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Gedichte - Frieda Port


Mitleid

      Aus den Tiefen des
Herzens,       Dem
Wechsel des Schicksals,    
  Der beiden Erinnrung  
    Wächst das Mitleid.
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Frühlingsschwermuth

      Des Frühlings
Schwermuth Steigst du aus der Erde
frischen Grüften      
Und aus den Reichen, Wo Jene, die
dahingegangen, schlafen?    
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Entschluß

      Sage, zürnen die
Götter mir, der zürnt mir mein
Freund, that ich dem Freund ein
Leid?       O dann
zürnte nicht er allein, dann zürnte
mit ihm Himme
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Geheimnißvoller

    Geheimnißvoller  
  Zu sonnigem Glänzen,  
  Doch auch zur
Stätte Stürmischer Wolken
geschaffener Himmel!    
Geheimnißvolle
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Emilie Mataja

(Emil Marriot.) Es ist, wenn wir in
deinen Büchern lesen, Als hörten
wir`s in Höllengründen stöhnen, Wo
nach Erlösung unglücksel`ge
Wesen Sich selbst verdammend und ve
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Als du heute früh erwachtest

Als du heute früh erwachtest, Ob du
denn getreulich dachtest:    
     
`Uebermorgen! Wie das eine Wort so
schön ist, Daß die Luft heut voll
Getö
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In der Glyptothek

Als ich lang in der Welt fröhlich
umhergeschweift, Bog ich plötzlich vom
Weg sehnsuchtbewältigt ab,  
          Und
in einsamer Stunde      

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Hemerokallis

Am Abend ging ich durch das Zimmer Von
dir erfüllt die ganze Luft! Das Auge
fesselte dein Schimmer, Das Herz
betäubte mir dein Duft. Und deinem
Gruß eilt` ich entgegen,
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Alexander

Auf den schlummernden ruht die
ambrosische Nacht, Doch lauter nur
pocht in der Stille und tobt Das Herz
Alexanders, der ruhlos wacht. Es
bedrängt ihn das Leben, bedrängt ihn
die K
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Auf dem Abbruch

Das für ein Schicksal hat sich
abgesponnen In diesen Zimmern, deren
letzte Wand, Ans Nachbarhaus gelehnt,
dem Blick der Sonnen Und aller Augen
preisgegeben stand? In solch v
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Das ist ja doch des Menschen gutes Recht

Das ist ja doch des Menschen gutes
Recht, Daß er gerade aufwärts seine
Bahn Zur Höhe seines Lebens klimmt, es
sei Der Pfad so steil und dornig, als
er will. Vielleicht, da
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Sonnenlieder - VI.

Das war die Sonne Wenn nicht so oft
in Siegesherrlichkeit Am Firmament die
Tonne stände, wer Von uns so viel
Bedrohten hoffte noch. Ich war ein
Kind. Daheim die sü
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Das Haupt

Dem Frevler ist Gerechtigkeit
geschehn! Ruft zur Piazzetta laut hinab
der Herr Der Zehn, ein blutig Schwert
in seiner Hand, Auf springt das Thor,
und in einander fest Verstrickt wie
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In ein Album

Denkst du des Tags noch, da wir unter
Scherzen Zuerst gelauscht dem Einklang
unsrer Herzen? Ich grollte, sagt` ich,
alle Lebenstage Dem Schicksal, das den
Bruder mir versage. Du läc
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Bitte

Der du den Schnee erschufst, laß mir`s
gelingen, In echter Reinheit meine
ganze Jugend, In echter Reinheit noch
mein Greisenalter, Wenn ich`s erleben
sollte, zu vollbringen, In echt
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Der längste Tag mit alle seinem Licht

Der längste Tag mit alle seinem
Licht       Hat er nicht
einen Strahl, Das Aug` dir zu
erquicken, siegt er nicht Im Streit mit
eines Menschenherzens Qual? Du
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Der Regen fällt am Fenster nieder

Der Regen fällt am Fenster nieder In
großen Tropfen, still und lind, Wie
Thrän` um Thräne immer wieder Auf
Menschenwangen niederrinnt. Mir ist,
es seien meine Thränen;
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Der Satyr sah zum ersten Mal die Flamme

