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Gedichte - Karl Ernst Knodt


Pfingstgebet für die deutschen Pfarrer

    `Gib den Kanzelherren
zumeist     kurze Predigt
voll Frühlingsgeist`, daß wir mit
feurigen Zungen reden, geist-kräftig
aus dem Herzen beten.
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Zum Tode Theodor Strombergers

(6. Januar 1913.) Wie spür ich auf
den Schwingen der Zeit den herben Hauch
der Vergänglichkeit. Jach fahren die
Schauer des Todes herein: schon liegst
Du gebettet im engen
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An einem Geburtstag.

(6. Juni 1901) Meine Jahre läuten zu
mir empor, Ein unergründlicher,
mystischer Chor. Ich steh auf der
Höhe. Ich lausche dem Läuten. Wie
soll ich die bunten Stimmen mir d
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Rückblick auf ein Halbjahrhundert

(6. Juni 1907.) Ach! heute kann ich
nur vergang`ner Zeit gedenken, Denn
sieh! mein ganzes Leben zieht an mir
vorbei. Der Jahre 51 trag` ich. Dennoch
fühl` ich jünger Als we
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Frage

(An D.....Gr.....) Ich frage Dich:
Sag` mir das Rätsel des Lebens, Sag`
mir des Seins und der Sehnsucht
Sinn! Ist alles Sehnen und Streben
vergebens? Kannst Du mir künden:
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Unsichtbare Perlen

(An Frau L. S.) Einer hoheitsvollen
Frau trat ich heut entgegen. Sah sie
vorher nie. Doch gleich ward sie mir
ein Segen. Eine dunkle
Perlenschnur krönt
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Zuletzt

(An Käthe.) Es löst sich alles,
alles Einmal in Harmonie, Und auch das
Unerlöste Wird endlich Melodie. Ja!
glaubst Du nicht, daß letztlich Der
Tod n
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Erntegefühle.

(An Käthe.) Zwischen den Ähren Auf
schmalem Pfade Wandelt im Schein der
Abendsonne Unsre vom Leben gelöste
Liebe Ganz der goldenen Ferne
gegeben, Die von Wes
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Nicht minder noch mehr

(An mein erstes Enkelkind.) Du tatest
mir auf die Türen zum goldenen
Kinderland und durftest fortan mich
führen an deiner kleinen Hand die
langverlorenen Pfa
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Letzter Segen

(An P. E. K.) Du kurzer, heißer
Sommer, du schwermutvoller,
frommer: mach aller Glut ein Ende und
gib mir kühle Hände, die nichts,
nichts mehr erstreben!
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Saat und Ernte

(An P. E. K.) Mein Sohn! Du stiegst
vor mir in Schweigens Tiefe. Doch ist`s
mir täglich, daß Dein Geist mich
riefe hinab zu Dir, zum mütterlichen
Schoß, der unser Beider
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Madonna im Rosenhag

(An R ... l) Du standst gelehnet an
die Uhr, die weiße Standuhr auf dem
Flur, ein Bild der roten Rose. du
standest fernab aller Zeit, Du
strahltest wie die Seligkeit.
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In deinen Augen

(An Thilde Rohde.) Du bist das
erdenreinste Kind. Ich glaub, Dich
kettet keine Fehle. In Deinen Augen
lehnt sich lind nur an das Leben Deine
Seele. Ich glaub,
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Fra Serafico

(Andante cantabile der Beethovensonate
op. 109). Ahn ich, was im Innern
lebet? Wie der Genius Wunder
webet? ..Auf geweihten Tönen
schwebet Mein Gemüt zu Gott empor.
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Beethoven

(Arietta op. 111.) Beethoven!
Größter! - Die Sonate, Die letzte,
die dein Geist erlauscht: Als
Offenbarung höchster Gnade Ist sie mir
durch das Herz gerauscht.
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Zum Charfreitag

(Auf das Bild des ausgestreckten
Christus von Holbein.) Du bist mein
Bruderfreund in allem. Ein Mensch warst
Du und gleichwie ich. Ich seh Dich
lieben, leiden, sterben und au
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Chopin-Romanze

(Aus dem E-Moll-Konzert.) Stellt
tausend Kerzen in das Zimmer Und
zündet all der Flammen Schein; Hör`
ich die Takte, mein` ich immer, Es
müßte hell, noch heller sein -
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Eine Glockenstunde

(Aus den Bündner Bergen.) Alle
Glocken, die seit vielen Hundert Jahren
an den starren Wänden dieser heiligen
Berge Sich verfangen, - fingen
plötzlich Nachts im Tal
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An Gustav Falke

(beim Tode Conr. Ferd. Meyers). Er
starb ... Doch leben seine Werke, Und
ewiger als Stein und Erz. Sein
Kunstwerk steht in stolzer
Stärke, Liegt auch im Tod das starke
Herz.
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Vom Sterbebett.

(Die Sterbende spricht): Kinder,
glaubt, ich höre nicht das Alles, Was
durch eure Seele geht. Dieses Leben ist
mir eines Schalles Hauch, der nur das
Ohr umweht. Draus
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Vestalinnen

(Else Hasse zu eigen.) Es gibt
Vestalinnen in deutschen Landen, die
ganz aus freiem Geist das heilge Feuer
hüten, am Baum der Menschlichkeit die
schönsten Blüten, - und ni
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Fürbitte

(Für R .... St .......) Daß `Er`
wieder in die Sonne kommt, In die Sonne
einer großen Liebe, Die verscheucht
das Erdendunkle, Trübe, Und daß
Gottes Lieben ihm noch fromm
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Auf der Höhe

(Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg
gewidmet.) In dem Gefühl `Die Höh
ist überstiegen` liegt Ruhe,
unnennbare Ruh. Leis schloß sich
hinter mir das laute Leben wie eine s
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Der Gärtner Tod

(Gr..... M ... zum Angedenken) Ich
sah ein Dorfkind heute stehn am Zaun im
Frühlingsgarten: das sah weit über
die Wiesen hin und schien auf wen zu
warten; au
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Rembrandt

(Gustav Naumann zu Dank). Du bist ein
Maler jenes ewigen Widerstreites, der
Zwischen Licht und Finsternis
besteht, in Deinen Werken und in Deinem
Leben; Dein Leben war Dein w
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Der deutsche Geist

(Herbst 1914.) Der deutsche Geist
brach wieder aus in deutschesten
Chorälen. Sie brausen durch des
Reiches Haus in Hütten und in
Sälen. `Ein feste Burg!` -
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Die ums Ende beten

(Herbst 1914.) Heut ward`s Herbst.
Ein grauer Tag voll vorahnender
Gefühle all der Nacht, die kommen
mag mit der sonnenlosen Kühle. Heut
ward`s Herbst. Ein e
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Vom großen Abschiednehmen

(Juni 1914). Was jetzt ich noch für
Wege geh, auf jedem ich das Letzte
seh: das große Abschiednehmen, das
mir den Mut will lähmen. Du
führtest, Freund, an
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An die Nacht

(L. E. zu eigen.) Meine Mutter ist
die Nacht. Aus ihr bin ich erwacht. In
sie kehr ich zurück nach kurzem
Erdenglück, nach langem
Erdenleid. Die mitte
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Der neue Mensch

(Lhotzky zu eigen.) Ist in Eines
Seele das Schauen erwacht, das neue,
das Künftiges sucht: bald wird`s eine
weithin weckende Macht, der die tumbe
Menge wohl flucht.
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Die goldenen Türme

(Max Geißler zu Dank.) Oh! wie hab`
ich die goldnen Türme ersehnt, Die Du
mit den Besten geglaubt! Nach ihnen hat
oftmals mein Auge getränt, Ich hab`
sie gesegnet, - verfl
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Nur Tropfen

(Nach dem ersten Erlebnis der Haydnschen
,Schöpfung`.) Wenn, wie zur Stunde,
mich umschwellen Der Töne heilige
Harmonieen, Träum ich von ewigen
Liederquellen, An denen die
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Die heilige Stunde

(nach einem Bildnis von L.
Fahrenkrog). Leben! du bist von
heiliger Macht. Alle Lenze machst du
uns trunken. Sieh! vor deiner
brünstigen Pracht sind wir fromm auf
die Kniee
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Vision

(Nach einem Motiv aus Hans Bethge`s
`Mein Sylt`). Seltner Traum. Es
schwamm mit goldner Barke Der
bekränzte Abend fromm daher. An dem
Strande schliefen schon die Gräser. ..
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An Hans Bethge

(Nach seinem Weggang aus meinem
Wald.) Aus meiner sonntagsstillen
Gasse Zieht meine Sehnsucht übers
Feld Dir nach ... Warum bist du
gegangen? Warst du aus einer höhern
Welt
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Waldgeheimnis

(Peter Rosegger zu eigen.) In
Wäldern mußt du einsam wandern. Nur
wer allein, erschaut den Wald. Doch
wanderst du mit all den andern, So
weicht er solcher Menge bald.
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Tschaikowsky

(Symphonie pathetique.) II.
Satz. Blüh` mir noch einmal, meiner
Kindheit Blut, Noch einmal, Paradies
der Reinheit, blühe mir! Auch ich war
jung. Auch ich war fromm
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An Carl Bulcke

(und seine ,Salometöchter`). Du
trägst, bewusst und unbewusst, Die
Seele Storms in deiner Brust. Es weht
in deinem besten Buch Von Meer und Moor
derselbe Ruch.
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Die großen Maler

(W. Bader zu eigen.) Was jeder wahre
Maler malt: ein Sinnbild wird`s des
Ewigen sein. Er fühlt, was diesen
Stern bestrahlt, ganz als der Gottheit
Widerschein.
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An K....

(Zum 6./6. 06). Wohl sind wir alt
geworden, Das Haar auch ward uns
grau, Doch durften nimmer morden Die
Jahre Eins, o Frau: Wir sind doch
jung geblieben
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Lux vincit!

(Zur Rembrandt-Medaille
Greiners.) Das Licht - es siegt! und
hat noch immer Besiegt das Dunkel in
der Welt, Noch trägt ein jeder Tag den
Schimmer, Der auch ein Dulderherz er
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Als der Letzte wird Er über dem Staub Sich erhebe

,Als der Letzte wird Er über dem Staub
Sich erheben!` Hiob. Immer gabs
Geister, Dichter, Propheten, Die haben
den Staub ihrer Zeit zertreten, Die
haben auf Sternen und Sonne
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Droben schwänzl ich auch.

,Herr Parr, mein Leichetext, wannt Ehr
en heit wellt höre: Merr is sehr
schterblich, unn ich achtzig Johr... Er
steht im dreiundsiebenzigsten Psalm, unn
ich kann schwöre: Er is grad so, a
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Lots Weib

,Wer kann mir sagen, ihr Mädchen und
Buben: Was war die Sünde vom Weibe
Lots?` ..`Sie sah zurück auf die
Gassen Sodoms Und achtete nicht des
Gottesgebots!`.. ,Was
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Thätiges Ruhen

,Wort gehalten wird in jenen
Räumen Jedem schönen, gläubigen
Gefühl,` Das uns sagt: Wir werden dort
nicht träumen, Aber ruhen nach des
Tags Gewühl. Schön ist jedes Tag
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An Wilhelm Steinhausen

(und sein Bild: Den lehrenden
Christus). In deutscher Landschaft
Sommerpracht, Von blauem Himmel
überdacht, Von kühler Wälder Hauch
umrauscht - Von einer Menge, di
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Lenzblick

An Hans Gabriel. Du sahst in den
Lenz. Du lebtest ihn nicht. Du sahst
nur hinein in das steigende Licht. Doch
wie du jauchzend ihn wolltest
umfangen. Da ist er dir ra
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Das Volkslied

Einst gab`s namenlose Lieder: aus dem
Dunkel kamen sie, in das Dunkel
tauchend nieder. Doch es sang die
Melodie in den Lüften
leise-leise weiter... Und es wuc
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Glockenstunde

Abendruh ... Die letzte Glocke klang
schon durch das stille Land. Doch die
Fäden ihres Klanges sind von Haus zu
Haus gespannt und von einem Herz zum
andern. Hörst du
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Abschied ist schwer

Abschied ist schwer.    
        Nicht möcht
ich jene Nacht Die mir die Flügel
brach, nochmals bestehn, Die Nacht, da
du mir gingst .. Der eigne Tod M
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Sprache der Musik

Ach! wem es doch gegeben ward vom
höchsten Geiste, Im Wort nicht nur, -
in Tönen auszusingen, Was lang in
enger Brust wie Sturmwind kreiste, Und
oft die Seele dehnte zum Zerspringen!
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Auf ein uralt Großmütterlein

Ach, daß Ihr alle `sie` nicht kennt
noch wißt, wie sie als Eine dasitzt,
die zuviel vergißt, alljedes, was das
Leben, Den selbst, der ihr Leben
war. Seit Er gegangen, blieb nur Eins
ihr
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Dichterleid - Dichterlos

Alle meine Liederbrände, Die mir
selbst das Herz erhellten, Lodern
sehnend ins Gelände Dieser kalten,
fremden Welten, Keiner achtet auf das
Feuer, Keiner kommt, sich
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Herbstbild

Alle Thale in tiefem Grau ... Ueber den
Nebeln durchs müde Blau Seh ich die
scheidende Sonne tragen Alles Rot aus
den Sommertagen Und meine leuchtende
Liebe all Wie einen gro
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Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichn

Alle, die `Ihn` finden und in Formeln
binden, weben nur Sein Bild. Keins
kann Ihn begreifen mit den äußren
Sinnen. Nur dem stillen Reifen tief im
Herzen drinn
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Drei Weihnachtslieder vom Licht - I.

Aller Glanz der Angesichter kommt von
Deinem Angesicht, Gott. Du bist der
Erdenlichter Quell, Du bist das ewige
Licht. Ja, aus Dir hat sich
verloren, was der Schöpfun
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Ein Charfreitagsbild

Als heut ich durch die Felder ging, Das
Herz voll heiliger Schauer, - Rings um
die Welt ein Schleier hing, Ein
Schleier drückender Trauer. Auf
einmal brach mit Macht hervor
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In Schönheit sterben

Als ich in der weissen Mondnacht Durch
das reife Kornfeld ging, Starb an einer
stillen Aehre Ein verflogner
Schmetterling. Seine müden Flügel
lagen Einer blauen Blum
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Am Abend

Am Abend noch weint ich, In Sorge das
Herz. Den Schlaf nur ersehnt ich: Der
Tag schuf mir Schmerz. Am Morgen doch
bin ich Hellmutig erwacht: Es wuchs
mir ein Li
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Frühlingssonntag

Am Feiertag des Frühlings Licht: - Die
wundervollsten Wunder flicht Das goldne
mir ums dunkle Herz. Weitweg die Welt!
Weitweg der Schmerz! Und Friede rings
und Glockenklang U
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Geh du nicht fort!

An ... Ein Traum ist um mich. Das
bist du. Lass mir den Traum. Gönn mir
die Ruh. Das Leben lärmt so laut.
Ich mein, Die Seele müsst gestorben
sein.
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Einer Toten

An ... Ueber aller Ferne, Ueber
aller Zeit Auf dem reinsten
Sterne Lebst du - unentweiht. Deine
wunderbare Gütige Gegenwart Fühlt
ich durch die
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Eine Abendstunde

An Karl. Du stelltest still die Lampe
in das Zimmer, Die Ständerlampe mit
dem roten Schleier. Du setztest dich an
deinen Blüthnerflügel, - Und es
begann die hehre Abendfei
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Heimweh

An Kl. O Gott! Das hab` ich nicht
gewußt, Daß meine Seele sterben
mußt, Da ich dich hab` verlassen, Du
heilig Tal, du Heimat-Tal Mit deinen
stillen Sonntagsgassen.
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Wecker

An mein stilles Waldesufer
schlagen Weckende Wellen der
Unendlichkeit, Und die
sturmgestählten, starken, tragen Meine
Seele aus der zagen Zeit. Wagemutig
lässt sie sich den
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Eine Michelangelo-Ehrung in sechs Gesängen - I.

