A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Otto Julius Bierbaum


Meine Sonne a.D.

    Als es Winter war, hatt`
ich nur einen Sonnenschein, - Dich, und
Du warst mir eine ferne Sonne mit
seltenen Strahlen. Aber wie waren sie
warm und freundlich, und wie war ich
glücklich! &nb
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Drei Liebeslieder zur Harfe - III.

    Da noch Blut in meinen
Adern ist und Kraftspannen in meinen
Muskeln, will ich lieben, - lieben wie
ein seliger Gott und ein gesundes
Thier.     Die faule Furcht
der Menschheit bla
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Aus einem Herbste

    Die Flocken fielen
federsanft, mit weichem Flaume deckten
sie die müde, müde Erde zu.  
  Es hing am Baume noch das Laub,
das falbe, sterbekranke Laub, das
kranke, kranke Laub.
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Golgatha

    Eine Schneefläche
unabsehbar weit. Der graue Nebel
darüber, wie eine Last von dumpfem
Hass.     Ist`s Tag? Ist`s
Abend? Ich sehe kein Gestirn.  
  Ob die Sonne
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Vampyr.

    Im hellen Herbstwald auf
buntem Laub waren wir wie Kinder und
küssten uns unschuldig in linder
Liebe.     Bubenmädel,
Bubenmädel, wie lachten deine Augen,
die hellen, braunen,
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Drei Liebeslieder zur Harfe - II.

    Tonnen stehen im dunklen
Keller, breite, braune, bauchige Tonnen,
und zwischen ihnen taumelt meine Jagd
nach einem Sonnenstrahl, den ich im
vorigen Sommer sah.    
Sicher, in eine
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Die Purpurschnecke

    Wie eine Schnecke, träge,
langsam, schleicht das
`Glück`...     Mit
wartendem, klopfendem Herzen steht der
Mensch und breitet in Qual und Angst die
Arme aus und schreit zum Himm
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Nachtgang

    Wir gingen durch die
dunkle, milde Nacht, dein Arm in
meinem, dein Auge in meinem; der Mond
goss silbernes Licht über
dein Angesicht; wie auf Goldgrund ruhte
dein sch
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Cantus Lyriculorum

    Wir sind die Zarten und
Leisen,     Die Süssen,
Sittsam-Frommen,     Die
Tugend thun wir preisen    
In glättlich-netten Weisen. Bei jun
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Mönchs Kunst, zu lieben

(An Arno Holz.) In einer
Klosterbücherei, Voll ausgestopft mit
Kirchenvätern Und sonstig heiligen
Schweineledern, Sankt Augustino grade
nebenbei, Fand ich, vor Schre
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Kamerad Anna

(An die Dichterin Anna
Croissant-Rust.) Sommerabend! (`Mild
und labend` Reimen drauf die deutschen
Dichter); So ein schöner
Sommerabend, Der mit leisem, warmem
Athemz
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Sonntagmorgen

(An Gabriel Max in dankbarer
Verehrung.) Durch den breiten
Fensterbogen Blick` ich hinaus in
stürmischen Frühling. Grobgraue
Wolken in dicken Flocken Schieben sich
drängen
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Lichtglaube

(An Karl Henckell.) Gestern die Welt
in Grau, Rieselnder Regen
troff, Himmel und Erde ersoff; Heute
der Himmel blau. Sonnenschein
goldgüssig träuft, Ueber die
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Lichtglaube

(An Karl Henckell.) Gestern die Welt in
Grau, Rieselnder Regen troff, Himmel und
Erde ersoff; Heute der Himmel
blau. Sonnenschein goldgüssig
träuft, Ueber die Halme
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Zu einer Jubelfeier

(Den Adoranten.) Schellenklirr und
Paukenbum, Begeisterung geht rasselnd
um Für einen deutschen Dichter. Für
einen deutschen Dichter? Das ist zu
dumm!
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Die Juli-Hexen

(Der kleinen Sibylla Blei zum Lesen,
wenn sie größer ist.) `Der Mond
trinkt an der Erde, Komm heraus in die
helle Nacht!` `Wohin wollen wir
gehen?` `Auf die Waldwiese!
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Flieder

(Erinnerungsblatt an M. M.) Stille,
träumende Frühlingsnacht... Die
Sterne am Himmel blinzelten mild, Breit
stand der Mond wie ein silberner
Schild, In den Zweigen rauschte
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Fabel

(Für zukünftige Kritiker, die jetzt
noch Kinder sind.) Lau die Luft,
Glück und Glanz; - Surre, surre, sum
- Falter- und Libellentanz; - Surre,
surre, sum.-
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Gottesdienst

(Meinem lieben Hanns von Gumppenberg zur
Erinnerung an Dachau im Mai
1891.)     Auf steiler
Höhe stand ich schauend.    
Mein Auge trank in tiefen, grossen
Zügen die
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Wetterregeln des Bunten Vogels

(Meinem Vater und meiner Mutter.)
Januar An Fabian und Sebastian Geh in
den Keller, dreh auf den Hahn.
Februar Wenn es um Lichtmeß stürmt und
tobt, Sei Grog
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Innocentia

(Nach Franz Stucks Gemälde.) Der
klare Blick gradaus, weit in Welt, Und
eine Welt in diesem klaren Blicke: Da
ruht die Liebe und der Schmerz im
Traum, Und Schönheit schläg
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Brummständchen.

(Präludium auf der Maultrommel ad
libitum.) Hätt` ich Geld, ich
wüsste wohl, Was ich thät`,
genau: Hätt` ich Geld, ich nähme
dich Augenblicks zur Frau, Nähme di
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In einer Todtenkammer.

(Untreue.)     Warum bin
ich von den grünen Wiesen gegangen und
ging aus der lieben Wärme meiner zwei
braunen Sonnen?     Da war
des Lebens schenkende Güte, und alle
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Epistel an einen Redakteur

(Widmungsgruss an Julius Schaumberger,
als er die Zeitschrift `Münchner Kunst`
gründete.) Ich war ein rosarother
Idealist, (Freund Conrad sagt, sothane
Leute hätten Die Nasen bim
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Zwei Liebesbriefe

1. Über die Ferne hin, Täler hin,
Berge hin, Durch alle Tage und Nächte
hin, Sing ich zu dir, o
Geliebte. Hörst du mich? Lausche
dem Rauschen der B
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Die Römerschanze.

