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Gedichte - Ludwig Pfau


Der Polenmutter Wiegenlied

    Schlaf, mein Kind, und
träume;     Stille ist die
Nacht,     Und die alten
Bäume     Flüstern um die
Hütte sacht. Schla
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Mädchenlieder. X.

    Schnurre, Spindel,
schnurre!     Dreh` dich
stink und surre!    
Fleißig mußt du spinnen  
  Für mein bräutlich
Linnen. Was
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In ein Album

(Nach Lamartine) Das Buch des Lebens
ist ein dunkles Heiligthum, Man
öffnet es und schließt es nicht nach
eigner Wahl; Die schönste Stelle
liest sich nur ein einzigmal,
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Volksweisen. IV.

Ach scheiden, immer scheiden! Wer hat
denn das erdacht? Der hat in meine
Freuden Ein großes Trauern
bracht. Du Wächter auf ber Zinnen,
Ruf` du den Tag nicht an,
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Des Liebchens Schmuck

Ach! Gold und Perlen möcht` ich gleich
Um Haupt und Hals dir, Süße, legen;
Doch Dichter, weißt du, sind nicht
reich, Das thut mir wehe deinetwegen.
So nimm denn, den
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Abreise

Ade! nun zieh` ich meiner Straßen, Um
mich und in mir düstre Nacht; Die
Welt ist wie von Gott verlassen, Kein
Sternengruß vom Himmel lacht. Und
auch vor meines Sternes
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Freundesart

Allein lieber Freund, du halfest mir,
Das ist recht schön, ich danke dir.
Doch willst du nun in meine Sachen
Dich mengen und das Schicksal machen,
Mich meistern gar und mich erm
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Burschenlieder. II.

Allnächtlich zu der Mühle Geh` ich
den stillen Pfad; Die hellen Sterne
fallen, Die weißen Nebel wallen, Es
braust aus tiefer Kühle Das flinke
Mühlenrad.
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Huß

Als der Huß, der edle Böhme, Mußt`
zum Feuertode gehen, Liefen alle guten
Christen, Wollten ihn verbrennen
sehen. Und die frommen Pfaffen
quälten Ihn auf seinem lezte
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Schöne Zeit

Als wir im tiefen Thale Beisammen
saßen beid` Im heimlichen
Sternenstrahle War eine schöne
Zeit! Des Tages Augen sanken, Es
wallten weit und breit Nur no
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An einen Dichter

Am Himmel ist das Abendroth entglommen,
Andächtig schweigt die Erde in der
Runde; Ich trete zu dir in der
Feierstunde, Wo von der Brust das
Irdische genommen. Und, deuten
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Die Weibertreu

An Justinus Kerner. In des
Schwabenlandes Gauen, Aus der Auen
lichtem Glanze Steiget frei ein
schöner Berg, In der Reben duft`gem
Kranze. Gleichwie eine Ma
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Die Nonne

Auf der hohen Zinne die Nonne stand,
Sie schaute hinaus in das winkende
Land. Was hat denn ihr Auge tief
unten        
Gefunden? Viel Blumen am waldigen
Rand.
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Schiller und Goethe

Auf seinen ew`gen Bahnen, fest und eben,
Da wandelt Goethe still verklärt und
rein, Als wie ein Stern von
wandellosem Schein, Hoch über diesem
wildverschlungnen Leben. D
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Die deutschen Bettler

Aus Deutschland zieht nach allen Wegen
Von stolzen Bettlern eine Schaar.
Ihr bleiches Antlitz schlägt der
Regen, Der Sturmwind wühlt in ihrem
Haar, Sie tragen ihres Volkes Qual
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Anrede an die Stadt Heilbronn

bei ihrem Erscheinen im Bürgerverein an
der Spitze eines Maskenzuges den 19.
Februar 1846. Willkommen, edle Stadt!
in diesem Haus, Das heute sich zu
bunter Lust geschmückt;
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Schillers Tod

Beim kühnen Flug zu freundlich hellen
Sternen, Den er so oft schon sehnend
unternommen, Schwang er sich dießmal
zu den fernsten Fernen Und — wie der
Pfeil, der, als er übersprungen
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Mädchenlieder. III.

Da geht ja die Grete, den Hansel im Arm,
Ei! wie sie sich drücken so herzig
und warm! Jetzt halt` ich`s hier innen
nicht länger mehr aus, Geh` über den
Steg auf die Wiese hinaus.
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Poesie II

Da kein Asil das Leben dir will zeigen,
Was bleibt dir, als des Todes Hand zu
fassen, Und so im Herzen nieder dich
zu lassen, Das dir zu kurzem Wohnen
ward zu eigen? Da ta
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Liebesfriede

Da kommen sie und sagen, Du seist so
weit von hier, Und Städt` und Berge
ragen Wohl zwischen mir und dir.
Mich stört nicht Ihr Beginnen, Ich
schau nur in mein Herz -
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Ein Kind

Da liegt ein Kind, so feurig und so
mild, Als wie ein Tropfen Thau, in dem
das Bild Der Sonne sich in tausend
Strahlen bricht. Ihm ist der
Schöpfungsgluten junges Licht, Als wie
ein
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Mädchenlieder. I.

Da sitz` ich und weine Und harre
allein, Und fort ist mein Liebster
Wol über den Rhein. ES rauschen die
Winde, Das Vögelein eilt; Will
keines mir sagen,
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Burschenlieder. X.

Da wir so beisammen sind, Und die
Gläser klingen, Ei da wollen wir
geschwind Auch was Tüchtigs singen!
Trag` euch wol ein Liedlein vor,
Welches euch gefalle; Ab
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Das Christenthum

Das Christenthum gleicht einem edeln
Kerne, Von einer schönen Schale rings
umwoben. Der Kern erkeimte, wuchs zur
blauen Ferne, Hat aus der Schale sich
als Baum gehoben. Die Blü
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An die Vergessene

Das Grab hat dich verschlungen, Da
modert dein Gebein; Das Sterblieb ist
verklungen, Wer denkt noch fürder
dein? Ach! Alle sind verschwunden,
Die einst geweint mit mir;
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Der Becher

Das Leben ist ein goldner Becher, Voll
süßer Lust und dunkler Kunde. Nur
sparsam nippt der kluge Zecher Und
gönnt sich kaum ein Freudenfest. Nie
taucht sein Blick zum heil`gen
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Antwort

Das Leben ist ein unerschöpfter
Bronnen, Ein Thor nur kann es schelten
arm und nichtig; Stets bleibt es reich
und wird aufs neue wichtig, So viel du
auch geschöpft hast und gewonnen.
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Das Leben ist euch eine trübe Lache

Das Leben ist euch eine trübe Lache;
Gott schaut herab in seiner ew`gen
Milde, Doch, wie der Schatten
hinschwebt auf dem Bache, Bleibt keine
Spur zurück vom Götterbilde. Hohl
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Der Wilderer

Das Pulver auf die Pfanne! Das Messer
in den Gurt! Schon dunkelt`s in dem
Tanne, Dumpf rauscht es bei der Furt.
Dort hat er ihn erschlagen; Dort lag
er blutig roth.
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Weihnachtsgedicht