An Michelangelo`s Hände In Deinen
Händen ward der Stein so stolz, als
wüßt` er, daß er sei von Gottes
Gnaden. In Deinen Händen formte sich
das Holz, als sei`s gewachsen
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Mich hat die Liebe noch einmal berührt

An........ Mich hat die Liebe noch
einmal berührt. Und einmal möcht ich
ganz in Liebe ruhn, was ich im Leben
niemals hab verspürt. Ich möchte
einmal, los von Tag und Tun,
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Das Gesicht der Einsamkeit

Auch die Einsamkeit hat ihr Gesicht
-: Wers noch nicht erschaut, der ahnt
es nicht. Streng sind ihre Züge, ernst
wie einer Toten. Ihre Blicke sind
beredte Boten Der verschwiegenen E
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An Frau Maria Janitschek

Auch du wardst still, da du den Einen
fandest, Den du gemeint, als du ihn
noch nicht nanntest. Wie eilen ihm
auf alten neuen Wegen Die ,Kinder
deiner Sehnsucht` gern entgegen!
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Dante zu Dank!

Auf Deinem Liede liegt der Wehmut
Hauch, Der uns im kühlen Herbst, wenn
Baum und Strauch Im letzten
Sonnenuntergange steht, Das Herz wie
Heimweh überweht, - Als eine Trauer
ohne Zi
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Frühlingsgebet

Auf der weichen braunen Nacht, wenn des
Neumonds zarter Bogen an dem
Frühlingshimmel wacht, kommt mein Herz
zu Dir gezogen: `Immer gabst,
Verschwenderin, Du mir Deine
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Namenlos

Aus der weichen Sommernacht Redet zu
mir eine Seele, Die mit meiner Seele
wacht, Dass sie sich ihr voll
vermähle. Nennen kann ich sie dir
nicht - Denn ihr Wesen ist n
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Zwischen Himmel und Erde

Aus der Wüste aufgerichtet - Strebt
mein Leben in die Sterne, Hat sich
kühn ein Reich erdichtet, Das sich
dehnt zur fernsten Ferne. Laut ruf
ich des Himmels Kunde, D
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Junijubel

Aus lauter Liedern geht die Sonne Mit
leuchtendem Triumph hervor. Vor ihrer
halbverschlossenen Pforte Steht
morgendlich ein Sängerchor, Die
Segnende froh zu begrüssen,
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Romanze

Aus Tränen und Traum Erwuchs mir ein
Baum Mit silbernen Zweigen In`s wache
Leben -: Darinnen schweben Mit
goldenen Geigen Geflügelte
Knaben, Die gar nichts hab
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Nur ein Kind

Aus weiten Wäldern weht es her Das
Märchen, - weitweit hinterm Meer, Aus
seltsamen Wäldern, wo die Bäume Wie
Menschen reden, wo die
Träume Leibhaftige, gütige Wesen
sind,
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Um Mitternacht

Bald schlägt die große Weltenuhr Den
Schlag der Mitternacht. Still liegt der
Abend auf der Flur, Die Gottheit
schreitet sacht. Herr, hell mein
Auge, dass es wacht, W
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Bete!

Bete für deine, meine und jede einsam
im Dunkel wandernde Seele; noch für
den Fernstverwanderten bete, daß er
des rechten Ziels nicht verfehle. Es
ist so eine dunkele Erde
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Herbstbilder

Bleichsilbern, fast blau, träumt vor
mir die Au`, die herbstliche mit den
seltsamen Farben, die alle nicht leben
und noch nicht starben. Du
fruchtmüde Au: bist wie e
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Zusammenschau (II)

Blick ich von heilger Höh zurück auf
bald `Zweitausend`: erschau` ich einen
breiten Strom, gedehnt zum Meere, und
schaue all der Einzel-Hundertjahre
Schwere, von Einer Brücke überspannt
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Am Abend

Da ist so eine liebe Stimme, Die ist
seit langen Jahren stumm, Und doch geht
sie wohl jeden Abend Wie eine fromme
Sage um. Ich möchte keinen Tag
beschließen, Da ich
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In mir

Da meine Seele stand in einem großen
Schweigen, Tratst du mir nah,
Erfüllung, mir das Land zu
zeigen, Nach dem wohl immer meine
Sehnsucht rief: Das Land der Griechen
nicht; das Jenseits n
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Da rang ein Mann...

Da rang ein Mann mit ihm, bis die
Morgenröte anbrach Kronen schmiedet
nur der Krieg, Und aus Reue reift der
Sieg. Sieh des Gotteskämpfers
Nöte, Der dort bis zur Mo
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Das einsame Großmütterlein

Da sitzt sie hier unten allein in der
Welt - Und schickt ihre Blicke zum
Himmelszelt Jeden Morgen und Abend
hinan Zu dem geliebten toten Mann. Sie
sucht ihn im Leben und nicht im Tod
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Herbstsonnensegen

Das Bild kannst du wohl sehen In
später, heller Herbsteszeit -: Wenn du
im Wald wirst gehen, In Wäldern tiefer
Einsamkeit, So siehst du stets die
Sonne, Doch siehst du selte
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Der Engel Leiden

Das große Leid: es ist der Engel der
dunklen Nacht. Kein fremdes
Licht fällt mehr auf deines Daseins
Mängel. Dir scheint nur Gottes
Angesicht. Das große Leid: es ist
die
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Geschenke des Schweigens

Das große Schweigen, eh ein Großes
kommt, Das tiefe Schweigen, wie es
Seelen frommt, Die in der Gegenwart des
Ewigen leben: - Das Grösste ists, was
uns die Welt mag geben. Ein Sch
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Mein Damaskusweg

Das Herz vergass der grossen
Sterne, Des Wegs zurück ins
Heimatland. Ich lief durch nebelgraue
Ferne, Verlassen von des Vaters
Hand. Es kamen Zeiten, wo mir irrte
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Die Liebenden

Das ist der Liebe Zauberwirkung: Sie
sind im gleichen Augenblick, Die
Liebenden, auf gleichem Wege zunand,
gezogen vom Geschick. Sie suchen
nichts, als was verborgen z
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Hochluft

Das ist Hochluft der Ewigkeit, Wenn
allabends die Stille mich weiht. Engel
tragen in heiligen Händen Kränze des
Friedens herein und spenden Alle
überirdischen Gaben, Mich m
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Kunst

Das ist Kunst: im Wort, Bild, Stein, in
Tönen so Natur und Geist in sich
versöhnen, daß du hörst das Gras am
Wege flüstern; Stürme prophezeihn in
alten Rüstern; daß d
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Das ist mein Glaube

Das ist mein Glaube: Einst ein Glück
gefunden, Das über allem Glück der
Erde glänzt, Wenn mich die Gottheit
löst von Bann und Binden, Und meine
Stirne mit der Stille kränzt.
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Das ist mein Los

Das ist mein Los: Mit der Sehnsucht so
gross, Mit den Wünschen so
weit Wandern, wandern zur
Ewigkeit. Fasten,- Nimmer rasten Auf
den Gassen; Alles lassen
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Freund Tod

Das Sicherste von allem ist der
Tod. Und hängst du tausend Schleier
auch davor, Die letzte Stunde reißt
sie all entzwei. Drum denk am hellen
Tage an den Tod, Am Morgen und am Mitta
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Erste Septembertage

Das sind so vertiefte Tage, alles weist
nach innen hin. Des Vergehens sanfte
Klage rührt zum erstenmal den
Sinn. Was ist alles
Erdenleben? Blühen, Bleichen und Verbl
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Unser Adelsbrief

Dein Adelsbrief ist das verschmähte
Leid. ... Eh du es kanntest, gingst du
durch die Welt, Ein thöricht Kind,
dess Händchen krampfhaft hält Das
Spielzeug, und dess Herz nicht mag
erfass
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Auf den letzten Kierkegaard

Deine Asche schläft auf hohem Berg. ..
Wer auch wagts, dein Feuer
auszutragen? Ein Vermessenes wärs, o
Menschenzwerg, Deine Hand an solche
Glut zu wagen! Lass die Funken ru
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Mitschöpfer

Der alt-unwandelbare Geist, der unsren
Stern sich hat gebaut: er hat durch
manchen Menschensohn seitdem in diese
Welt geschaut. Ich nenne sondre Namen
nicht. Du siehst
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Groß genug!

Der dieser Welt verloren, Gewinnt sich
seine Welt, Erschafft sich eine
neue, Ganz wie sie ihm
gefällt. Dünkt sie ein Nichts der
Masse, Ein Traum nur und ein Trug -:
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Im bereiften Tann

Der ganze Wald - ein Reif und
Raunen, Verzaubert jeder Baum und
Strauch; Zu Reif erstarrt das eigene
Staunen Und der Verwundrung leiser
Hauch. Und unterm dichtsten
Tannenbaum
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Gott und ich

Der Gott, der mich in meine Wälder
wies, Ist bei mir, lebt in mir, und ich
in ihm. Er ist Erfüllung, wenn ich
Sehnsucht bin, Er ist die Stäte, wenn
mich Unrast treibt; Ist Friede,
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In den Wald

Der Hauch der Wälder trug meine
Seele Über die Erde hoch in das
Ätherblau. Wie eine weiße, wandernde
Wolke Zog die erlöste über das
Tagwerk weg. Als die Nacht kam, stel
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Novemberbild

Der Himmel ist ein einziges Grau. Nur
langsam löst sich eine Wolke Vom
Grunde los und hält die Schau Hoch
über allem Erdenvolke - Wohin sie sich
wohl wenden mag: Ob vorwär
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Du mußt

Der liebste Mensch kann dir nichts
nützen, wenn Schicksalsschauer
niedergehn. Es muß die Gottheit selber
stützen die Füße, daß sie weiter
gehn. du mußt mit Gott in Ein
... weiterlesen


Der neue Tag

Der nahe neue Tag -: Auf breiten,
weiten Wogen Kommt er wie Sturm
gezogen, Vollendend Glück und
Klag` Mit einem einzigen Schlag. Nur
sucht erst neue Geister De
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Drei Weihnachtslieder vom Licht - III.

Der neue Mensch ist selber Licht. Die
innre Glut, die das Gesicht, wie
Morgenrot die Nacht, durchbricht: sie
ist`s, die Glorienschein schon
flicht um jedes Gotteskindes Haupt.
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Leiseleicht

Der Schlaf ist heilig. Wecke drum kein
Herz, das sich im Schlafe heilt, noch
eins, das träumt. Du weckst damit nur
neu den alten Schmerz. Und gar die
Seele, die im Traumland säumt,
... weiterlesen


Auf Höhen

Der Sonne erstes Ziel sind -
Höhen, Den Gipfeln gilt ihr letzter
Blick: Das hab ich heut im Bild
gesehen Und in dem Bilde ein
Geschick! Den Pfad schritt ich bergan
nach West
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Der Tag ist grausam

Der Tag ist grausam. Der Tag, der
kränkt. Ich hasse sein lautes
Vergnügen. Für mich ist sein
lärmendes Leben durchtränkt Von
Unbill und Ungenügen. Ich segne den
Abend,
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Zurück zur ersten Einsamkeit!

Der Welle in dem Ocean Gleicht unser
Erdenleben. Doch wie`s die Welle zieht
hinan Im stillen Mondlichtweben, Wie
sie mit sehnendem Verlangen An jedem
Sternenblick bleibt hange
... weiterlesen


Dante zu Dank

Der `Hölle` ist Dein Geist
entstiegen, damit Du wieder - Sterne
siehst, die Du selbst in der Hölle
glaubtest, der Du allein vor Sternen
kniest. Zum Flug ins Reich der reine
... weiterlesen


Am Abend vor Gethsemaneh

Des Meisters letzter Weg. Die letzte
Nacht im Thale Der roten Rosen und der
roten Wundenmale. Wie sich der Rosen
Duft der zarten Mandelblüte So
zaubrisch mischt - ein Bild der Sch
... weiterlesen


Eine Stimme

Dezember. Tags vorm heiligen Abend. Ein
Tag, so nebelschwer verhangen, Als
müsse eine Nacht ihm folgen, Die alle
Sterne, auch den
Weihnachtstern, Ertrinken lässt. Ei
... weiterlesen


Du bist das Brot, das Seelen speist

Dich brauch ich, Gott, wie ich das
Brot gebrauch an jedem neuen Tag, wenn
mir aufgeht das Morgenrot, - das mir
dann täglich schenken mag Dein`
Vaterhand, Du Schöpfer treu!
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In einer Winternacht

Die Aeolsharfe tönt vom First der alten
Scheune, Der Sturm stösst seinen
stärksten Ton hinein: Doch übertönt
sie diesen Störefried. Und feiernd
scheinen durch den Sturm die stillen St
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Trösterin Nacht

Die blauen Blumen, die der Tag
zerpflückt, Die zarten Träume, die
sein Licht zerdrückt - O nimm sie,
Nacht, in deinen milden Glanz Und
flechte mir daraus des Trostes Kranz!
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Weihnachtsbitte eines modernen Menschen

Die Botschaft hör` ich. So erhör` mein
Beten, Herrgott! Entfach` zur Glut den
kleinen Glauben, Den Sturm und Staub
der Zeit mir droht zu rauben, - Daß
ich zum Stern von Bethlehem mag tre
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Die Wenigen

Die das vertiefte Wissen haben um
dieses kurze Erdensein, stehn fremd den
Dingen und den Gaben; sie gehn am
liebsten ganz allein. Doch wird des
Nächsten Not sie rufen,
... weiterlesen


Erntedank

Die du hinter dem Aehrenmeer Wie eine
goldene Garbe versinkst, Sonne, des
goldensten Segens schwer: - Trage den
Dank der Kinder der Erde Hin zu dem
heiligen Throne des Vaters,
... weiterlesen


Auserwählte

Die Einzlen in der Menschheit sterben
nicht, Die unsichtbare Königskronen
tragen, In Deren Brust ein Morgenrot
wird tagen, Das immer neue Wege weist
ins Licht. Wie auf der w
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Einheit

die Erde will ich, will sie lieben
lernen mit aller Schönheit, allem
Weh. Des Schauens ward ich müd nach
fernen Sternen, seit ich sie selbst als
Stern erseh. Nicht länger
... weiterlesen


Vor dem Kamin

Die fliegenden Flammen Vom roten
Kamin Flackern über Den Einsamen
hin, Über den Träumer, Der vor ihnen
sitzt, Durch dessen Seele Auch Feuer
blitzt.
... weiterlesen


Die Gärten der Erlösung

Die Gärten der Erlösung findet
nur, Wen stete Sehnsucht nach Erlösung
leitet. Der Kindheit Unschuld weist die
leise Spur, Doch klarer Glaube sichere
Schwingen breitet. Die
... weiterlesen


Sommerabendsang

Die Höhe: großäugige
Sternenpracht. Die Tiefe: goldwogiges
Korn. Ich stoße mit ganzer Seele
Macht ins helle Sehnsuchtshorn und
blase in die Nacht hinein und über
... weiterlesen


Mein Genius

Die mich gebar - Die ewige
Sehnsucht, Gebar in mir ein
Götterwesen, Das keine Zeit, Kein Tod
und Teufel Und keine Trauer töten
kann: Den Genius des Gesangs ...
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"Das Geheimnis ist groß"

Die Nächte, da sich Tiere in uns
riefen, sind längst uns fremd. Denn
leise uns entschliefen die Süchte, die
das heiße Blut entfachte, und Reue,
die danach oft traurig machte.
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Die rechte Frau

Die rechte Frau entdeckt die Seele, die
Kindesseele, in dem Mann und forscht
nicht lang nach seiner Fehle. Sie geht,
so schnell sie schreiten
kann, gradaus - hindurch zu sein
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Ruhe

Die Ruhe Gottes reichte mir die
Hand Und krönte mich nach ausgerungnem
Streit Mit allem Frieden, den nur Gott
gewährt, Wenn Er allein in einem
Herzen wohnt. Ich trinke alle
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An Anna Ritter

Die Sage singt, dass einst ein hohes
Weib Mit flüchtgem Schritt berührt
die rauhe Erde, Ein Sehnsuchtskind von
wunderschönem Leib, Mit Märchenaugen,
leidender Geberde. Si
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An die Satten

Die Satten sinds, die keine Kunst zum
Hunger Und kein Prophet zum Hören
wecken mag, Die Satten, deren Seele
schon gestorben, Ob auch der Leib noch
lebt durch manchen Tag. De
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Die schönsten Farben

Die schönsten Farben sind die
späten: ganz Friedensselig, reif und
rein. Gewoben sind in ihre Ruhe die
Jahressegnungen hinein. So schaut die
reife Menschenseele die
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Sonnenuntergang am Rhein

Die Seele lag im Tränenbade und war
ganz arm und war ganz klein; da goß so
recht als Gottesgnade des Grales Kelch
den roten Schein vom allversöhnenden
Erbarmen, und
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Aus Drang

Die Sehnsucht hat die Welt geboren, Der
Drang ins Leben schuf das Licht, -
Gleichwie aus dunklen
Wolkentoren Urplötzlich ein Gewitter
bricht. Du sahst am Abend in der
Hitze
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Die Sehnsucht ists...