1. A la Bonheur! Strategischen
Blick Hatten die Römer und viel
Geschick, Muss ich sagen, im
Schanzenbauen. Hoch steh` ich oben in
eifrigem Schauen Durch den schönen
Septembe
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Liebeslied im Herbste

Ach, mein Herz ist bange, Bange nach
meiner Geliebten. Sehnsucht hält die
Schatten- Flügel über mir. Wolken
fliehn im Winde; In vergilbenden
Wipfeln Stöhnt
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Glück im Traum

Ach, was sah ich im Traum: Du hast die
Hand mir gegeben, Und stumm sprach mir
dein Mund: Ja, ich fühle wie
du. Tief im Walde geschahs; Es
sangen um uns die Vögel,
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Menuett

Ach, wie wird mir wohl und weh, Süße
Dame, süße Dame, Wenn ich Ihre Augen
seh, Die der reine Zunder sind, Und
den Busen, weiß wie Schnee. Und die
kleinen Füße
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Kühle

Alles das ist nur ein Träumen, Und ich
sollte nie erwachen: Das wär
schön. Denn der Tag hat kalte
Farben, Und die Wahrheit geht in
Wolle, Rauh und grau. Wirk
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Pandora

Als ich heute früh im schönen
Parke, Der voll lauter Birken steht,
spazierte, Sah ich (nun, ihr brauchts
ja nicht zu glauben) Eine nackte Dame
auf mich zugehn. - Sag, wer b
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Epistel

an Baron Detlev von
Liliencron. (Geschrieben im Rathskeller
zu München.) Mit flüchtig
beflügelten Sohlen kam ich, (Singen
nicht so die trefflichsten
Dichter?) Schritt hinu
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Barocke Bilder - I.

An Otto Erich Hartleben für den Pierrot
lunaire. I. Die Sonne ging
unter, der Mond steigt
auf, Sonngoldenes Roth Westwolken
berändert, Drüben in geisterlei
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Farben

Auf dem Moose mein Kopf, In den Himmel
mein Blick, In die Himmelsbläue durch
Blättergrün, In die klare, stille,
unendliche Welt Der leuchtenden
Luft. Wie im Märchen, geban
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Mädchenlied

Auf einem jungen Rosenblatt Mein
Liebster mir geblasen hat Wohl eine
Melodei. Es gab mir viele Dinge
kund Das Rosenblatt am roten Mund Und
war kein Wort dabei.
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Der melancholische Narr

Aus einer jungen Linde hab Geschnitzt
ich meinen Narrenstab; Mein eigener
Schädel wackelt drauf Zwischen
Schellen und Bändern als bunter
Knauf. Lacht er? Küß mich
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Weihnachtsfeier

Berge und Wälder und Wiesen und
See: Schnee und Nebel, Nebel und
Schnee; Nieder der Himmel, farblos und
fahl; War er denn heiter und hoch
einmal? Hockende Krähen auf kahlem
Geäst,
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Weihnachtsfeier.

Berge und Wälder und Wiesen und
See Schnee und Nebel, Nebel und
Schnee; Nieder der Himmel, farblos und
fahl; War er denn heiter und hoch
einmal? Hockende Krähen auf kahlem
Geäst,
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Reisespruch

Bunte Dörfer, bunte Kühe, Ackerpracht
und Ackermühe, Reichsten Lebens
frischer Lauf. Dreht sich alles weit im
Kreise; Mittendurch geht deine
Reise: Tu´ nur Herz die Augen
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Charlotte

Charlotte, lotte, lotte, Heißt meine
Wäscherin, Sie bringt mir selbst die
Wäsche, Weil ich ihr Liebster
bin. Und hat sie nichts zu
bringen, So kommt sie ohne was,
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Charlotte

Charlotte, lotte, lotte, Heißt meine
Wäscherin, Sie bringt mir selbst die
Wäsche, Weil ich ihr Liebster bin. Und
hat sie nichts zu bringen, So kommt sie
ohne was, K
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Im Blätterfall

Da nun die Blätter fallen, Oh weh, wie
fahl, Fühl ich wie alt ich worden
bin Das macht mir Qual. Die Sonne
scheint. Ach, Sonne, Wie bist du
kalt. Einst war de
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Abschied

Das Leben ist voll Gier und Streit, –
Hüte dich, kleines Vöglein! – Viel
große Schnäbel stehen weit Und böse
offen und heiß bereit, Dich zu
zerreißen. Dein
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Eisblumen zu Weihnachten

Das unfruchtbare Eis, kalt,
panzerglatt, Verhärtet Leben, das dem
Tode dient, Der sich, der Farblose, mit
ihm umschient - Das Eis, das keine
Seele hat, Das unbewegte, allen Lebens
B
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Letzter Wunsch.

Dass Deine Hand auf meiner Stirne
liegt, Wenn mich das Sterben in der
Wiege wiegt, Die leis hinüber ins
Vergessen schaukelt, Von schwarzen
Schmetterlingen schwer umgaukelt. Ein
letz
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Letzter Wunsch

Daß deine Hand auf meiner Stirne
liegt, Wenn mich das Sterben in der
Wiege wiegt, Die leis hinüber ins
Vergessen schaukelt, Von schwarzen
Schmetterlingen schwer umgaukelt. Ein
letz
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Ernste Mahnung

Deine lachenden Augen ruhen auf
mir Sonnenscheinwarm und trösten mein
Herz; Dein kleines Grübchen der
rechten Wange Macht lustig mein Herz,
denk` ich blos seiner; Dein rascher
Schr
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Ernste Mahnung

Deine lachenden Augen ruhen auf
mir Sonnenscheinwarm und trösten mein
Herz; Dein kleines Grübchen der rechten
Wange Macht lustig mein Herz, denk ich
blos seiner; Dein rascher Schritt b
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Denn der ist König...