Der Satyr sah zum ersten Mal die
Flamme Und eilte hin, die Herrliche zu
küssen. Laß ab! ruft ihm Prometheus
zu; vor Schmerzen Wirst du, wenn du sie
küssest, weinen müssen.
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Der unglückseligen Stunde, da zuerst

Der unglückseligen Stunde, da
zuerst Du siehst des Todes dunklen Fing
sich neigen       Auf
ein gefährdet Haupt, Und dir, daß
jeder Zweifel schwindet, Zeigen: Dein
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Auf der Wanderung

Der Wind spricht mit den Zweigen, Mit
seinen Geschwistern, Den lichtgrünen
Blätter, Die, gleich wie er
selbst, Den Frühling Vater nennen. Ob
sie seit Jahrhunderten I
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Die allzu liebevollen Worte

Die allzu liebevollen Worte Wie bann`
ich sie? wie bann` ich sie? Die hohen
Fluten meiner Seele Nicht mehr
beherrschen kann ich sie. Daß dich
die Arme nicht umschlingen,
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Geheiligt

Die Blumen glühten herbstlich, und
goldnen Strahls Ergoß die Sonne über
die Fluten sich,      
      Alkaios aber pries
und Sappho       Feur
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Die wenigen Jahre, die wir leben

Die wenigen Jahre, die wir leben, Die
möcht` ich alle, alle Zeit Zu deinen
Füßen sitzend träumen In sel`ger
Selbstvergessenheit. Denn was du
immer zu mir redest, I
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Dort drüben funkelt

Dort drüben funkelt Ein einziges
kleines Licht Von Nacht rings
umdunkelt, Das fesselt mein Aug`, und
es läßt mich nicht Wieder frei, Und
immer denk` ich und habe Sei
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Du klagst aus deiner Herzenstiefe

Du klagst aus deiner
Herzenstiefe,     Kein
Wörtchen Liebe, Kein Hauch Erhörung
leb` in meinem Briefe. Ja, unser
Beider Leid wird ewig währen.  
  So s
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Ein Morgentraum - schon von der Vögel Zwitschern

Ein Morgentraum - schon von der Vögel
Zwitschern Geweckt, schlief ich noch
einmal ein und fand mich Mit dir in
herzlichem Gespräch vereinigt. Es
schwebte über uns des Sommers Web
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Interieur

Ein schmuckes Zimmerchen! Dir scheint es
reich, Weil Liebe Wunder thut. Ein
wenig bleich Dünkt mich indeß die
junge Frau zu sein — Ist sie es
nicht, so täuscht der Dämmerschein.
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Das Vöglein

Ein Vöglein flog in meine Hand, Daß
Leben sich an Leben schmiegt, Daß
seines Herzens banger Schlag Auf meinem
eignen Pulse liegt. Zwei Fremdlinge
— wer weiß von uns
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Früh verloren

Eine reizende Braut, so blühend und
zart, Im Mai eine fröhliche
Hochzeitsfahrt, Und die Kirche so
licht, und die Menschen so froh, Nur
ein leisestes Weh, daß der Frühling
entfloh.
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Einem Freund begegnet ich im Traume

Einem Freund begegnet` ich im
Traume, Menschen trennten uns in weitem
Raume. Zweifelnd, ob wir zürnen oder
lieben, Sind wir fern und sind wir
stumm geblieben. Und wi
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Der Einsiedler

Er sagte sich: Es ist ein eitles
Mühn, Der Welt sich hinzugeben. Und er
zog In eine Bergeswildniß, lauschte
nur Der Macht des Stromes, der Gewalt
des Sturms Und sah des Himmels Gr
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Trost

Er ward von allzu schwerem Leid
getroffen, Und gramumnachtet weiß ich
seinen Sinn. Kaum blieb der Hoffnung
eine Thüre offen. So daß um ihn ich
voller Sorge bin. Nun auf der Straß
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Himmel und Erde

Es schallt des Pöbels nächtlich
Schwärmen, In stiller Nacht ein
wüster Chor, Mit zügellosem Schrei`n
und Lärmen Zur klaren Himmelsruh`
empor. Sternglänzend hält des A
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Es waltet rings des Frühlings erster Gruß

