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Gedichte - Anton Wildgans


Über den Wellen

(1900) Neckst du mich, kleiner
Schelm, mit dem Muschelhelm und dem
goldnen Haar, mit dem Augenpaar, das
so feucht und blau wie des Meeres
Tau, wenn es le
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Wenn ich der liebe Herrgott wär!

(1903) Wenn ich der liebe Herrgott
wär`, Der über Wolken thront, Dir
gäb ich für dein golden Haar Den
schlanken Silbermond. Auch legte ich
die Sterne dir
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Casanova

(1905) Die Zeiten, gnädige Frau,
sind längst vorüber, Da Liebe noch
des raschen Mutes Lohn! Beim großen
Gott, ich ginge lieber, Den Degen am
Gehenk, im stählernen Plastr
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Letzter Wille (II)

(1906) Und wenn ich kalt bin, gebt
mir meinen Frack Samt weißen
Handschuhn und geknüpfter Binde, Und
zieht mir Schuhe an aus blankem
Lack, Daß ich als Mann von Welt und vo
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Im Anschaun meines Kindes

(1913) Du Atmendes, zu deinem Schlaf
gebeugt Steh stumm erschüttert ich,
der dich gezeugt. Beklommen tast` ich
nach der Freundin Hand, Aus deren
Schoß dein Leib sich feindl
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Die Parabel vom Nein

(Allen Leugnern zum Spott) Der leere
Brunnen sang ein Lied - Das Lied, das
war darnach! Schalt auf das Wasser, das
ihn mied Und aus den andern
brach. Das lahme
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Der Eifersüchtige

(Eine ironische Ballade) Ihre
Schritte zu belauern, Folgte er ihr aus
dem Haus. Enge an den
Häusermauern Schlich er hin und
spähte aus, Und er sah sie im Gewühle
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Adagio

(für Cello) Alles Tagverlangen Ist
zur Ruh gegangen Rosenrot im Rohr
- Aus den Birkenzweigen, Wo er still
gehangen, Bleich und
netzgefangen, Hebt in san
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Ein Feldherr

(Für Conrad von Hoetzendorf im Jahre
1912) Viele hat Gott zu Dichtern
gemacht Und gibt ihnen kein Lied. Da
wandern sie durch die klingende
Nacht Und schauen die Ströme mit
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Morgen im Schloß

(Gräfin Mathilde Auersperg
gewidmet) Und draußen war ein
grüner Sommermorgen - Die greise
Gräfin mit dem Silberscheitel, Die
weißen, kühlen Alabasterhände In
ihres Kle
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Le crepuscule du soir

(Nach dem Französischen des
Baudelaire) Der Abend, des
Verbrechens Spießgeselle, Schleicht
leis heran. Da schließt des Himmels
Helle Sich wie ein weites, dunkelndes
Gelaß -
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Meinem alten Lehrer

(Professor Dr. Wilhelm Jerusalem
gewidmet) Noch fühle ich die
kahlgetünchten Wände. Beklemmung
morgendlichen Lampenlichts, Die
Unerbittlichkeit der Gegenstände Des
lieblo
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Sonette an Ead

1. Ich geb’ Dir einen Namen, süß
wie Wein – Gleich einer Beere
schmiegt er sich im Munde, Auf der sich
manche milde Sonnenstunde Verträumte
in die Dämmerung hinein.
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Sonette an Ead

1.Ich geb’ Dir einen Namen, süß wie
Wein –Gleich einer Beere schmiegt er
sich im Munde,Auf der sich manche milde
SonnenstundeVerträumte in die
Dämmerung hinein.In die
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Sonette

Anton Wildgans Sonette an
Ead 1. Ich geb’ Dir einen Namen,
süß wie Wein – Gleich einer Beere
schmiegt er sich im Munde, Auf der sich
manche milde Sonnenstunde
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Aussicht

Auf den Giebeln vor meinem
Fenster Brütet die Sonne sich müd
- Auf der Mauer vor meinem
Fenster Wächst Gras, und eine Blume
blüht. Ueber Giebel und Mauern ein
Frühlingswind
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Über den Dächern...