Denn der ist König über alle
Dinge, und den berührt der Engel
goldne Schwingen, der seine Blicke so
aussenden kann, daß sie wie die Adler
Beute heimwärts tragen und dem die
Morg
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Mai-Feier

Der Mai ist voller Nücken Und hat es so
an sich, Daß man einander drücken Muß
ganz absonderlich; Einander
liebzuhaben, Ists die gewisse Zeit Für
Mädchen und für Knaben
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Barocke Bilder - III.

Der Mond wirft seinen Silberspeer Nach
dem Herzen der Erde, Dass sie wie
er Ein spukender Leichenstern
werde. Seit Jahrmillionen ohn`
Unterlass Will er sie tödten, Abe
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Tränen

Der Regen träuft, Die Erde säuft In
vollen Zügen die stürzenden
Fluthen; Tief dunkel die Nacht. Ich
gehe allein, Ich lausche dem
Rauschen Des fallenden Regens,
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Schmied Schmerz.

Der Schmerz ist ein Schmied. Sein
Hammer ist hart; Von fliegenden
Flammen Ist heiss sein Heerd; Seinen
Blasebalg bläht Ein stossender
Sturm Von wilden Gewalten.
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Meine Frau unterm Ölbaum

Der Ölbaum: ein zarter Strauß,
... Wie aus grauen Seidenspitzen,
... Wie Silberschmiedarbeit sieht er
aus, Auf der schwarzblaue Edelsteine
blitzen. Stehst du darunter in de
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Die Eulen schrein

Die Eulen schrein. Es schmerzt wie
Geierbiß Ratloser Reue dieser hohle
Ton Der nächtgen Vögel dumpf und
heiß im Hirn. Die leere Nacht stöhnt:
stumm doch atemschwer. Mir ist, als
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Barocke Bilder - II.

Die goldene Wärme schwand in die
Nacht, Nun ist der kalte Spott
erwacht, Der sich ins tiefste
Erdenloch Vor der schenkenden Güte
verkroch. Es glitzert frech, Ein
Schild von
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Abend

Die grauen Geierfittiche der
Nacht Rauschen über den See. In
seinen erzenen Fängen hält der
Riesenvogel Die Leiche des Tages. Ein
Blutspur hinter ihm her Wellt nach
Westen.
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Die heiligen drei Könige

Die heiligen drei Könige stehn vorm
Haus, Maria guckt zum Fenster
heraus. `Ihr heiligen drei Könige,
kommt nur herein, es wird schon für
euch noch ein Plätzel sein.`
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Nachtfahrt im Frühling

Die keuchende Schlange der
Schnelligkeit, Der Dampfzug, schiesst
durch die Frühlingsnacht. Im süssen
Erwachen aus kalter Ruhe Aufathmet die
Erde, feuchtwarme Winde Schwellen
sehns
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Die Nacht ist...

Die Nacht ist niedergangen Die
schwarzen Schleier hangen Nun über
Busch und Haus. Leis rauscht es in den
Buchen Die letzten Winde suchen Die
vollsten Wipfel sich zum Neste au
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Zwei Prinzessinnen

Die Prinzessin fährt zum
Hochzeitsfest, Vier Schimmel am
Wagen, Mit rotem Kragen Die Kutscher
und silberbetresst -    
        - Trara!
- Hell s
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Zwei Sprüche für Prüde

Die Sittlinge müssen sich immer
genieren, Wenn Einer recht herzhaft von
Liebe spricht. Sie denken halt immer
ans Amüsieren, An des Rätels
Heiligkeit denken sie nicht. Natu
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Zeitlied

Die Träumer und Propheten, Die raten
und die reden Viel von der
Ewigkeit. Wohlan, wers kann, der
fliege! Wir steigen auf der
Stiege Bescheiden, stufenweise; so
dienen wir der
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Fieberlied

Dieses Lebens Jammerthal Steht voll
schwarzer Schmerzensrosen, Die an
grauem Dornenstrauche, Zwischen
scharfgezackten dunkel- Grünen
Blättern blüh`n. Grosse, schwarze
Schme
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Alexandriner

Dort lag der See gewellt, ein blauer
Schimmerplan, Wie weisse Möven drauf
manch schneller Segelkahn; Das Ufer
drüben hell, der Himmel drüber
klar, Wie das doch wundersam, gar
heilig heit
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Am Kamin

Draussen bläst der Wind und
fegt Flocken an die
Fensterscheiben, Mürrisch patrouillirt
der Mond Hinter dicken
Wolkenwällen. Am Kamin sitz ich und
stütze Meine Füsse auf d
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Paris, 16. Oktober 1900

Du sagst, du liebst mich. Oh, ich danke
dir! Zwar kenn ich dieses Wort als Lüge
nur, Doch klingt es süß, wie liebliche
Musik, Und gerne glaubt man, was so
lieblich klingt. Ich will es
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Schneelied zu Weihnachten

Du trittst mich, singt der Schnee, Mir
aber tuts nicht weh: Ich knirsche
nicht, ich singe; Dein Fuß ist wie der
Bogenstrich, Dass meine Seele
klinge. Hör und verstehe mich -
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Dämmerung

Dämmerung mit den milden, grauen
Augen schreitet über die Erde. Kühl
weht ihr Athem, weich und kühl, milde
wie ruhiger Athemzug eines
schlummergeküssten, backenrothen
Kindes. An
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Frei-weg!

Ein Kettenschleppen, Ein müdes
Keuchen Mit schleifenden Füssen, Den
Nacken gekrümmt: Das ist das
Leben Der
Herdenmenschen. Gottesfurcht,
Menschenfurcht, Sorge
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Der Vogel

Ein Vogel singt gottlobesam, Ein Vogel
tief in meiner Brust; Der Vogel ist
die Liebe, Die Liebe. Leis ist die
Stimme, die er hat, Und seine Weise ist
ganz schl
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Waldvögel

Ein wohlbestelltes Mieder, Die Backen
rot gesund, Den Schnabel voller
Lieder Und vorn und hinten
rund. Zwei Augen glutend blaue Und
eine kleine Hand, Wohl mir,
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Fühle nur

Einsam bist du? Sieh die vielen
Sterne stehn, ein Weltenkran, ob deinem
Haupte, und die Lindenbäume,
Kronenträger, schicken ihre Düfte dir
ins Zimmer. Fühle nur! Saug ein und
gib
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Es ist ein Reihen geschlungen...