Es waltet rings des Frühlings erster
Gruß — Ein leises Knospen, halb
entfaltet Grün — Ein Schleier deckt
die Sonne, zart Gewölk Stieg Nachts
empor; doch dringt des Himmels Blau,
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Fast einmal nur im Jahr besuche ich dich

Fast einmal nur im Jahr besuche ich
dich An deinem Grab und schlingt um
deinen Stein Der treue Epheukranz der
Liebe sich, Das ganze Jahr bist du
allein. Doch während ich die
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Götterlist

Fest, eisern Der Gottheit
trotzend, Den Himmel höhnend Und
über allen Wandel erhaben, Hängt an
dem Felsen Prometheus, Wer wagt es, zu
rütteln An solch
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Die Flamme

Frei empor Lodre die Flamme, Und ob
sie zerstöre, Und ob sie
vernichte, Die Flamme der Liebe
— Des Genius Flamme — Die Flamme
der Freiheit! Und ob d
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Ausblick

Glückselig wird mein Alter sein, Denn
was es andern Menschen raubte, War
niemals mein. Der Jugend Frohsinn
kenn` ich kaum, Ja, traurig grüßt
mich aus der Ferne Der
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Dunkle Rosen

Hab` ich euch denn in meiner Hand
behalten, Mit euch zu kosen? Gab ich
euch nicht der freudlos armen
Alten, Ihr meine liebedunklen
Rosen?        
  A
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Warnung

Halte nichts, unseliges Kind der
Erde, In geschlossnen fänden, die mit
des Herzens Voller Kraft ein liebstes
Geschick umfassen Fest wie für
immer. Alles reißt ein Tag aus
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Hat uns zum erstenmal den Pfad

Hat uns zum erstenmal den Pfad Ein
falscher Glanz erhellt, So schwindelt
uns darob, als sänk` In Nacht die
ganze Welt. Wir glitten durch die
Fluten hin, Und mit dem S
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Heut ist ein Todter mir zu Gast, ihr Lieben

Heut ist ein Todter mir zu Gast, ihr
Lieben, Ich bin, mit euch zu plaudern,
nicht bereit. Ja wohl, aus unsern
Reih`n ist er vertrieben, Doch hab` ich
noch, für ihn zu leben, Zeit.
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Brennende Liebe

Heute Morgens gab mir — warum
gerade Heut! — die kleine Blonde, die
stets am Wege Auf mich lauert,
schelmisch ihr kleines
Sträußchen, Anfangs verbergend
- Heute zwische
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Römische Grabschrift

Hier unter diesen Quadersteinen
ruht Horatia, von ihres Bruders
Hand Erschlagen, von des Vaters Lippen
dann Noch angeklagt gerecht gebüßter
Schuld. Sie litt den Tod, weil sie des
V
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Ich baue auf die Menschen unverzagt

Ich baue auf die Menschen
unverzagt, Denn wo ein Schmerz ist,
kommen sie zusammen Und trösten ihren
Freund, der weint und klagt. Da sieht
man ihre Herzen sich entflammen, Vi
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Ich denke dein in nächtger Morgenfrühe

Ich denke dein in nächtger
Morgenfrühe, Wenn aus dem Dunkel sich
die Dämmrung ringt, Wenn kaum erblaßt
der Horizont sich röthet Und eine
erste Wachtel singt. Und kaum in
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Ich fürchte mich vor unsrer großen Liebe!

Ich fürchte mich vor unsrer großen
Liebe! O hätte sie, wie Andrer Liebe,
Schranken! Kein Unglück konnte je mein
Herz zerquälen, Wie diese
furchtgeborenen Gedanken. Wie s
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Ich sehne mich den ganzen Tag

Ich sehne mich den ganzen Tag Nach
einer Stunde Müßiggang, Nach einem
kleinen Winkelchen Fern allem Lärm und
Tagesdrang; Nach einer Stunde, da
mein Herz Die schöne
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Ich spüre noch von deinem Geiste

Ich spüre noch von deinem Geiste Ein
liebes Etwas in der Luft, Und leise
noch verströmt die Rose, Die du mir
ließest, ihren Duft. Und ob wir
Abschied auch genommen,
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Die Nixe

Ich umschlinge mit schmeichelnden Armen
den Stein, Und die Wogen stürzen auf
mich herein, Und die Sonne küßt mich,
der Schatten kühlt Mir die Flut, die
mein wogendes Herz umspült.
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Ihr ersten Waldesblüten

Ihr ersten Waldesblüten, Heut seid ihr
mein, bis morgen, Doch morgen des
Freundes. In eure offnen Kelche, Auf
denen noch gestern der Schnee
lag, Dringt warm der Hauch meiner
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Sonnenlieder - IV.