Die Sehnsucht ists, die ewige Wunder
webt, Die Sehnsucht ists, die goldene
Brücken baut Von dieser Erde nach dem
fernen Land, Das unsre Seele in den
Sternen schaut. Unzählige schau
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Von ewiger Macht

Die sich hier im Tode schlossen, Deine
Augensterne hold: - Leuchtend ist mein
Pfad umflossen Von der Sterne reinstem
Gold. Selig folg ich ihrem
Schimmer Jeden Tag und
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Menschenlos

Die Sonne flammt ... Doch hab` ich nicht
die Flügel Des Adlers, der den
Lichtstrom streift. Die Füße haften
auf dem Abendhügel, Indes die Seele
einsam schweift. Bildhauer, Maler,
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An einen neuen Luther und Bismarck!

Die Zeit ist kurz! Die Zeit - sie
jagt! Nicht darfst du müssig und
träge Am Markte stehn, noch gar
verzagt: `Erwache, Mann - und
erwäge`! Wenn je, so heischt die
Gegenwart
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Dort oben

Dort oben über jenen Wolkenzug, Der
wie ein Hochgebirge ragt ins Blau, Wie
eine Firnenwelt, nur näher noch Der
ungeschauten, schönen Ewigkeit, Geht
gern mein Geist.  
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Dort - wo

Dort, wo die goldnen Ufer glühn, Wo
rote Abendrosen blühn, Dort blinkt
mein Strand, Dort winkt mein heiliges
Heimatland. Und wo die fernsten
Wolken stehn, Will meine
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Alleins

Du - meine Seele. Und ich - dein einer,
alleiner Gedanke! Wer will scheiden,
was mein? was dein? die Liebe liess
alles Längst verschmelzen in Eins ...
Nun schlagen in leuchtender Einheit Z
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Christus

Du bists. Du bist der Eine, der mir
hilft. Du bist der Heiland, der das
Heimweh heilt. Dich suchte ich in
allem, was ich sann. Dich meinte ich
mit allem, was ich that. Und wenn ich a
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An die Einsamkeit

Du Einsamkeit, du lehrtest mich Ins
Ewige heimzukehren. Du Ewigkeit, du
lehrtest mich, Der Welt in mir zu
wehren. Du Einsamkeit wardst mir die
Thür Zu allen Unendlich
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Erster Sonnenstrahl!

Du erster Sonnenstrahl, sei mir
gesegnet! Und segne mich und Jeden der
dich sieht; Werd` übermächtig, daß
das Letzte flieht Was noch von Winter
in die Hoffnung regnet! Und
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Der Wegweiser

Du fragst mich brüderlich als
einer, Der auch zur ewigen Heimat
reist: Wo steht der sichere
Wegeweiser, Der leuchtend mich nach
Hause weist? Ich kann dir nur den
Einen zeige
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Wohin der Weg?

Du fragst: Wohin der Weg? ... Das kann
ich dir nicht nennen. Denn Weg und Ziel
muß doch Ein jeder für sich
kennen! Nie liegt der Weg frei
da: Ein jeder muß ihn scha
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An den Prinzen Emil von Schönaich-Carolath

Du führtest, selbst ein
Edelritter, gen alles frischen
Sensenstreich, was faulig war und bös
und bitter im deutschen Vaterland und
Reich. So wardst Du heimgeholt vom
Schnit
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An ....

Du gingst. Gingst lange schon. Doch
fühl ich dich, Fühl deinen Geist,
dein Auge, deinen Mund: Der küsst der
Sehnsucht beide Wangen rot. Auch
führst du mich ganz eigne Wege - weit -
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Nachtgebet

Du Herr von unbegrenzter Macht, Du
weißt, wie tief ich lieb` die
Nacht, Wie mir ein frommes
Abendlied Als Liebstes durch die Seele
zieht, Und wie ich ehre deine
Sterne; Wie m
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Nur Ruhe

Du hörst mein Lied erklingen Von
allem, was die Welt In schöpf`rischem
Vollbringen Rings um uns
aufgestellt. Doch hörst du Eins
mitsingen In allem immerzu: `
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Du musst glauben, Du musst wagen!

Du musst glauben,- Du musst wagen: Ruft
ein grosser Geist uns zu. Reichern Rat
kann Keiner sagen, Anders kommt kein
Herz zur Ruh. Wohl! Ein Wagen ist der
Glaube, Kühn
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Sterne

Du mußt ein Ziel auf deinem Wege
haben, Du mußt den goldnen Sternen
glauben, Soll dir die Nacht nicht alles
rauben, Dich selbst und deine Zukunft
nicht begraben. Wie einst
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Zusammenschau

Du mußt zusammenschauen die Seele und
den Leib, willst du verstehn die
Frauen, nicht irren an dem Weib. Den
Leib allein zu minnen, entwürdigt jede
Frau. Die S
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Unbegriffnes

Du sagst: Du kannst dir Gott nicht
deuten, Du kannst des Geistes Sein
nicht fassen. ... Brauchst du drum Gott
und Geist zu hassen? Kannst du die
Macht im Glockenläuten, Der Liebe We
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Der Tröster Geist

Du sagst: `Die Kirchen sterben
bald`... Wohlan! dann wär` der Geist
erstanden, der jetzt noch seufzt in
schweren Banden, zu wirken mit der
Allgewalt, die nur dem Geiste eige
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Gott in uns

Du sagst: `Nicht Gott hat uns
gemacht; wir haben Gott
geboren`... Wie? Hat der Mensch erst
Gott gedacht und zu dem Sein
erkoren? Gebiert das Herz in
höchster Not erst
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Der Richter

Du seufzest: `Ahasver stirbt nicht, Nie
Ahasver im Herzen Der Menschheit, die
in Nacht ums Licht Sich müht - voll
steter Schmerzen.` Doch sterben auch
die andern nie
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Eine seelische Klimax

Du sollst - spricht des Gesetzes eherner
Buchstabe. Ich wills - der kühne
selbstvermessne Sinn. Ich kann nicht -
stöhnt der Ohnmacht mattes
Seufzen. Ich will nicht - grollt des
Zweifels g
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An den letzten Giovanni Segantini

Du standest nicht nur vor den
Bergen, sahst nicht von außenher
hinein. Du maltest, fern den
Menschenzwergen, recht aus dem innren
Widerschein, den Dir die schöne Erde
schen
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Du!

Du ungeschaute Schöpfungskraft, die
rastlos hinter allem schafft, daraus
der Weltenozean dahinstürmt seine
sichre Bahn, daraus voll Ruhe Raum und
Zeit zerrinnen in die Ewigk
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An Carl Weitbrecht

Du weitverreister Mann! Wie wardst Du
gleich Dem Stern, der jäh verlöscht
in einer Nacht, Doch dessen Strahlen
lang noch wunderreich Nachwirken, mild
verleuchtend Lebensmacht.
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In keinem andern Bild

Durch den Tag bin ich gegangen Wie
durch einen grünen Wald; Sah am Weg
nur Blumen prangen, Sah des Märchens
Duftgestalt. Durch den Wald bin ich
gegangen Wie durch ei
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Eine Siegesstunde

Durchlitten ein harter und heisser Tag
- Ein Tag, der nicht mit den
Menschen, Nein! mit Dämonen mich
kämpfen hiess, Mit den bösen Geistern
der Luft ... Herz, das bis zum G
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Selige Abendhelle

Ein Antlitz hab ich heut erschaut, das,
schon vom Tod umhangen, nochmals im
Lichte aufgeblaut voll überirdischem
Prangen. Da ward mir das Geheimnis
kund: was Gott ins
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Der Bergprediger

Ein Berg - mit Namen unbekannt Und doch
von aller Welt genannt; Ein Berg - für
Zeit und Ewigkeit Durch einen Prediger
geweiht. Hier sass der Christ auf
seinem Thron, Ein Kön
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Ein jeder höhere Mensch hat seinen Schmerz

Ein jeder höhre Mensch hat seinen
Schmerz, Sein eigen Leid, das nimmer
ihn verläßt, Und oft ihm ist
Charfreitag in dem Herzen. Da stehen
Kreuze, Gräber, und dazwischen Der Weg
is
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Nachts

Ein Leuchten geht durch meine
Nacht, Das mir die Nacht zum Tage
macht. Ein liebevoll versöhnender
Schein Fällt von den Sternen ins Herz
hinein. Alle versunkenen Wege zur We
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Hast du gebetet?

Ein Sturm stürzt mir ans Fensterlein -
Schon deckte Schlaf mich zu - Und ruft
mir laut ins Ohr hinein: ,Hast du
gebetet, du?` Ein schöner Engel fuhr
mit mir Herab. D
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Traum und Leben

Ein wundersames Gleichnis hat Mein Wald
mir heut gegeben: Wer wache Augen
hatte, sah Ein Bild vom - Traum und
Leben! Noch wars ein frühster
Frühlingstag. Dicht neben
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Zur Ernte

eine geisterartige
Weise, starkanschwellend bald, bald
leise, hört` ich von dem
Ahrenfeld klingen durch die
Schlummerwelt: `Wir sind reif.
Reif-sein heißt leiden. Schnell nu
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Mein Lied

Eine Heimkehr ohne Hast, Tiefstes
Innewerden Höchster Welten, selige
Rast Sei mein Lied auf Erden! Dann,
dann kehr es selber heim - Mäht der
Tod die Halme - U
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Die größte Krypte

Eine Krypte kenn` ich, eine
allgemeine, drauf die Kirchen alle ihre
schönsten Dome bauten. Sie versammelt
ständig in sich jene Eine unsichtbare
Geistgemeinde, die wir nie noch
schauten.
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Eine Juniwoche

Eine kurze Sommerwoche Spiegelte ein
ganzes Leben Mir in wechselvollem
Bild. Heiter stieg am ersten
Tage, Wie am ersten Erdenmorgen, Die
beseelte Sonne auf. Gol
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An die Schönheit

Eine sonnbeglänzte Schwinge Streifte
segnend meine Seele Im Vorübergleiten.
Oftmals Hat den Erdner sie
gestreift. Nur weiss er es nicht, von
wannen Ihn die blitzende berühr
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Liebessprache

Eine tiefre Sprache gibt`s noch als in
Worten: Liebe lebt in ihrem leisen
Licht. Und sie öffnet Dem nur ihre
stummen Pforten, der sie ganz aus
innrem Herzen spricht. Ihre he
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Aus meiner Schule

Einem stillen Meister sitz ich zu den
Füssen, Einem Meister, den die Himmel
dankend grüssen, Dessen göttlicher
Geberde Sich in Demut neigt die
Erde. Still sitz ich zu Füs
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Einen neuen Namen Gottes wollt ich finden

Einen neuen Namen Gottes wollt` ich
finden, weil die Menschen ihn so schwer
entweihten, weil die Christen von ihm
reden wie die Blinden und die Kirchen
töricht um ihn streiten.
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Meine Weise

Einer fernen Heimat weltverwehter
Laut Klang mir schon als Kind im Ohr
und Herzen traut. In den stillen
Wäldern wuchs er leise Zu der vollen,
wachen Heimwehweise. Mit dem la
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Des Lebens Wendepunkt

Einer tritt in diesem Leben Einmal
sicher vor dich hin, Und es wird im
wachen Sinn Lebenslang sein Bild dir
schweben. Einer hemmt auf deinen
Wegen Einmal sicher deinen
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Kinderaugen

Einmal möcht ich mit Kinderaugen all
die bunten Blumen besehen, die
alljährlich angeschauten, wie sie im
Feld und Garten stehen; Blumen, wie
sie vor langen Jahren im
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Ein Autodafé

Einsam sitz ich beim Flackerlicht Alter
verbrennender Briefe und Lieder. Einmal
hellt sich noch mein Gesicht, Einmal
noch kehrt mir die Jugend
wieder. Wunden und Wunder flamm
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Tragende Treue

Einziger, Den ich liebe: einfach bist
Du, wie die Nacht. Alle wirren
Triebe hast Du mir zur Ruh
gebracht. Tragend ist die Treue, die
Du mich erfahren läßt. Je
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Drei Weihnachtslieder vom Licht - II.

Er ist ganz Auge. Was Jesus ist, das
weißt Du nicht? So laß Dir`s sagen:
Er ist Licht, Das Licht der Welt! ist
Auge ganz, und Seine Liebe lauter
Glanz. Hält
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Schlag auf dein Wanderzelt!

Erst auf den ewigen Bergen Blüht ewige
Herrlichkeit. Doch winken selbst dem
Schergen Lichthöhen,
gottgeweiht. Und deckt auch Eden`s
Rasen Nicht mehr die weite Welt:
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Wer weiß davon?

Erst muß ein Riß in deine Seele
treten und eine Lücke in dem Leben
sein, bis du, o Menschenkind, kannst
wirklich beten, dein Schicksal legend
in die Hand hinein des fernen
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Es fiel ein Stern!

Es fiel ein Stern In der
Finsterniss. Am Himmel fern Blieb
leuchtend ein Riss. Ich sah hinein
- Was blitzte heraus? ... Ein
lockender Schein Vom Vaterhau
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Flammenzeichen

Es gehen große Stimmen Durch unsere
späte Zeit: Thut auf die Augen,
Ohren, Und macht die Herzen weit! Es
grüssen Flammenzeichen Auf hellen
Höhen weit: Das i
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Erste Lenzgedanken

Es geht ein Beben durch die Bäume, Ich
höre das geheime Pochen... Das sind
des jungen Frühlings Träume. Herz
freue dich! In wenig Wochen Wird König
Lenz durchs Leben fliegen.
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Waldsage

Es geht eine Sage durch allen Wald, Die
tönend auch mir in den Ohren
hallt, Auf allen Gängen mich lockend
umschallt. Der tiefste Abgrund hat
sie gehört, Die fernsten Bäum
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Der Heimruf

Es geht eine Sehnsucht nach Licht durch
die Welt. In jedweder Brust Erregt sie
die Schwingen Der Heimatlust, Bis
siegend sie dringen Zur Sonne, die alle
Tiefen erhellt.
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Wir fühlens!

Es giebt so selige Pfade, Die lauter
Silber umfliesst. Es giebt eine
göttliche Gnade, Die alle Welten
umschliesst. Es giebt unverlierbare
Güter; Es giebt ein Glück
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Winterweh

Es hat der Reif sich auf dein Grab Und
auf mein Herz gelegt. Wenn ich noch
weit zu wandern hab`, Nicht weiß ich,
wer mich trägt! Die Füße müd, der
Mut so kalt, -
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Waldesweihe

Es hat mein Wald mich so an sich
gewöhnt, Dass ich mit allem Leben
ausgesöhnt, Dass aus dem
grünverhangnen Kronenzelt Kein Wunsch
die Schwingen weitet nach der
Welt. Hier
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Wenn nur nicht diese Nächte wären!