Es ist ein Reihen geschlungen ein
Reihen auf dem grünen Plan, und ist
ein Lied gesungen, das hebt mit Sehnen
an, mit Sehnen all so süße, daß
Weinen sich mit Lachen paart:
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Erntelied

Es kreiste die Sense mit scharfem
Schwung, es fielen die Halme, es sank
das Gras, und die Sonne lachte der
Ernte. Der Himmel war blau, und die
Luft war heiss, und die Schnitt
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Trennung

Es liegt in mir wie eine Wolke Der
düstre Abend, der uns schied. Es stand
kein Stern am grauen Himmel Und von den
Zweigen klang kein Lied. Verdrossene
Menschen gingen eilig
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Der Stern von Bethlehem

Es stand ein Stern ob einem Dach, Dem
reisten Weise und Könige nach; Und war
kein Schloss und kein Palast Dem
seligen Sterne Lust und Rast: War nur
ein Hüttlein und ein Stall.
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Ringelreime

Es war im März der erste Tag, Da hob
sich erstes Frühlingswehn Und erster
lauter Amselschlag. Es war im März der
erste Tag, Der Schnee noch auf den
Bergen lag, Da hab zuers
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Nach Bildern von Hans Thoma - IV.

Flötender Faun.     In
Stahl gehüllt, auf weissem Ross, reitet
ein Ritter durch dämmernden Wald. Von
der verscheidenden Sonne träuft goldig
mattes Licht durch die ruhenden
Blätter.
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Gebet zwischen blühenden Kastanien

Frühling, oh du süßer Junge! Deine
Beine sind so zärtlich Schlank und
deine schmalen Lippen Feucht. Wie du
schreitest! Wie die Locken fliegen Und
das blaue
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Gigerlette

Fräulein Gigerlette Lud mich ein zum
Thee. Ihre Toilette War gestimmt auf
Schnee; Ganz wie Pierrette War sie
angethan. Selbst ein Mönch, ich
wette, Sähe Giger
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Gigerlette

Fräulein Gigerlette Lud mich ein zum
Thee. Ihre Toilette War gestimmt auf
Schnee; Ganz wie Pierrette War sie
angethan. Selbst ein Mönch, ich
wette, Sähe Gigerlette
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Trab!

Gern wohl möchte mich die Braune. Doch
ich soll erst
karessiren, Redebutterbröde
schmieren; Dazu hab` ich keine
Laune. Komm und küss` und sei
vernünftig. Spiel` ni
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Ehe-Gebet

Gib mir deine Hand: ich küsse
sie. Schenk mir deinen Blick: ich
fühle ihn. Gib mir deine Wahrheit,
Frau, die ganze, Bist zur letzten
Nacktheit gib sie mir: ich heilige
sie. Denn ic
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Unschuld

Gieb, schönes Kind, mir deine Hand Und
sieh mich an, Den Reisenden aus
Wehmutland Und ärmsten Mann. Schlag
deine Augen nieder nicht; Sie sind so
hold; Noch ni
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Rathskellergelöbniss

Graue Nebelsäume von den
feuchten Riesenregenmänteln der
Giganten, Die sich oben schwere
Wolkenballen An die Schädel
schleudern, schleppten träge Durch die
tristen Strassen, rege
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Ketzerküsse

Grün deine Federn am Hut, mein
Kind, Blau deine Augen im Kopfe
sind: Wie kannst du so was
wagen!? Grün paßt nicht zu
blau, Wird dir prompt und genau Ein
jeder Professor sag
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Hans und Grethe

Hans und Grethe, Grethe und Hand;
Überall derselbe Tanz;
Immerfort derselbe Kreis,
Von Adam her im Paradeis
Zielt alles auf denselben Strich;
Das Ding ist unabänderlich.
Im Garten des Herrn

Heut sieht die Welt mir lustig aus, Ein
hell und bunter Blumenstrauß, Mir ist
so froh zu Mute. Wer hat das gethan?
Ein roter Mund, Zwei volle Arme und
Brüste rund, An denen
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Entzückung

Hier mein Herz, Welt, hier mein ganzes
Leben! Dich umfaß ich, Gott; was du
gegeben, Ström ich wieder in
Entzückung her. Hat mein Herz der
Leiden viel getragen, Darf es wieder
nun
... weiterlesen


Sankt Heinrich

Hinter Wipfelgrün am See Liegt das
Dorf des heiligen Heinrich; Zwischen
Wiese, Wald und Feldern Ruht es mollig
eingebettet; Leise geht des Lebens
Athem Hinter Wipfelgrün am
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Mit trockenen Blumen

Hoffnungswimpel im Lenze, Banner des
Todes nun, Gern wären es
Liebeskränze, Die hier wie Leichen
ruhn. ...Der Herbst hat`s
gethan,     Sterben hebt
an.... &
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Der armen Kinder Weihnachtslied

Hört, schöne Herr`n und Frauen, Die
ihr im Lichte seid: Wir kommen aus dem
Grauen, Dem Lande Not und Leid; Weh
tun uns unsre Füße Und unsre Herzen
weh, Doch kam uns
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Merkreime für Moralisten

I. Die Sittlinge müssen sich immer
genieren, Wenn Einer recht herzhaft von
Liebe spricht, Sie denken halt immer
ans - Amüsieren, An des Räthsels
Heiligkeit denken sie nich
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Josephine

I. Ihr Kleidchen ist von
Tarlatan, Ihr Herzchen ist von
Golde; Ich bete, ich bete das Mädel
an, Ihre Guckaugen haben mir`s
angethan, Josephine, Sephine, Du Holde!
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I Sie sprach: Hernach! Er flog
– Sie trog. II Er sprach: Ich
möchte! (O Schmach – Der
Schlechte!) Sie lachte.
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I Sie sprach: Hernach! Er flog - Sie
trog. II Er sprach: Ich möchte! (O
Schmach - Der Schlechte!) Sie lachte.
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Glück

Ich bin so voll von Liebe, Wie die
Traube ist voll von Süße, Mein Herz
ist wie im Sommer Der volle
Apfelbaum. Ich gehe stille Wege Mit
ruhigem Gemüte, Der ho
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Morgenständchen

Ich blase meine Flöte Im Glanz der
Morgenröte, Der Garten liegt voll
Tau. Die Morgenwolken blühen Am
Himmel auf und glühen Dir ihren Gruß
ins weiße Bett, Viellieb
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Paris, 22. Oktober 1900.