Im Gärtchen Die Nelken duften
köstlich, Vom Sonnenstrahle wach
geküßt, Wie rings so lind und
tröstlich Mich diese Morgenstille
grüßt! Das Gärtchen mir
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Im Frühling

Im warmen Frühling — bald nun wird`s
ein Jahr Da haben im Gewühl wir uns
gesehen, Wie Alles damals doch voll
Leben war! Wie heiß! so riefen wir und
blieben stehen. Sie s
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In den Schimmer des Monds ...

In den Schimmer des Monds wie in
Schleier gehüllt, Durchsichtig bedeckt
von des Nebels Gespinnst Liegt die Welt
in unendlicher Weite — Wie die
Seele des Weibes, die träumerisch
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In diesem weiten Himmelsraum

In diesem weiten Himmelsraum Zeigt sich
ein einz`ges Wölkchen kaum; Doch in
den Wolken meiner Welt Ist kaum ein
Pünktchen glanzerhellt. Warum
verscheucht der Sonne
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Der Komet

In einem Buch der Sternenkunde las ich
ernst Und doch beglückt, erhoben, wie
man stets hinaus Aus dieser Erde,
unsrer kleinen Heimath, blickt; Und
weil ich keinen mächtigen Kometen sah,
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In meiner Kindheit frühsten, fernsten Tagen

In meiner Kindheit frühsten, fernsten
Tagen, Als ich noch lesen nicht, noch
schreiben konnte, Erzählte meine
Mutter mir ein Märchen: Es war einmal
ein Mann, der eine Höhe Erklomm
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Scheu

In weitem Kreise, wie gebannt,
umringt Das Volk die Stätte, wo es
ruht, als sei`s Noch jetzt zu fürchten
und zu lieben noch - Blickt
unersättlich auf das Haupt! Ein
Mann, In Tugen
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Suchen und Finden

Ist das in den großen Städten Ein
bezauberndes Verstecken! Die sich
Wohlgefallen, suchen Mühsam sich in
allen Ecken. Die so leicht
vorbeigeschritten, Wer sie war, d
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Unendlich

Ja, daß es mich faßte mit mächtigem
Arm Und trüge mich weit und weiter
hinweg, Bis die Zinne mir
schwänden, Und hemmte des Herzens
heftigen Schlag, Und stillte die
brennende Seh
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Ja, schön ists, hinzuschreiten

Ja, schön ists, hinzuschreiten Durch
Sturm und Wetternacht Und mit einander
streiten Aus ebenbürtiger
Macht. Doch schöner noch, zu
gehen Im Abendsonnenschein,
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Jetzt sich leis hinweg aus den Gemächern

Jetzt sich leis hinweg aus den
Gemächern Stehlen und hinüber auf den
Dächern Sicher wandeln, nur vom Mond
geleitet, Der uns hohe Pfade
unterbreitet, Dann in deinem Garten
sacht he
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Küsse mich nicht!

Küsse mich nicht! Denn ich
habe Neulich dem Blitze
versprochen, Mich zu
bewachen, Flehend: Tödte mich,
höchster, Mit deinem
Blitzstrahl, Wenn ich zu schwach
bin, Dur
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An die Schwestern

Laßt doch nie, auch nicht im Gedräng
des Werktags Niemals, holde Schwestern,
ein anmuthloses Eder niedres Wort, eine
heft`ge Rede       Ueber
die Lippen! Wißt ihr n
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Stimmen der Nacht

Milde Sternenblicke, die mich
trafen, Baten mich, jetzt noch nicht
einzuschlafen, Und des Mondes edler
Silberschimmer Machte doppelt traut
mein stilles Zimmer. Aus dem Fenster
sah ic
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Mit unberedtem Munde

Mit unberedtem Munde Wie lang wir heut
uns sahn! Doch weht`s aus dieser
Stunde Wie lauter Glück mich
an. Wenn uns die Worte fehlen, Wenn
Jedes ruhig scheint, W
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Himmelfahrt

Mit verschränkten Armen Und düstern
Gesichtern, In schlechten
werktäglichen Kleidern Stehen sie
drüben An der engen Pforte ihres
Tugendwegs, Wo die Strenge sie
einläßt
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Sonnenlieder - V.

