltend, souverän und vernünftig. Er gestikuliert gerne weitschweifend, aber ruhig. Dies wird als allgemeine Zustimmung und Beruhigung der Zuschauerschaft ausgelegt. Er vermittelt, dass er gleich denkt wie alle anderen Österreicher. Seine ruhige Kommunikationsstrategie vermittelt, dass er verlässlich und verständnisvoll ist, seine Landsleute versteht. In vieler Hinsicht ähnelt er Trump. Typische Gesten sind die Arme vor dem Körper. Keinerlei aggressive Gestik. Manchmal hält er die Hände vor dem Bauch und lässt diese leicht auf- und abschwingen. "Harmonie und Beruhigung" lautet die Botschaft.

Alles unter Kontrolle”ist die Message, die Sebastian Kurz gerne vermittelt und in der er sich sichtlich wohlfühlt. Sobald jedoch jemand diese Harmonie stört, zeigt sein Verhalten Irritation, Zögerlichkeit und Unsicherheit. Er sieht jeden im Raum an, dreht sich gerne von ganz links nach ganz rechts. Das transportiert, dass ihm viele Menschen zuhören. Sebastian Kurz ist ein Meister der Suggestion sowie Haider und Hitler. Die Analyse seiner Körpersprache sowie seiner verbalen Kommunikation weisen darauf hin, dass er sowohl Material verschiedener Führungspersönlichkeiten studiert hat als auch sich daran orientiert.

Er hebt die Augenbrauen in der Mitte ein wenig an, wie es Mütter mit ihren kleinen, weinenden Kindern oft machen. Das wirkt vertraut und wenig aggressiv, daher kann Sebastian Kurz auch kritische, weniger angenehme Themen ansprechen, ohne als populistisch verdammt zu werden. Die Analyse seiner Worte und darauffolgenden Taten zeigen jedoch ein komplett anderes Bild. Menschen treffen nun einmal ihre Entscheidungen über Politiker fast ausschließlich auf emotionaler Ebene. Die Signale werden bewusst auf den Neocortex ausgerichtet. Die wenigsten Politiker senden an das Mittel- oder Stammhirn des Menschen.

Kleidung - ein Teil der nonverbalen Kommunikation - verrät so manches!

Der Wandel im Leben des Sebastian Kurz schlägt sich auch in der Kleidung nieder. 2010 - ohne Krawatte - sein Markenzeichen, wie er damals ständig betonte, ist plötzlich nach Amtsantritt als Kanzler und nach einigen negativen Rückmeldungen sofort weg. Er reagiert sogar verärgert, als er darauf angesprochen wird. In Momenten wie diesen zeigt er seine wahren Absichten. Kurz vor seiner Abwahl hat er plötzlich wieder keine Krawatte! Die sorgfältig aufgebaute Fassade bröckelt. Niemand, der Theater spielt, kann diese Scheinwelt auf lange Zeit aufrechterhalten. Das kommt aber auch nicht sehr gut an. Dieser Wandel sowohl in der Kleidung als auch "Sinneswandel", der sowohl Worte als auch Gestik betrifft, wird registriert und irritiert mittlerweile viele Menschen.

Die verbale Kommunikation - die Sprache - sagt viel über den Charakter eines Menschen aus!

Ein Vergleich früherer Reden des Sebastian Kurz, z. B. aus 2010 mit seinen Reden neueren Datums zeigen ein komplett anderes Bild. Ein Mensch kann sich nicht um 180 Grad ändern. Seine Solidarität der damaligen Zeit, die er ständig und überall zur Schau trug, ist offensichtlichem Fokus auf seine eigene Person gewichen. "Ich" war und wird immer das wichtigste Vokabel in seinem Wortschatz sein. Nur, früher hat er es weniger oft benutzt. Sebastian Kurz verwendet "Wir", wenn alles schlecht ist und er möchte, dass sein Gegenüber ihn als Kumpel sieht. "Ich" wird immer verwendet, wenn er als Macher, Erfolgsmensch und einziger Mensch, auf den sich alle verlassen können, rüberkommen will.