Den deutschen Arbeitern in Paris zum
Bescherungsfest Im Kreise froher
Weihnachtsgäste Sei uns gegrüßt, o
Lichterbaum! Verheißung strahlten
deine Äste Manch kindli
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Das alte Bettelweib

Den reichen Segen habt ihr
eben Geheimst im Feld und auf der
Au; Iezt holet ihr die Frucht der Reben
— Wo ernte ich, ich arme Frau? Mein
Kleid ist dünn, der Herbstwind brauset,
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Der Geiger

Der alte Geiger lehnet stumm Am alten
Lindenbaum; Von alten Lenzen träumen
sie, Die beiden, gleichen
Traum. Wie zog der Geiger vor der
Schaar Der Tänzer einst mi
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Der beste Schütze

Der beste Schütze, den ich weiß, Das
ist der Wilhelm Tell. Wie schlug sein
Herz so kühn und heiß! Wie traf sein
Pfeil so schnell! In hoher Luft der
Weih im Flug,
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An einen Freihheitsdichter

Der du herab von deiner Berge Spitzen
Ertönen läßt der Schlachttrommeten
Chor, Wol deines Liedes Schwerter sah
ich blitzen, Und aus dem
Frühlingstraum fuhr ich empor. Ich
lie
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Der frische Kranz, er wird zur Todtenkrone

Der frische Kranz, er wird zur
Todtenkrone, Ein früher Sarg wird aus
dem Dichterthrone. Die Lieberblumen,
die ich mir gezogen, Die werden kurze
Zeit um`s Grab mir wogen, Denn an
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Mädchenlieder. IV.

Der Garten grünt, es blüht der
Baum, Die muntern Vöglein singen; Das
ist mir Alles wie ein Traum, Das kann
zu mir nicht dringen. Mein Aug` ist
trüb, mein Herz ist schwer,
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Herbstwind

Der Herbstwind sprach zum Alten `Wank`
heim an deinem Stab! Horch! wie die
Blätter rauschen — Bald decken sie
dein Grab. Die Blume deines Lebens
Verwelket und verblaßt
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In ein Stammbuch

Der Mensch gleicht einem Baume; so wie
dieser Muß er die Wurzeln in die Erde
senken, Und festen Fuß im sichern
Grunde fassen, Damit ihn nicht des
Lebens Stürme schüttern, Und
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Burschenlieder. VI.

Der Rock verschabt, der Seckel leer,
Die Sohlen durchgetreten — Da ist
es Zeit, bei meiner Ehr`! Zum Schaffen
oder Beten. Es ist doch eine schlimme
Zeit! Ich reis
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Gärtnerlied

Der schönste Garten auf Erden Der
liegt in Liebchens Herz; Dürft` ich
dort Gärtner werden — Vorbei wär`
aller Schmerz! Wie wollt` ich die
Hände regen In mei
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Des Diadems, des Purpurmantels Licht

Des Diadems, des Purpurmantels
Licht, Des Goldes Glanz entzückt mein
Auge nicht; Könnt` ich mich mit dem
Dichterpurpur schmücken, Die
Dichterkrone auf die Locken
drücken, Dann wo
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Vater und Mutter

Des Menschen Mutter ist Natur, die
milde, Sein rauher Pflegevater ist das
Leben. Wie auch die Mutter mag ihr
Kind umschweben, Der Vater sucht und
faßt es an, der wilde. W
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Stille Lieder. X.

Dich fand noch nie das Morgenroth In
Thränen wach und bittrer Noth; Du
kennst sie nicht, die heil`ge Macht,
Die schlummert in der Seele Tiefen —
Die Kräfte, die  im Buse
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Dichterseele

Die Dichterseele gleichet einem Kinde,
Deß Mutter starb, da es zur Welt
gekommen. Das Leben kam, die
Wärterin, die blinde, Und hat es an
die kalte Brust genommen. Da wei
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Gute Nacht

Die Erde schloß die Augen zu, Die
Sterne halten Wacht, Und alle Thäler
stehn voll Ruh` — Mein Liebchen,
gute Nacht! Die Wasser rauschen fort
von hier, Die Lüf
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Gute Nacht

Die Erde schloß die Augen zu, Die
Sterne halten Wacht, Und alle Thäler
stehn voll Ruh - Mein Liebchen, gute
Nacht! Die Wasser rauschen fort von
hier, Die Lüfte zie
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Stille Lieder. XX.

Die Ferne winkt, der Morgen lacht, Ich
streife durch`s sonnige Land; Es hat
die Erde wol über Nacht Viel duftende
Blumen gesandt. Es nicken die Zweige,
vom Thaue
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Die Glocke bebt und spricht mit lautem Dröhnen

Die Glocke bebt und spricht mit lautem
Dröhnen, Wird sie gerührt von
Freuden oder Klagen; So klang auch
meine Brust, an die geschlagen Des
Lebens Hammer — hier verhallt ihr
Tönen.
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Nachtviole

Die Nachtviole muh im tiefsten Herzen
Den Duft verschließen bei der Sonne
Scheinen. So lang um sie des Tages
Kinder scherzen, Träumt sie hinab,
sich mit sich selbst zu einen. D
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Der Auswanderer

Die Orgel schweigt, die Kirch` ist aus,
Ade du altes Gotteshaus! Heut`
segnet mich zum leztenmal Mit frommer
Stimme dein Choral. Ja sende mir nur
deinen Segen Noch zum Ge
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Stille Lieder. XXI.

Die Sonne ist geschieden Mit ihrem
heißen Schein, Da kehrt ein süßer
Frieden In meinem Herzen ein. Aus
stiller Dämmrung steiget Der helle
Abendstern; I
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Glaube

Du achter Glaube! nicht wo Orgeln
schallen, Wohnst du, und Tausend am
Altare knieen; Du schüchtern Kind
willst dem Gedräng entfliehen, Du
liebst den Ruf nicht kirchlicher
Vasallen.
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Stille Lieder. II.

Du armer Baum, so abgehauen, In deiner
besten Jugendkraft! Am Stamme muß
jetzt niederthauen Als Thränenstrom
dein Lebenssaft. Empor willst du noch
Keime schicken,
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Du gehst, verfolgt von jedem Drange

Du gehst, verfolgt von jedem Drange,
Still deine Bahnen durch die Welt,
Was ist`s, das auf dem schweren Gange,
Mein Herz, so aufrecht dich erhält?
Du hast ja Nichts, worauf man
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Burschenlieder. IV.