Ich fuhr ins fremde, weite Land; es war
(Paris, 22. Oktober 1900.) Ich
fuhr ins fremde, weite Land; es war
Ein Fliehn vor mir, vor dir, vor
allem, was Mich tägli
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Christoph, Ruprecht, Nikolaus

Ich kenn drei gute, deutsche
Gesellen Mit großen Händen und Beinen
schnellen; Mit dicken Säcken auf
breiten Buckeln Stampfen sie eilig
durchs Land mit Gehuckel; Haben Eis im
Bart Und
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Liebeslied

Ich nehme dich und küsse dich Und
lasse dich nicht von mir, Ein blinder
Bettler wäre ich, Wär nicht mein Herz
bei dir. Seele, Sinne, alles
Meine, Es ist deine
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Müde

Ich schließ die Thüre hinter
mir, Will ohne Gäste sein; Ich hab
mich selbst verlassen, Drum bin ich so
allein. Ich mache alle Läden
zu, Was soll mir Tag und Licht.
... weiterlesen


Abendgedanken

Ich sitze am Fenster, die Pfeife im
Munde, Zur Seite das Glas mit braunem
Biere. Verhallender Lärm der Strasse
tönt Rauschend ans Ohr mir. Da
drüben, hinter der weissen Ga
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Adoration

Ich strecke meine Hände aus nach
dir, Wie Beterhände sich zum Antlitz
strecken Der gnadenreichen Mutter, die
im Arm Das liebevolle ernste Kind
umfängt. So, o Madonna, möc
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Kinderlied

Ich und du und du und du, Zwei mal zwei
ist viere, Tragen Kränze auf dem
Kopf, Kränze aus Papiere; Rechts herum
und links herum, Röck` und Zöpfe
fliegen, Wenn wir alle sc
... weiterlesen


Nach Bildern von Hans Thoma - III.

Idylle.     In rosafarbenem
Kleide, den Korb mit Blumen im Schooss,
sitzt und träumt, wachend, im blumigen
Gras die kleine, niedliche Schäferin,
blickt hinaus in die webende Ferne, we
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Ihr Mund

Ihr Mund ist schön. Nicht vieles auf
der Welt Ist schön wie dieser Mund, so
völlig schön, Daß ich ergriffen bin,
denk ich daran. Ihr Mund ist schön.
Aus diesem Munde kann
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Jeanette - II.

Im alten Ton. Der Frühling kam, die
Knospen sprangen, Da bin ich auf die
Wiese, Ja Wiese, Alleine
hinausgegangen. Ich ging allein Und
kam zu Zwei`n: Mit
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Durch dunkle Gassen mit hundert Küssen.

Im Heidenlärm der Tanzmusik, Im
Tabaksqualme, schwer und dick, Warf zu
das Glück mir einen Blick, Einen
goldenen Blick aus zwei heissen
Sonnen. Du warst an meiner Seite.
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Amor-Vampyr

Im hellen Herbstwald auf buntem
Laub Waren wir wie Kinder und küßten
uns Unschuldig in linder
Liebe. Bubenmädel, Bubenmädel, Wie
lachten deine Augen, die hellen,
braunen,
... weiterlesen


Jeanette - III.

In enger Kammer. Ein Bett, ein Stuhl,
ein Tisch, ein Schrank, Und mittendrin
ein Mädel schlank, Meine lustige,
liebe Jeanette. Braune Augen hat sie,
wunderbar, In wil
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Noch schlägt das Herz der Erde heiss

In Lieben und Gebären, Noch dreht der
alte Wandelkreis: Samen, Blüthen,
Aehren, - Zeugen, Geburt und Tod, Wann
wird es stille? Wo glüht das
Urgebot, Wo wacht der Wil
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Fasching

Introduktion. Buntes Gewühl, es
wirbeln und flirren Tausend Farben in
tollem Gemenge, Taumelnde, jauchzende
Töne schwirren, Suchende glühende
Blicke irren Durch das
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Rosenopfer

Kind, das Bette ist bereit, Lege dich
nun nieder Und thu ab dein schwarzes
Kleid, Rock und Hemd und
Mieder. Eva, Eva, Evalein, Lasse
dich beschauen! Ist das wir
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Liebenswürdiger Rath und Antwort

Kürzlich, an einem Aergertage, Schrieb
einem Freund ich
Schriftstellerklage, Dass mir zuwider
zuweilen dies Schinden, Verneigen,
Verschweigen, Herumsichwinden, Von der
Sorgenpeitsch
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Genesung

Lange lag ich krank im Haus Unter
dicken Decken, Heut zum ersten Mal
hinaus Darf den Kopf ich
stecken. Vor dem Fenster
Wipfelgrün, Ach, wie ist das
helle, Und
... weiterlesen


Erste Blüthen, erster Mai...