Es ist so grabesstill im Haus. Mein
Weib und Kind sind weitverreist Und
lassen mich in meiner Welt, In meinem
Winterwald allein.     Wohl
sind die Tage kirchenstill
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Mein Stern

Es ist was Glanzumflossenes Um meinen
Tisch, Ein Glanzumströmtes,
Unsagbares. In stillste Nächte stellt
es seine Sterne, Durch sturmzerwühlte
Winternächte strömt es her.
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Nur Wenige!

Es klingt ein Ton durch unsere Zeit, Er
klingt in aller Luft - Der nach der
grossen Ewigkeit, Nach höherem Leben
ruft. Wer hört den Ruf?...Die
Melodie Verklingt im W
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Der Heimgedanke

Es machte einst der Weg dem kranken Und
wandermüden Herzen Pein -: Da zog
tiefglaubender Gedanken Ewiges Heimweh
in mich ein. Und aus dem Glauben
floss mir Stärke Un
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Aus Reue

Es sind mir die Thränen, Die ich
geweint, Wie Schnee zerronnen, Den die
Sonne bescheint, Zerronnen wie
Wasser Im trockenen Sand,- Und keine
der vielen Ich wiede
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Im Sternenkreis

Es trat in mein träumendes Leben Eine
Liebe, lind und licht. Stille und
steigendes Streben Umstaunen mein
Angesicht. Mitwandernde Mächte
umweben Die Wege. Wir schrei
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Zu fernsten Fernen

Es trägt uns von der Erde Die grosse
Sehnsucht fort. Ihr wunderwaches
`Werde!` Weist immer höhern Ort. Es
drängt zu fernsten Fernen Der
selig-sichere Lauf: W
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An F. A. W.

Es war kein Zufall, daß wir uns
fanden, wir Beide, aus ganz
verschiedenen Landen und Leben
herkommend, auf Einen Weg. Du
lehrtest mich wieder lieben das
Leben. Ich lehrte Di
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Das Harren der Kreatur

Es wartet alle Kreatur In ungestilltem
Sehnen Der neuen göttlichen
Natur, Der Tröstung aller
Thränen. Sie wartet auf den
Wundertag,- Wenn auf der neuen Erde
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Der Priester

Ewiges leben der Zeit zu bringen, muß
dem rechten Priester gelingen; nicht
durch seine Predigt allein, mehr noch
durch sein alleigen Sein: daß er
über die Erde geh
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Feine Finger

Feine Finger mußt du haben Um ein Herz
nicht zu zerwühlen, Finger, die des
Mondes Silber Und den Duft der Rosen
fühlen. Liebe lebt solch zartes
Leben ... Um die Glu
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An den Flieder

Flieder, blütenfroher
Flieder, Schlägst du bald die Augen
auf, Deine leuchtenden blauen
Augen? Sehnsucht nach dir durchblüht
das Land. Veilchen sind fort, noch
reden nicht
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Der Prophet

Fragst du: wie die Augen des Propheten
sind? - Weit von den Gesichten, wild
wie Märzenwind; hell vom
Feuerscheine nahenden Gerichts; wie
zwei glühe Fackeln
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An Gustav Schüler

Freund, dich suchte meine sichre
Sehnsucht aus Als die letzte Blüte zu
dem bunten Strauss, Den die grosse
Seelensehnsucht hat gebunden. ..
Höchste Hoffnung trägt dich über
Steine, Stund
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Sie können die Liebe nicht heiligen

Frommsein muß im Lieben walten: daß
man nicht das Höchste sieht im
Besitzen, daß man falten seine Hände
kann und kniet vor dem Lager Der
Begehrten, als ob man der
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Frühling

Frühling...Eine ganze Welt Träumt in
diesem einen Wort. Wunder ohne Wahl
enthält Dieser brausende
Akkord. Frühling...Hör ich diesen
Laut, Hallts im Herzen mir und
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Abendstimmung im Herbst

Fühlst du den Heimwehhauch des Herbstes
nicht? Nicht wie er alles Leben leise
löst? Das Meiste ging schon müd zur
grossen Ruh, Und was noch glänzt, das
glänzt im letzten Licht.
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Der erwachende Stein

Fühlst Du`s nicht, wie manch ein
Leben Eingeschlossen liegt im
Stein, Wartend auf den künftigen
Meister, Der es endlich möcht`
befrei`n? Kommen Kinder eines
Tages A
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Wofür?

Für jeden hat einmal der Wille Auf
dieser Welt sich zu entscheiden, Wofür
er leben will von beiden: Ob für den
Lärm? Ob für die Stille? Ich
lausche längst dem Sternenli
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Ganz stille

Ganz stille mußt du werden, mein Herz,
und gänzlich arm, daß du den Sinn der
Erden verstehst, die Lust, den
Harm von Menschen, wie von
Dingen. Und hungrig mußt du
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Ein Mignonlied

Gebt tiefstem Heimweh einen Namen, Dem
Heimweh, wie`s in tausend Herzen
lebt, - Und er heisst: Mignon! ...
Lest Ihr ein Andres denn, als
Himmelsheimweh, Lest Tiefres Ihr, als
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Gedankenwolken

Gedanken hör` ich flüstern So schwarz
und schwermutvoll, Daß sie das Herz
umdüstern Mit dunklem Gram und
Groll. Doch sollen sie nicht
Andern Beschweren ihren Sinn:
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Ganze Stille

Geglättet der Leidenschaft wogendes
Meer! Beruhigt der Sturm um die Ruder
her! Nur fühlbar des Ewigen
Wille, Und die Seele, so stark und so
stille! Ich kniee mich ganz in d
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Des Dichters Mission

Geist ist Feuer. Ideeen sind
Flammen. Lodern sie frei, brennt alles
zusammen. Präge sie, Künstler, in
ewige Worte, Wirf sie dann wagend an
wirksame Orte. Doch du se
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Deutsches Gebet

Geist, wenn Du einen Künftigen uns
erwecken wolltest, Des Finger uns die
neue Zukunft webten, Den heil`gen
Frühling, den bislang wir nicht
erlebten, So daß Du uns schon manchmal
grolltes
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Zuhöchst

Gib Raum dem Leid und füg die
harten Lastquadern still zu festem
Bau! Lern in den Leiden Gott
erwarten... Hör, Seele, die du
kämpfst: Vertrau, daß dich dein
Gott durch Le
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Die Dichter

Gibt`s wirklich in dem Lärm der
Erde, im wehen Lärm der
Gegenwart noch solche ganz verträumten
Seelen, darin der Geist der Gottheit
harrt? Darinnen fromme Lieder
schlafen,
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Gieb mir, Gott, ein ewiges Lied!

Gieb mir, Gott ein ewiges Lied, Eine
Weise, Wunder wirkend, Eine Weise,
Wunden heilend, Wunden tief und
weh. Wildem Weinen möcht sie
wehren, Mitleids Tau, wie kühle
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Gold

Gold ist ein kaltes Wort. Gold wird erst
warm, Nimmst du das tote Gold in deinen
Arm Und flöß`t ihm ein beseeltes
Leben ein Und trägst`s barmherzig in
die Welt hinein. Gle
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Gott nahm den Hammer und schlug zu

Gott nahm den Hammer und schlug
zu: `Nun hab du in dem Letzten
Ruh, darin ich dich schon lang
gewollt, darob des Schicksals Donner
grollt. Die letzte Menschensehnsucht
schlag
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Im Hauch der Seele

Gott nennen, ist - Ihm ferner
treten. Im Schweigen nur kommt Gott dir
nah. Doch redest du von Ihm mit
Worten gar tönenden, ist Gott nicht
da. Denn wie Gott Geist ist, ist Er
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Der Gegensätze Einheit

Gott, Der Du rufst aus dunklen
Fernen und wohnst in meiner Seele
Mitte, zu dem ich Hände heb` und
bitte, als throntest Du hoch über
Sternen -: Wer liebt und liebt in
Deiner
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Das zweite Gebot

Grossmutter Greth war aus der Stadt
zurückgekommen, Wo sie auch bei dem
Photografen war -: Das und noch mehr
erzählte sie, wie es der frommen Und
biedern Seele floss, getreu dem Parr.
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Heimatlose Flügel

Hast dus schon gesehen, - Wenn die
Schwalbe wiederkehrt Aus des Südens
Sonne, Und sie sieht ihr Nest
verheert: Wie sie einer armen Seele
gleich ums Plätzchen schwirrt
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Draußen lauern eure Feinde

Hat die Nacht sich ganz
vollendet, treten auf der stillen
Halde alle Tiere hin zur
Tränke. Haftet aber an dem
Walde noch ein Lautes, noch ein
letzter Rest von dem err
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Lenzendes Lied

Hei! wie ich liebe das lenzende
Leben, und immer lern` ich lebend`ger
sie spielen, die klingende Geige. Ich
lehre sie geben zuletzt die klingendste
Stunde - zu vielen. Ich sp
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Heiliges Mahl

Heiliges Mahl der Minne lebengewordener
Wein und Brot: o senkt euch ein tief
in Seele und Sinne! Dreimal einiges
Leben, unermeßliches Gut ist in
Fleisch und Bl
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Heimatlos ist Nichts hienieden!

Heimatlose Wanderwolken Nennst du, die
da droben ziehn, Die - so dünkt`s dich
- planlos, ziellos In verlorene Fernen
fliehn? ... Heimatlos ist Nichts
hienieden! Alles
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Sommerstimmung

Herz - diese Stille Am Sommertag, Und
gar kein Wille Zu lautem Schlag, Nicht
draussen, nicht drinnen .. In Andacht
rinnen Zusammen Seele und
Natur, Ahnend der Go
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In einer Mondnacht

Heut ging mein Geist auf seltsamem
Pfade. `s war Mondnacht. Wie helle,
heilige Gnade schritten Verklärte in
strahlender Pracht mit Schalen
silbernen Quells durch die Nacht.
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Wald im Märzsturm

Heut kam der Vater Sturm zu seinem
freien Sohne und drückte ihm aufs
Haupt die grüne
Frühlingskrone. Mußt schon ein
Starker sein, es mit dem Sturm zu
wagen:
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Der erste Schnee

Heut kam in Flockenketten Herab der
erste Schnee, Wie Tröstung sich zu
betten Aufs weite Winterweh. So legt
auf Leidestoben, Wie auf das
Winterland, Sich sanft
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Waldabendgang

Heut lag ein Leuchten in den
Wipfeln, Wie ich es nie, noch nie
gesehn, Der ich, ein Schauender, seit
Jahren Aus meinem Walde durfte
gehn. Die höchstgebauten Bäume
hielten
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Zwei Barken

Heut zog` die Barke meiner
Sehnsucht Nach Deiner Seele suchend
aus Und fuhr mit ihrem weißen
Segel In die gestirnte Nacht
hinaus. Und wie sie unterm Bild des
Kranzes
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Lenzgewalten

Heute sah ich hundert wilde
Schwäne Aus dem Süden durch mein
Deutschland ziehen Und vor ihnen her
den grimmen Winter Wie ein graues
Geisterwölkchen fliehen. Und ich
fühlt
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An die "Schwestern Schmerzen"

Heute weiß ich`s und ich wahr`s im
Herzen: Gütige Schwestern seid ihr,
dunkle Schmerzen. In dem Kleid der
Trauer kommt ihr schwer
geschritten; aber lichte Engel gehn in
eurer Mitten.
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Heut Nacht!

Heut` Nacht - heut` Nacht Träumt` ich
mein schönstes Gedicht. Als ich
erwacht, Da wußt` ich die Weise
nicht. `s war was darin Von Jugend
und Sonnenschein, Un
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Ein Septemberblick

Heut` sah ich eine enge Gasse voller
Sonne, Lebendig-golden, wie sich`s
selten schaut. `s war die
Septembersonne, wie sie manchmal
flutet Nach einem Tag, vom klarsten
Licht durchblaut.
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O sancta simplicitas!

Hielt heut Zwiesprach auf dem Weg Mit
dem tauben Mütterlein, Dem ich endlich
auch einmal Sehen wollt ins Herz
hinein. Und wir sprachen allerlei
- Von dem Wetter, von
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Bach

Hier schweigt die Sehnsucht still. Hier
tönt der Glaube. - - - - - - - - - -
- - - - - - - - - - - - - Der
erdgelöste Ton Schwebt gleich der
Taube - Und tr
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Nachtbild

Hochoben lauter goldnes
Leuchten: Milchstraßenschein
milliardner Sterne: tiefunten
dunkelgrün der feuchten Meerwogen
Atmen, - und zur Ferne, in
unermessene Weltenferne
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Hände

Hände gibt`s, die weinen, lachen, arge
Hände, gütige Hände, die uns
schlafen, die uns wachen, die uns
werden Lebenswende; die uns in den
Himmel tragen, die uns in
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Mai-Mondnacht

Hör zu: Mir blühte jüngst eine
Nacht, Die hat mich krank und gesund
gemacht. Weiss war ihr Weben und weich
ihr Gesang, Ein Träumender ging ich
die Wiesen entlang, - Da sah ich de
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Der Sturm der Zeit

Hörst du nicht den Sturm der
Zeit? Spürst du nicht, wie wild er
wütet? ... Manchen Stern hat er
gelöscht, Den wir ängstlich lang
gehütet. Einer nur steht ruhig -
klar.
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Hörst dus nicht?

Hörst du nicht die hundert
hellen Heimatstimmen, die mich
rufen Und mein Herz mit Heimweh
schwellen? Von der Erde tiefen
Stufen Steigt die Sternensehnsucht
täglich Höher, h
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Ich habs erlebt!

Hört, Freunde! sorgt euch nicht um
mich, den Einsamen, deß Sonne
tot. Ich sah ganz nah, was viele nie
im Leben sehn: der Liebe
Mittagsrot. Und ruhig kann ich
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Das Singen der Stille

Hörtest du schon das Singen der
Stille? Du spürst es im goldenen
Morgenlicht, wenn du im Tau der
Waldeswiese badest dein nachtheißes
Angesicht. Du fühlst es im Anschaun
d
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Zwei Weihnachtslieder

I. Die alten ewigen
Weihnachtslieder Erfüllen die
gestirnte Nacht. Das Kinderheimweh hat
mich wieder, Der ganze Glaube ist
erwacht. Was ich an Weisheit auch e
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Zwei Gedichte an Friedrich Nietzsche

I. `Des Übermenschen Schönheit kam
zu mir als Schatten` -: Doch Wesenheit
will ich! Ich will das Licht! Und mit
der Wahrheit nur als Weib will ich mich
gatten; Die andern
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Allein

Ich bin erlöst. Ich bin allein. Nun
darf ich bei mir selber sein. Ich darf
in meine Seele sehn, Durch stille
Thüren ins Heilige gehn. Die stillste
verschliesst einen Hochaltar,
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Ewiger Winter

Ich bin zur Höh gestiegen - Wie liegt
das Land so grau. Nicht glaub ich an
das Siegen Der Sonne, ferne
Frau. Ich glaub nur noch dem
Einen, Dass du gegangen bist,
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Hinüber und hinein

Ich fühle mich so tief bewegt, Irr auf
und ab am Strand -: Es hat das ganze
Herz erregt Der Klang vom
Heimatland. Er schwillt herüber
übers Meer, Er füllt die ganz
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Gottverlassen

Ich ging auf öden Gassen und glaubt`
mich gottverlassen wahrhaftig, ganz und
gar. Ich meint`, Gott müßt` mich
hassen; nicht konnt` die Hand ich
fassen, die mir die treuste
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Glaube ist Glück

Ich glaub an ein ewig- Lichtströmendes
Land: Wie Sterne so schimmerts Am
Himmelsrand. Die Seele erschaut es
... Gelockt von dem Schein, Ruft sie
ihr Heimweh
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An den deutschen Wald

Ich hab in vielen Landen Der weiten
Welt gestanden. Auf leichtbeschwingten
Schritten Durchflog Europas Mitten Der
wanderfrohe Fuss. Ich sah Italiens
Sonne, Des hellen H
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Deines Sternes Herrlichkeit

Ich hab mein Herz Gott aufgetan. Wie
macht` ich seine Tore weit! Nun schenk,
was nie die Augen sahn, mir Deines
Sternes Herrlichkeit, und laß mir
seine Strahlen gehn
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Zur Nacht

Ich horch` hinaus ins große Leben. -
Die Nacht ist still. Der Mond ist auf
-, Und höre, wie ein großes
Streben Dem Meer zuströmt mit
mächt`gem Lauf. Dem Meer der großen
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Empor!