Du kehrst mir den Rücken Mit schiefem
Gesicht? Ich springe, sei ruhig, In
den Neckar drum nicht. Geschnallt ist
das Ränzel, Der Stock ist zur Hand,
Die Welt ist
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Ständchen

Du Lieb! all ihre Grüße Schickt dir
die Frühlingsnacht: Schlaf wohl! du
Wundersüße, Du Süße! Gehüllt in
deine Pracht. Es kommt aus Kelch und
Dolde
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Totenklage

Du liegst im fernen Westen Am stillen
Ozean Bei fremden Todesgästen Im
grünen Uferplan. Ich kann dein Grab
nicht sehen, Ob Weiden über ihm
wehen, Ob Lilien auf
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Die Palme

Du Palme bist ein edler Baum, Es
strebt dein hoher Sinn nach oben; Dein
Haupt wiegt sich im ew`gen Raum, Von
innrem Drang emporgehoben. Nichts
fesselt dich in niedre Haft;
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Schmerz und Liebe

Du sollst nicht trauern, Theure, daß
mit Beben Wir unsrer Liebe süßes
Glück genossen, Daß tausend Thränen
kamen nachgestoßen Für einen
Lichtblick, den sie uns gegeben.
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Gesang der Todten

Du Wandrer, der im Lichte Ob unsern
Häuptern geht, Auf dessen Angesichte
Das rothe Leben steht, O wolle nicht
vergessen In deinem Sonnenschein Der
Todten, die in
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Abschied vom Gesang

Du warst mir schon in frühster Jugend
Tagen, Geliebtes Saitenspiel, ein
treuer Gast; Du gabst ein Echo meines
Herzens Klagen, Du streiftest ab des
engen Lebens Last; Die Seele hast
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Stille Lieder. I.

Durch die Lüfte geht ein Kosen,
Junges Grün erwacht im Feld; Aus
den Dornen brechen Rosen, Lerchenjubel
füllt die Welt. Was soll diese Luft
dem Herzen, Das sich
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Stille Lieder. V.

Ein leises Weh, ein stiller Schmerz
Küßt jedes Glück der Erden; Drum
kann auch nie ein Menschenherz Ganz
froh und selig werden. Geöffnet ist
der Freude Thor, D
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An die Philosophen

Ein Räthsel bleibt uns doch das
Menschenleben, So oft wir eure Worte
auch vernommen; Wir fragen staunend wo
wir hergekommen, Und schaudernd fragen
wir, wohin wir streben.
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Gewitterluft

Ein schwerer Bann, wer will es sich
verschweigen? Hält alles Leben jezt
in dumpfer Hast; Es trauert selbst der
Jugend frische Kraft, Wie eine welke
Blume mit den Zweigen.
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Burschenlieder. I.

Einen Kuß auf den Mund, auf den Hut
eine Blüth` Ade! mein feins Liebchen,
daß Gott dich behüt`! Halt` rein und
halt` sauber dein Herz und dein Haus.
Lass` zum Haus Niemand ein und zu
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Der See

Einst schaut` ich in den See so gern;
Aus seinem Grunde wunderbar Sah auf
zu mir so nah und fern,    
      So nah und fern,
Der ganze Himmel tief und kl
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Stille Lieder. XII.

Es braust wol Manches durch die Bahn
Des Menschen, das ihn niederzwingt;
Die Hand des Lebens faßt ihn an,
Daß all sein stolzer Muth
versinkt. Doch däucht mir Alles Kind
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Der Reiter

Es reitet ein Reiter vor Liebchens
Haus Und bläst in sein Horn —
Trarah! Feins Liebchen, so schau` doch
zum Fenster heraus, Dein Schatz ist ja
wieder da —       &
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Stille Lieder. VII.

Es saust der Baum auf ödem Feld, Die
Wolken niederhangen; Das Blühen ist
vergangen, Das Hoffen aus der
Welt. Versunken ist manch` treue
Brust, Die Winde drüber
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Mädchenlieder. IX.

Es steht eine Lind` im tiefen Thal,
Darunter bin so manches Mal,  
        So manches
Mal, Mit meinem Lieb gesessen; Jetzt
steht der Baum so dürr und kah
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Der fromme Mann

Es war einmal ein junges Blut, Das
liebte treu und wohlgemuth, Und hat zu
leben froh gewußt, Bis es am Ende
sterben mußt`. Und als es kam zur
Himmelsthür, Da tr
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Der Hain

Es webt und rauscht ein uralt heil`ger
Hain, Die Kräfte steigen schaffend
auf und nieder, Die ew`gen Wasser
stürzen aus dem Stein, Von allen
Zweigen tönen Frühlingslieber.
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Volksweisen. I.

Es weht der Wind so kühle, Die Bahn
ist arg verschneit; Ich bin daheim am
Buhle, Da ist der Weg so weit. Mein
Dach hat keinen Ziegel, Mein Haus hat
manchen Spalt,
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Der Kranz

Es wollt` ein Mägdlein gehn zum Tanz,
Da gieng sie erst zum Walde, Zu
pflücken einen Rosenkranz; Eine Rose
fand sie balde. `Ach! Rose lieb in
deinem Glanz. Wie m
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Herbst! mit deinem Blüthenschmerz

Herbst! mit deinem Blüthenschmerz,
Deinem Blätterschauer, Guter
Herbst! du hast ein Herz Für des
Menschen Trauer. Hast dem Sommer, der
mein Glück Lächelnd mir
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Herz! lch kenne deine hohe Kraft

Herz! lch kenne deine hohe Kraft, Nach
dem schönsten Ziel dein treues Ringen;
Doch das Schicksal lähmet dir die
Schwingen, Treibt dich stets zurück
in enge Haft. Um ent
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Stille Lieder. III.

Herz! warum so ängstlich schlagen?
Hab` dich ja aus allem Drang Heil
und ganz hinweggetragen — Herz, mein
Herz sei ohne Bang! Lass` sie
schelten und verdammen,
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Einsamkeit

Heut` ist die ganze Welt voll Lust,
Der Lenz zieht jubelnd ein In jede
Brust, in jede Brust! — Und ich bin
ganz allein. Ein Jeder läßt sein
dunkles Haus, Die M
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Börne in Paris

Hier ruht die weite Stadt zu meinen
Füßen, Gehüllt in Morgennebel,
bleich und fahl, Und dort ist meine
Heimat! — lass` dich grüßen, Du
alte Stätte meiner Lust und
Qual! Sieh`
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Friedrich List

Hier stehe, treuer Wanderstab! Hier
winket uns ein friedlich Bette; Dich
soll man legen in mein Grab, Wie dem
Kolumbus einst die Kette. Dich bot
mein Land, das mich verstieß,
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Gesang der Wasser

Hinaus! hinaus! Aus der Erde dunklem
Haus! Mit Ringen Und Bäumen, Mit
Springen Und Schäumen, Hinaus!
— Stäub` nieder, Von Fels zu
Fels; Und wi
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Das Wiegenlied

Hingebeuget auf die Wiege, Sprach die
Mutter: `Schlummre Kind, Und ein Engel
zu dir stiege, Singe dich in Träume
lind!` So entschlief sie, sorglich
betend, Und der Todesengel
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Die großen Todten

Hoch oben in der blauen Luft Ziehn
laute Frühlingsboten; Tief unten in
der stillen Gruft, Da ruhn die großen
Todten. Sie schlafen tief, sie
schlafen fest, Nichts
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Der alte Student