Mittagszauber Ergieb dich, wacher
Menschensinn, Wie alles andre Leben
thut, Dem Sonnenzauber gieb dich
hin! Das ganze Thal in
Mittagsglut. Die Nixe lauscht, Wie
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Nein, nicht im Tod das letzte Lied

Nein, nicht im Tod das letzte Lied
— Im ersten, schönsten Lied den
Tod! Daß diesem Frühling im
Gemüth Kein Sommer naht, kein Winter
droht; Daß unsre Liebe bleibt bewah
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Nicht alle Schmerzen heilt der Schlaf

Nicht alle Schmerzen heilt der
Schlaf, Und nicht so bald wirst du
gesund, Wenn dich ein Wort zu tödtlich
traf Aus einem allzu lieben
Mund. Wie viel ein solches Wort
entdeckt
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An der Schwelle

Nichts macht so unermeßlich reich, Als
sehn, daß bald der Sommer blüht; Von
Hoffnung überschwänglich voll Ist vor
dem Sieg nur dein Gemüth, Am Morgen
nur, noch eh` der Tag
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Begegnung

Noch ein Händedruck — dann
trennen Sich der Jüngling und das
Mädchen. Sie enteilt; er schaut noch
einmal Um, noch einmal bleibt er
stehen, Lächelnd, strahlend — soll
er rufen
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Nun hab ich auch dies Andre und Bitterste erlebt

Nun hab` ich auch dies Andre und
Bitterste erlebt, Zurückgesetzt zu
werden, wovor ich stets gebebt. Doch
ob ich gleich dich liebe, nehm` ich doch
meine Flucht Zum Zorne nicht, noch
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O erster Frühlingsglaube, Liebesfülle

O erster Frühlingsglaube,
Liebesfülle, Die in den österlichen
Lüften schwebt! Und welcher Reichthum
nach des Winters Stille Aus unsern
eignen Herzen sich erhebt! Mir ist,
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Ermuthigung

Oft macht es mir den Muth
beklommen, Wie Viele schon auf meiner
Bahn Mit raschem Schritt mir
vorgekommen, Wie Viele mehr als ich
gethan. Doch wer sich werth hält,
mit zu tra
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Im Salon

Schwer fielen die Gardinen, fast
geschlossen, Herab, der Abend kam. Um
dich im Kreise, Sechs oder sieben in
der Fensterecke, Von ernsten Dingen
sprachen wir, von herben Geschicken, w
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Aus Tanagra

Schönes Wunder! Genien aus dem
Grabe Eines Kindes, lieblich in Stein
gebildet Und beflügelt, wie sie die
Hand des Griechen      
Sinnig erschaffen! Noch die Spur leb
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An die Berge

Seid mir gegrüßt, ihr Häupter der
Berge, Ihr lang entbehrten, und Dank
euch, Daß euer frischer, lebendiger
Hauch Mich wieder küßt und
belebt! Edle, erhabene Häupter, In
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Feierabend

Sie nähte und-nähte mit emsiger
Hand Und hielt sich gefesselt an all
den Tand Bis zum späten, gestirnten
Abend. Und dachte geduldig, wie
nichtig der Tag Voll kleinlicher M
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Sieh, Alles in der Welt ist wandelbar

Sieh, Alles in der Welt ist
wandelbar. Was gestern du gesagt, war
gestern wahr, Doch daß du morgen schon
mich nicht mehr liebst, Wie mannichfalt
und groß ist die Gefahr! Wenn du be
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Sieh, aus der schwarzen Wolkenwand

Sieh, aus der schwarzen
Wolkenwand Glänzt Sonnenfeuer rings
hervor, Und gehn wir immer Hand in
Hand, Strahlt aus der Schwermuth Glück
hervor. Beglückt ist nur, wer ganz
er
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Tag für Tag