Aus meinem Fenster im alten Haus Blick`
ich auf braune Dächer hinaus. Und
über den Dächern, grau und braun, Ist
mir vom weiten Firmament Ein kleines
Stückchen Blau gegönnt -
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Lied des Schmarotzers

Bin arm geboren! Was kann ich
dafür? Und habe eines Genießers
Nerven! Taug nicht als Bettler vor
fremde Tür, Laß mir von niemand den
Bissen vorwerfen! Sei, wer da Lust hat,
des G
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Verlorene Stunden

Da kam der Abend wieder über
Dächer Wie eine Woge blau und tief
heran. Der Straßenlärm rollt
fernerher und schwächer, Und seinen
dunkeln Diamantenfächer Hat sacht der
Himmel wi
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Und ihre Kinder

Das fristet jetzt mit bleichsüchtigen
Gliedern Ein Leben irgendwo bei
Klosterbrüdern Im Waisenhaus - nur
Sonntags manchesmal Dürfen sie in
verschlissenen Livreen Und Kappen durch

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Das ist die Dämmerung...

Das ist die Dämmerung mit ihren
Wogen Aus vielen Toren, die sich dunkel
weiten, Als hätten Hände im
Vorübergleiten Die schweren Riegel
leise weggezogen. Da sind die Wege
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Liebesnacht

Das war die Nacht, die aller Nächte
Preis — erinnerst du dich noch an
unser Zimmer? Die kleine Gasse draußen
lag so weiß und blank im maienkühlen
Mondenschimmer. Wie atmend bau
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Liebesnacht

Das war die Nacht, die aller Nächte
Preis — erinnerst du dich noch an
unser Zimmer? Die kleine Gasse draußen
lag so weiß und blank im maienkühlen
Mondenschimmer. Wie atmend bauscht
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Der Tag der Mädchen

Das wird im Herbst ein milder Morgen
sein Mit mattem Purpurlicht auf allen
Zweigen, Und wie ein Glanz von süßem,
schwerem Wein Wird kühl die Sonne in
den Aether steigen. An diesem
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Träume

Deine Launen sollst du hemmen, Und
gebieten deinen Träumen, Felsen
gleich, die Ströme dämmen, Daß sie
früher nicht verschlämmen, Ehe sie
ins Weltmeer schäumen.
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Grabschrift

Dem Manne, so hier schlummert unterm
Gras Schenkte der Herr ein
wohlgestrichen Maß. Doch er blieb
Kind und lebte ohne Ziel, Sein Sinn war
Traum und all sein Denken Spiel.
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Wolken

Der Zug der Wolken mahnt mich an den
Tod. Sie wandern von den Meeren her in
Heeren Und müssen zu den Meeren
wiederkehren - So kommt und geht der
Menschen Aufgebot. Wolke ist
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Armut

Die Armen sind geboren wie andre aus
Mutterleibern, Seele, Auge und Blut
sind so wie der anderen Menschen, Sonne
und Nächte, Früchte und Frühling
gelten auch ihnen, Und doch ist alles
so
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Ich liebe...

Die Landschaft, so das Auge stillt Und
weher Seele Ruhe quillt; Die
Menschen, die, in sich gefaßt, Wie
Inseln sind in Lebenshast; Den Geist
aus Stirnen, braungeglüh
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Ich liebe...

Die Landschaft, so das Auge stillt Und
weher Seele Ruhe quillt; Die Menschen,
die, in sich gefaßt, Wie Inseln sind in
Lebenshast; Den Geist aus Stirnen,
braungeglüht,
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Die Menschen, die in den Höfen...

Die Menschen, die in den Höfen
wohnen, Sind arm und selig in ihrer
Weise Mit karger Luft und dem bißchen
Sonne, Und sie sprechen gedämpft und
lachen leise. In ihren weißen Fenste
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Stille Plätze

Die Plätze lieb` ich, die an
Nachmittagen So wunderstill in tiefem
Schatten liegen - Da träumen sie und
sind verschwiegen Vom Tritt der Menge
und vom Lärm der Wagen. Da wölbt ein
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Casanova

Die Zeiten, gnädige Frau, sind längst
vorüber, da Liebe noch des raschen
Mutes Lohn — Beim großen Gott — ich
ginge lieber, den Degen am Gehenk, im
stählernen Plastron, und säh`
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Ein Becher

Du Becher voller Trunkenheit und
Schäumen, Glutstärk`re Sonnen reiften
dir die Reben, Du spendest Sehnsucht -
Sehnsucht ist das Leben, Der Wünsche
Spiegelbild in lieben Träumen.
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Du bist der Garten...