Horch! wie der Jubel sich rührt auf den
Gassen! Armes Volk! so gedrückt sonst
und bang, Bis in mein Kämmerlein, öd
und verlassen, Schickst du mir heute
den freudigen Klang. F
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Gestorbene Liebe

I. Einst hat vor deines Vaters Haus
Gesäuselt die Traubenblüte; Die
Liebe hat wie ein Rosenstrauß
Geduftet in meinem Gemüte. Die
Trauben wurden zu Wein
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An manche Geistliche

I. Wie? ihr donnert und blizt herab
auf die Kinder Judäas, Daß sie
geschlagen an`s Kreuz, den ihr
verstümmelt, den Gott? Stiege er
wieder herab, um eure Nacht zu erhelle
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Herbstweh

Ich bin müd! — müd, wie der Baum,
Der sein Laub zur Erde sendet; Ich
bin müd! — müd, wie die Blüth`,
Die ihr Licht nach Innen
wendet. Ich bin müd! — die Liebe
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Nicht mehr traurig

Ich lag an deinem Herzen, Ob mir dein
Auge klar; Seitdem bin ich von
Schmerzen Erlöst auf immerdar. Ich
geh` in stiller Wonne Vorbei an Tag
und Nacht; Hab` eine
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Des Bettlers Spruch

Ihr reichen Herrn, ihr schönen Frauen,
Ihr geht in froher Sicherheit. Euch
trägt der Baum, euch blühn die Auen,
Euch wächst das Holz, ihr dürft es
hauen, Euch rinnt der Flu
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Das Paradies

Ihr sagt, das Paradies sei euch
verloren, Und sucht und sucht auf
weitem Erdenrunde; Vom schönen Lande
wird euch keine Kunde, Da glaubt ihr
euch mit einem Fluch geboren.
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Reichtum

Im Banne deiner Augen Verweilt` ich
manche Stund`, Doch hast du nie
geschauet In meiner Seele Grund.
Nie hast du dich gebeuget Über
meines Herzens Weh, Dein B
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Burschenlieder. VIII.

Im Friedhof bei der Ulme, Da gruben
sie ein kühles Grab Und senkten mir
mein Liebchen So tief, so tief
hinab! Ich komme alle Tage Mit
einem frischen Rosenkranz
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Gilberts leztes Lied

Im Spitale auf dem Lager Gilbert liegt,
der edle Sänger; Wahnsinn hat sein
Haupt umfangen, sein Gesang ertönt
nicht länger. Neid und Scheelsucht
hat die Blume seines Busens ihm zerstüc
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Verschiedene Auslegung

In später Nacht ging ich mit schwerem
Bangen Zu Liebchens Hause, neuen Muth
zu trinken; Dort soll, sprach ich zu
mir, ein Licht dir winken Zum Zeichen,
daß die Holde wirst erlangen.
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Beruhigung

Ja, weite Welt! du heilest meine Mühen,
Daß dir mein Herz wie eine Harfe
klinget; Ich fühle, ein gewalt`ger
Pulsschlag dringet Durch all die
Leben, die im Schooß dir glühen.
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Dichtung und Wahrheit

Jetzt, deucht mir, ist es ausgesungen,
Seitdem dich ganz mein Arm umflicht;
Die Lippen, die im Kuß verschlungen,
Die haben Zeit zum Singen nicht.
Was soll ich dir von Li
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Der Alte

Jezt will es Frühling werden, Es
webet Tag und Nacht Am Himmel und auf
Erben Und in des Herzens
Schacht. Schon rührt sich in den
Bäumen Ein Flüstern weit und b
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Du Liebe du

Jüngst sagt` ich dir mit kühnem
Scherzen Ein Liebeswort von trautem
Schall, Das klingt mir fort und fort im
Herzen Und schlägt wie eine Nachtigall
- Das trillert ohne Rast und Ruh
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Karl Drang. VI.

Karl. Hab` dank, Marie, für Dieß
schöne Wort vertrauensvoller Liebe.
Es macht mich auf dem Wege in die Welt
So stark und muthig, daß ich Allem
trotze. Nicht mühelos is
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Karl Drang. III.

Karl. Ich habe ein genügsam Herz, das
nicht Nach Freuden strebt, die man mit
Gold erkauft. Wer nur nach Reichthum
strebt, der darbt gewiß, Denn
größer als Erwerben ist die Kun
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Fassung

Kaum ruhte ich in ihren Armen Wie nach
dem Sturm im Hafen aus, So reißt die
Welle ohn` Erbarmen Mich wieder in die
See hinaus. So tobt denn, Winde!
heule, Brandung!
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Fassung

Kaum ruhte ich in ihren Armen, Wie
nach dem Sturm im Hafen aus, So reißt
die Welle ohn` Erbarmen Mich wieder in
die See hinaus. So tobt denn, Winde,
heule Brandung!
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Gegenwart

Kein Auge weiß, wohin den Blick es
richte; Das Herz verstummt, weiß
nicht, wofür es schlage; Kein Jubel
bebt in ihm und keine Klage, Sein
altes gläub`ges Hoffen ward zu Nichte.
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Letzter Wunsch

Könnt` ich zu dir, mein Licht, Noch
einmal, einmal dringen! Von deinem
Angesicht Noch einen Strahl
erschwingen! Könnt` ich an deiner
Brust Noch einmal, einmal li
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Erste Wünsche

Könnt’ ich zu Dir, mein Licht, Nur
einmal, einmal dringen! Von deinem
Angesicht Nur einen Strahl erschwingen!
Könnt’ ich an dein Gewand Nur
einmal, einmal rühr
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Stille Lieder. XV.

Lass` ab von deinem eiteln Streben Und
hadre nimmer mit dem Glück; Vergiß
dein armes äußres Leben Und kehre in
dich selbst zurück. Nicht Jedem ist
der Raum gegeben,
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Karl Drang. V.

Marie. Nur deine Nähe, die ich fühle,
macht Mich stark genug, den Stürmen
Trotz zu bieten, Die auf mein
schwaches Haupt sich niederstürzen,
Wie Geier auf die Taube. Sieh`, wen
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Nachtbalsam

Mein Lieb du sollst gesunden, Sieh`,
kommen ist die Nacht, Und Alles ist
verschwunden, Was Tags dir bange
macht. Die bösen Zungen schweigen,
Die deiner Liebe droh
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Sei stolz, mein Lieb

Mein Lieb! jagt eine schnöde Welt Dir
Thränen auf die süßen Wangen, Erheb
dein Haupt und denke mein, Bis all
dein Leid in Lust vergangen: Denn wie
mit Lorbeerschmuck ein Held
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Abendfeier

Mein Lieb! Schau, wie hinab die Sonne
Die uralt festen Gleise fährt Und
doch mit einem Kranz der Wonne Der
Erde dunkles Haupt verklärt. Sieh,
wie sich schon die Ferne teilet,
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Sonnenuntergang

Mein Lieb, schau`, wie hinab die Sonne
Die uralt festen Gleise fährt Und
noch mit einem Kranz der Wonne Der
Erde dunkles Haupt verklärt. Sieh`,
wie sich schon die Ferne theilet
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Volksweisen. III.

