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Gedichte - Julius Wilhelm Fischer


An meine Mutter

(Aus einem Cyclus) Du wärest einer
Krone werth gewesen Mit deiner Hoheit,
deiner Geistesfülle, Dem innern
Reichthum in der schönen Hülle, Mit
deinem ganzen königlichen W
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Von Bonn nach Godesberg wandernd

(Von Bonn nach Godesberg
wandernd.) Weiß nicht, ob mehr
erfreuen mag Der Junimond voll Pracht
und Duft, Als so im späten Herbst ein
Tag Mit wunderklarer Luft.
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Blau der Himmel und hell die Fluth

(Von Königswinter nach
Rolandseck) Blau der Himmel und hell
die Fluth Gebt das Segel dem
Winde! Lustig weht er voll
Uebermuth, Treibt uns gut, Und wir
fahren geschwin
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Aber der Kahn

Aber der Kahn Tanzt schwungvoll
hinan, Dann gleitet er
wieder Beweglich nieder, Immer
vorwärts aus seuchter Bahn. Wie die
Wellen, die hellen, Sich brechen am
Kiele!
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Ach Gott, die Jahre sind so kurz

Ach Gott, die Jahre sind so kurz, Die
Stunden oft erstaunlich lang! Die
schießen hin wie Wogensturz, Die ziehn
im Schneckengang. Verwundert auf ein
Jahr zurück Blick
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All meine Sorgen, die lang mich gedrückt

All meine Sorgen, die lang mich
gedrückt, Die mir die fröhliche Seele
bestaubt, Schüttle ich ab, ich erhebe
mein Haupt, Das sich zu lang nur
geduldig gebückt: Weichet, ihr quäle
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Als ich am goldnen Tage kam

Als ich am goldnen Tage kam O Blume,
hin zu dir, Da glänztest du so
wundersam In deiner Farbenzier; Doch
als ich kam bei Eternenlicht, Du zarte
Maieubraut, Da war dein
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Als ich ein frohes Kind noch war

Als ich ein frohes Kind noch war In
meiner Mutter Haus, Da sah mein Auge
sonnenklar In`s weite Land
hinaus. Da war die Welt so reich und
schön, So roth im Morgenschei
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Am Gelände glüht die Traube

Am Gelände glüht die Traube, Frohe
Winzer sammeln ein, Und ihr reiht euch
in der Laube Um den alten Tisch von
Stein, Kränzet Locken und
Pokale, Gießt dann prüfend ein zum
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An jedem Morgen legt sich dicht

An jedem Morgen legt sich dicht Der
Nebel um die Erde, Und mächtig kämpft
das Sonnenlicht, Daß seiner Herr es
werde; Doch täglich dunkler wird der
Dampf, Und täglich schw
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Napoleon

Auf einer Insel wurdest du geboren: Die
Wogen, welche rings den Fels
umschwanken, Sie riefen: Auch das
Starke ehrt die Schranken! Doch diese
Warnung war bei dir verloren. Den
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Aus dem Schwall der Stunden heben

Aus dem Schwall der Stunden
heben Einige weiß ihr Haupt
empor, Wie auf schwarzen Wogen
schweben Lilien in lichtem
Flor. Träumerischen Auges
schauen Aus der Ferne sie
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Heerd und Herbstnacht

Da draußen tobt das wilde Heer, Da
huschen die Gespenster, Die
Regentropfen schlagen schwer An unser
klirrend Fenster, Wir aber bei dem
hellen Licht Und bei des Heerdes Flamm
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Da Jeder einmal etwas werden muß

Da Jeder einmal etwas werden muß: Ich
möchte gern ein Müßiggänger
werden, Hinschlendern träumend durch
die Au am Fluß, Wo fromme Hirten gehn
mit ihren Heerden; Zu Berge ziehn
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Einem Freunde

Das Leben ist ein Kommen und ein
Gehen, Ein flüchtiges Begegnen und ein
Scheiden, Ist Ebb` und Fluth: wir
müssen durch die beiden Beharrlich
schwimmen oder untergehen. Wer
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Daß unsre Wege auseinander gehen

Daß unsre Wege auseinander gehen, Wer
kann es ändern oder uns
verhehlen? Zieh` hin! Wohl werd` ich
oft noch seitwärts sehen, Indeß sich
Thränen aus dem Auge stehlen, Daß
unsre
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Xenokrates