So in Gedanken und Chat Leben wir hin
und sinnen der Welt Und dem Dasein
nach, Bis plötzlich wieder ein Wirbel
uns faßt Und die Wogen empor Uns
tragen und schleudern hinab.
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Ein alter Spiegel

So oft umfingst du meiner Mutter
Bild       Und hast von
ihr Nichts aufbewahrt, was meine
Sehnsucht stillt,      
Und dennoch hängt mein Herz an dir.
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So wie der Gott des Stromes Lauf

So wie der Gott des Stromes Lauf Durch
weit entfernte Gauen lenkt Und hält
durch ein Gebirg ihn auf, Eh` er die
freie Bahn ihm schenkt: So lenkt er
meines Herzens Glut;
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Sonnenlieder - III.

Sonnenaufgang Willkommen, junge
Sonne! In die Wellen Schlägt, als
geschäh` es heut zum erstenmale, Mit
frohem Schlag das Ruder, und die
hellen Gestade blitzen rings im Sonn
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Sprecht mir nicht von Ergebenheit!

Sprecht mir nicht von Ergebenheit! Ich
will Für mich das Leben oder will den
Tod. Dies: Harre dennoch aus! dies:
Halte still! Ist mir verhaßter noch
als alle Noth. Wie —
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In der Nacht

Unter dem grauen Nächtlichen
Schleier Schlummert die Welt, Aber ihr
Pulsschlag Bleibt noch vernehmbar, Und
wie ein Geheimniß Hört ihn der
Tauschende.
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Das Unvollkommene

Vollkommene Liebe Zucht tief im
Herzen Den ewigen Wohnsitz Und prahlt
nicht und klagt nicht. Vollkommene
Weisheit Weiß, daß sie nur
einsam Die Welt erleuchtet
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Noch und Ueberfluß

Vom Mitleid mit der Noch bezwungen Geht
eine reiche junge Frau Hinaus, wo mit
den letzten Hütten Die Stadt sich
schließt an Flur und Au`. Doch
unterm jugendschnellen Wander
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Versäumt

Von einer Armen träumt` ich, die ich
nie Im Rauschen meines Tags genug
bedachte, Nun stürzte flehend sie vor
mir aufs Knie — Wie ich erschrak! wie
das mich beben machte!
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War nicht auf einmal mein Gemach

War nicht auf einmal mein Gemach Ganz
von dem Dufte deiner Rosen voll Und
auch zugleich von unserm
Glück? Führt Rosenduft mir diesen
Tag zurück, Wenn deiner Liebe Schmuck
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Warum verstummt ihr nicht, ihr holden Sänger

Warum verstummt ihr nicht, ihr holden
Sänger       Auf
Blütenbäumen? Es kostet eure
Freiheit! Könnt ihr nicht Von all der
Frühlingslust verschwiegen träumen?
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Der geborene Sklave

Was die Brust mir stürmisch erregt, ich
darf`s nicht Sagen. Rings die Menge,
sie trägt ihr Schicksal Ohne Murren;
soll ich das Unglück aus dem Schlummer
erwecken? Wenn sie
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Herbstsegen

Was ist in diesen ersten
Herbstestagen, Wenn merklich früher
schon die Sonne sinkt, So heimathlich?
Die Lüfte möcht` ich fragen. Was mir
so wohlbekannt, so freundlich winkt.
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Was schlägst du denn, mein Herz ...

Was schlägst du denn, mein Herz, so
überlaut Und lässest nicht des
Schlafes Trost mich finden, Nachdem ich
diesen schönen Tag geschaut! Und
muß doch bald mein Augenlicht erblin
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Menschenlos

Was soll beständig sein in diesem
Leben, In dem allein der Wechsel
blühend waltet? Hast du schon auf dich
selber Acht gegeben? O für wie Vieles
ist dein Herz erkaltet! Dei
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Weil wir jetzt Beide gleichen Kummer haben

Weil wir jetzt Beide gleichen Kummer
haben, Laß uns die Strecke mit
einander gehen, Laß einen schmerz sich
an dem andern laben. Die Gleiches
leiden, können sich verstehen,
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Im Winter