Ich höre durch die fernste Ferne Ein
Rauschen meiner Heimatsterne. Auf ihrem
Rundgang rücken sie leise In diese
erdgebannten Kreise. Sie raunen und
reden von roten Sonnen, V
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Ich glaube an...

Ich kann von Herzen glauben An Sterne,
die nicht stauben: An Gottes leuchtende
Liebe, Die bleibt, wenn nichts mir
bliebe; An einen helfenden Heiland; An
ein künftiges lachend
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Kennst du das auch?

Ich kenne Abende, die sind so
still, Als ob die untere Welt gestorben
sei, Als ob die Erde, die des Tags
getobt, Wie Blumen atme ...  
         
 
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Ein niemals zu Berührendes

Ich las einmal von einer
Dirne (`Raskolnikow` hieß das Gedicht)
-: die gab dem Manne ihre Sinne, doch
ihre Seele gab sie nicht. So gibt`s
an manchem Frauenleibe ein n
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Einsiedlerlied

Ich leb, ein seliger Siedler, In meinem
stillen Wald. Ich sing, ein freier
Fiedler, Das Lied: ,Ich komme
bald!` Ich komm auf flinken
Füssen Dir, Heilige, bald nach.
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Das stille Tal

Ich lebte lang in einem stillen Tal bei
lauter Armen und Geringen. Da sprach
der Einzelne kaum Tags einmal. Sie
glichen alle schier den Dingen. Doch
lag auf den Gesichtern of
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Wieder Kind

Ich liege sinnend-still im
Kämmerlein, träum` mich in meine
Kinderzeit hinein. die Augen sind
geschlossen wie zum Schlaf, und wieder
ward ich klein und fromm und brav.
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Die große Glocke

Ich mag mich gar nicht an die Zeit
gewöhnen. Ich höre hinter allem, das
den Tag bedeutet, die große Glocke von
dem Weltversöhnen den Klöppel
schwingen, der uns Erdnern heimwärts
läut
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Ich meine, mit dem Sommer müsst ich gehen!

Ich meine, mit dem Sommer müsst ich
gehen - Reif ist das Herz, reif ist das
Feld; Nur Sommersonnensegen ist zu
sehen, In goldnen Aehren steht die
Welt. So voll von Sonne ist
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Kein wehes Wort!

Ich möchte mehr mit meinen Toten
leben. Ich hab sie ja so lieb, so
lieb. Und vieles hab ich ihnen noch zu
geben, Was ich im Leben schuldig
blieb. Drum, Leben, gieb mir Still
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Nur Dir!

Ich schlief. Ich verträumte Die Nacht
und den Tag. Nicht liebt ich das
Leben: Es war mir zur Plag. Da
führte dich, Weckrin, Ein Morgen zu
mir ... Nun leb ich.
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Ich seh Dein Angesicht

Ich sehe lauter Liebe: Ich seh Dein
Angesicht; das leuchtet wie die
Sonne im hellsten Maienlicht. Mein
Herz ist wie ein Sonntag, so fromm, so
maienrein. Es läu
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Ich steh am Strande

Ich steh am Strande, wartend auf das
Boot, Das mich hinüberträgt nach
jenem Ufer, Zu dem allein uns führen
kann der Tod, Der Engel Tod, der
Ewigkeiten Rufer. Der Seele Seh
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Über Wolken

Ich weiss über Wolken wohl einen
Steg, Der weist uns nach Hause den
heimlichen Weg. Der Weg ist weit und
die Wolke schwebt fern, Doch glänzt
eine Gasse von Stern zu Stern.
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Wunsch (II)

Ich weiss: wenn meine Sehnsucht nicht
bald sehen geht, So steckt sie noch die
stillsten Sterne an, Und dann? - Was
dann? - ... O stiege sie doch in
nächster Nacht Mit Wunder
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Vermächtnis

Ihr vielen Seelen: Ihr fühltet wohl
niemals, Welches die Seele der tiefsten
Gesänge, Welches auch meiner Lieder
Leben Und mein liebes Leiden
gewesen? ...Nun, so sei`s als Vermächt
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Ein Geheimnis

Ihr wißt so viel vom Tod zu sagen, Vom
Grab, in das man mich wird tragen, Ihr
Pred`ger ... Doch ich traue nicht Dem
von euch selbst erborgten Licht. Nur
Einer steckte leise
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Hart neben Dir

Im Flandernland weiß ich ein
Grab, nicht weiß ich, wo es
liegt: dort irrt bergauf, dort irrt
bergab die Sehnsucht und sie
fliegt, bis sie Den Freund gefunden
hat, de
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Zur Sommernacht

Im Garten, wo all meine Blumen
stehn, Hör ich zur Nacht ein Flüstern
flehn Wie Stimmen der Sterne; - so
selig-süss, Wie Sang aus versunkenem
Paradies. Es ist die S
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Im großen Abendschweigen

Im großen Abendschweigen - Wenn aus
dem Dorfe tief Nichts redet als ein
Geigen, Das selbst schon schier
entschlief, Da gleiten oft
Gestalten Ganz sacht an mir vorbei,
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Reife

Im hohen, heißen Sommer, Wenn
schwanger alle Luft, Spürst du ganz
einen eignen, Der Reife schweren
Duft. Es weht ein drängend
Leben Von jedem Halme her. ...
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Gang durch den Buchenwald

im Spätherbst Goldne Flammen sah ich
glühn. Sie brannten tief im
Walde, Heut am Allerseelentag, auf
spätherbstlicher Halde. In dem
Buchwald wars, der sommerlang mir
grünte,
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Traumwunder

Im Traume schaut mein Auge manchmal
Wunder, Die aus der schwarzen Nacht wie
weiße Wolken gehn, Und plötzlich, die
Gewande weitweg werfend, Als lichte
Engel um mein einsam Lager stehn.
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Unvergessnes

Im Weltgebrause, Fern von
zuhause, Wandre ich weit ... Doch von
Daheime Berg ich die Keime Seligster
Zeit. Und diese Keime, Die
Kinderreime, Hüte
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In einer Weihnacht

Immer ging sie, die Seele, allein. Ihr
fehlte der fröhliche Sonnenschein, Den
jedes Blatt, jede Blüte bedarf. Rauh
war ihr Tag, die Luft so scharf, Die
das einsame Menschenkind
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Des Werdens Wunder

Immer linder, immer leiser wird die
tiefgeheime Kraft, die des Werdens
stilles Wunder geistesmächtig in mir
schafft. Jedem Aug` bleibt sie
verborgen, auch mir selbst.
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Noch einmal Kind!

Immer schreit das Mannesherz Nach dem
sel`gen Kindersein, Trat es erst in
Wissens Schmerz Und des Größten
Krypte ein. Alles Wissen gibt es
hin Um noch einmal Kind zu
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Vom Sommerwind

In allen Thälern schläft der
Wind. Der Sommer hat ihn süss zur Ruh
gesungen, Und hält ihn, der so lang
ein tolles Kind, Mit weichen Armen warm
umschlungen. Er schläft un
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In den Wäldern

In den Wäldern wohnt Seele -: Rede nur
laut hinein! Mehr als mit jedem
Menschen Fühlst du dich hier zu
Zwein. In den Wäldern wohnt
Sehnsucht -: Lausche nur leis hin
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An Maloja und seinen großen Segantini

In einer seligen Bläue steht dies
Land, Als wenn der Schöpfer-Gott just
ausgespannt Die Hand zum ersten
Tagewerke: In solcher Stille, solcher
Stärke Liegt hier das unberührte Lan
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In andrem Licht

In meinem Stübchen saß ich ganz
allein. Es fiel auf`s Buch, drin ich
gelesen, wie Tag so hell, der volle
Mondenschein. Da fühlt` ich mich als
andres Wesen. Es war, als hä
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An den Maler G. Kampmann und sein Vollmondbildchen

In meinen alten Liedern strahlte Ein
kalter Mond: ich will`s gestehn. Doch
seit ein feinster Künstler malte Sein
Vollmondbildchen, - mußt` ich
gehen Und neues, wärmres Lic
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Unter meiner Frühlingsbirke

In meiner Birke leben alle Lenze
neu und alle Lindigkeiten unsrer ersten
Liebe. Ich sitze unter ihren Asten
voller Scheu wie in der Kirche. Jeder
ihrer zarten Triebe verlispe
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In Nächten

In Nächten, wo Dein Lieben lacht, da
gehn die Sterne auf, und wenn die
schwerste Wolkennacht am Himmel steht
zuhauf. In solcher Nacht strahlt
lauter Gold ins Kammerfe
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Im Chor der Seligen

In Sonnengärten heiligen Glanzes ging
mein Geist, Im Chor der Seligen, die
den Frieden fanden. .. Vor einem
Spiegel eigner Klarheit, Geformt aus
Einem Diamant, Der ganz mein Wesen o
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Vom Tage

In später Nacht sitz ich allein Auf
der verlassnen Bank, Wo ich des Tags im
Sonnenschein Die reinste Liebe
trank. Ein Vogel, der nicht schlafen
kann, Ruft durch den d
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Ins Licht

Ins Licht, mein Lied! Der Staub
beschwert Er legt sich auf die
Schwingen ... Du aber sollst, des
Ewigen wert, Bis in die Sterne
dringen. Du sollst aus einem lichten
Land
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Hier und dort

Ist Gott denn - dort? Und sind wir -
hier? Was heißt doch Hier? was
Dort? Ist Gott und ist des Menschen
Geist gebunden an den Ort? `Das
Himmelreich ist in euch` - spricht,
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Lichte Spuren

Ists Tag in dir geworden Durch deines
Gottes Gnade, So leuchte aller Orten
- Und führ die Sonnenpfade Auch
andre, die im Dunkel schweben, Die nur
ein Sein im Staube leben.
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Im Frühlicht

Ist`s noch Mond? Ist`s Sonne
schon? Sieh! Aus blassem Mond
gesponnen und Aus Strahlen erster
Sonnen dringt zu mir ein
Frühlicht-ton. Siegen muß der Sonne
Macht, sieg
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Wunsch

Jene stille, überlegne, Dunkele Geduld
sei mein, Die mich mit der großen
Langmut Der Natur völlig
verein`! Sie, die mit dem Nichts
begonnen, Hat die Welt so still g
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Auf Friedrich Nietzsche

Kann dieses Herz ganz gottlos sein, Aus
dem ein solches Wort erklungen: ,Dem
Licht zu die Bewegung dein, Die
letzte`! ..Das sind heilige
Zungen! Denn lauscht dem andern Hoffn
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Beim nahenden Frühling

Kann ichs ertragen - Das ruhige
Tagen Des unruhvollen Frühlings, des
tollen? Muss ich nicht wecken Die
schlafenden Hecken? Muss ich nicht
wehren Dem Nachtthau,
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Die köstliche Perle

Keine Tiefe war mir je zu tief, bin in
alle suchend niederstiegen. Als ob
einer Schönheit Trauer rief`: sah ich
tiefstunt Perlen lockend
liegen. Wagend taucht` ich in dem Gr
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Rembrandt: Wie David vor Saul die Harfe spielt!

Kennst du das Rembrandtbild vom
Saul, Wie David ihm die Harfe
schlägt? ... Noch nie hat mir so wild
und mild Ein Bild den tiefsten Sinn
erregt! Nie sah ich so der Schmerzen
Macht
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"Selig sind, die hungert!"

Kennst du jenes heil`ge Heimweh, das da
unersättlich ist, das in seinem Trieb
und Drängen diese Erde fast
vergißt? Das da über Länder,
Meere bis zum fernsten Ocea
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Kommt mit!

Kommt mit! Ich führ` euch ewige
Wege, Kommt mit! Ich zeig` euch goldene
Sterne, - Nicht mehr aus der erdtiefen
Ferne, Nein! Ganz nah! Auf
schwindelndem Stege, Hoch wie der Falke
üb
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Kommt!

Kommt, ihr müden Melodien, Lasst uns
in die Wälder ziehn! In des Schweigens
weitem Zelt Lebt in Liedern meine
Welt. Wald und Lied und Lied und
Wald: Wie das voll zusammensch
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Stumme Sprache

Lang mußt du Worte reden, bis es dir
wird zu eigen: daß du zu allen
Menschen, ja zu dir selbst kannst
schweigen. Wohl magst du noch zu
Einzlen, zu Kindern, hin dich
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Lieder ewger Seligkeiten

Lange Jahre mußt du leben, viele
Länder mußt du sehen, mit den Wolken
lernen schweben, über sie in Sterne
gehen; kennen mußt du viele
Wesen, Vogelflug und Erdenso
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Ein ewiges Gebot

Laut ist das Streiten, Still ist der
Sieg. Leben ist Leiden, Leben ist
Krieg. Kommt ganzer Frieden, Kommt
auch der Tod: Das bleibt
hienieden Ewiges Gebot
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Unnennbar

Laß Gott in Ruh`! Fühl` doch: Er
haßt Jedweden bloßen Namen, Der das
lebendige Leben faßt, Den Quell, den
wundersamen. Laß Gott in Ruh! Er
will gar nicht Genannt
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Laß mein kleines Boot

Laß mein kleines Boot dem großen
Schiffe folgen, das Du, Herr des
Meeres, durch die Zeit läßt
ziehen! Ach, der miterschaffne Durst
nach Deinem Reiche zwingt mich -
länger nicht im Ufer
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An das Schicksal

Laß mich alles Mit Ruhe
betrachten, Laß von keinem Gefühl
mich umnachten, - Ein ganz
durchschauender, Schicksal
vertrauender, Gelassener Geist, Der
das Leben
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Unsichtbare Kronen

Laß mich dir noch von Männern und von
Frauen sagen, Die ungekrönt doch
unsichtbare Kronen tragen! Die Frauen
sind`s, die ihre Liebe lassen
funkeln Als hellste Leuchte, wenn der M
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Die alten Möbel

Laßt mich erzählen: Im Traum heute
Nacht Sind mir plötzlich die alten
Möbel erwacht, Die Möbel, die aus dem
Elternhaus Mit mir gingen ins Leben
hinaus. Sie huben an, ein jedes,
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Erlöstes Lieben

Leis, wie ein Mollakkord, Klingt über
meinem Pfad Liebe, - ein
Sphärenwort, Das sich verloren
hat. Verhallt der Duraccent, Den
einst die Liebe sprach. ... Fre
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Kannst dus nennen?

Leise tritt der rote Abend Durch das
schmale Giebelfenster Zu den Dingen,
die im Stüblein Seiner warten ... Wie
Gespenster Stehn die Möbel, die
vertrauten, An den schattenti
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Die ewige Weise

Liebe - übervollster Klang, Ewigstes
der Worte: Klingst du nicht, ein
Hochgesang, Alle
Vollakkorde? Mächtig, gleich des
Oceans Brandendem Gedränge, Brausen d
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Liebe Gott!

Liebe Gott! Und Du wirst haben Lauter
Gnade von den Dingen, Daß die Vögel
und selbst Steine Dir vom reichen Leben
singen. Steine, die den Andern
schlafen, Aber die a
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"Liebgeweiht - todgeweiht"

Lieben ist - sich-Schenken an ein
andres Leben, ein -
sich-Einversenken und ein -
ganz-sich-Geben; ist ein - langsam
Sterben am geliebten Zweiten, ist - um
Höc
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An das Leben

Längst sprach ich mir heilig das
Leben, Denn auch mich sprach es heilig
in Huld, Und die Gottheit hat jedem
vergeben, Der sich strebend erlöst von
der Schuld. Und die Gotth
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Tote Heilige

Manche Tage haben solche Schwere, daß
sie in die Augen wie ein Dunkel
stürzen, daß sie alles Sehn ins Leben
draußen, ja die Liebe zu dem Leben
selbst verkürzen. Solche A
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Weil eine Kirche wo im Osten steht

Manchmal doch macht Einer aus den
Gassen dieser Welt sich auf und geht
allein, suchend auf der stillsten aller
Straßen nach dem ferngeschauten
Morgenschein. Und er geht und
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Von jenen goldnen Inseln

Manchmal kommt es über meine
Seele, die tief stille in den Abend
lauscht: daß es dort von jenen goldnen
Inseln mächtig, wie Musik der Tuben,
rauscht. Wieder hör ich, daß
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So fern!