Dem Manne Heil, deß Seele klar  
und  dessen Worte truglos
sind, Und fest bestehn und nicht
verwehn   wie leichte Spreu im
Wirbelwind: Es nimmt ein Jeder
ungeprüft
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Denselben Weg schon vor langer Zeit

Denselben Weg schon vor langer
Zeit Ging ich, den jetzo wir
machen: Drei Freunde gaben mir das
Geleit Wohl unter Scherzen und
Lachen; Es war im lieblichen
Lenze, Der Himmel bl
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Der Geister schlummern zwei im Weine

Der Geister schlummern zwei im
Weine, Ungleich, doch beide reich an
Macht: Der eine gleicht dem
Sonnenscheine, Der Andre ist wie
finstre Nacht. Die Reb` hat jenen
eingesogen
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Der Himmel ist so blau und helle

Der Himmel ist so blau und helle. So
froh und heiter unser Sinn: Komm zu des
Hügels schönster Stelle, Zu unserm
lieben Vorsprung hin! Wie schweift der
Blick in weiter Runde,
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Der kahle Baum erhebt sein Haupt

Der kahle Baum erhebt sein
Haupt Stilltraurig himmelan: Man bat
ihn alles Grüns beraubt, Man bat ihm
weh gethan; Dahin ist seine
Herrlichkeit, Sein krauser Wipfel hin,
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Der Sturm erbrauset dumpf und hohl

Der Sturm erbrauset dumpf und hohl, Die
Wälder werden licht, Die hohe Sonne
glänzet wohl, Doch ach! sie wärmet
nicht; Das ganze Land ist welk und
bleich Und blicket kaum em
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Salamis

Die Drachen, die so arg gedräuet, Die
Perserschiffe sind
zerstreuet, Versenkt, vernichtet —
Hellas frei Vom Joche fremder
Tyrannei; Die ruhmgekrönten Kämpfer
bringen Den
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Die Kalten und Verständigen warnen

Die Kalten und Verständigen warnen: Es
trügt der Schönheit falsche
Macht! Laßt euch nicht blenden und
umgarnen, Auch kann sie welken über
Nacht. Wir hören ernst sie an und schw
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Die Luft ist winterklar und kalt

Die Luft ist winterklar und kalt, Es
rauscht der Wind aus Norden, Verwelket
ist die Lenzgestalt, Der Wald ist hell
geworden; Die Bäume stehn so dürr und
leer, Die Bäume, di
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Romanze

Die Meute klafft, das Horn
erschallt, Die Gräfin steigt zu
Rosse Und fliegt dahin in den grünen
Wald, Gefolgt vom glänzenden
Trosse. Wie steht das enge Kleid so
gut
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Die Schönheit stieg zu schnellem Sieg

Die Schönheit stieg zu schnellem
Sieg Herab und trat in meine Bahn, Und
die erstaunte Seele schwieg Und neigte
sich als Unterthan; Ich sah dich nur
— und keine Spur Von Zö
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Vertrauen

Die See ging hohl, gespenstig pfiff Der
Sturm durch Segelwerk und Raen, Und
müde zog ein einsam Schiff Mit
schrägem Mäste seine Bahn. Zuweilen
riß die Finsterniß Ein Blit
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Heisterbach

Die Sonne hat sich westwärts schon
geneiget Und sendet ihre Strahlen
schräg und mild, Der hohe Wald ist
sturmesmüd und schweiget, In tiefer
Ruhe dehnt sich das Gesild, Da vor dem
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Die Spanne Zeit, die ich zu leben habe

Die Spanne Zeit, die ich zu leben
habe, Verkümm`re mir die bange Sorge
nicht! An leichtem Stabe wand`re ich
zum Grabe Die wenigen Schritte froh im
Sonnenlicht; Bleibt ein Besitz mir
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Sylvester

Die Tage, die so schnell entfliehn, o
nimm sie wohl in Acht! Laß keinen
dumpf vorüberziehn durch Schuld und
Unbedacht. Und präge jedem, der da
kommt des Werthes Sie
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Dieß sei dem Schlaf gesungen

Dieß sei dem Schlaf gesungen. Der
sanft, mit Götterkraft Den Menschen,
mühbezwungen, Allnächtlich neu
erschafft, Daß er an jedem Morgen
Mit frischer Lebenslust Den
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Du bist so reich und weißt es nicht