Du bist der Garten, wo meine
Hände Ueber die weißen Wege gehn. Du
bist das Blühen und das Gelände Der
sanften Hügel und blauen Seen. Denn
Deine Augen, sie gleichen diesen,
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Durch Einsamkeiten...

Durch Einsamkeiten, Durch waldwild`
Geheg, Ueber nebelnde Weiten Wandert
mein Weg - Fern über dem Berge An
ruhsamer Flut Harrt meiner ein Ferge
... Der
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Herbstliche Einkehr

Ein Epilog Die Ebereschen haben noch
die roten Fruchtbüschel ausgehängt.
Erloschen, grau Und eingefallen, so wie
eines Toten Gesicht, ist schon die
Erde, stumm die Au,
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Einer Braut

Ein heimlich Wunder, über Nacht
geschehn... Wo schlief es denn, eh` es
so jung erwacht? In dir? - In ihm? O
süßes Auferstehn! Nun ist es da mit
sanfter Flammenmacht Und wa
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Zueignung an die geliebte Landschaft

Ein Prolog Nun steigen wieder die
geliebten Hügel Allmählich auf am
Rand des weiten
Blaus, Darüberhingewiegt auf zartem
Flügel Ruht Wolke neben Wolke
freundlich aus,
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Heiliger Herbst

Ein Triptychon. So gingen wir
selbander Hand in Hand Den schmalen
Weg, den lieben Berg empor, Und oben
winkte Zinne, Turm und Tor, Umrauscht,
umbauscht vor roter Wipfel Brand
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Das Lächeln

Eine Frühlingsballade Wie doch die
Menschen sind: sie sorgen, Was morgen
werden wird und übermorgen - Und ihre
Seelen bleiben blind und arm. An
Gärten wandern sie vorbei,
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Waise

Einmal freilich war sein Leben
reicher, Aber dieses rührt nur mehr
vom weiten: Liebe Worte, mütterlicher
weicher Hände sanftes
Durch-die-Haare-Gleiten. Aber später
ward e
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Dienstbotenurlaub

Es gibt ihr niemand ein herbes
Wort, Die Arbeit ist auch nicht zu
schwer, Sie ist nur so lang schon vom
Hause fort, Die Stadt ist ja doch nur
irgendein Ort, Und die Mutter, die
Heima
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Die Frau des Alternden

Es ist nicht mehr wie in den ersten
Jahren, da sie einander liebten,
überreich — ein Frühherbstschimmer,
wie der Reif so bleich, ruht heute schon
auf seinen müden Haaren, doch s i
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Die Frau des Alternden

Es ist nicht mehr, wie in den ersten
Jahren, Da sie einander liebten,
überreich - Ein Frühherbstschimmer,
wie der Reif so bleich, Ruht heute
schon auf seinen müden Haaren, Doch si
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Der blinde Seher

Gestützt auf seinen Knaben wandelt
er, Ein welker Greis, gebrochen, bleich
und blind Und so in sich gesenkt, wie
Blumen sind, Die längst verblüht,
verkapselt, ohne Wehr Und teilna
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Glück des Alleinseins

Glück des Alleinseins, All- und
Einessein! Wie sehnte sich der
Jüngling einst nach Paarung! Und jetzt
der Mann, in tiefster
Icherfahrung, Kennt nur das eine klare
Glück: Allein.
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Harlekinade

Herein! - Euch kostet der Spaß keinen
Heller - Hier klingelt kein Beutel,
hier scheppert kein Teller - Herein und
staunet die Wunder an, Die meine Kunst
euch zeigen kann! Alles will
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Gebet des Weisen

Herr, wenn du gnädig bist, so schütz
mich vor Gebreste, Laß mir den
scharfen Blick, die harte Faust, Und
daß ich wie ein Turm auf deiner
Erdenveste Dastehe straff und stark,
von keinem
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Seliger Tag

Heut ist der Tag vom Lerchentrillern
licht. Es glänzt empor wie silberne
Fontänen, Zerglüht, zersprüht in
lauter Freudentränen, Netzend des
Frühlings blühend Angesicht.
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Abschied vom blauen Rauch