Manchmal weckt mir eine Blume, Wie sie
in dem Garten stand Meiner Eltern, oder
eine Weise aus dem Kinderland, Oder
ein erwachtes Märchen, Oder auch ein
Gassenlied -
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Im Werden und Warten

Mein Glück hab ich mit Willen im
Werden ganz allein. Ich will drum gern
im Stillen ein stetes Warten
sein, ein Warten, bis das Werden so
hoch gewachsen ist, da
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Unverlierbare Kindheit

Mein Leben ward mir längst ein
Leben, das nichts vergißt und nichts
verliert, ein Leben, das selbst im
Vergehen sich immer wieder neu
gebiert. Drum läßt es sich auch
nich
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Mein einziger Ruhm

Mein Lied hat einen Heimatlaut und soll
ihn immerfort behalten. Ihm sind von
der Natur vertraut der Wonne und des
Wehs Gewalten. Wie Manchem löste in
dem Ton sich bli
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Nächtiger Wanderflug

Mein Singen hat Der Vögel Weise, Die
sich die Nacht Ersehn zur Reise. So
träum ich tief Am wachen Tage - Zur
Nachtzeit erst Den Flug ich wage.
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Heimgeleite

Meine blasse Sehnsucht steht am
Meeresufer, Lauschend auf das leise
Lied erlöster Rufer. Dürfens die
bestaubten Schwingen wirklich
wagen, All mein atmend Heimweh übers
Meer zu tragen?
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Dennoch selig

Meine Blumen alle deckt ich leise
zu. Mit dem Sang und Schalle ging ich
längst zur Ruh. Und das Herz, einst
fröhlich, trug ich selbst zu
Grab. Dennoch bin ich
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Meine Liebe

Meine Liebe spricht aus leiser
Ferne, Längst versang der roten
Flammen Glut. Immer weisser werden
meine Sterne, Weiss blüht aller meiner
Rosen Blut. Weich ward meine Stimme
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Lasst uns beten

Meine Seele hungert nach
Persönlichkeiten, Nur nach einem
einzigen großen Mann, Der die Wege
weist aus diesen wirren Zeiten Und die
sichere Straße himmelan. Immer seh
ich
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Dem Wartenden geschieht immer etwas

Meine Seele ist ein Warten auf ein
unerfülltes - Was. Nicht ersehnt sie
dies und das, nein! in ihren stillen
Garten hofft sie, daß ein Ew`ges
trete, Einer, der das L
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Michelangelos Sterbegedanken

Mich dürstet nach dem vollen
Sein, Nach Freiheit von dem Leben. Ich
lechze in das Licht hinein, Dahin die
Flügel streben Schon langelang ... Was
ich geglaubt, Das drängt`s
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Eine Michelangelo-Ehrung in sechs Gesängen - IV.

Michelangelo`s `Pieta` Gott rief zu
Ihm: `Wer steckt im Stein?` Die Antwort
kam: Wer wird es sein, denn Du
allein? Und wieder rief`s: `Komm her
zu mir!` Die An
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Eine Michelangelo-Ehrung in sechs Gesängen - V.

Michelangelo`s `Tag` `Unvollendet`
gehn wir alle. Alle stehn wir seit dem
Falle Adams bis auf diese
Stunde Blutend da - an Einer
Wunde. Schau` auf jenen große
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Seufzer

Mir erkoren -
Mir verloren
Ach so viel hienieden!
Mir erkoren -
Mir verloren
Eins zumeist: der Frieden!
Präludium

Mir ist das Schau`n der großen
Schönheit Durchs Herz bis in die Hand
gestiegen: Drum laß ich nun die
gottbeseelte Frei über diese Blätter
fliegen. Und was sie schreibt,
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Pro me!

Mir starb der Heiland! Er starb für
mich: Da ich dies fühlte, Herr,
fühlt ich dich! Noch starben
Viele Hart neben mir. Im Lärm des
Lebens Vergass ich
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Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen!

Mächt`ger als das Meer sind die
erhabnen Berge. Von dem höchsten Gott
sind sie ein höchstes Bild. In der
Ebne mögen sich die
Menschenzwerge Groß erscheinen. - Doch
wie bald verhüllt
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Innen

Männer! sagt, wißt ihr das Land, Wo
wir alle Hand in Hand Wieder wie die
Kinder gehn Und mit Kinderaugen
sehn? Wo trotz allem
Mannesschmerz Frei sich freut das Kinde
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Über den Wassern

Nach einem Motiv aus Hans Bethges
,Sylt`. Was ists, das über den
Wassern Allabendlich klingt und
klagt? Sinds Stimmen begrabener
Herzen? Eine Seele, die Seltenes sagt?
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Durch abendstillen Tann

Nahmst du deine Wanderwege schon durch
abendstillen Tann: fühltest du dann
nicht, als rühre dich ein höh`res
Leben an? Tagesüber schien`s
gestorben. Aber streift d
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An die Natur

Natur! Dein linder Regen fällt auf
Ungerechte wie Gerechte, und Deine Eine
Sonne hellt das Herz der Herren wie der
Knechte. Du birgst in Deinen Bergen
Raum: da kann i
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Neige in meine Nächte

Neige in meine Nächte Deine strahlende
Stirn -: Sieh! und ich selber
flechte Um dich magischer
Mächte Minne, feiernd wie Firn. So
steigen wir in die Tiefen He
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Die Füsse des Heimatlosen

Nicht darf ich an den Herden froher
Menschen rasten. Ich bin kein Bürger,
geh als Fremdling hin, Und meine Tage
sind nicht Feste, sondern Fasten. Mein
Schlaf ist Fieber, weil ich Sehnsucht
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Elias auf Horeb

Nicht im Sturm und wilden Winde Auch im
Blitz und Donner nicht Naht Gott Vater
seinem Kinde: Liebe ist das
Endgericht! Nach der Nacht voll
dunkler Sorgen Tritt Elias i
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Schmerz und Qual

Nicht immer ist Schmerz Auch quälendes
Leid: `s gibt Schmerzen, die sind Wie
von Blüten beschneit. Schmerz kommt
von Gott, Und Trost liegt darein; Die
Qual ab
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Was ist Glück?

Nicht in den Gaben, Nicht in dem
Haben Ruht Glückes Kern. Nicht im
Geniessen Zum Ueberfliessen Strahlt
Glückes Stern. Einzig im
Geben Strömt e
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Meine Ruh

Nicht mag ich mehr zur Welt
zurück: Der Wald ist mir mein ganzes
Glück. Seit ich ihm in das Herz
geschaut, Bannt mich der Wald wie eine
Braut. In seinem Frieden fra
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Was ich suche...

Nicht nach grenzenloser Zeit, Nicht
nach bloßer Ewigkeit Steuert meiner
Sehnsucht singende Seele: Etwas wär es
doch, das ihr dann fehle .. Nein, das
Herz strebt einem Du,
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Noch suche ich!

Nie liebt` ich Weiber, nein! ich such`
das Weib, Das Weib der Wahrheit - ohne
Wunden, Von schöner Seele wie von
schönem Leib, In dem die Sehnsucht
soll gesunden. Noch suche
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Niels Lyhne

Niels Lyhne: wer wird ihn nicht
kennen, Den müden Menschen unsrer
Zeit, In dessen zarter
Dichterseele Das singt, was jetzt auf
Gassen schreit? Der schrille
Zwiespalt zwische
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Währende Wunder

Noch giebt es wundervolle Wunder, Nur
sieht die Welt die wahren nicht. Wen
klaren Glaubens Leuchte leitet, Der
spürt das überselige Licht. Er
sucht es nicht nur in Kapellen
... weiterlesen


Ewiger Wettkampf

Noch heute flammt das gleiche
Leben: ein ewger Wettkampf der
Geschlechter. Der ist kein
Menschensohn, kein rechter, der nicht
durch ein stets höhres Streben sich
aus den Fla
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Noch immer

Noch immer wart ich auf das Lied, Das
seine höchsten Kreise zieht: Auf der
Erlösung Wunderwort - Als meiner
Dichtung Schlussakkord. Der ich der
Sehnsucht angetraut,
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In die ewigen Wälder

Noch lieb ich die Erde, das Meer und die
Wälder -; Und küsst die Sonne die
schlafenden Felder, Verlass ich die
enge, die drückende Zelle In Wundern
mich wiegend auf lenzender Welle
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In großen Stunden

Noch niemals schritt ein Mensch der
Erde mit hellem Blick durchs dunkle
Tor, das uns verschließt das andre
Leben. Doch schritt das Andre draus
hervor, das Übergroße, Unnen
... weiterlesen


Am Morgen

Noch träume ich den Traum der
Nacht. Nicht kann der Tag heran. Der
Traum hat mich so reich gemacht, so
reich ich werden kann. Es kam ein
großes Ruhn ins Blut, wie we
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Das letzte Blatt

Noch war dies leere Blatt im Buch, und
lange-lang hab` ich gerungen, damit der
allertiefste Spruch an letzter Stelle
sei gesungen. Da kam das Wort mir in
den Sinn: `Ic
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Not thut ein Held!

Not thut ein Held Der weinenden
Welt, Der Welt, die vor Wunden Nicht
kann gesunden. Not thut ein Held Der
wankenden Welt, Der sich nicht wird
bücken Vor
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Morgenandacht

Nun ist das Herz gestimmt, dass du es
spielen magst, Du einziger Gott, an
diesem neuen Morgen. Hör! Die Nacht,
auch meine Nacht, verschwand. Gebadet
hat Die Seele sich im Licht der jungen
... weiterlesen


Werdender Frühling

Nun werfen die Buchenbüschel Die
braunen Blätter ab: Zitternd suchen
die welken Ihr spätes, grosses
Grab. Die broncenen Knospen
aber Springen aus weichem Flaum;
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Erd und Himmel eins

Nun wurden Erd` und Himmel eins. Ich
seh in Farben gleichen Scheins die
Wald- und Wolkenbreiten sanft
ineinandergleiten in Tönen violetten
Scheins. Wie wurden Erd und
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Gleichzeitigkeit

Nur ein Leben, das die Tage, Die
vergangnen, den von heut`, Wie in einem
Brennpunkt sammelt Und sie täglich so
erneut, Daß die sich erinnernde
Seele Alles lebt zu gl
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Dort!

Nur Ein Wissen Dort uns eigen, Wo die
Zweifel Alle schweigen. Nur Ein
Klingen Dort zu hören, Wo es
schallt Von Engelchören. Nur ein
Lieb
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Nur eine Stunde weit vom Tagesufer

Nur eine Stunde weit vom Tagesufer
- und meine Sehnsucht ist so
fluggeschwellt, daß sie bis in die
Sterne wird ein Rufer und eine Glocke
weithin durch die Welt. Der Tag ist
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Juni

Nächte hat er, weich und schwer. ...
Durch das offne Kammerfenster strömt
der Junigeister Heer, strömen all die
Duftgespenster vom Jasmin,
Akazienstrauch, von dem l
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Pfingstgedicht

O Geist: Du bist des Daseins
tiefstgeheimer Grund, den auch kein
Menschenwort umschließen mag. Dein
Sein versingt wohl manches Lied aus
Dichtermund: Du bleibst verborgen
selbst dem letzten
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Klage und Anklage

O Kirche, die du uns den `Geist` in neu
Gesetz gewandelt hast und - was als
Leben flammend kreist, zu Lehre
festetest, als Last zu unsrem vielen
Leide legst: wir bitte
... weiterlesen


O Sehnsucht

O Sehnsucht, dieses Daseins tiefster
Sinn, Du Weltakkord, der meinen Schlaf
muss schrecken, Und läg ich schon im
Todesschlafe drin: Denn selbst die
Toten wirst du noch erwecken!
... weiterlesen


Wünsch dirs nicht!

Oft ist mirs - als spräch ich das Wort
nicht allein, Als säh ich in seine
Seele hinein.. Der Geist erschaut der
Wesenheit Wunder Und sinkt in der
Unendlichkeit unter. Oft i
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Wer muß sterben?

Oft schon hab ich mich gefragt: `Wer
muß sterben? Ich? Oder das, was in mir
jagt?... Um zu erben
dich, ätherreines Leben du, das du
ganz bist Geist: bring die
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Eine Nachtwächtergeschichte

Oft schon versuchte mich grosser
Zorn Ueber das lärmende
Nachtwächterhorn, - Wenn ich im ersten
Schlummer stack Und aus den schönsten
Träumen erschrak. Einmal aber rührt
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Reine Lüfte

Reine Lüfte -:
Wie ich sie suche!
Alles andre
Wird mir zum Fluche.

Nur in Lüften
Der reinsten Klarheit
Badet die Seele
Sich frei zur Wahrheit.
Dorffrieden

Sag, hast du jenen eignen Frieden Schon
je gefühlt, den heut hinieden Nur noch
ein Walddorf weben kann? Du sitzst
zur Mainacht in dem
Garten Allein..     &n
... weiterlesen


In Mutteraugen

Sahst doch schon die Abendsonne Sich
als goldnen Strom ergießen Und die
weite Welt in Wonne Wie mit Liebesglanz
umschließen? So auch flammt ein
goldner Schimmer Ein
... weiterlesen


Eine Sterbestunde

Sahst Du schon in sterbende Augen? In
die Augen eines Menschen, Der erst
spät zum Frieden kam Und zuletzt sich
selber fand? Sieh! er kann`s im Wort
nicht sagen Und die Hand k
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Über dem Werk!

Schaffen ist Schönheit ... Doch was ist
das Werk? Wir schätzen, was schön!
Doch wir wissen, Daß jedes Werk nur
ein einzelner Strahl, Entrungen den
Finsternissen. Wir wiss
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Morgenlied

Schon hebt der Morgen die hellen
Flügel. Schon ziehn die Sorgen über
die Hügel als schwarze
Schatten, ohnmächtige Dinge. Licht!
heb den Matten auf go
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Letzter Sonnenkuss

Schon waren die herbstlichen Wolken
gesammelt, Ein wintergerüstetes,
stahlgraues Heer. Schon schienen die
Thore der Sonne verrammelt, Der ganze
Himmel ein farbloses Meer. Da
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Herbsthymne

Schon überbleicht der Herbst die
Wälder, Und alle Farben stehen
müd` Und alle Quellen gehen
kälter Und schlafen ging das letzte
Lied. Ein kühles Licht liegt auf dem
Lebe
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Im Spätherbst

Schwermütige Wege war ich
gegangen, Nahm ich mein leidvolles
Leben doch mit. Auf den sterbenden
Blättern hangen Sah ich in Rotschrift,
was alles ich litt. Plötzlich fasste
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Liebe zu dem All

Schönster Morgen, da die Blüte ew`gen
Seins sich uns erschloß, da wahrhafte
Menschengüte wie ein Strahl ins Herz
uns floß. Seitdem ward der Tag ein
Ew`ges, seitde
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Zur Erntezeit

Segnend schreitet durch die Flur Gott,
mit vollen Händen spendend, Und das
Werk der Allnatur Wie in jedem Jahr
vollendend. Was ich that, thu ich
auch heut: Sammle die
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Stracks in den Himmel

Seh aus dem Walde stracks in den
Himmel, - Und es sieht sein erstauntes
Blau In meine stille stehenden
Stunden Wie eine allergetreuste
Frau. Selige Sehnsucht spannt goldene
F
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An Agnes Miegel

Selber eine ,Ischtaroth,` Gingst du
auch durch sieben Thore, Tratest in den
Tempel ein, - Priesterin im heiligen
Chore Derer, die mit
Vestahänden Reinste Glut dem Leben
spend
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Aus dem Kinderland

Sie kommen aus dem Kinderland, die -
Dichter und Propheten sind, und der
Erinnerung fernem Strand. von dorther
weht ein Heimwehwind die Märchen und
die Lieder zu und
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Ewiger Rosenmond

Sieben wilde Rosen hast du mir
gebracht, Sieben Rosen, aufgeblüht in
einer Nacht. Sieben Liebesflammen
glühn im Herzen mein, Einend ihre
Gluten mit der Rosen Schein.
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Mein Leid

Sieh! mein Leid ward mir ein
Fenster, Das mich in den letzten
Rest, In die tiefste
Unterströmung Meines Lebens schauen
läßt. Seltsam ist`s, dies Letzte
schauen, Das
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Gebet

So einfach laß mich werden, daß gar
nichts mehr auf Erden den Sinn
verwirren kann: kein Mensch und keins
der Dinge, und daß Gott ganz
bezwinge, was selbst noch irrt im Mann
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Stark und stolz

So ganz am Herzen meiner Einsamkeit
- Fühl ich mich gegen jeden Feind
gefeit. Mag kommen, was da will: Ich
halte still. Die stille hält mich.
Meine Einsamkeit Hat me
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Abendlicht im Herbst

So mild und ruhig hab ich nie
gesehen Das Sonnenlicht, wies dieser
Abend zeigt, Wo in den Thälern rings
im Dämmerwehen Die Schöpfung wie ein
müder Wandrer schweigt. Es pa
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Über der Erde!