Weiß zugedeckt Die dunkle Erde, Ein
kalter Himmel Herniederstarrend Auf so
viel tausend Vor keinem Jeugen, Als
nur vor ihm, Aufwallende Herzen. U
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Elend

Welch Entsetzen steigt mir am grauen
Himmel Dort im Westen, wo mich die
Abendröthe Sonst beruhigt, heute
herauf? Dies matte      
Grau ist der Winter! Und das Elend n
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Die Großmutter

Wenn Alle fortgegangen, immer blieb Dem
Haus ein leises Leben, eine Seele, Ein
segensreicher Schatz von Sorg` und Lieb`
— Und denken, daß dies Kleinod
morgen fehle! Wer draußen w
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Wenn ich des Nachts in meinen Kissen ruhe

Wenn ich des Nachts in meinen Kissen
ruhe Nicht schlafend noch, doch
träumend und die Lider Geschlossen —
wenn die schweifenden Gedanken Dann bis
zu dir gelangt sind, muß ich immer
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Wenn ich erwach, erwacht ein staunend Fragen

Wenn ich erwach, erwacht ein staunend
Fragen       Mit mir
Zugleich: Warum denn bin ich nun so
unverwundbar,      
Warum so reich? Warum steht m
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Wenn solche Schwermut dich befällt

Wenn solche Schwermut dich
befällt, Denk` ich nur Eins: Wie rett`
ich dich Was thun, daß sich dein Blick
erhellt, In dem des Muthes Glanz
erblich? Umsonst! Ich weiß, auch
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Wer dich verlassen kann, den halte nicht

Wer dich verlassen kann, den halte
nicht, Daß du nicht auch dich selber
noch verlierst, Und daß du deines
Feinds Triumphzug nicht Als unterjochte
Sklavin zierst. Viel liebe
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Zuversicht

Wer die großen Leidenschaften Und die
echten alle kennt, Wessen Herz in
räthselhaften Allgewalt`gen Flammen
brennt, Der wird freier durch der
Erden Ungebahnte Weiten
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Eine antike Lampe

Wer dieses alte Lämpchen einst
berührte, Es einst sich kaufte aus des
Töpfers Hand, Wenn der in Rom in sein
Gemach mich führte, Daß Leben hätte,
was so fern entschwand!
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Die Geweihten

Wer einem großen Gott sich weiht, Der
hat zum Spiele keine Zeit, Zum Spiel,
in dem die Wonne ruht. Oft wenn ein
Schwarm vorüberzieht Und er die Lust
des Lebens sieht,
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Auf dem Heimweg

Wie sicher doch geborgen Hielt uns das
Marktgedränge Mit unfern schönen
Sorgen, Daß Großes uns
gelänge! Als dann wir heim die
Straßen, Die schon die Nacht bedeck
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Wie zürnt ich dir voll Ungestüm und grollte

Wie zürnt` ich dir voll Ungestüm und
grollte     Zu jeder
Frist, Daß ich so theuer nie dir
werden sollte,     Wie du mir
bist! Doch seit mich heut dein
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Sonnenlieder - II.

Wintersonne Bettler, die vor Frost
erstarrten Und des Frühlings lang
schon harrten, Zehn auf dich! willst du
der Armen Denn nicht endlich dich
erbarmen, Große, blass
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Kleine Blüten

Wir müssen`s ja sehen, Wie reizend die
Welt ist! Bis ins verschlossenste
Zimmer Dringen die grünen Blätter,
dringt der lebendige Hauch der frischen
Natur, Und über Nacht
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Ein Augenblick

Wir waren beide nicht so jung, daß
uns Das Leben nicht den Blick geöffnet
hätte. Einmal im Jahre kam von ihrem
Schlosse In unsre Stadt herein das
schöne Mädchen. Ich wußte nich
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Lied der Unglücklichen

Wir, die vom ewigen Born Des echten
Unglücks genossen, Wir hassen der
Glücklichen Müßiges Klagen, Ihr
gefallsüchtiges Weinen. Wenn ihre
Schwachheit Bei jede
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Wär der Genoß von gleicher Art

Wär der Genoß von gleicher Art, Wohl
leichter wär` die Lebensfahrt. Doch
Jeder ist vielleicht allein, Vielleicht
kann Niemand glücklich sein. Wer nur
das Lachen d
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