In vielen Fällen startet Kurz seine Rede mit den Worten "Gott sei Dank"

Die Zukunft "ist kaum vorstellbar", "viele Österreicher werden ihr Land nicht mehr erkennen" - es muss sich "etwas ändern, wenn wir weiterhin in einem schönen Land leben wollen"

"Ich habe schon immer die Wahrheit angesprochen und bin auf taube Ohren gestoßen", verweist Kurz gerne auf alte Forderungen, die jedoch nie behandelt oder umgesetzt wurden.

Man kann Sebastian Kurz viele Sachen vorwerfen, jedoch nicht, dass er ein schlechter Rhetoriker ist. Auch wenn Kurz immer demselben Muster folgt, so kann er die Leute sehr wohl derart beeinflussen, sodass sie ihm das Gesagte auch glauben.

Anlässlich der Pressekonferenz wegen des IBIZA-Videos hat er es geschafft, statt der FPÖ die SPÖ anzugreifen, um die es gar nicht ging. Rückstand, Stillstand und dann kam er als Messias. Und jetzt, wo er nicht an der Regierung ist, befinden sich die Österreicher wieder in einem Loch der Verzweiflung, aus dem er diese im Herbst herausholen wird - vorausgesetzt, er wird wiedergewählt. Aber was soll’s, es bleibt ja sonst niemand "Wählbarer" übrig als Sebastian Kurz - so der Tenor seiner Sprache. Er stellt sich gerne als Messias dar. Viele seiner Worte erinnern an die Ansprachen des Jörg Haider oder Adolf Hitler.

Beide wurden schon einmal laut oder aggressiv, vor allem Letzterer. Aber die Wortwahl war dieselbe. Sebastian Kurz spielt gerne mit den Emotionen der Menschen. Von der Willkommenspolitik zur Abschiebungspolitik, das kommt nicht gut an. Die Sprache alleine reicht nicht mehr, das merkt mittlerweile auch er. Seine Themen, die er für den Wahlkampf auswählt, wechseln ständig - ein Zeichen der Unsicherheit. Er sieht alles als ein Spiel und behandelt die Menschen als Marionetten. Das geht eine Zeit lang gut, wehrt aber nicht ewig. Die Abwahl vor den Sommerferien war ein deutliches Zeichen und die Rute im Fenster! - Auch das ist nonverbale Kommunikation!

Das "politische Wunderkind"

Sebastian Kurz ist seit dem Jahr 2003 Mitglied der JVP und war von 2008 bis zum Jahr 2012 der Vorsitzende der Wiener Landesorganisation. 2009 wurde er zum Bundesobmann der JVP gewählt; 2012 erreichte er im Zuge der Wiederwahl 100 Prozent. Von 2009 bis zum Jahr 2016 war er als stellvertretender Landesobmann der Wiener Gruppe tätig. 2010 und 2011 war Sebastian Kurz im Wiener Gemeinderat und Landtag; 2013 wurde er Abgeordneter zum Nationalrat. Zwischen 2011 und 2013 wurde er zum Staatssekretär für Integration bestellt. Seit dem Jahr 2013 ist Kurz Außenminister ("Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres") und hat 2017 den Vorsitz der OSZE übernommen. Der Lebenslauf des Politikers zeigt, dass es wohl seine Gründe hat, warum er als "politisches Wunderkind" gefeiert wird. Ist Sebastian Kurz tatsächlich der Bruno Kreisky der ÖVP? Fakt ist: Wer in jungen Jahren derart erfolgreich ist, der muss sich gut verkaufen können.



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Kommentar von Anton / Graz
Am 29. September wird sich zeigen ob das Wahlvolk Sebastian Kurz und seinen ZICK ZACK Kurs weiterhin vertrauen schenkt...
Kommentar von mike
Kurz hat ohne NOT Neuwahlen ausgelöst und wird auch am Wahltag die Rechnung dafür bekommen...
Kommentar von Rudi NÖ
Der Alt-Kanzler ist zwar sympathisch und kommt seriös rüber, aber seine Berater sind nicht die Besten. Parteitaktik hat leider immer wieder Vorrang!
Ich werde bewusst FPÖ wählen damit sich ÖVP mit Grünen nicht ausgeht...
Kommentar von Hans Meiser
Kurz ist ein "Marketing Produkt" nichts wird dem Zufall überlassen, trotzdem passieren Fehler, aber Fehler sind menschlich.
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