Du bist so reich und weißt es
nicht, Deine Macht ist dir
verborgen: Ein Blick von dir ist wie
das Licht Am rosigen Maienmorgen, Ein
Wort von dir ist wie der Klang Der
goldnen
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Du bist so rein, du bist so hold

Du bist so rein, du bist so hold, Daß
jeder Blick, wie trüb er ist, So gern
dich schaut, wie Sonnengold Und seine
Nebel all vergißt: Doch keiner schaut,
o Morgenstern, Dein
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Einem Kinde

Du siehst den Mond, der voll und
prangend Durchwandelt seiner Sterne
Chor, Und streckst die kleine Hand
verlangend Zum hellen Sohn der Nacht
empor: Du blickest in die schöne
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Dumpf auf dem Lande lag die Nacht

Dumpf auf dem Lande lag die Nacht, Da
riß sich aus der Wolkenpracht Der
Blitz mit Wetterschnelle: Unheimlich
glühte Berg und Thal, Selbst Gras und
Moos mit einem Mal` In fee
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Durch deine Liebe bin ich reich

Durch deine Liebe bin ich reich. Und
fröhlich kann ich um mich sehn: Die
Erde wird ein Eden gleich, Darf ich an
deiner Seite gehn; Bei dir ist Alles
hell und warm, Du bist ei
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Als derselbe sich erschossen hatte

Ehrbar hält des Tages
Jugend Vorgeschrieb`ne Bahnen ein, Und
die Schwäche gilt für Tugend, Und
für gut, was arm und klein. Andre,
im Geheimen trunken Von unlaut`re
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Ein bittres Loos für böse Tage

Ein bittres Loos für böse Tag` Hat
mich die Zeit gelehret, Das, wie der
Sturm auch rasen mag, Der großen
Schwermüth wehret; Ich sing` es laut:
es schallt so rein! Und, wem
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Ein Hoch dem Mann, wo er auch steht

Ein Hoch dem Mann, wo er auch steht, Ob
für, ob wider uns er geht, Der da
beharrlich und bewußt Der Stimme folgt
in tiefer Brust. Der nie verficht,
was er nicht glaubt,
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Isadas

Ein Sparterjüngling senkt die
Glieder Zum angenehmen Bade
nieder, Und weich umspielt die warme
Fluth Den schönen Leib, der in ihr
ruht; Und als er sie genug
genossen, Da sal
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Ein voller Dreiklang tönet mir stets im Ohr

Ein voller Dreiklang tönet mir stets im
Ohr Und wecket machtvoll jeglichen
Wiederhall Der Brust in diesen
Wonnetagen: Freiheit und Liebe und
zwiefach Schönheit. Der sonst s
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Eine Lerche hoch in der klaren Luft

Eine Lerche hoch in der klaren Luft, In
dem glänzenden Himmelsblau, Und ich
unten hier bei dem Kräuterduft, Auf
der blühenden Wiesenau: O wie jubeln
wir, o wie singen wir H
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Entfliehe, Nacht!

Entfliehe, Nacht! Schon donnert an die
Thore Der junge Tag, die Sonne ist sein
Schild. Die Lerchen grüßen ihn im
muntern Chore Und heben sich vom
thauigen Gefild; Er naht, er naht!
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Es gab eine Zeit, eine fröhliche Zeit

Es gab eine Zeit, eine fröhliche
Zeit, Da ward dein Auge klar, Wenn ich
nah dir trat, da verdunkelte Leid Es,
wenn ich fern dir war: Es gab eine
Zeit, wo ein Wort von mir Mus
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Alcibiades Rückkehr

Es hallt die Luft von Jubelklängen, Es
flammt der leichte
Griechensinn, Athenä`s frohe Bürger
drängen Sich jauchzend Zum Piräeus
hin: Dort wieget stolz sich auf den
Wogen
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Uebermüdung

Es hat noch Keiner je mich träg
gescholten, Allein zuweilen fühl` ich
doch am wunden Gelenk die Kette, wenn
die Ruhestunden So oft nicht kommen,
als sie kommen sollten. Die
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Ghasel

Es ist Alles eitel! sprach  
Salomon in seiner Pracht, Es ist Alles
eitel! heult   dumpf ein Chor der
Mitternacht: Greife, die des Lebens
Lust   eins
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Künstlerwonne