Heut nachts erwacht` ich jäh, das Herz
stand still! Dann aber hub ein Hämmern
an, ein Pochen, So ungefüg, als würde
eingebrochen Im Purpurschrein des
Lebens. - Wie Gott will.
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Einsamer Abend

Hohes Glück: aus Geisterquelle
schlürfen, Dem gemeinen Tag entsinken
dürfen Und im Erdensinne Schöpfer
sein! Leides Sturm beruhigt sich zum
Fächeln, Zorn wird Duldung, Bitterkei
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Vision

I. Das Weib trat in des Mannes Traum
und sprach: Nun mußt Du mein sein -
erlöse mich! Denn diese Wunden bluten
und all die Schmach An diesem Leibe kam
durch dich - S
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Herbe Erkenntnis

I. Wie Freunde sich nur allzuleicht
entzwei`n Durch Weiberränkespiel - und
tausendfach Geschieht dies zu der
Männer Not und Schmach! - So leicht
der Erde fremd wird Mensche
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Ich bin ein Kind der Stadt

Ich bin ein Kind der Stadt. Die Leute
meinen, Und spotten leichthin über
unsereinen, Daß solch in Stadtkind
keine Heimat hat. In meine Spiele
rauschten freilich keine Wälder. Da
schü
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Einem, dem ich nichts verschweige

Ich habe manches bittre Lied
gesagt, Doch Bitterstes von allen
Bitternissen Ist, eines Tages, jäh
erschreckt, zu wissen, Daß Gift und
Fäulnis an der Freundschaft
nagt. Dem
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Einer Gesegneten im Advent

Ihr jungen Frauen, habet acht, Maria
hat empfangen -! Und mancher ist`s in
dieser Nacht, Die sie an liebster Brust
durchwacht, Vielleicht wie ihr
ergangen. So haltet e
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Dirnen

Ihr seid es nicht, die ihr zu
Hungerlöhnen Euch unsern Brüdern gebt
und unsern Söhnen, Ihr seid Ergebnisse
der Not - Wie oft sah ich durch euer
Antlitz schüttern Die flehentliche
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Im Abendneigen

Im Abendneigen bin ich ganz allein
- Die Dämmerung mit bleichen
Geisterhänden Streift leise an den
lichtvergeß`nen Wänden, Verwischt des
Tages allerletzten Schein - Ich tret`
ans
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Kind der Liebe

Im Moderlicht der fahlen Nebelnacht Hat
meine Jugend nach dem Glück
gehungert. In Dirnenarm, in feiler
Fäulnispracht Hat meine Liebe ihre
Kraft verlungert. Mit Ekel habe ich
mein B
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Mai

In allen Gärten blüht der Mai, Die
Sonne steht in seinem Solde, Der
Himmel, blau und wolkenfrei, Ist ganz
durchwirkt von ihrem Golde. Die alten
Häuser in der Stadt
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Phantastische Nacht

In der Mansarde zu Untertullnerbach
1913 Ein Fragment Wenn ich, von
meinen Geistern
überwältigt, Tiefnachts den Blick ins
Licht der Kerze hebe, Verdichtet sich
um m
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Einer Unbekannten

In diesem großen Traurigsein,  
  Das Leben heißt, Kann einer
fernen Lampe Schein Oft wie ein liebes
Grüßen sein     Von Geist
zu Geist. Und ei
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Einer Unbekannten

In diesem Traurigsein, das Leben
heißt, kann einer fremden Lampe
Schein oft wie ein stilles Grüßen
sein von Geist zu Geist. Und eines
Menschen Angesicht, das kaum m
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Akkord

In meiner Kindheit leisem
Wiegentraum Vor einem Fenster, licht
und flügelbreit, Steht grün und
golden ein Kastanienbaum. Voll
Lichtertanz und Huschen war der
Raum, Und oben
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Kehraus

In roter Lohe brennt der Wald Vom
Herbste, der ihn angezündet, Und wo
sich dunkle Kuppe ründet, Steht Flamm`
an Flamme dicht geballt. Die Wolken
steigen auf wie Rauch
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Wandlung

In schwerer Krankheit rief der Herr mich
an: Was war mit dir, eh ich dich so
gefunden? Was wirktest du mit den
geliehnen Pfunden? Gib Rechenschaft,
was dir dein Mühn gewann! -
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Herbstfrühling