Mein Schatz! an hoher Zinne lag Der
Wächter und rief an den Tag: Man
spüret schon den rothen
Morgenschein, Und wo zwei Lieb noch bei
einander sein, Die scheiden sich
bald, D
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Mädchenlieder. V.

Mein Schatz, und der ist Offizier, Im
Schlosse hat er sein Quartier; Und am
Sonntag, da ist die Parad`, Da reit`t
er vorüber im Staat. Wie grüßt er
so zierlich herauf!
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An Adelheids Grabe

Mit Blumen hat man dich im Lenz
bestattet; Die Gruft verschlang das
reiche, volle Blühen, Dein Leben war
ein Morgen, dessen Glühen Des Abends
Grabtuch plötzlich überschattet.
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Herr Biedermeier

Mitglied der „besitzenden und
gebildeten Klasse“ Schau, dort
spaziert Herr Biedermeier Und seine
Frau, den Sohn am Arm; Sein Tritt ist
sachte wie auf Eier, Sein Wahlspruc
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Morgenroth

Morgenroth! du heilig Feuer, Das uns
stets den Tag gebracht, Brich, ein
leuchtender Befreier, Durch die große
Völkernacht! Des Gedankenmeeres
Fluten Hell entsteig`, ein
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Karl Drang. IV.

Mutter. O sei nicht ungerecht! Wol ist
es schmerzlich, Wenn sich das Kind,
das wir herangebildet Und lange als
das unsrige betrachtet, Nun plötzlich
loslöst von dem alten Stamme
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Stille Lieder. XXV.

Nacht hat wie ein stilles Meer Auf die
Erde sich ergossen; Über alle Wipfel
her Kommt ein Friedenshauch
geflossen. Jede schwere Wimper fallt,
Schlummernd ruht das
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Liebeswege

Nachts wandt` ich auf den Wegen, Die
wir so oft gewallt; Da rauscht es wie
ein Segen, Der leis im Wind
verhallt. Die alten Bäume singen
Als wie in tiefem Traum,
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Nein, Schicksal! nein, ich zürne

Nein, Schicksal! nein, ich zürne, Ich
zürne dir länger nicht; Gabst ihnen
Gold in die Taschen, Und mir in`s Herz
das Gedicht. Zu füllen die leeren
Köpfe, Gabs
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Nicht mein, nicht mein! du Hehre, Lichte, Gute!

Nicht mein, nicht mein! du Hehre,
Lichte, Gute! Nicht mein dieß
Götterherz, dieß volle, warme! Nicht
mein, nicht mein! die Brust, an der ich
ruhte! Nicht mein, die mich umfiengen,
die
... weiterlesen


Scheiden

Noch einen Blick voll Liebessegen,
Noch einen Kuß, bevor wir gehn! Als
lichten Schatz auf dunkeln Wegen, Als
Zehrung bis zum Wiedersehen. Ob wir
auch enger uns umfassen,
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Scheiden

Noch einen Blick voll Liebessegen,
Noch einen Kuß, bevor wir gehn! Als
lichten Schatz auf dunkeln Wegen, Als
Zehrung bis zum Wiedersehn! Ob wir
auch enger uns umfassen,
... weiterlesen


Burschenlieder. III.

Noch einen Schritt! — nun bin ich oben
Und schau` hernieder in das Thal;
Dort glänzt, von Linden überwoben,
Ihr Haus im letzten Abendstrahl. Es
steht die Pappel noch a
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Abschied

Noch einmal lass an deine Brust mich
sinken! Noch einmal lass` an meine
Brust dich fallen! Lass` deine Locken
aufs Gesicht mir wallen Und mir die
Thränen von der Wange trinken;
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Neue Trennung

Noch einmal laß an deine Brust mich
sinken! Noch einmal laß an meine
Brust dich fallen! Laß deine Locken
aufs Gesicht mir wallen Und mir die
Thränen von der Wange trinken; La
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Trauerbotschaft

Nun liegst Du tief im Grunde Und
schlummerst Nacht und Tag - Es traf
mich diese Kunde Als wie ein
Keulenschlag. Und glaubt` ich dich
verloren, Verschwunden ohne F
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Zum letzten Mal

Nun muß ich dich, du Teure, lassen,
Und blieb mir keine andre Wahl, So
laß noch einmal dich umfassen - O
einmal noch, zum letzten Mal! In
deinen Armen laß mich liegen
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Erscheinung

Nächtlich oft in wachen Träumen
Steiget vor mir auf dein Bild,
Schaut mich an so tief und innig Mit
den Augen braun und mild. Mit den
großen Kinderaugen, Die i
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Stille Lieder. XIX.

O Berg! von deinem Gipfel, Da schaue
ich so gern Hoch über alle Wipfel
In die weite, blaue Fern`. Da kommt
ein leises Wehen Von fremden Ländern
her — O
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Unwandelbar

O fürchte nicht, wenn dir das Alter
Vom Haupte Blüth` um Blüthe bricht,
Daß dann ein Blick, ein trüber,
kalter, Fall` auf dein bleiches
Angesicht. Wol blässer wird d
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Unwandelbar

O fürchte nicht, wenn dir das Alter
Vom Haupte Blüt` um Blüte bricht,
Daß dann ein Blick, ein trüber,
kalter, Fall auf dein bleiches
Angesicht. Wohl blässer wird de
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Was zurückblieb

O ihr sonnenhellen Tage! Die ihr schon
dahingegangen, Wenn ich eurer denk`
und frage, Was mir blieb von eurem
Glück — Seh` ich all das Hoffen,
Bangen, Unnennbar und un
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Stille Lieder. XIV.

O könnt` ich doch mit euch, ihr Vögel,
ziehen! Könnt` ich zu jenen
wunderblauen Fernen, Zu jenen Ländern
unter mildern Sternen Aus allen diesen
engen Schranken fliehen!
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Mädchenlieder. VII.

O Morgenroth! du steigst herauf Und
findest mich im Bett schon auf; Die
Bänder und die Spangen, Die liegen
auf dem Tisch zu Hauf Und schauen her
mit Prangen. Doch
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Mit Schillers Gedichten

O müßten all die Blumen, all die
lichten, Die dieser Strophen Beete
rings umwanken, Um deine Stirn als
Freudenkranz sich ranken, Den keine
rauhen Hände je vernichten! O
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Poesie I

O Poesie, du heimatlose, arme! Wie
senkst du trüb dein blaues Auge nieder!
Umsonst hebst du dein schimmerndes
Gefieder Nach einem Port aus diesem
Drang und Harme. Wo du a
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Dornröschen

O Röslein, schön und jugendlich, Auf
deinem Dornenreise! Gleich einer Biene
schwebt um dich Mein Lied und flüstert
leise: Ich liebe dich mit Weh und
Lust, Du Blume
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Mädchenlieder. VIII.