Es ist berauschend mancher Wein, Der in
des Glückes Schale qährt: Des Siegers
Stolz mag göttlich sein, Wann er mit
weißen Rossen fährt; Der Liebe
Glück, so bald es schwindet,
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Es ist ein wundersamer Stein

Es ist ein wundersamer Stein, Der saugt
der Sonne Licht Mit froher Lippe Tages
ein, Und dürstet Abends nicht; Es
wird durch ihn die dunkle Nacht Selbst
Andern klar und hell,
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Es ist nicht schwer, in einer milden Zone

Es ist nicht schwer, in einer milden
Zone Des Lebens, rings umdrängt von
Füll` und Segen, Das Schöne zu
erkennen und zu Pflegen Und froh empor
zu sehn zum Musenthrone. All
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Es nahet der Tod in der feurigen Gluth

Es nahet der Tod in der feurigen
Gluth, Es glühen die Wolken wie
Flammen und Blut, Der Donner
durchschallet die Lüste, Der Regen
rauscht und der Sturmwind
braust, Horch! wie er die
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Es pickt bei Nacht im Schlafgemach

Es pickt bei Nacht im
Schlafgemach Beharrlich meine Uhr, Ich
höre, werd` ich einmal wach, Ihr
trautes Pochen nur. Einst war sie
meines Vaters Zier, Ein Ahnenangedenke
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Es spielt die laue Abendluft

Es spielt die laue Abendluft Mit
schwankenden Blüthenzweigen, Und
läßt den süß betäubenden Duft Aus
tausend Kelchen steigen. Der große
Mond gießt milden Schein
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Es weht aus Süden ein warmer Hauch

Es weht aus Süden ein warmer
Hauch, Nun wird der Winter
geschlagen; Und wenn ich wär` ein Baum
oder Strauch, So würd` ich Blüthen
tragen; Und wenn ich wär` ein
Vögelein,
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Rückfahrt

Fahre wohl! Schon ertönet die Glocke,
schon greift Das Rad in die schäumende
Fluth, Doch mein Blick, eine sehnende
Taube, er schweift Nach den Bergen voll
Abendgluth! O schau, dort
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Für wen ein Herz voll Liebe schlägt

Für wen ein Herz voll Liebe
schlägt, Auf das er ewig bauen
kann, Und ob er schwere Lasten
trägt: Wie reich und selig ist der
Mann! Er schreitet fröhlich und
gesund,
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Tröstende Begegnung

Gerade da im ewigen Kampf Die Last des
Tages sieget, Und wie erfaßt vom
starren Krampf Mein tapfer Herz
erlieget, Führt mir ein gnadenvoll
Geschick Zum Tröste dich entgegen
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Glückselig, wer im Weltgetriebe

Glückselig, wer im Weltgetriebe Ein
warm Gefühl sich treu bewahrt, Für
Schmach und Ehre, Haß und Liebe Stets
gleich empfänglich, ewig zart; Ich
hasse jene kalten Herzen,
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Aus einem Cyclus

Heil dem Besitzenden! Frei kann er
sein; Dem Armen greift beengend an die
Kehle Die Noch, er bleibt ihr Sklav
jahraus und ein: Des Leibes Brod ist
oft der Tod der Seele. Helf Gott! D
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Kleobis und Viton

Herodot I, 31. Zum Herafeste soll zu
Wagen Vom starken Zweigespann
getragen, Der Göttin hehre
Priesterin Von Hause ziehn zum Tempel
hin; Doch fern im Felde sind die S
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Adrastos

Herodot I, 34. Welche Freude strahlt
vom Königsthrone Weithin in der Lyder
Land hinaus? Krösus rüstet seinem
theuren Sohne Liebevoll und klug den
Hochzeitsschmaus;
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Des Gottes Antwort

Herodot I, l57. Gen Kyme war vor
Mazares   der edle Paktyes
entflohn, Allein ihm folget auf dem
Fuß   das Rächerheer der Perfer
schon. Und fordert sein v
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Des Kindes Lächeln

Herodot V, 92. Die Bacchiaden
herrschen noch in stolzer Ruhe zu
Korinth, Nicht ahnend, daß ihr Maß
schon voll, gezählt schon ihre Tage
sind Doch schon geboren ist d
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Des Königs Thräne