So muß die Erde dir leuchten, Als
ständest du über ihr Und über den
Wolken, den feuchten, An goldener
Himmelstür, - Als sähst du dem
bunten Leben Aus Sternenfens
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So voll von Heimweh ist die weite Erde

So voll von Heimweh ist die weite
Erde: Der Norden raunt uns zu beredte
Stürme, Es weht uns Psalmen zu der
Wind aus Westen: Die leisen Lüfte
lispeln von den Festen, Die schon Erlö
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An Bayreuth.

Sommer 1886 Hier hab ich eine Welt
gefunden, Die über alle Welt
entrückt, Und mit den stillsten
Glockenstunden Mein höchstes
Himmelsheimweh schmückt. Allew
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Sonnabendstimmung

Sonnabend. Träumendes Dämmern deckt
zu Werktag und Werktagtand. Leise
verläuten die Glocken. Voll Ruh Faltet
sich Hand in Hand. Willig schliess
ich der Woche Thor H
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Sonntag

Sonntag: o du linder Laut, voll von
Sonne und von Segen. Sieh! wie eine
reine Braut blüht er deinem Blick
entgegen. Sei nur wie ein
Bräutigam selbst geschmückt in d
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Opferstätten

Sterbebetten Heissgeliebter Sind des
Herzens Opferstätten, Die es von der
Erde reissen Und an Ewigkeiten
ketten. Klingen in die
Todesglocken Auch des Lebens liebste F
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Nur Nebel

s` giebt Tage, da siehst du nur Nebel
ringsher, Ein schwarzes, schweigendes,
müdes Meer. Nach keiner Seite ein
siegendes Licht, Das die Wolkenlasten,
die schweren, durchbricht.
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Worum ich klag!

Tausend Jahre braucht`s wohl immer, Bis
die Menschheit weiser wird Nur um eine
einz`ge Wahrheit, Bis sie sieht, wo sie
geirrt. Tausend, tausend Jahre
braucht es, Bis s
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Ewige Wiederkehr

Tot sein ist nur Ungeborensein. ...
Sind wir nicht schon all` dem Tod
entstiegen? Und so werden wir stets
höher steigen, fliegen In den
höchsten Himmel noch hinein. Um sein
Sterben
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Tot!

Tot! O furchtbar wehes
Wort! Herzdurchdringender
Akkord! Welten kannst du scheiden
.. Nur ein einziger Hauch, ein
Schrei - Und das Leben flog
vorbei. Liebe muss es lei
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Adventsklage

Trüb vertrauert` ich den Tag. Denn eine
Wolke Hing, wie überm Herz, so über
meinem Volke. `Sieh! Er kommt, Dein
König!` -: das klang so
umdüstert, Wie der Herbstwind draußen
i
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Das Auge ist des Leibes Licht!

Um Heilige lebt oft ein Licht, Fast
sichtbarlich zu sehen. Nur siehst du
solches Leuchten nicht, Wirst du im
Finstern gehen. Doch schaffst du dir
das Auge rein Und rei
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Zur Mitternacht

Um Mitternacht hörst du Minuten
schreiten Mit solchem fühlbar-festem
Schritt, als lebten sie, Als träten
sie aus ihren Ewigkeiten Und beugten
vor der Wirklichkeit der Zeit das Knie.
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Eins!

Und alle sind wir Eins: Der Mensch, das
Ding, der Traum, Der Stein, der Stern,
der Sturm, die Blume und der Baum. In
allen lebt der Eine, ew`ge
Schöpfergeist, Der aus dem Staub uns
hoch un
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Und dann?

Und dann, - wenn du wohl siebzig
Jahre, Ja hundert Jahre hast
gelebt, Wenn du das tiefste Tal
durchschritten, Den höchsten Gipfel
hast erstrebt, Was dann? .. Dann
kommt ein
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Wähle!

Und die Gottheit sprach nach manchem
Wehtag: ,Wähle! Wähl aus allen die
dir wahlverwandte Seele! - Wissen?
Liebe? Macht? Ruhm? Gold? Genuss?
.. Alles siehst du hier im
Uberfluss!`
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An ...

Und du gehst mit. Das fühl ich lange
schon, Dass in der Luft so leise
Stapfen schreiten, Und in den stillsten
Stunden klingt ein Ton, Der nur
vertraut ist unsers Herzens Weiten: Der
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Und Heimweh hat das Herz durch jeden Tag

Und Heimweh hat das Herz zu jeder
Zeit, Im Herbst und Lenz, - wie Einer,
der zur Nacht Als später Mann an
seinem Heimatdorf Vorübersaust, das er
als Kind durchging, Und das er, gle
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Das Dorflied

Und Lieder gibt`s, ich kenn` sie
lang, nur hört` ich lange sie nicht
mehr. Doch wie sie heut ein Mädchen
sang, als ich von Wegen weit kam
her und ging durch`s Dorf zum Brun
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An Hans Zuchhold

und seine ‚Frau Sehnsucht`. Zwei
Haidekinder hab ich. Die sind mein. Sie
lieben mich. Ich liebe sie. Und
doch Hat keins von uns sich je gesehn
.. Uns hat Der Hauch der Haid
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Die Heiligen

Und treten sie auf giftige
Schlangen: die Heiligen betritt kein
Bangen. Und wenn sie unter Löwen
stehen: sie werden heil von ihnen
gehen. Wenn sie sich über Felsen
wagen:
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Die Dämmerstunde

Und wenn die Dämmerstunde kommt, so
kommt sie immer, immer reich und legt,
wie eine Mutter tut, auf`s Haupt mir
Hände, lind und weich. Durch sie
wird selbst das Freche from
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Die letzte große Ebne

Und wenn die Höhen überschritten, und
alle Tale ferne stehn, dann gilt`s, aus
allen Heimlichkeiten frei durch die
weite Ebne gehn, Durch jene letzte
große Ebne, die
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Welt ohne Worte

Unsre Liebe ist ein
volles Hin-sichgeben, ein
Versprühen aller Lebensstrahlen,
tolles Sich-verschenken, Glück und
Glühen. Dieses Glühen wird ein
Klingen aller klar
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Ganze Freiheit

Verbirg` dir selbst und andern
nicht Dein wahres, innerstes
Gesicht! Wer von der Freiheit Festen
kam, Trägt nicht die Maske falscher
Scham. Wer seine Menschheit heilig
hält
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"Die Stimme einer stillen Zelle"

Vernimmst Du`s nicht?... Längst ward
mein Lied die Stimme einer stillen
Zelle, an der die Welt
vorüberzieht, nichts ahnend von der
innren Helle, die lind sich legt
auf`s An
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In einer Mainacht

Verstummt der Tag und Tagesschwall. Die
weite Welt dünkt mich ein Traum. Nur
eine wache Nachtigall schlägt
schluchzend in dem Blütenbaum. Ein
Heimweh nimmt mich bei der Ha
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Das arme Seelchen

Von dem Lager meiner Seele Zog der Tag
die keuschen Decken; Daß sie sich der
Schuld vermähle, Ach! dazu mußt` er
sie wecken. Und nun sucht die reuige
Seele Tag und
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Wie ein Echo

Von fernem Stern Verflogne, Von Hause
Weggezogne, Das sind wir Erdner
all`. Vom Heimweh treu
getragen, Umwandeln wir mit Klagen Den
dunst`gen Erdenball. Wir ruf
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Die Glocken des Neuen Jahres

Von Vineta, jener stummen Stadt im
Meere, Kündet graue Sage, daß
zuweilen Voller Glocken Klang erwacht,
und helle Chöre, Heil`gen Harfen
gleich, die Luft durcheilen. So in
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Im Hafen

Vor meinem Fenster fliesst ein
Bach, Der hält die ganze Nacht mich
wach, Singt immerfort sein Sehnen In
ungestillten Thränen. Und seinen
Tropfen träum ich nach ...
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Eine Michelangelo-Ehrung in sechs Gesängen - III.

Vor Michelangelo`s Statuen Wenn ich
vor deinen Statuen stehe und spüre
meine innre Pein und all der Menschheit
waches Wehe, dann ruf ich wohl: Was
weißt du, Stein,
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Nach den überweißen Sternen

Wahre Wunder wirkt die Mondnacht. Sieh!
die Wiesen werden weißer, Silber
fliesst in allen Bächen Und die Wege
werden leiser. Auf den leisen Wegen
wandert Meine Sehns
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Dichtens Werde

Wahrlich, öd ist Dem die Erde, Der
nicht selber ruft: ,Es werde!` Der
nicht selber kann erbauen Sich ein Heim
aus Traum und Schauen, Und aus
goldnen Geistesstrahlen
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Im Herbst

Wald und Welt verwandelt nun Der Natur
erneutes Sterben. Ist es auch ein leis
Verfärben, Lässt es mich doch nimmer
ruhn! Immer weckst du, Herbst, mir
Weh - Und ich m
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An den Wald

Wald, der um mein Leben rauscht, Ob ich
noch so fern dir gehe, Wald, in den die
Seele lauscht, Ob ich auch im Staube
stehe -: Bricht die letzte Nacht mir
an, Gönn` mi
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Alles fließt

Wandrer, weisst Du, dass du nie
verlassen Wanderst die weiten,
gähnenden Gassen? Alles wandert. Alles
ist Bewegung. Jedes kleinsten Lebens
Regung Ist ein Wandel, ist ein Wandern,
... weiterlesen


Eine Farbensinfonie

War das ein wunderliches
Abendleuchten: Die Wolken blauschwarz,
unten angeglüht, Eindringlich rot am
Rand ... Die sonst graufeuchten Waren
ein Purpurgarten, vollerblüht. Zu
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Erlebt!

War verreist vier Wochen lang, - Nahm
dann meinen ersten Gang Zu der alten
kranken Frau, Deren Lied stets ,Ach!`
und ,Au!` ,Nun, wie gehts? War lange
fort. Half euch j
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Wünsche

Was ich mir wünsche? ..    
         
      An jedem Tag Ein
Herz voll Sonne und Amselschlag. Rote
Rosen an meinen Wanderwegen, Mei
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Ein ewiges Glück

Was ist das Glück Einer blühenden
Welt? - Schau doch zurück, Wer das
Szepter hält! Lenke den Blick Auf
das blühende Leid Und
Missgeschick Deiner seu
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Gültige Richter

Was ist Gold? Und was ist Gunst? Was
ist Ruhm und Loben? ... Alles, Alles
eitel Dunst! Nur die Sterne
droben. Und in deiner eignen
Brust Die beseelten Lichter S
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Was ist Wahrheit

Was ist Wahrheit? - ruf ich ins
Weite. `Wahrheit bist Du! antwortet die
Erde. Fühlst du dich nicht als Gott
und Gebieter trotz dich drückender
Tiergeberde?` Wisse! weil ich
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Was ists?

Was ist`s doch, das die Welle
treibt Zum fernen, grossen Meere? Und
das die ewigen Fragen schreibt In
unsrer Herzen Leere? Was ist`s doch,
das im Blumenduft Verströmt
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In der Mainacht!

Was ist`s, das in der Maiennacht So
breite, weite Streifen webt Und wie ein
schneeiger Seidenglanz Auf Wiesen und
um Bäume lebt? Es ist das leise
Mondenlicht, Das auf
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In Harmonie

Was lang wie los im Herzen war, Ein
Etwas, das im Dunkel ging, Das lebt nun
in mir sonnenklar Und klingt - ein
festgeschlossner Ring. Das rundet
sich zu Melodie Und la
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Die Sehnsucht

Was lebt auf der Erde, das atmet durch
mich: des Lebens Leben, die Seele bin
ich. Ich speise dein Blut und ich
nähre dein Herz. Ich bin die Freude.
Ich bin der Schmerz.
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Ich sags Dir nicht

Was meiner Seele Süße macht und Qual,
bleibt namenlos. Ich sag`s Dir nicht,
in keiner Nacht, wüchs beides noch so
groß. Ich nenn`s Dir nicht, an
keinem Tag, wenn D
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Was war ich?

Was war ich? ..      
          Eine
Blüte, Die in der Sturmnacht
starb. Ein Bettler, der am
Wege Hungrig und müd verdarb. Wa
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Alle Frühlinge

Was wir Frühling nennen, ist ein
kleines, flüchtiges Lächeln Gottes
über dieser Erde, ein Aufleuchten
Seines Widerscheines, Seiner Schönheit
eine schimmernde Geberde. Al
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Auf sicherem Pfade

Was wirklich nach der Heimat geht Auf
sicherem, seligem Pfade, - Das ist ein
herzliches Gebet, Geweckt vom Geist der
Gnade. Strömt einst mein letzter
Seufzer aus: - O
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Was wissen wir?

Was wissen wir auf Erden vom
wesentlichen Licht? Wir schauen die
Geberden, die Seele sehn wir
nicht. Wir sehen nur Gesichter, und
oft trügt uns der Schein. Nur
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Du allein!

Wege gibt`s, die Du allein, Wandrer,
oder nur zu zwein Gehen darfst in
fernes Land, Da die Sehnsucht steht am
Rand Einer großen roten Heide, -
Weisend Dich in fernste Weite,
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Weine leise!

Weine leise über deine Toten, Denn sie
sind zum Frieden eingebettet. Leise,
leise haben Himmelsboten Ihre Seelen in
die Ruh gerettet. Ruf sie nicht
zurück mit lauten Klagen
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Er ists!

Weisse, erwachte
Kirschenbäume, Dahinter ein Kranz
frischrankender Lärchen, Darüber ein
Himmel voll blauer Träume -: O Welt, o
Herz! Ist das nicht der
Frühling? Und eine
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Weisst du - wo?

Weit - weit - Hart an der
Ewigkeit, Über den Zeiten, Ganz
hinter Mitternacht, Wo schauernd
schreiten Füsse der Geister sacht, Wo
gar kein Wald mehr Und keine W
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Was hilft?

Weit ist der Weg, das wenige Wissen
wirrend. ..Was willst du Wissen als
dein Letztes wählen? Sieh! All
Erkenntnis lässt dich dennoch
irrend, Liess viele schon das
Himmelreich verfehlen.
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Für alles sei Gott gebenedeit!

Weiß gar nicht, wie das so eigen
ist: Je weiter ich wandre, je mehr
vergißt Sich alles vom alten und
einstigen Leben. Wie uferlos die Jahre
verschweben, Die Jahre sonderlich, seit

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Welch eine Welt!