Ist das nicht wundersam...daß mich der
purpurblonden Herbstfarben Glut so an
dein Haar gemahnt, Daß meine Seele
nach versehnten Monden In letzter
Stunde noch Erfüllung ahnt - Daß
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Herbstmessiade

Jetzt ist er leise wieder
eingetreten, Der stille Mann mit seinem
müden Segnen, Und alle Wesen, die ihm
ernst begegnen, Verneigen sich im
letzten stummen Beten. Wie liegt de
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Melancholia

Jetzt stirbt der Wälder Gott - und wie
der schrille Ton einer Flöte, die des
Meisters Hand Entsank und die ein
böser Stümper fand, Schüttert der
Nord durch brauner Wipfel Stille.
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Spruch auf den Weg

Kind, du wirst leben, wenn ich nicht
mehr bin! So hör` mir zu von dieses
Lebens Sinn: Es ist nicht Glück, nicht
Schmerz, nicht Ernst, nicht Spiel, Es
ist nicht dies und das und dennoch vi
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Kinderaugen

Kinderaugen, wie Seen rein, Von
lenzenden Ufern umschlossen; Perlen, in
die ein flüchtiger Schein Himmlischen
Leuchtens gegossen. Kinderlippen, wie
Blüten hold, Heim
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Unter der Stadt

Knapp unter der Stadt, in der die
Paläste stehn, Die Türme der Dome in
Wolken greifen, Wo blühende Zweige in
Gärten wehn Und alle die müßigen
Schritte schweifen - Knapp unter d
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Mag der Mensch...

Mag der Mensch noch so oft Irre gehen,
den Weg zurück zum Herzen der Mutter,
kann er nicht verfehlen.
Helldunkle Stunde

Manchmal befällt mich`s, daß ich
denken muß, Ich stürbe bald und
ließe ungetan Mein Werk zurück, zu
dem ein strenger Plan Mich rastlos
drängt nach höherem Beschluß.
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Sommermittag

Mein Frühling schwand; so mag der
Sommer kommen! Noch hab` ich leicht des
Wegs ein gutes Stück. Was Jahr und Tag
an liebem Trug genommen, Gab reifende
Erkenntnis reich zurück. War
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Ein Aas

Nach Baudelaire Denkst du, Geliebte,
noch an jenen Tag? Ein Sommermorgen
war`s voll süßem Scheinen; Da, an der
Biegung unsres Pfades, lag Ein ekles
Aas auf hingestreuten St
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Heautontimorouménos

Nach Baudelaire Ich will dich
schlagen - ohne Haß und Zorn, Wie ein
Schlächter mit gelassener Hand, Wie
Moses den Felsen im Wüstenbrand, Und
will aus deinen Augen den Born
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Notturno

Neulich sommernachts ging ich
nachhaus. Alle Straßen waren
ausgestorben, Nur die Kittelmänner mit
den Stangen Gingen von Laterne zu
Laterne, Löschten jede zweite Flamme
aus.
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Gelöbnis des Vaters

Nie will ich mit dem Väterwort dich
stören: Dies brauchst du nicht, weil
ich es nicht besaß! - Was immer meine
Zeit auch anders las, Für deine sollst
du keinen Vorwurf hören.
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Klimakterium

Nimm Abschied, Weib! Söhne und Töchter
wachsen Heran dir, freien wollende.
Jetzt ist Für Augenspiel und
männertolles Girren Die Zeit nicht
mehr. Was nützt es, in die Speichen, D
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Abend über der Stadt

Noch zeichnen sich die Türme in die
Schicht Schwerschwarzen Qualms, in den
die Stadt versunken. Nun schwinden sie,
bald ist das letzte Licht Von all den
vielen Augen aufgetrunken.
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Besinnung

O selig, starker Arme Werk zu tun, Ein
Ding zu formen mit gewandten
Händen Und jeden Tag ein Greifbares
vollenden Und abends müde sein und
auszuruhn. Es kann der Geist im F
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Blick von oben

O, wie stillt es die Brust, auf
Bergeshöhe zu stehn Und den Schimmer
der Sonne auf den Rücken der
Vögel Und auf den grünen Vließen
gedrängter Wipfel zu sehn. Rote Rehe
tiefunt
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Sonett