Herodot VII. 45. Am Meere zu
Abydoslag   zur Wassenschau das
Perserheer, Schon war gezähmt die
wilde Fluth   und überbrückt
das tiefe Meer, Und am Gesta
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Hier ist der Winter so warm und schal

Hier ist der Winter so warm und
schal, Mir thut das Herz so weh — In
meinem Lande auf Berg und Thal Liegt
fußhoch nun der Schnee! Es schauen die
Berge so weiß und hehr Her
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Strophen zur Musik

Ich fühle ganz mich abgezogen Von
Allem, was da eng und klein, Du wiegest
auf der Töne Wogen Die freigeword`ne
Seele ein; Befreit von jener dumpfen
Schwere, Die weißen Sege
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Ich geh allein durchs kahle Feld

Ich geh` allein durch`s kahle Feld, Den
Mantel umgeschlagen, Doch meine Augen
sind erhellt, Verweht die Sorgen und
Klagen, Verwehet, wie im scharfen
Wind Die welken Blätter z
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Ich hab eine Tanne im Walde gesehn

Ich hab` eine Tanne im Walde gesehn Von
Felsen umdränget bei ihrem
Entstehn. Gern engte die düstere
Felsschlucht sie ein, Sie aber entrang
sich dem schroffen Gestein Und grüßte
f
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Ich sah im Walde den schönen Schwarm

Ich sah im Walde den schönen
Schwarm Deiner Gespielen gehn, Ich sah
sie wandeln Arm in Arm, Doch du warst
nicht zu sehn; Da glänzten Augen, hell
wie Gold, Allein das deine n
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Ich seh die Sonne selber nicht

Ich seh` die Sonne selber nicht, Es
strahlet nur ihr Wiederschein, Der an
der weißen Wand sich
bricht, Hellgoldig in`s Gemach
hinein, Dazu ein Stückchen
Himmelsblau Gewahr`
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Ich stand so oft, vom Sturm umzogen

Ich stand so oft, vom Sturm
umzogen, Bei Nacht auf öder Haid`
allein, Doch trotz den Wolken, die da
flogen: In meiner Brust war
Sonnenschein! Oft, wann das Land im
vollen Prangen
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Im kühlen Wiesengrunde

Im kühlen Wiesengrunde Auf einem
moosigen Stein, Da saß in glücklicher
Stunde Ich einst mit dir
allein. Gleich einem plaudernden
Kinde Sprang über die Kiesel der B
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In bösen Stunden fühl ich oft beklommen

In bösen Stunden fühl` ich oft
beklommen, Wie dicht der Nebel ist, der
mich umgraut; Das klare Bild der
Zukunft ist verschwommen, Das doch so
deutlich früher ich geschaut.
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In einer Mondnacht möcht ich allein

In einer Mondnacht möcht` ich
allein Mit dir auf der thauigen Haide
sein: Vor uns das ruhige
Wiesenthal, Erhellt vom dämmernden
Mondenstrahl, Die weißen Nebel steigen
herauf
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In letzter Nacht hab trübe ich

In letzter Nacht hab` trübe ich Auf
meinem Bett gesessen, Dieweil ein
Freund, ein lieber, mich Verlassen und
vergessen. Und als mein Aug` voll
Thränen war Und meine
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Dem Freunde

Ja, lehne dich an meine Brust, Laß
Stütze mich und Stab dir sein! All
meine Kraft ist mein und dein Und dir
zu dienen ist mir Lust; Und wenn du
schwach und traurig bist. So
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Jetzt möcht ich wohl im Hochland sein

Jetzt möcht` ich wohl im Hochland
sein, In den wonnigen
Frühlingstagen! Wenn nach langem
Winter der erste Schein In die Thale
fällt, in die Tiefen hinein, Wenn in
blauer Luft und
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Das Rheinland

Kein schöner Wasser wogt einher Als
dieser Strom, von allen, Die vom
Gebirge hin zum Meer Durch reiche
Fluren wallen; Kein schöner Land auf
weiter Welt Begrüßt der Sonnens
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Kennst du das Land der Lotophagen

Kennst du das Land der Lotophagen Aus
jenem alten Sänger nicht? Wo
Blüthenbäume Früchte tragen, Des
sanften Volkes süß Gericht? Das ist
ein Blühen, Duften, Weben, Die L
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Kennst du den See im Thalesgrunde