Welch eine Welt: Goldregen und
Flieder im eigenen kleinen Garten. ...
Ich mein`, ich sähe die Jugend
wieder und dürfte die Liebe
erwarten, die Liebe, die wie ein
golden Erg
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Wechselwirkung

Welch Wunderweben Eint dich und
mich: Du bist mein Leben, Dein Lied
bin ich. Du giebst mir Leben, Das
nicht entflieht -: Draus darf ich
weben Der Liebe L
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Vertrau!

Wenn an dem Firmamente Ein Stern im
Sturm zerfliegt, Siehst du, dass dann
die Erde In tieferm Dunkel
liegt? Ich sah schon hundert
Sterne Sterben in einer Nacht:
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Abendschwermut

Wenn der Tag vertönt, kommt
Schwermut Nachtgetreu zu mir
gezogen; Schwer, wie dunkeltiefe
Meerflut, Wallen um mich ihre
Wogen. ,Allen Dingen kommt ein
Ende` Singt mir
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Kein Traum

Wenn des Glaubens große Sonne In dein
kleines Leben fällt, Geht die ganze
Welt dir unter: - Auftaucht eine neue
Welt! Aus den Fluten wilder
Zweifel, Aus des Sehnens
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Mit Liedern

Wenn des Morgens die Seele gebadet
hat, Dann geht sie hinaus in die
staubigen Lande, Zu lösen den vielen
Gefangnen die Bande, Zu helfen jedem am
Weg, der matt Und wandermüd im Stau
... weiterlesen


In letzter Stunde

Wenn die letzte Stunde naht,
versinke, Welt, du wehe, in die tiefste
Nacht! Seele, steig aus allem Schatten,
trinke Leben, ewges Leben,
geisterwacht! Nur Ein Lichtpunkt noch

... weiterlesen


Eine Michelangelo-Ehrung in sechs Gesängen - II.

Wenn Er den Mann erschuf, so löste Er
die letzte der Hüllen von dem stummen
Steine nicht. Er fürchtete, es möcht
zu tiefer Schatten sich legen auf sein
eigen Angesicht. U
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Bin ichs? Oder ists ein Höhres?

Wenn ich morgens früh betret` mein
Zimmer, Sitzt die Muse schon auf meinem
Stuhle. Golden leuchtet ihr Gewand` und
golden Seh` ich an den Wänden Bilder
prangen Neuer Schönheit ...
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Wenn ich nun gehe

Wenn ich nun gehe, weint mir
nicht, Lasst jeden Klageschrei; Ihr
wisst, es geht ins ewige Licht In einen
ewigen Mai... Seid still und geht im
Geist mir nach Auf meinem Höheng
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Die Wartenden

Wer abstieß von dem festen Lande auf
eignem windgeschwelltem Schiff, den
treibt`s nicht mehr zum alten
Strande. Er scheut drum weder Sturm
noch Riff und lenkt das Schiff for
... weiterlesen


Was ist der Mensch?

Wer bist du, sicherer Segler, Der
wagend die Wogen teilt? - Doch nur ein
gefährdeter Fahre Der die Küste noch
nicht ereilt. Wer bist du,
rauschender Redner, In der Z
... weiterlesen


Das Glück

Wer das bekam, Was mir aus Gram Und
langer Not, Ja aus dem Tod Als die
Erfüllung sproß: Der wuchs ins Leben
groß, Und packt das Glück Tief im
Genick U
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Wers könnte!

Wer in sich graben könnte Das
Tiefgeheimste ans Licht! Trägt jeder
doch von uns späten Von Tausenden das
Gesicht, Ja von Millionen Eltern Das
Leben in seiner Brust!
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Herbstfarben

Wer kann sich satt an all` den Farben
sehen, Die rings die sterbende Natur
verstreut? Noch schöner ist die Erde
im Vergehen, Als wenn sie ihre ersten
Blätter beut. Das ist
... weiterlesen


Nur der Mensch

Wer leidet, wie ein Mensch muß
leiden? Kein Tier, kein Engel ahnt die
Not. Denn in ihm streiten ja die
beiden, So Leib wie Geist, so Tier wie
Gott. Wenn selbst die höhern E
... weiterlesen


Der Pilger

Wer nach der Heimat wandert, Spricht
auf dem Weg nicht viel. Er denkt nur an
das Eine, Ans grosse, leuchtende
Ziel. Er sieht nur in die Sterne Und
wandert still hinaus
... weiterlesen


Wer siehts?

Wer sieht es, wo im Ozean Ein Schiff
geteilt die Fluten? Und wo auf weiter
Lebensbahn Die müden Füße
ruhten? Auf Land-Entdeckung ging das
Schiff: Da mußte es zersc
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Sei Lebensbote!

Wie darf ich denn ans Sterben
denken, ich Sohn der lenzgeschmückten
Erden? Zum blauen Himmel will ich
lenken den Blick, auf aller Wunder
Werden. Wer mag an dich, du Tod, den
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Wie der Türmer!

Wie der Türmer einer großen
Stadt Seine Wohnung zwischen Erd` und
Himmel hat, Fest auf hochgebauter Warte
stehend, Alles Treiben drunten
übersehend, Jedem wachen Leben nahe
und do
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Zwei Sterne

Wie die bleichen Träume Ferner
Jugendzeit Liegen meine
Wiesen Mondlichtüberschneit. Leise
raunt das Wasser, Jeder Stern ist
wach. Meine Augen blicken S
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Abendfeier

Wie ein Gebet Der Abend fleht. Da
schwebt auf der Wolke Zum feiernden
Volke Der niederen Welten Aus goldnen
Gezelten Ein himmlischer Reigen. Wir

... weiterlesen


Märzträume

Wie ein Traum fliegt der Lenz übers
Land, Keiner behält ihn fest in der
Hand; Flüchtig sein Gold und flüchtig
sein Blau, Heute seh ich nur Grau in
Grau. Märzende Tage: D
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Der stille Garten

Wie gefangen liegt die Sonne Hier in
meinem kleinen Garten, Wo zu immer
neuer Wonne Tausend Wunder auf mich
warten. Fühle von der Welt da
draußen Nichts mehr hinter
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Mein Dank

Wie hab ich lange auf den Tag
gehofft, Wo du mir eine ganze Freude
würdest geben, Mein gütiger Gott und
Vater .. Oft, wie oft Hab ich mein
eigenes liebes Leben Dir als ein willig
O
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Unverloren

Wie hab ich mich bekümmert oft ums
Schicksal meiner Toten. Was ich
geglaubt, geliebt, gehofft, lag selbst
wie tot am Boden. Da lebt jetzt zur
Novembernacht das Wort a
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Wende

Wie ich dich segne, Wunder der
Nacht, Die du neue Sterne dem
Wandrer Und meinem Leben die Wende
gebracht. Dass ich die Strasse zieh als
ein Andrer! Müde sass ich am Weg und
leer,
... weiterlesen


Zum Vorspiel des 3. Aktes von Tristan und Isolde

Wie in eine Freundesseele Strömen tief
in deine Töne, Tristansweise, meine
Schmerzen, Und du strahlst sie aus in
Schöne. Wie das Licht die weinenden
Wolken Siebenfa
... weiterlesen


Vorspiel zum Parsival

Wie in einem Opferstrom Mündet meine
selige Seele Hier im hehren
Gralesdom, Ganz erlöst von Fall und
Fehle. In dem frommen Sang
verhaucht Dieser Erde lautes Leben.
... weiterlesen


Demut - größter Mut

Wie oft hab ich mein Augenlicht geneigt
in tiefem Dich-Verstehn, Du Gott, vor
Dessen Angesicht die Engel stumm
vorübergehn. Mein Mannesmut war
nicht erschlafft, wenn
... weiterlesen


Was soll ich dann im Alltag tun?

Wie oft, wenn ich ein Lied
belauscht, So eins, wie`s von den
Sternen rauscht, Von jenen goldnen
Ätherwänden, - Oder von feinen
Frauenhänden Am Blüthnerflügel
Chopinweisen,
... weiterlesen


Was wars?

Wie oft, wenn ich in späten Jahren Am
Abend vorm Zubettegehn Noch mal das
ganze Haus durchfahren, Nach jedem
Schloß und Tor gesehn, Ob alles auch
geschützt und richtig
... weiterlesen


Die Weihnachtsglocken

Wie tönen heut` die
Weihnachtsglocken Viel voller übers
weiße Land, So voll und weit, als
gäb`s kein Stocken An irgend einer
Felsenwand. Als wär` die ganze weite
Erde
... weiterlesen


Winter-Erwartung

Wie ward das Land so still! Ich sitz`
im trüben Haus Und schau` verstimmt
hinaus Auf lebensleere Gassen, Von
allem Licht verlassen, - Was weiter
kommen will! W
... weiterlesen


Letzter Sommertag

Wie wenns die Sommersonne, Die
scheidende, gewusst, - Erfüllte sie
mit Wonne Noch einmal jede Brust. So
sieghaft lief ihr Leuchten Ueber das
tiefste Thal; Bis
... weiterlesen


Zur rechten Zeit

Wie will sich alles wunderbar zur
rechten Zeit erfüllen: Gott läßt uns
einen langen Weg ganz gehn nach unsrem
Willen; dann tut er seinen Willen
kund und läßt, sel
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Notturno

Wie zieht der Mond so weite
Grenzen, Das ganze Thal - es segnet
mich. Das ist ein silberselig
Glänzen, Als öffne aller Himmel
sich. Die Wiesen leuchten weiss wie
Linnen;
... weiterlesen


An den jungen Frühling

Wieder blühst du dein
Erstaunen, junger Frühling, in die
Welt, wandelnd ihre Winterlaunen in
ein Antlitz, lichterhellt. Daß sie
sich versöhnt vermähle mit dem wid
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Lenzgott, Du!

Wieder offenbarst Du Deine
Stärke, ewig-unerschöpfte
Lebenskraft, Lenzgott-Du! Ich schau die
Liebeswerke, die alljährlich neu Dein
Wunder schafft. Einzig seh ich, was
ich
... weiterlesen


Bitte des Freundes

Wir brauchen uns nichts zu sagen, wir
brauchen uns nur zu sehn hinein in
unsere Augen und werden uns ganz
verstehn. Durch diese offenen
Fenster wissen die Geister zu g
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Dort wollen wir hin!

Wo kommst du her, du betäubender
Tod? - Aus der Heimat hinter den Bergen
rot! Wo führst du hin, aus dem Leben
heraus? - Ich trag dich auf Flügeln
in`s ewige Haus! In`s ewi
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Woher? Wohin?

Woher? Wohin? Das sind die Ziele, Die
ewigen, in dem Weltgewühle. Und
allezeit erregt den Sinn Des Wandrers
das:, Woher?` ,Wohin?` ,Woher?` ..
Wie magst dus anders meinen,
... weiterlesen


An die „modernen“ Sehnsüchtler

Wohl hab ich mit euch Vielen Eins
gemein: Die Sehnsucht.    
        Doch die
meine geht allein, Zieht einem Ziele
zu, das ihr nicht nennt, Fliegt einer
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Wähnst du, im Weibe die Wahrheit zu finden

Wähnst du, im Weibe die Wahrheit zu
finden? Keiner noch, der sie dort
gesucht, konnte die Welt in sich
überwinden. Liegt doch die Wahrheit
nirgends gebucht, weder in einem
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Vor der Ernte

Über des Kornes Wogen Kommt zur
Verklärung gezogen Gott-Vater von
seinem Thron. Es neigen sich alle die
schweren Lichtgeblendeten
Aehren, Kornblumen und leuchtender
Mohn.
... weiterlesen


Junger Lenz

Über eines Winters Sehnsucht Schüttet
der Lenz die Blüten aus. Erfüllung
leuchtet von allen Bäumen, Wieder
pflückst du Veilchen zum
Strauss, Wieder hörst du die Wälde
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Über die Kraft

Übermenschliches hab ich getragen an
unnennbar schweren Tagen. Mit Dämonen
menschlicher Gestalt hab ich
gestritten, Höllenqualen,
Gottverlassenheit erlitten. Nun
ward`s wi
... weiterlesen


Zu eng

Zu eng wird mir des Hauses Raum. Nicht
mag ich`s mehr ertragen! Es ruft mich
höherer Heimat Traum: Sie muss ich mir
erjagen. Wohl lass ich mir zur
Herberg noch Die H
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Klage der Verlornen

Zu spät! Zu spät! Wer rettet? Wer
rät? Wir haben verloren Den Weg zu
den Thoren Ins ewige Licht. Auch
finden wir nicht Die Strasse
zurück Zum leuchtenden Gl
... weiterlesen


Zum letztenmal

Zum letztenmal - welch wehes
Wort, Welch schriller Schrei der
Schmerzen. Zum letztenmal, dann trug
man fort Das Herz aus meinem
Herzen. Zum letztenmal ... Wer je
geschmeckt
... weiterlesen


Ein Tag

Zwischen Traum und Traumes Spende Falt
ich meine leisen Hände, Wartend auf
die Wundergabe, Die im Schlaf erschaut
ich habe, Wartend, ob sie sich als
Segen Will auf meine Wege
... weiterlesen


Alles Reife will sterben!

`Alles Reife will
sterben!` Nietzsche. Nicht ist
Sehnsucht nach dem Sterben Immer auch
schon Todesreife; Wenn ich nur ins
Dunkel schweife, Wird der Tod kein
Mehr-Erwer
... weiterlesen


Du Gott bist überall

`Die Dichter haben Dich verstreut`
-: Du, Gott, bist überall! Und jeder
Tag, der sich erneut, singt Dich mit
vollem Schall. Ich will nicht wissen,
wo Du bist: grüß
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Seelensingen

`Es ist ein Wille, der in der belebten
und unbelebten Natur nach Dasein
dürstet.` (Schopenhauer.) Nichts
Stummes gibt es auf der Welt Was Gott
rings um uns her gestellt,
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An den Himmel

`Gieb mir ein Lied`: sprach ich in
halbem Scherz, Als sollten sie vom
hohen Himmel fallen Die Lieder, die ja
meines Herzens Herz, Das Eigenste von
meinen Gütern allen. Doch
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Von irgendwo

`Herz! bist du wirklich stark, das
Hassen von einstmals-Liebstem zu
bestehn? Gilt`s doch, wenn alles dich
verlassen, noch lebenstätig weiter
gehn.` `Ach! aus mir selber kann
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O meine müden Füße

`O meine müden Füße.` Storm. O,
meine müden Füsse - Kaum tragt ihr
mich noch fort, Und doch muss ich noch
weiter Nach fernem, fernstem Ort. O,
mein
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Selig sind, die geistig arm sind!

`s gibt noch eine tiefre Armut, Als die
äußre nur: Eine frohe und
freiwillige! ... Ahnst du ihre
Spur? Selig! wer es mag
verstehen, Daß - sein Herz so voll,
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Wann?

`Verlorene Liebe` - giebt es nicht! Nur
Liebe, die sich soweit verliert, Dass
sie Verlorenes leitet ins Licht; Liebe,
die nicht das Leben verziert, Nein! die
den Leiden geht auf den
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Wehe mir, dass ich ein Fremdling bin!

`Wehe mir, dass ich ein Fremdling
bin!` Psalm 120 V. 5. Wehe mir, dass
ich ein Fremdling bin! ... Die Heimat,
die Heimat verloren: Das macht so
müde, das irrt den Sinn,
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Wie können, die nicht Genesende sind, den Frühli

`Wie können, die nicht Genesende sind,
den Frühling
verstehen?` Nietzsche. Nur die
Genesenden Sind auch die Lesenden In
all den Wundern des aufgeschlagnen Un
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Toren mit eurem Denken

`Wir müssen den Dämon in uns
vernichten`... Toren, mit all eurem
Denken und Dichten habt ihr`s noch nie
zuwege gebracht; immer blieb stärker
des Dämons Macht. Erst wenn i
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Liebt die Erde!

`Zu Mir wollt Ihr kommen ins
Himmelreich? Und fühlt es nicht, wie
Ich immer gleich Euch hege am Herzen
durch Nacht und Tag? Und wie eine
Mutter auf Händen trag`? Was wißt
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