Lange schlug das Herz mir dumpf Und in
faulen Schlägen, War ein tangbedeckter
Sumpf Ohne Wellenregen. Bunte Blumen
blühten rings, Und ich ging
vorüber, Wisse
... weiterlesen


Erste Blüten, erster Mai

Lange schlug das Herz mir dumpf Und in
faulen Schlägen, War ein tangbedeckter
Sumpf Ohne Wellenregen. Bunte Blumen
blühten rings, Und ich ging
vorüber; Wisse
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Letzte Bitte

Lass mich noch einmal dir ins schwarze
Auge sehn, Lass mich noch einmal tief
ins heisse Dunkel senken Den trunkenen
Blick, dann will ich weitergehn Und
dich vergessen...Nur in harter Zeit,
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Gefunden

Laue Sommernacht: am Himmel Stand kein
Stern; im weiten Walde Suchten wir
uns tief im Dunkel, Und wir fanden
uns. Fanden uns im weiten Walde In
der Nacht, der
... weiterlesen


Sonnenblicke

Leises Blätterrauschen
rings, Traumhaft, wie im
Märchenwalde... Vogelsingen von den
Zweigen, Schmelzend bald in
langgezogenen, Schluchzenden Tönen,
bald in lautem, Hochaufs
... weiterlesen


Porträtstudie

Listig liebe blaue Kinderaugen, Müde,
müde, müd` ein wenig: Ganz tief d`rin
lustiger Trotz. Feine, bogenspitze,
schmale Lippen; Dunkel kirschenroth
brennt d`rin Küssegluth
... weiterlesen


Rasende Lenzlust

Maisonne, warmer, bebender Strahl, Oh
fröhliches Glänzen, so weich und
jung, Sorgen scheuchend und Falten
glättend! Das Herz schwillt auf in
wogendem Heben, Und das Auge blickt fr
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Weihnachtslied

Maria lag in großer Not, Mit Lumpen
angetan, In einem Stall zu
Bethlehem Und sah die Stunde nahn, Da
sie ein Kindlein haben sollt. Der
Himmel stand in lauter Gold; Da
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Rabenflug

Mattheller Wintertag. Wie goldene
Bronce Liegt auf dem Schnee der Sonne
schwacher Schein. Das Leben schläft in
träumender Agonie. War Frühling
einst? In dieser grauen Luft Hat far
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Segenschwerer Traum

Mein Acker wogt, mein Weizen
blüht... Die Sonne scheint mir ins
Gemüth... In Ballen flieht der Sorgen
Qualm... Gedichte spriessen Halm an
Halm... Es wellt der Hoffnung
Wiesengrün.
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Das grüne Wunder

Mein Birkenhain stand weiß und
kahl, Die dünnen Stämmchen fror, Da
kam April und zauberte Das Leben grün
hervor. Mit einem Schleier
angethan Steht nun mein Birkenhain;
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Leere

Meine Seele ist krank, ich weiß nicht,
nach wem, Meiner Träume Gestalten sind
Schleier und Nebel, Die Stimmen, die
ich höre, sind fern und
verweht. Ach, schweifende Sehnsucht
ohn
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Du, mein Glück

Meine Seele, eine Taube, Lang verflogen
und verirrt, Regt nun zwischen lauter
Blüten Auf dem schönsten
Frühlingsbaume Ihre Flügel leis vor
Glück. Du mein Baum vol
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Meines Vaters Uhr

Meines Vaters Uhr, Liegt auf meinem
Tische, Vieles Unglück muß sie einem
Braven zu. Sterbend ließ er sie Als
mein einzig Erbe Arm, doch liebend,
mir. Und nun tickt
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Schrei

Mich frisst die Wuth, mich frisst die
Gier: Nach Dir, nach Dir, nach Dir,
nach Dir! Es rast mein Blut, es rast
mein Hirn: Nach Dir, nach Dir, Du
lachende Dirn! Krank bin ich vor Lieb
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Mir war die Liebe lange nur ein Spiel

Mir war die Liebe lange nur ein
Spiel, Leicht setzt` ich wenig ein und
holte viel, Und lustig warf den
goldenen Gewinn Ich gerne bald in
and`re Schürzen hin. Oh ja, das Herz,
es war
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Wartelohn

Morgenjunge Herrlichkeit, Hell die Welt
und frisch der Wind, Wartend klopft
mein Herz geschwind -: Eine Minute
schon über der Zeit! Ach, wie oft
schon sagt` ich`s, Kind: Pün
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Wartelohn

Morgenjunge Herrlichkeit, Hell die Welt
und frisch der Wind, Wartend klopft mein
Herz geschwind -: Eine Minute schon
über der Zeit! Ach, wie oft schon sagt
ichs, Kind: Pünktlichk
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Müsette

Nach dem Gedichte in Mürgers `Scénes
de la vie de Bohéme`. Die erste
Schwalbe, sie ist schuld daran Mit
ihren zwitschernd frohen
Frühlingsgrüssen, Dass ich gedachte
der verlore
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Ein Menuett

Nestwarmweiche
Lagerstätte, Himmelblaues
Himmelbette, Seidenkissen,
Spitzenzier, Rosawolken,
mullgebauschte, Hinter denen Amor
lauschte, Unsrer Liebe, Dir und
mir, Kr
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Freundliche Vision

Nicht im Schlafe hab ich das
geträumt, Hell am Tag sah ichs schön
vor mir: Eine Wiese voller
Margeritten; Tief ein weißes Haus in
grünen Büschen; Götterbilder
leuchten aus dem
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An Gemma zu meinem Geburtstage 1907 früh um 4 Uhr

Noch hat der Mond sein silbernes Szepter
nicht Der goldenen Tageskönigin
überreicht, Doch tausend Vögel singen
schon ihren Gruß Dankbarer Liebe dem
Licht, das wieder kommt.
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Mai

Nun aber hebt zu singen an Der Mai mit
seinen Winden. Wohl dem, der suchen
gehen kann Und bunte Blumen finden!
Die Schönheit steigt millionenfach
Empor aus schwa
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Fröhliche Zuversicht

Nun ist die Blüthenzeit vorbei, Die
grüne Wiese gilbt sich schon,
- Vergangen ist der Mai. Im Busch
ein kleiner Vogel singt Ein lautes Lied
vom Glück, vom Glück, D
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Panorama der Zukunft.