Kennst du den See im Thalesgrunde, Deß
Antlitz in der Sonne Pracht Wie Silber
hell und heiter lacht? Doch sahst du
ihn zur nächt`gen Stunde, Wenn
brausend ihn der Sturm durchwühlt
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Nach dem Jubel, schnell entschwunden

Nach dem Jubel, schnell entschwunden,
Kommen einsam trübe Stunden:
Leite meine Seele dann,
Daß sie, wenn nun Alles schwindet,
Dich nur findet,
Der für Alles trösten kann.
Vor dem Abschiede

Noch gehn wir zusammen Am goldigen
Tage, O Freund, und die Erde ist
maiengrün, Die jungen Rosen erheben
ihr Haupt, Die Bäume blühen, die
Winde rauschen, Es schmettert die L
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Nun ertönet, ihr freudigen Lieder

Nun ertönet, ihr freudigen
Lieder! Meine Brust ist so reich an
Gesang, Denn ich sah ja im Saale sie
wieder Bei der Saiten schwellendem
Klang — O ein glücklicher Tag ist
das Heute
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Tom und Anna

Nun hört mir zu. ihr Mägdlein
hold, Ihr tapfern Knaben all! Dem
Liede von der Treue Gold Gewähret
Wiederhall. In England lebte
glückgewiß Ein Brautpaar schön und
gut,
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Nun ist kommen, nun ist kommen

Nun ist kommen, nun ist
kommen Langersehnte Lenzeszeit: Eis
und Schnee ist weggeschwommen, Sonne
hell und warm erglommen, Himmel trägt
sein blaues Kleid. Und die Quel
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Nun, da mild der Tag geschieden

Nun, da mild der Tag geschieden, Naht
die Nacht mit ihrem Frieden, Wieget
alle Müden ein, Leid und Kummer Lös`t
der Schlummer, Lieblich ist der
Mondenschein. Alle, a
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O du weißer Baum in der Haide Raum

O du weißer Baum in der Haide Raum, Du
silberne Birke, sprich: Warum weinest
du und was neigest du Tieftraurig zur
Erde dich? Der Mai ist da, wo fern und
nah Der Wald voll Le
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O laß uns scheiden, eh die Nacht

O laß uns scheiden, eh` die Nacht, Die
dunkle, jäh uns überfällt, So lange
noch des Abends Pracht Den schönen
Westen sanft erhellt! O laß uns
scheiden, eh` der Schein D
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O selige Zeit! Wie sind die Tage

O selige Zeit! Wie sind die Tage So
helle nun und rosenroth: Vergessen ist
der Seele Klage Und meiner Brust
geheime Noth; Verdoppelt nun ist meine
Stärke, Ich fühle wahre Gl
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O säh ich einmal liebend deinen Blick

O säh` ich einmal liebend deinen
Blick Auf mir, wenn Viele dich
umdrängen, ruhn! Wie wollt` ich
dankbar segnen mein Geschick, Allein
wie trüb sind meine Wege nun: Du
weißt nicht,
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O wie ist die Luft so linde

O wie ist die Luft so linde, Und der
Himmel rein und blau! O wie sind die
Morgenwinde Schon so weich und
maienlau! Ist der Winter schon
geschlagen? Bricht der Frühling schon
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Lied der Jugend

Ob wir wohl froher und besser
sind, Wenn unser Blut einst langsamer
rollt, Wenn uns umweht ein kühlerer
Wind, Und unsre Gluthen all
ausgetollt? Wenn unser Glas nicht mehr
überschä
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Oft muß ich heiter vor der Welt erscheinen

Oft muß ich heiter vor der Welt
erscheinen Und lächeln, wie die
Wintersonne lacht, Und möchte doch in
Wahrheit bitter weinen Und stumm sein
wie die finstre Mitternacht. We
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Das theure Haus

Oft, wenn ich abends einsam geh` Hin
durch die öden Gassen, Und dich, o
Haus der Lieben, seh`, So faßt mich an
ein tiefes Weh, Daß Alle dich
verlassen. Wie Wellen a
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Sah dieses Auge hell und klar

Sah dieses Auge hell und klar, Das wie
die Sonne mir erscheint, Auch Stunden,
wo es trübe war? Hat dieses Auge je
geweint? Hat diese schöne Lippe
auch, Die ich voll Lächeln
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Abends