O schau` nicht auf dein krankes Weib
Mit nassen Augen nieder; Du giebst
mir meinen jungen Leib, Meine junge
Luft nicht wieder! Da schau` in`S
grüne Feld hinaus: D
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Erhörung

O sel`ger Tag! O sel`ge Lust! Mein bist
du! Wie ein junger Held, So lieg` ich
stolz an deiner Brust, Als läg` ich an
der Brust der Welt. Stumm darf ich
ruh`n an deinem Mund
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Bitte

O wende dich nicht ab von mir, O schau
mich wieder freundlich an! Nur einen
solchen Blick von dir, Wie er mir sonst
so wohlgetan! Ich will ja folgen wie
ein Kind, Ich
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Volksweisen. VII.

O wär` mein Lieb eln Brünnlein kalt
Und spring` aus einem Steine, Und
ich wir` dann der grüne Wald, Mein
Trauern, das wär` kleine. O wir`
mein Lieb im Rosenbusch
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Stille Lieder. XI.

Oben  geht das stille Schweben
Sel`ger Sterne durch die Welt; Unten
braust das Menschenleben Ruhelos durch
Stadt und Feld. Wie sie rennen, wie
sie fragen! Und
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Nähe der Fernen

Oft bei Tage möcht` ich weinen, Daß
ich dir so ferne bin, Seh` ich weit
die Sonne scheinen Über Berg und
Thale hin. Aber kommt die Nacht
gegangen, Hehr und mild
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Nähe der Fernen

Oft bei Tage möcht` ich weinen, Daß
ich dir so ferne bin, Seh` ich weit die
Sonne scheinen Über Berg und Thale
hin. Aber kommt die Nacht
gegangen, Hehr und mild, m
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Kampf

Oft spricht`s in mir — und meine
Glieder schauern—: `O magst du dich
in alle Tiefen wagen, Und magst du,
Thor, in alle Fernen jagen, Dein Feld
umgrenzen doch die Kirchhofmauern.
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Der Polenmutter Wiegenlied

Schlaf, mein Kind, und träume, Stille
ist die Nacht Und die alten
Bäume Flüstern um die Hütte
sacht. Schlaf, mein Kind, in tiefem
Schlummer Lieget rings die öde W
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Frühlingslied des Kaufmanns

Schwalben kommen an in Schaaren,
Frühling wird`s, o süße Wonne!
Ach wie milde scheint die Sonne! —
Kann ich doch mein Brennholz
sparen! Balsamreiche Lüfte wehen,
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Der gute Bürger

Seht ihr dort jenen wackern Reichen,
Und seine Frau, den Sohn am Arm? Das
ist ein Bürger sondergleichen, Gar
höflich grüßt ihn Reich und Arm. Er
läßt sich Nichts zu Schulde
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Heimkehr

Sei mir gegrüßt, o Vaterland! Schon
kann ich deine Lüfte trinken; Schon
rührt mein Fuß an deinen Strand, Auf
deinen Boden darf ich sinken. O
Heimat, Heimat! — Räthselwort
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Bedrohte Liebe

Sei ruhig, mein Lieb, und schreite stolz
vor ihnen! Wozu die Angst, warum der
jähe Schrecken? Soll sich die heil`ge
Liebe denn verstecken, Wird sie vom
Aug` der klugen Welt beschienen?
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Königshaus

Siehst du das Schloß, verfallen, Drin
spielt die Mondennacht? Goldne Wolken
drüber wallen, Wie Träume alter
Pracht. Siehst du die Krone funkeln
Heimlich aus tie
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Wiedersehn

So bist du`s wirklich, holdes Leben? Du
ruhst in meiner Arme Bann? Noch dröhnt
mein Herz von tiefem Beben, Weil es
sein Glück nicht glauben kann. Wohl
glänzen deine dunke
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Wiedersehn

So bist du`s wirklich, lichtes Leben?
Ich fühle deines Herzens Schlag? —
Noch dröhnt mein Herz von tiefem
Beben, Weil es sein Glück nicht
glauben mag. Es stehen deine
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Unmuth

So hat sie wirklich mich verlassen?
Sie ging hinweg und kehrt nicht mehr?
O Gott! wie ist die Welt so leer!
Ich wanke heim die düstern
Gassen. Ich wanke heim die düstern
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Unmut

So hat sie wirklich mich verlassen? Sie
ging hinweg und kehrt nicht mehr? O
Gott! Wie ist die Welt so leer! Ich
wanke heim die düstern Gassen. Ich
wanke heim die düstern G
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Landfahrer

So lang ich denke, steng das Herz Mir
seltsam an zu schwellen, Sah ich an
mir vorüberziehn So fahrende
Gesellen. Als kleiner Knabe war mir
schon Kein menschlich W
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Stille Lieder. XVI.

Sonst bin ich diesen Weg gegangen Bei
hellem Tag in Fröhlichkeit, Da sah
ich tausend Felder prangen In bunter
Fülle weit und breit. Jezt wandt`
ich hier, das Herz beklom
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In einer heiligen Michaelskirche

Stehst du, Mönch, am Altar, die Galle
der Lehre zu sprudeln, Welche du, o
Ironie! eine christliche nennst, Und
ich seh` an der Wand des heiligen
Michael Standbild, Wie sich der
höllisch
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Das Höchste

Sterne hoch am Himmel gehen, Zedern
wachsen stolz und mächtig, Adler hoch
in Lüften stehen, Feuer lodern kühn
und prächtig. Mensch muß in der
Tiefe wallen, Abe
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Honoratiorenlied

Stolz braus dahin, du hohes Lied Der
Honoratioren! Wer nicht mit deinen
Klängen zieht, Wär` besser nie
geboren. Es spitze jeder
Bürgersmann Die unterthän`gen Ohren:
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Des Grabes Blumen

Stunden Zwei an einem Grabe, Nach den
Blumen hingewendet, Sinnend, wer die
Liebesgabe Diesem stillen Grab
gespendet. Sprach der Eine: `glaube
immer, Daß die Blume
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Tiefes

Tiefes Meer, tiefes Meer, Ach wie bist
du stolz und hehr! Keinem Auge ward es
kund, Was sich regt auf deinem Grund,
Wie`s im bodenlosen Schlund Lebt und
webt, Spr
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An den Todesengel

Todesengel! lieber, trüber Bote
unsrer Mutter Welt, Geh` mir schonend
noch vorüber, Wenn dein Arm die
Garben fällt; Bis auch ich mein
Blühn vollendet, Meine Früchte
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Die Traube

Traube auf der Berge Kamm, Über dir
des Himmels Herzen, Edle Traube!
wundersam Gleichst du einem
Dichterherzen. Frei an Deinem
schwanken Holz Willst du in der Son
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Burschenlieder. V.

Umsonst ist alles Lauschen; Da steh`
ich auf der Wacht, Doch nur die
Blätter rauschen, husch! - Wo bleibt
mein Lieb heut` Nacht? Horch! leise
Tritte knarren; Wie klo
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Volksweisen. VI.

