WISSENSWERTES
Das Gedicht - Eine alte Kunstform

Gedicht Gruppen
Theodor Fontane
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Paul Gerhardt
David Friedrich Strauß
Friedrich Halm
William Shakespeare
Karl Rudolf Tanner
John James Piatt
Georg Busse-Palma
Hanns
Louise Otto-Peters
Ferdinand Raimund
Wilhelm Friedrich Waiblinger
Robert Waldmüller
Karl May
Karl Ludwig von Woltmann
Peter Auzinger
Nikolaus Decius
Franz Poppe
Otto Christoph Eltester

Intern

Anzeigen

Aktuelles

Gedichte


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Willkommen im neuen Bereich Klassische Gedichte
auf wie-sagt-man-noch.de!

Suchen Sie nach deutschen Gedichten in der Suchmaske oben oder klicken sie sich durch die alphabetischen Listen der Gedichte...

Deutschsprachige Gedichte

'Du bist mein, ich bin dein / dessen sollst gewiss gewiss du sein' - so beginnt eines der bekanntesten deutschsprachigen Gedichte. Es ist fast 900 Jahre alt und hat als Liebesgedicht nichts an Faszination verloren.

Deutschsprachige Gedichte bilden den Kern deutschsprachiger Literatur überhaupt. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Texten, sprechen selbst ältere und sehr alte Gedichte auch heutige Leser noch unmittelbar an, wenn sie behutsam in unsere heutige Sprache übertragen werden.

Reim, Rhythmus und Takt sind von jeher die entscheidenden Bausteine gelungener Lyrik. Eines der ältesten deutschsprachigen Gedichte, das Hildebrandslied aus dem 9. Jahrhundert nach Christi, fasziniert durch seine kunstvoll eingesetzten Stabreime, auch Binnenreime genannt:

'Hiltibrant enti Hadubrant untar heriun tuem'. Die nahezu gleich klingenden ersten Silben erzeugen eine ganz besondere Wirkung, ebenso wie die bewusste Wiederholung bestimmter Vokale:

untar heriun tuem. In diesem Gedicht geht es um den Kampf zwischen Vater und Sohn, die sich ungewollt in den sich bekriegenden Heeren gegenüberstehen.

Über tausend Jahre später benutzt Heinz Erhard das gleiche Stilmittel für einen ganz anderen Zweck, vielleicht aber auch nicht, denn auch bei ihm geht es ums gewaltsame Sterben:

‚Sie ist Witwe, denn der Gatte,/ den sie hatte, fiel vom Blatte.‘

Gedichte aus dem deutschen Sprachraum haben sich schon immer fremdsprachige Vorbilder angeeignet, so das Sonett. Eigentlich eine italienische Form des Gedichtes, erreicht es bei Andreas Gryphius einen ersten Höhepunkt in der deutschsprachigen Lyrik, etwa in dem Sonett aus dem Jahr 1637 mit dem Titel 'Menschliches Elend'. Angesichts der Gräuel des dreißigjährigen Krieges kommt Gryphius in diesem Gedicht zu einem Fazit, das hinsichtlich kriegerischer Konflikte nichts an seiner Aktualität verloren hat: 'Was sag ich? Wir vergehn wie Rauch von starken Winden.'

Als Hochzeit deutschsprachige Gedichte darf sicherlich die deutsche Klassik und Romantik gelten. Wenn es so etwas geben sollte wie das perfekte Gedicht, so ist es in diesen beiden Epochen zu finden. Genannt sei beispielhaft Goethes 'Über allen Gipfeln', bekannt unter dem Titel 'Wanderers Nachtlied' oder 'Ein Gleiches'. Reim, Rhythmus und Takt ergänzen einander auf beglückende Weise, selten ist es einem solch kurzen Text gelungen, die Vergänglichkeit des Menschen tröstlicher in Worte zu fassen: 'Warte nur! Balde / Ruhest du auch.' Etwa hundert Jahre später greift Bertolt Brecht in seiner 'Liturgie vom Hauch' Goethes Gedicht auf und wendet es in sein Gegenteil: 'Da schwiegen die Vöglein nicht mehr! / Über allen Gipfeln ist Unruh! / In allen Wipfeln spürest du jetzt einen Hauch!' Damals sicherlich eine Provokation, die aber nur funktionieren konnte aufgrund der Qualität des Gedichtes von Goethe.

Die enge Verbindung zwischen Lyrik und Musik ist ebenfalls kennzeichnend für die deutschsprachigen Gedichte, erinnert sei an Heinrich Heines 'Lied von der Loreley' in der weltbekannten Vertonung von Friedrich Silcher, oder an 'Mondnacht' von Joseph Freiherr von Eichendorff, vertont von Robert Schumann im Jahr 1840.

Doch auch der Holocaust ist in der deutschsprachigen Lyrik vergegenwärtigt worden. Wir sprechen von Paul Celans Gedicht 'Todesfuge'. 'wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng' - in diesem Gedicht haben die Opfer der Vernichtung eine ihrem Leid angemessene und würdige Stimme erhalten.





Das beliebteste Wort in unserem Synonymwörterbuch ist derzeit darstellen.
Für mehr beliebte Synonyme: Top 200 | Alle beliebten Synonyme
Klassische deutschsprachige Gedichte

Suche in 361046 Wörtern und 109461 Wortgruppen - Impressum
© WIE SAGT MAN NOCH 2004-2019

Synonym Wörterbuch - online Synonyme in diversen Sprachen - kostenlose Synonymsuche englisch, spanisch, italienisch, französisch, portugiesisch, niederländisch, polnisch, russisch



Anzeigen


Wörterbücher


Dies & Das
Abkürzungen - wichtige u. oftgesuchte Abkürzungen
Universitäten - deutsche Fach - und Hochschulen
Vornamen - Herkunft und Bedeutung von Vornamen
Zitate - umfangreiche Zitatdatenbank, Sprüche, Reime,...