Oh selig, starker Arme Werk zu tun, Ein
Ding zu formen mit gewandten
Händen Und jeden Tag ein Greifbares
vollenden Und abends müd zu sein und
auszuruhn. Es kann der Geist i
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Lastenstraße

Schwer hüllt des Sommertages schwüle
Brunst Die lange Straße ein in Staub
und Dunst. Keuchende Pferde stampfen
schwergeschirrt, Die Achsen ächzen und
das Pflaster klirrt.
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Im Park von Fontainebleau

Sie trafen sich im Park von
Fontainebleau An einem veilchenblauen
Maientag: Sie, die Marquise Maud von
Monchateau, Und er, der Chevalier von
Cassagnac. Sie schritten durch das
Schlo
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Sie wird mir einst begegnen, irgendwann

Sie wird mir einst begegnen,
irgendwann, Wie einem auf verdroßnen
Wanderungen Ein Lied einfällt, das er
als Kind gesungen; Seither sind Viele
tot, und er ist Mann. Und freut sic
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Die Lahmen

So liegen wir Lahmen und müssen
ruhen, Lebendige Tote in ihren
Truhen, Zur Decke starrend mit wachem
Gesicht - Wir hassen euch nicht, ihr
Genießend-Gesunden, Wir neiden euch
nichts
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Erlauschtes Gespräch

Sprach das Weib: O, wie wir selig
waren In den wonneüberfüllten
Jahren Unsrer Liebe - jeder Tag ein
Lied! Ja, die Lieder sprangen wie die
Quellen, Nichts geschah, was nicht zu
Klan
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Vergeblicher Besuch

Standst du noch nie vor eines Freundes
Tür Und hattest angeklopft und
horchtest bang: Wird er daheim auch
sein? - Und endlich kam Ein fremdes
Antlitz und beschied dich kurz: Niemand
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Stolzer Rat

Tu, was du tuest, für die Ewigkeit Und
immer so, als wenn`s dein Letztes
wäre! Leicht löste schon der Tod für
dich die Fähre Vom dunkeln Ufer der
Unendlichkeit. Was wär
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Letzter Wille

Und wenn ich kalt bin, kleidet mich in
Frack Mit weißen Handschuhn und
geknüpfter Binde, Und zieht mir Schuhe
an aus blankem Lack, Daß ich als Mann
von Welt und von Geschmack Den
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Empfängnis

Und wie er spähend gegen Mittag
sah, Erhob sich aus dem Korn, das
goldgesponnen, Ein junges Weib und
blickte tief versonnen Zum Himmel auf,
der satt war, schwer und nah.. Dann
schü
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Ein Frühlingstag

Und wieder rührte sich der Erde
Schoß In Frühlingswehen und der Föhn
war los. Kam über blaue Berge
hergelacht Und weckte all Gedränge
über Nacht. Aus holperiger Höfe
Pflaster
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Das fremde Glück

Von diesen kleinen Dingen leben
wir, Nicht von den großen, die so
selten kommen: Oft war`s nur irgendein
Reflex, der dir Von einer Vase funkelnd
aufgeglommen, Oft ferne ein Akkord a
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Freier Tag

Weißt du, was so ein freier Tag ist -?
Solch ein Tag, Da nicht mit schriller
Stimme schon am Morgen Die Not dich
weckt und Müdigkeit und Sorgen, Daß
auch die kleinste Lust sich nimmer r
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Das Lied der Straßen

Werke sind wir eurer
Hochgedanken, Mühsam werden wir durch
eure Hände - Aber nur den Anfang,
nicht das Ende Gebt ihr uns - denn wir
sind ohne Schranken! Leblos scheinen
wir
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Polterabend

Zu meinem Polterabend, lieber
Freund, bin ich so frei, Sie herzlichst
einzuladen. Fürchten Sie nicht, daß
man `en masse` erscheint: ich weiß ja
den Geschmack von Euer Gnaden. Ein ganz
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Polterabend

`Zu meinem Polterabend, lieber
Freund, Bin ich so frei, Sie herzlichst
einzuladen. Fürchten Sie nicht, daß
man en masse erscheint. Ich weiß ja
den Geschmack von Euer Gnaden. Ein g
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