Nun liegt die Zukunft vor mir da In
einem schönen Kreise, Funiculi,
funicula! Erst kommt die
Hochzeitsreise. Vielleicht ins Land
Italia, Vielleicht auch nur bis Hambu
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Frühlingszuruf

Nun sich die Knospen aus den Zweigen
drängen, blühende Kräfte morsche
Bande sprengen, wohin du siehst, wacht
alles fröhlich auf -: Nun sei in
deiner Seele rein und heiter, Erzeng
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Frühlingszuruf

Nun sich die Knospen aus den Zweigen
drängen, blühende Kräfte morsche
Bande sprengen, wohin du siehst, wacht
alles fröhlich auf -: Nun sei in deiner
Seele rein und heiter, Erzengel r
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Oft in der stillen Nacht

Oft in der stillen Nacht, wenn zag der
Atem geht und sichelblank der Mond am
schwarzen Himmel steht, wenn alles
ruhig ist und kein Begehren
schreit, führt meine Seele
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Ich ... war ... einmal

Oft weiß ich ganz genau: Ich ... war
... einmal; Ich habe schon einmal all
dies gesehn; Der Baum vor meinem Fenster
rauschte mir Ganz so wie jetzt vor
tausend Jahren schon; All dieser S
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Gebet

Oh Goethe, Goethe, ewig Lebendiger! Du
Gott der Jugend, die in Versen
athmet, Sieh mich vor Deinem Bilde
stehn und weinen. Ich weine Jubeldank
Dir, stürmischer Gott, Ich liebe, lieb
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Reichtum

Perlen gleiten durch meine Hand -: Das
war Wasser, das verschwand; Gold kam
über mich hergelaufen -: Wolkenberge,
Wolkenhaufen; Nichts ist mehr in meiner
Hand, Und ich kann m
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Frühlingskur

Pfingstwunder blühn auf Deinem
Hute,     Aus Deinen Augen
lacht der Mai,     Dein Herz
ist längst vom Winter frei,  
  Du flinke Fee vom Fingerhute.
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Des Narren Regenlied

Regenöde, regenöde Himmel, Land und
See; Alle Lust ist Last geworden, Und
das Herz tut weh. Graugespinstig
hält ein Nebel Alles Sein in
Haft, Weher Mut weint
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Des Narren Regenlied

Regenöde, regenöde Himmel, Land und
See; Alle Lust ist Last geworden, Und
das Herz thut weh. Graugespinstig hält
ein Nebel Alles Sein in Haft, Weher Mut
weint in di
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Glück im Fluge

S giebt heute recht mässigen
Sonnenschein, Und der Himmel schaut
recht ledern d`rein, Als ob ein
Rezensent er wär`, Dem plötzlich
fällt das Schimpfen schwer. Die
Strassen sind sc
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Lazarus als Prolog

Schon hatten die Lemuren Das Grab mir
tief gemacht, Und meine Arme
fuhren Ins Leichenhemd der Nacht; Ich
hörte schon Den Willkommenshohn: Des
Zerberus Gebelle,
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Das Wunder kommt

Schwarz ist die Nacht; es kracht das
Eis; Die ganze Welt ist
eingeschneit; Es steht kein Stern am
Himmel, Am Himmel. Da sieh: es
blitzt ein zitternd Licht. Ein Stern b
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Dämmerungszauber

Schön ist die Dämmerung, die im Walde
webt, Leise, leise schwebt sie
nieder Durch Zweiggewirre und
Blättersäuseln, Ein duftgewobener
Schleier vom Himmel. Verhallendes
Zirpen, Sum
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Devotionale

Schöne du, Erbarmerin, Weil mir deine
Augen lachen: Nimm mein Lied in Gnaden
hin - Schöne du, Erbarmerin. Nimm
mein Herz in deine Hand, Wieg mein Lied
in Trost und T
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Schöne Mondfrau

Schöne Mondfrau, gehst du
schlafen Lächelnd und so munter, Leise
mit den Silberschafen In die Nacht
hinunter? O und du im hellen
Kleide, Liebe Schehrazade, Spielst d
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Ernte

Sonnengiessen durch den
Tag, Wellenhoch, in fröhlichem
Schlag Geht mein Herz, es schaukelt
leise Eine Wiener
Walzerweise. Sensenschwung und
Sichelschnitt, Grün und gelb fäl
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Sonntag

Sonntagsfriede liegt Heilig über der
Stadt, Ach, wie ist mein Herz Seiner
Wochen satt. Quälen, Keuchen,
Kampf Um ein kärglich Brot, - Ach,
wann machst Du fre
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Umschlag

Sturm ist dem Frühling gefolgt Und
grauer Regen. Wie ein niederes Bleidach
steht der Himmel. Sonne, wo bist du,
flammende Sonne des Frühlings! Alle
Hoffnung wehte der Sturm
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Blick ins Trübe

Unruh im Herzen und
Verzweifelung, Gähren und
niederdrückende Schwere, Mich selbst
veracht` ich und Keinen lieb` ich,
- Keinen. Ich blick hinab in die
Gassenhast: In den Unr
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Osterpredigt in Reimen

Verehrter Mitmensch, höre und vernimm
Freundwillig mit Hulden und ohne
Grimm: Dieweil es nun Ostern geworden
ist, Sollst du, von welcher Art du
auch bist, Ob Heide, Jude, Moslem
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Das grüne Blatt

Vor meinem Fenster weht Ein Blatt; -
der grüne Schein Soll meine
Zuversicht Und liebe Ruhe sein. Vor
meinem Fenster weht Ein Blatt. Wir
leben so Im leisen Auf
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Fund

Was das doch war? In einem
alten Notizbuch windig hingekritzelt
fand ich Dies schnurrige Versvolk: `Im
gelben Schlafrock mit rothen
Quasten Kommt mir entgegen die Kleine
mit Würde.
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?

Was eigentlich die Kleine will, Das mag
der Teufel wissen! Bald guckt sie mich
gar glühend an, Als wär` sie
hingerissen. Wovon? Wozu? Ich ahn` es
nicht; Der Teufel mag es wi
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Jeanette - I.

Was ist mein Schatz? - Eine
Plättmamsell. Wo wohnt sie? - Unten am
Gries, Wo die Isar rauscht, wo die
Brücke steht, Wo die Wiese von
flatternden Hemden weht: Da liegt mein
Paradies
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Erwachen in den grellen Tag.

