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Sprache der Ursula von der Leyen

Tipp von Redaktion
Auf Vorschlag des Europäischen Rates wurde sie im Juli 2019 durch d. Europaparlament zur Präsidentin der Europäischen Kommission gewählt.
Zuvor war Ursula von der Leyen Verteidigungsministerin des Bundesrepublik Deutschland. Als langjährige CDU-Funktionärin, als welche sie noch andere Ministerposten innehatte, haben sich ihre Themen im Laufe der Zeit gewandelt. Derzeit kämpft sie verbal und öffentlich mit den Affären rund um die deutsche Bundeswehr, was ihr insgesamt wieder zu mehr Präsenz in den Medien verhilft. Ähnlich oft sprach sie nur zu den Zeiten öffentlich, in denen sie noch Familienministerin war (2005-2009).

Ihre Themen bewegten sich damals vor allem rund um die Themen Bildung, die Sicherheit und Förderung von Familien und den Schutz von Kindern. Heute spricht sie vor allem über die "Führungsschwäche" in der Bundeswehr.

Ursula von der Leyens Wortwahl unterscheidet sich nicht wesentlich von der anderer Minister: Sie neigt dazu, Fragen aus dem Weg zu gehen, Antworten einer nicht gestellten Frage anzupassen oder einzelne Fragmente einer Frage in ihre Antwort einzuflechten, um einen vermeintlichen Bezug zum Gesprächspartner herzustellen. Dennoch hat auch die Superministerin der CDU ein paar Eigenheiten, die zu betrachten es sich lohnt.

Die Körpersprache der von der Leyen und ihr Antwortverhalten

Ursuala von der Leyen ist stets beherrscht. Es wurde selten beobachtet, dass sie aus der Haut fährt. Maßgeblich liegt dies daran, dass sie stets den selben belehrenden Duktus bemüht. Allein ihre Ausdrucksweise, welche nahelegt, dass sie gern Entscheidungsschritte rechtfertigt oder Verantwortung (und Kompetenz) wegdeligiert, führt dazu, dass sie stets unverantwortlich wirkt. Dabei vergreift sie sich so gut wie nie im Ton, sondern hat stets ein klares Antwortmuster: Erst kommt eine Überleitung von der Frage zur Antwort in einer oftmals leicht erhöhten Tonlage, anschließend erfolgt eine Herleitung und dann das Statement und damit ist für von der Leyen der Fall zumeist erledigt. Im Falle von vorbereiteten Reden sind diese sehr oft mit rhetorischen Fragen und Herleitungen für ihre Gedanken und Handlungen gespickt. Sie verwendet eine sehr abschließende Sprache. Dabei wirken ihre Antworten sehr oft wie vorbereitete Statements.

Ihre Körperhaltung ist meist kontrolliert. Sie scheint oftmals in die Ferne zu starren, hat den Kopf zumeist leicht in den Nacken gelegt und verzieht kaum ihr Gesicht. Einzig ihre Augenbrauen zeigen entweder Verachtung oder Zweifel am Gegenüber (hochgezogen) oder Sorge (zusammengezogen).

Beispiel 1: "Warum berufen sich diejenigen, die diesen Raum eingerichtet haben, so monothematisch auf die Wehrmacht? Um es in aller Deutlichkeit zu sagen - und ich zitiere hier den geltenden Traditionserlass: Ein Unrechtsregime wie das Dritte Reich kann unsere Tradition nicht begründen."

Diese Rede zur Lage der Bundeswehr vom Mai 2017 beschäftigt sich mit den Skandalen rund um Nazi-Devotionalien in den Kasernen. Dabei wird das Unverständnis bezüglich der Bezugnahme auf die Wehrmacht mit hoher Betonung, Pausen und dem Blickkontakt mit dem Raum gezeigt. Ihren Blick kann man in diesem Zusammenhang als besorgt bezeichnen.

Beispiel 2: "Die ganz große Mehrheit der Soldatinnen und Soldaten macht einen tadellosen, hervorragenden Dienst - gar keine Frage. Mit viel Verabntwortung. Aber wir dürfen die Augen nicht davor verschließen, nachdem [hier mehrere aufgeführte Einzelfälle]. (...) Und zwar haben wir ein Problem der Haltung und der Führung vor Ort, (...)"

Diese besonders ausschweifende Antwort erfolgte auf die Frage, ob sie den Vorwurf, die Bundeswehr hätte ein Führungsproblem, aufrecht erhalten wolle. Daraufhin negiert sie den generellen Vorwurf und macht lokale Entscheidungsträger verantwortlich. Zwar befreit sie die Bundeswehr damit vom Generalverdacht, aber sie nimmt sich auch - als oberste Instanz der Bundeswehr - aus der Verantwortung. Ähnliche Strategien zur Antwort zeigten sich auch bezüglich des Kaufs von zu teurer und nicht funktionaler Ausrüstung. In Antworten springt sie dafür gern von einzelnen Schlagworten zu ganzen Ausführungen.

Weitere Sätze der Ursula von der Leyen

Neben ihrem verbalen Spießrutenlauf im Zusammenhang mit der Lage der Bundeswehr, lohnt es sich auch, von der Leyens Statements aus früheren Zeiten zu lesen. Sie zeigt, dass sie optimistisch und zielsicher sein kann. Sie zeigt, dass sie Handlungsspielraum sieht und Zielsetzungen durchsetzen möchte.

In ihrer Wortwahl ist sie zumeist sehr präzise. Sie vermeidet das Bilden von Schachtelsätzen weitgehend und verzichtet auch auf Substantivierungen weitestgehend.

Beispiel 3: "Die Angebote müssen Schlag auf Schlag kommen. Tempo, Tempo, Tempo. Heute meldest du dich arbeitslos - und morgen hast du was zu tun."

Beispiel 4: "Kinder müssen wieder willkommen sein und einen festen Platz im Alltag haben."

Die Ministerin kann sich auch kurz halten und einfach benennen, was ihr wichtig ist. Dies gelang ihr besser, als noch ein gesellschaftlicher Konsens bezüglich ihrer Positionen zu spüren war.

Fazit

Von der Leyen fällt durch ihre Contenance auf. Zudem versteht sie es, Wirkungszusammenhänge zu schildern und währenddessen Fragen um die Ecke zu beantworten - oder gar vom Thema abzuweichen. Dabei ist bei ihr häufig zu merken, dass sie sich nicht auf ihren Gesprächspartner einlässt. Es gibt zahlreiche Szenen, in denen die Ministerin zum unbewussten Abwerten der Aussagen ihres Gegenübers die Augenbrauen hochzieht. Dabei ändert sich dennoch nichts an ihrer Stimmlage.



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