Schüttle den Staub des Tags Von deiner
Schwinge, Seele, Dem Falken
gleich, Der sein nasses
Gefieder Schwirrend auseinander
schlägt: In tausend Tropfen Zerstiebt
der Federn N
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So sind wir auf ewig geschieden

So sind wir auf ewig geschieden Und hin
ist der holde Wahn? Lebe wohl! Auf
glatten Wellen Schwebe dein leichter
Kahn, Lebe wohl, laß fürder
einsam Mich ziehn meine Wogenbahn
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So war es vor Alters, so ist es noch heute

So war es vor Alters, so ist es noch
heute: Das Gold und das Eisen regieren
die Welt! Eine Jagd ist das Leben, da
streben nach Beute Die gierigen Jäger,
die klaffende Meute, Nach Ma
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Taulas und Eudora

Stark schlug Athen den Aufstand
nieder Und nahm im Fluge Lesbos
wieder, Es büßt die Schuld nach
Volksgebot Durch aller, aller Männer
Tod! Man führt die Armen,
festgebunde
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Tag ein, Tag aus, in Sturm und Braus

Tag ein, Tag aus, in Sturm und
Braus, Was suchen und was finden
wir? Die Sorg` und Müh`, so spät als
früh, Was lohnt sie uns, gib Antwort
mir? Das eitle Gold ist Sklavensold,
... weiterlesen


Sonnenuntergang

Und spräch` ein König: Kehre
wieder! O, kehr` auf Eine Stunde
nur! Unwiderruflich sinkt sie nieder
— Doch bleibt uns ihre goldne
Spur, Doch bleibet uns ein süß
Vertrauen,
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Viel hat mir die Welt beschieden

Viel hat mir die Welt beschieden, Mehr
verheißet sie mir noch: Ungestillt und
ohne Frieden Bleibet meine Seele
doch. Thau von oben, mich zu
laben! Meine dürre Zunge
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Einem jungen Freunde

Voll Wonne sei des Lebens Mai, Von
keinem Weh verdunkelt: Wer jubelt
nicht, wenn Morgenlicht Durch
Blüthenzweige funkelt? Die ganze
Welt, von Glanz erhellt, Liegt kü
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Vor meinem Fenster rauschet

Vor meinem Fenster rauschet Ein
blühender Lindenbaum, Der ruft in mein
verwaiset Herz Zurück den süßen
Traum. Als er zum letzten
Male Geblüht zur Maienzeit,
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Vor meinem feuchten Auge steigen

Vor meinem feuchten Auge steigen Empor
die Bilder schöner Zeit: Da muß mein
Haupt sich traurig neigen, Du bist ja
nun so weit, so weit! Und das Gedenken
jener Stunden, Die l
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Wann deine Reben traubenschwer

Wann deine Reben traubenschwer. So rufe
nie das Volk herbei, Damit nicht bald
dein Weinberg leer Und dein Gebiet
zertreten sei. O Zeige nie der rauhen
Welt Dein Glück, sie wi
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Wann des Mondes sanfter Schein

Wann des Mondes sanfter Schein Auf den
fernen Bergen ruht, Dann gedenk` ich
sehnend dein Mit erneuter
Liebesgluth. Zwar im tiefen Bufen
lag Immerfort dein schönes Bild,
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Was ich im Walde noch gefunden habe

Was ich im Walde noch gefunden
habe, Ich winde es zum Kranze für mein
Haupt: Epheu und Immergrün, des
Herbstes Gabe, Der schon die Bäume
bunt macht und entlaubt Und uns die
duft-
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Loos des Schönen

Was wär` die Rose, wenn sie nicht
verblühte? Was wäre, Seele, selbst
das Paradies, Wenn nicht der strenge
Richter dich verstieß, Wenn nicht das
Flammenschwert des Wächters glühte?
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Verschiedenes Loos

Wen als Säugling schon Das launische
Glück Mit dem Sonnenauge Mild
angesehn, Wen es leise gewiegt Und in
Seide gehüllt Und mit Glanz und Fülle
gesegnete Der
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Wenn der Winter kommt und der kalte Wind

Wenn der Winter kommt und der kalte
Wind, Dann ist die Erde kahl: Keine
zarten Blumen und Blüthen sind Am
Baume mehr und im Thal, Und der
körnige Reif und der kalte Schnee S
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Die Künste