Und saust der Wind und kracht der
Schnee, Nur fort, du müder Fuß! Die
Maid ist hundert Meilen weit, Zu der
ich wandern muß. So grüß` dich
Gott, mein feines Lieb!
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Verhängnis

Unser schöner Traum ist ausgeträumt,
Seel` um Seele haben wir gegeben -
Wohl uns! Daß wir keinen Kuß
versäumt, Eh das Schicksal trat in
unser Leben. Keine Klage hilf
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Karl Drang. II.

Vater. Erkenne erst des Mannes rechten
Werth, Der eines Kreises fester
Mittelpunkt, Mit kluger Hand die Fäden
hält und leitet, Die,
weitverschlungen, sich durch`s Leben
ziehn;
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Stille Lieder. IX.

Verklage nicht das Menschenherz,
Vergißt es seinen Kummer; Ein süß
Vergessen braucht der Schmerz, Als wie
die Nacht den Schlummer. So hieß der
Herr das Herze sein,
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Auge und Thränen

Verlöschen soll vom vielen Weinen Ein
Auge, sei es noch so klar; Doch
lichter dringt der Strahl des deinen
Durch all die Thränen immerdar. Es
wohnt ja nicht im Aug` die
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Volksweisen. V.

Viel falscher Zungen hassen mich, Doch
nimmer werd` ich lassen dich, Will
dich im Herzen tragen; Daß du mein
Trost auf Erden bist, Das will ich
Niemand sagen. Ach
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Rückkehr

Voll Sehnen muß ich ziehen Weit über
Berg und Thal; Dich Land der Wonne
grüß` ich Viel tausend,
tausendmal! Und kann ich`s nicht
ergründen, Dieß Land so hell
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Des Harfners Lied

Von meiner Heimat zog ich aus, Die
Harfe trug ich an meiner Seite; Und
fürder schritt ich von Haus zu Haus,
In die freie Welt hinaus, in die
weite. Wie klangen die Wellen
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Mädchenlieder. II.

War einmal so frisch und jung,  
        Frisch und
jung, Hatte rothe Wangen; Ach! wie ist
das schnell genung,    
      Schnell g
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Nachtblumen

Warum bist du aufgewacht Erst im
Sternenscheine, Arme Blume, deine
Pracht Blüht jetzt ganz alleine, In
der Nacht. Deine Zweige nicken sacht,
Kühle Winde
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Antwort

Warum verfolgt die Geister seien, Die
ihre Kraft der Menschheit weihen, Und
kämpfend streben hoch und hehr —
Fragst du? — Die Antwort ist nicht
schwer: Das kann ein Tropf di
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Warum?

Warum? — fragt der Philister gleich,
Wenn er es nicht begreift, Was
unsichtbar im dunkeln Reich Des
Herzens wachst und reift. Daß auch
das Herze wirkt und wagt Und nic
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Erkenntnis

Was einst mein Herz erquickte, Der
Himmel Stern an Stern, Seit in Dein Aug
ich blickte, Wie lass` ich ihn so gern!
Nach einem Zauber heb` ich Mein Aug`,
nach einer Zier:
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Stille Lieder. XXII.

Was macht dir das Gewimmel Der Sorgen
Qual und Herzeleid? Sieh`, ob dir
steht der Himmel, Der ist voll
Freundlichkeit. Der dringt sich
ungeduldig Zum Menschen her
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Barbarossalied

Was schläfst du, Barbaroffe, noch In
deinem Felsenstein? So steig einmal zu
Rosse doch, Und lass` das Schlafen
sein! So brich hervor zum Werke Aus
deiner langen Nacht
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Stille Lieder. XVII.

Wenn dich der Herr liebt, Wirft er arm
Und nackt dich in das reiche Leben,
Und nährt das Kind mit Noth und Harm,
Den Jüngling mit zerbrochnem
Streben. Drum klag` ihn nic
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Stille Lieder. VIII.

Wenn ich im stillen Friedhof geh`, So
thut mir`s weh im Herzen, Daß man die
treuste Menschenbrust, Die mitgetragen
Leid und Luft, So eilig kann
verschmerzen. Du w
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Am stillen Friedhof

Wenn ich im stillen Friedhof geh`, Wird
mir so schwer zu Herzen, Daß man die
treuste Menschenbrust, Die mitgetragen
Leid und Lust, So eilig kann
verschmerzen. Gras w
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Nur Du

Wenn ich so stille sitz` und sinn`,
Und mir der Wind die Locken hebt —
Ich fühl`s nicht, weil das Herz mir
bebt — Wie magst du fragen, wo ich
bin? Bei dir, bei dir, mein Lie
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Verschiedene Stimmung

Wenn ich, Liebste, von dir muß, Weil
die Stunden drängen, Will mir immer
der Verdruß Schier das Herz
zersprengen. Aber du, du hüpfst
durch`s Haus, Kannst die L
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Geisterkönig

Wenn`s Meer so wundertönig Singet und
klinget im Sturm, Steht der alte
Geisterkönig Auf seinem verfallenen
Thurm. Es leuchtet durch das Dunkel
Wie Mondlicht sein
... weiterlesen


Lied eines Liebenden

Wer Liebe trägt in tiefer Brust, Der
ist ein sel`ger Mann — Er ist es
sich so klar bewußt, Daß Nichts ihn
schrecken kann. Was auch an seinen
Busen schlägt, E
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Sicherheit

Wer Liebe trägt in tiefer Brust, Der
ist ein sel`ger Mann - Er ist es sich
so klar bewußt, Daß nichts ihn
schrecken kann. Was auch an seinem
Busen schlägt, Er geh
... weiterlesen


Menschenkraft

Wer nie der Menschheit ganzen Jammer
In seiner eignen Brust gefunden; Wer
nie in seiner engen Kammer Beherbergt
eine Welt voll Schmerz; Wer nie die
mitternächt`gen Stunden
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Priester

Wer sind die Priester, wenn`s erlaubt,
zu fragen? Wol die, die Andern ihren
Segen geben, Und Andre lehren, wie sie
selbst — nicht — leben, Und in der
Kirche einen Chorrock tragen?
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Liebesboten

Wer treulich liebt, ist nicht verlassen,
Sei er auch einsam und allein: Es
wird ihn alles lind umfassen, Es will
ihm alles Bote sein. Die Thäler
blühn, die Wipfel kling
... weiterlesen


Liebesboten

Wer treulich liebt, ist nicht verlassen,
Sei er auch einsam und allein; Es
will ihn Alles lind umfassen. Es will
ihm Alles Note sein. Die Thäler
blühn, die Wipfel klinge
... weiterlesen


Stille Lieder. XVIII.