Was war das für ein wunderreicher
Traum! Er hat mein Herz so innig warm
beglückt... Er führte mich auf
grüne Wiesen aus Voll
Frühlingsblumen, - jeder Blüthe
gab Von Son
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Traum durch die Dämmerung

Weite Wiesen im Dämmergrau; Die Sonne
verglomm, die Sterne ziehn; Nun geh`
ich zu der schönsten Frau, Weit über
Wiesen im Dämmergrau, Tief in den
Busch von Jasmin.
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Traum durch die Dämmerung

Weite Wiesen im Dämmergrau; die Sonne
verglomm, die Sterne ziehn, nun geh` ich
hin zu der schönsten Frau, weit über
Wiesen im Dämmergrau, tief in den Busch
von Jasmin. D
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Weißt du noch

Weißt du noch: das kleine
Haus Zwischen Wald und See und
Feld? Eine alte Eiche hält Wacht
davor. Weißt du noch: das
Zimmerchen? Wie ein Käfig war es
klein,
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Flußfahrt im Frühling

Welch ein Ziehen! Welch ein
Gleiten! Zwischen Schilf und alten
Weiden, Die sich beugen, die sich
neigen, Fahren wir, - wohin? ...
wohin? Laßt das Fragen! Laßt uns
schweigen!
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In einer dunklen Nacht

Wenn dieser Körper einst zerfallen
ist, Seele, du meine Seele, Träumst
du dir einen andern Leib? Lebst du auf
einem andern Stern? Treibst du aus
deinem Drange, der die Schönheit w
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Das Mädchen ohne Bräutigam

Wenn ich Braut bin, wenn ich Braut
bin, Will ich haben kein weißes
Kleid, Kein weißes Kleid; Aus
schwarzer Seide, so soll es sein, Aber
viele, viele weiße Rosen drein, Gro
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Sehnsucht

Wie eine leise Glocke klingt Die
Sehnsucht in mir an; Weiß nicht,
woher, wohin sie singt, Weil ich nicht
lauschen kann. Es treibt das Leben
mich wild um, Dröhnt um m
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Gavotte des Verliebten

Wie ging ich durch mein Leben hin? An
einem roten Bande; Dran führte mich
meine Königin Durch lauter selige
Lande. Bald auf, bald ab, bald quer,
bald krumm, Mal rechtsherum,
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Reue.

Wie ist mein Herz mir schwer, welch eine
Missethat Hab` ich gethan! Ich habe
meine Liebe
getödtet. Tempelschänderisch hab` ich
gewüthet wider mein Heiligthum. Einer
Mater
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Sturmlied

Wild stiess der Sturm durch die
Nacht. In den schwarzen Aesten der
alten Eiche Harfte er gellend ein
Tanzlied der Kraft: Ueber die Berge und
Wässer und Wälder, Hussahojoh! S
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Metamorphosen

Winterkrank war meine Seele, und sie
kroch wie eine faule Kröte zwischen
kalten Steinen.    An den
leeren Stunden klebte sie wie eine müde
Fliege am angelaufenen, undurchsichtigen
Fensterglas.
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Nachtgang

Wir gingen durch die stille milde
Nacht, dein Arm in meinem, dein Auge in
meinem. Der Mond goß silbernes Licht
über dein Angesicht, wie auf Goldgrund
ruhte dein schönes Haupt. Und du
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Einem schönen Mädchen unter sein Bildnis

Wo sah ich das doch schon einmal? Dies
zart und liebliche Oval, Die großen
Augen tief und klar, Dies bogenfeine
Lippenpaar Und diesen Strudel
Lockenhaar? Wo, wo? Und
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Ach so!

Wohin denn, wohin denn so schnelle, Du
Mann mit der Elle? Siehst nicht den
schönen Regenbogen? Frivoler
Geselle! Den eben will ich messen
gehn. Wär mir eine Art, so dazust
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Die heiligen drei Könige des Elends

Über einem Häusel, ganz weiß
beschneet, Golden ein flimmernder
Funkelstern steht. Weiß alle Wege,
die Bäume alle weiß, Milde des
goldenen Sternes Gegleiß. Gelb
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Schlagende Herzen

Über Wiesen und Felder ein Knabe
ging, Kling-klang schlug ihm das
Herz, Es glänzt ihm am Finger von
Golde ein Ring, Kling-klang schlug ihm
das Herz.        
`Oh
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Fin de siécle

Zwei Phantasiestücke. An Hermann
Bahr. I. Traum.     Ich
sah im Traume eine Abendröthe, die war
wie wellendes, dampfendes Blut, tief
dunkel.  
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Alter Glückszettel

Zwischen Hetzen und Hasten, In Lärmen
und Lasten, Von Zeit zu Zeit Mag gerne
ich rasten In
Nachdenklichkeit. Fliege, mein Denken,
zurück, zurück, Suche, suche: in he
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Aus der Suserzit

Züricher Ode, Hymne oder dergl.,
gespickt mit Klopstocks Ode Nr.
20. Trübsal, Trübsal! Wehe, mein
Kanapee Schwankt wie ein Schiff im
drehenden Taifunwind, Und im Kopfe, e
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Dir, Frau Fortuna mit der Distel, widme ich dies B

[Maultrommel und Flöte] Du bist mein
Glück: die nackte Bäuerin, Die
kugeltanzen kann und Disteln
trägt: Derb, doch gelenkig, deutsch
von dazumal, Als Grazie mit der Schwe
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Lyrikerchens Traum

`Ach Gott, wie grob ist unsre Zeit! Wie
starr, wie eisern-folgerichtig, Nichts
als die graue Nützlichkeit Erscheint
modernem Volke wichtig. Was schiert
sie Mondschein, Blüt
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Frauenhaar

`Frauenhaar` trag ich am Hute, Wie
Flachs so weich, wie Seide so
fein, Flirrfädelnd spinnt`s im
Sonnenschein, Flott flattert`s in den
Wind hinein, Ich trag es mit
fröhlichem Mute
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„Frauenhaar“

`Frauenhaar` trag` ich am Hute, Wie
Flachs so weich, wie Seide so
fein, Flirrfädelnd spinnt`s im
Sonnenschein, Flott flattert`s in den
Wind hinein, Ich trag` es mit
fröhlichem Muth
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