Wenn die erhabnen Himmlischen
Schwestern Vereint sich zeigen Der
staunenden Welt, Dann ist Wohl
schwer Die Wahl, und es schwanket Der
Wage Zünglein, Wie einst a
... weiterlesen


Wer gibt dem Ohr die holde Stimme wieder

Wer gibt dem Ohr die holde Stimme
wieder. Die mehr dereinst mich denn
Musik gerührt. Die hellen Worte und
die wilden Lieder? Ach, Alles hat der
kalte Wind entführt! Die the
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Wer in den Kelch der Blume greift

Wer in den Kelch der Blume greift Und
ihr des Markes Krone bricht, Wer von
des Falters Flügel streift Den
Farbenstaub, geliebt vom Licht, Weh`
ihm! die schöne Welt empöret
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Wie lieb ich jene holden Zauberstunden

Wie lieb` ich jene holden
Zauberstunden, Wenn mit dem Tag` die
Sommernacht sich mischt! Die Sonne ist
im Westen schon verschwunden, Doch ihre
goldne Spur nicht ganz verwischt; Denn
w
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Wie oft, wann still die heitre Nacht

Wie oft, wann still die heitre
Nacht Hinauf die hohe Wölbung
zog, Hab` ich voll Sehnsucht dein
gedacht, O Stern, vor allen andern
hoch! Wie oft, wann über Wald und
Au`n Sich
... weiterlesen


Wie schnell die Zeit in Lieb und Groll

Wie schnell die Zeit in Lieb` und
Groll Vorüberfließt! Dem Strome
gleich, der tief und voll Zum Meere
schießt: Unwiderstehlich ist der
Sturz Der Wogen, Und jeder Tag
... weiterlesen


Lied der Ehre

Wie sich auch die Wolken thürmen Und
die Wetter mich umstürmen: Heult,
Orkane! Braus`t, ihr Meere! Ob ihr
Alles schlingt und brecht: Einen Weg
vor allen andern Will ich uner
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Im Concerte

Wie ward mir, als ich dich gesehn, O
süßes Kind, zum ersten Mal! Vergessen
war der helle Saal, Ich sah nur dich
noch vor mir steht Mein Auge wurde
freudig klar, Und rascher
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Wiewohl wir oft uns gern beklagen

Wiewohl wir oft uns gern beklagen Schon
im gewohnten Tageslauf, Der kleine
Schmerz ist zu ertragen Und fordert nur
zur Wehre auf: Wenn unabwendbar ein
Verhängniß Lawinenglei
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Löwenburg

Wir dringen durch den Forst
hindurch, Es rauscht der Fuß im
dürren Laube - Frisch auf! hier liegt
die Löwenburg, Hier lag sie; in der
Zeiten Raube Ist wenig bröckelig
Gestein
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Carpe diem

Wir hoffen viel, und denken viel Auch
an entschwund`ne, schöne Zeit, Wir
sind der beiden Winde Spiel Aus Zukunft
und Vergangenheit. Doch weise ist,
wer froh genießt,
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Wir schauen gern den Abendstern

Wir schauen gern den Abendstern Und
gern die Ros` im Thaue, Wir neigen uns
der Schönheit gern, Sie ruft uns zu:
Vertraue! Und glücklich ist, wer
leicht vergißt Das Wort: Es
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Im Herbste

Wo sind die Tage voll Sonnenpracht? —
Sie sind verglüht! Wo sind die Rosen,
die mir gelacht? — Sie sind
verblüht! Wo sind die Bäume, so
blüthenvoll? — Verwelkt und l
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Wohl furchtbar war die Qual des Tantalus

Wohl furchtbar war die Qual des
Tantalus: Schmachten nach dem, was
scheinbar im Bereich ist! Doch leichter
scheint entsagen dem Genuß, Als
ächter That, die Kampf und Lohn
zugleich ist.
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Der Zauberring

Zu dem Beherrscher der Gläubigen
tritt Fröhlich ein Goldschmied und
reicht ihm die Krone; Prüfend beschaut
er die Arbeit, den Schnitt Jeglichen
Steins: Ich gewähre zum Lohne, Was
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Drachenfels

`Verlaßt den breiten und betret`nen
Weg Und folgt mir seitwärts über
diesen Steg; Er wird uns sicher auf zum
Gipfel führen.` Er sprach`s. Wir aber
zogen gerne mit Und was wir sah
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