Wer weiß es, was ein Menschenherz In
seinen Kammern heget? Wie viel sich
Lust, wie viel sich Schmerz Auf
seinem Grunde reget? Das Herz ist wie
das tiefe Meer,
... weiterlesen


Das schönste Gebet

Wie herrlich ist`s! wenn jubelnde
Gedanken Wie Weihrauchdüfte aus der
Seele steigen, Wie fromme Blumen,
welche mit den Zweigen Lichtdurstig in
des Himmels Klarheit schwanken.
... weiterlesen


Klage

Wie ist das Leben doch so arm und
nichtig! Du bleibst dir selbst ein
unerforschter Bronnen — So tief du
sinnst — und bist, hast du gesonnen,
Froh, geht nur deines Leibes Uhrwerk
rich
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Lied und Liebe

Wie ist der Drang, der lebenswarme, Im
Lied so arm, die Luft, die Pein! Wie
könnt` ich, ach! in ihrem Arme Jetzt,
schweigend, überselig sein! Und doch
das Lied — die s
... weiterlesen


Stille Lieder. XXIII.

Wie ist es schön, wenn purpurglühend
Die Sonne sich zu Ende neigt, Und
auf am Himmel, sprossend, blühend,
Ein reiches goldnes Leben steigt!
Noch spielet rings des Tages Helle,
... weiterlesen


Untrennbar

Wie lang ach! warst du in der Ferne!
Zog auch mein liebend Herz mit dir,
Du standest nur, gleich einem Sterne,
In meinen Träumen über mir.
Doch, deucht mir, warst du be
... weiterlesen


Keine Trennung

Wie lang`, ach! warst du in der Ferne,
Vergebens zog mein Herz zu dir; Du
standest nur, gleich einem Sterne, In
meinen Träumen über mir. Doch,
däucht mir, war ich bei d
... weiterlesen


Sehnsucht

Wie möcht` ich hoch mich schwingen In
die weite Nacht hinein! Mit Fliegen und
mit Singen Durch alle Lüfte
dringen, An deiner Brust zu sein! Mein
Lieb auf ewig dein, J
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Wie oft hab ich auf die herabgeschauet

Wie oft hab` ich auf die herabgeschauet,
Die nie aus ihrem Erdengleise wanken,
Auf deren Herz kein Himmelstropfen
thauet, In deren Haupt kein Licht und
kein Gedanken! Ich
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Jordan

Wie! hat mir nicht einmal geträumt,
Ich sei so jung, ich sei so stark?
Hat muthig nicht dieß Blut
geschäumt? War nicht voll Lebenskraft
dieß Mark? Ich bin erwacht aus meinem

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Stille Lieder. VI.

Wo ist nun all das grüne Prangen, Der
süße Duft, der hier geweht? Das Werk
des Sommers ist vergangen, Wie alles
Leben einst vergeht. Es blieb nur noch
ein dumpfes Träumen
... weiterlesen


Wo sind sie hin, die jungen Feuerjahre

Wo sind sie hin, die jungen Feuerjahre
Mit ihren schönen, schnellverblichnen
Träumen Voll Lorbeerkränzen? Ja,
bald wird der Bahre, Der Bahre Kranz
dieß bleiche Haupt umsäumen!
... weiterlesen


Volksweisen. II.

Wo soll ich hin mich kehren, Ich
lust`ges Brüderlein? Wie soll ich
mich ernähren? Mein Gut ist viel zu
klein; Mein Durst ist viel zu groß,
Das ist ein schlimmes Loos,
... weiterlesen


Burschenlieder. IX.

Wohlauf! und gewandert im hellen
Sonnenstrahl! Fort über die Berge,
fort durch das tiefe Thal! Ade du enge
Stube! fahr` wohl Philisterhaus! Wir
halten es nicht länger in deinen Mauern

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Karl Drang. I.

Wohnzimmer. Karl.  Vater. 
Mutter. Vater. Schon lange sah
ich diese Stunde kommen, Die eines
Vaters Hoffnungen zerknickt, Und eines
Sohnes
... weiterlesen


Einkehr

Wol bin ich oft hinausgegangen, Dem
Bettler gleich, durch Stadt und Feld,
Und hätte gern mein Theil empfangen
Von all dem Glück der reichen Welt.
O Herz! nicht länger kannst d
... weiterlesen


Reichthum

Wol bist du schon gelegen An meiner
Brust voll Schmerz; Doch hast du nie
begriffen Dieß warme, treue
Herz. Ganz in dein Aug` versunken,
Saß ich wol manche Stund`
... weiterlesen


Burschenlieder. VII.

Wol brennt mein Kopf wie Höllenschmerz
Der Hieb war tief und schwer; Doch
in der Brust mein treulos Herz,  
        Mein treulos
Herz, Das brennet noch
... weiterlesen


Stille Lieder. XIII.

Wol hätt` ich nimmermehr geglaubt,
Die Glut der Jugend könnte bleichen,
Es könnte dieses starre Haupt Vom
Druck des Lebens sich erweichen; Und
sah die Rosen doch beraubt,
... weiterlesen


Beten

Wol manch Gebet klopft an des Himmels
Pforte, Das keinen Einlaß kann am
Thor bekommen, Weil allen Erdenwust es
mitgenommen, Um zu erscheinen vor dem
höchsten Horte. Wol
... weiterlesen


Stille Lieder. XXIV.

Wol manches Aug`, bei Tag so licht,
Mag jetzt im Dunkeln greinen —
Blick` nur, o Aug`, zum Sternenlicht,
Das trocknet alles Weinen. Der Erde
Luft, der Erde Pein,
... weiterlesen


Hölderlin

Zu euch, ihr Inseln, bringt mich
vielleicht, zu euch, Mein Schutzgott
einst. — Ja! treulich hat dein
Schutzgott dich bewacht, Als,
Schlangen gleich, die Schmerzen dich
umwanden,
... weiterlesen


Barbarossa

Zu Kaiser Barbarosse Der Todesbote
trat: `Steigt, hoher Herr, vom
Rosse, Die lezte Stunde naht. Ihr
müßt von bannen fahren, Der lange
Kampf ist aus; Dort winkt euch s
... weiterlesen


Der Geiger von Oppenau

Zu Oppenau war ein Geiger, Der
lustigste Geiger im Land, Hat alle
Wirtshauszeiger Auf zwanzig Meilen
gekannt Wo seine Fiedel geklungen,
Da konnte kein Fuß mehr stehn,
... weiterlesen


Weinlied im Winter.

Zur Winterszeit ein edler Wein, Der
schlürft sich ein gar wonnig; Kaum ist
das erste Glas hinein, Wie wird uns
schon so sonnig! Uns däucht, der
Frühling fährt durch`s Land,
... weiterlesen


Im Pantheon

`Den großen Männern das dankbare
Vaterland.` Wer tritt in dieses
stille Haus Nicht ein mit heil`gem
Zagen? Hier ruhen große Herzen aus
Von ihrem heißen Schlagen.
... weiterlesen


Mädchenlieder. VI.

`Der Regen saust, es braust der Wind,
Lass` mich zu dir in`s Warme; Mach`
auf, mein Lieb, mach` auf geschwind,
Schließ` mich in deine
Arme!` Hehr` um, mein Schatz, ein an
... weiterlesen


Die Sternschnuppen

`Schäfer, du sagst, ob unsern
Geschicken Stehe ein Stern, der uns
treulich bewacht.` Ja, mein Kind; doch
den menschlichen Blicken Schwindet
sein Schimmer im Schleier der Nacht.
... weiterlesen