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Gedichte - Rainer Maria Rilke


Am Kirchhof zu Königsaal

(aula regis) Auf
schloß das Erztor der Kustode. Du
sahst vor Blüten keine Gruft. Der Lenz
verschleierte dem Tode das Angesicht
mit Blust und Duft; da stieg wie eine

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Letzter Abend

(Aus dem Besitze Frau
Nonnas) Und Nacht und fernes Fahren;
denn der Train des ganzen Heeres zog am
Park vorüber. Er aber hob den Blick
vom Clavecin und spielte noch und sah

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Letzter Abend

(Aus dem Besitze Frau
Nonnas) Und Nacht und fernes Fahren;
denn der Train des ganzen Heeres zog am
Park vorüber. Er aber hob den Blick vom
Clavecin und spielte noch und sah zu
ih

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Die Aschanti.

(Jardin d`Acclimatation)
Keine Vision von fremden Ländern,
kein Gefühl von braunen Frauen, die
tanzen aus den fallenden Gewändern.
Keine wilde fremde Melodie.

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Mir geschah.....

(Lied.) Mir geschah,
so wie dem Kinde, Dem nach banger
Krankheit Gram Man des Fiebers heiße
Binde Von dem klaren Auge
nahm. Meine Tage gingen
golden Du

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Der Geist Ariel

(Nach der Lesung von
Shakespears Sturm) Man hat ihn
einmal irgendwo befreit mit jenem
Ruck, mit dem man sich als Jüngling
ans Große hinriß, weg von jeder
Rücksicht. D

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Aus einem Frühling

(Paris) O alle diese
Toten des April, der Fuhren Schwärze,
die sie weiterbringen durch das
erregte übertriebene Licht: als
lehnte sich noch einmal das Gewicht

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Bannt mich die Arbeit an den Rand des Pultes

... Bannt mich die Arbeit
an den Rand des Pultes; es rauscht um
mich wie tausend Cherubim; es findet
mich in Tagen des Tumultes und in der
Stille finde ich zu ihm: Das ist
da

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Fragmente aus verlorenen Tagen.

....Wie Vögel, welche
sich gewöhnt ans Gehn und immer
schwerer werden, wie im Fallen: die
Erde saugt aus ihren langen Krallen
die mutige Erinnerung von allen den
großen Dingen

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Fragmente aus verlorenen Tagen

....Wie Vögel, welche
sich gewöhnt ans Gehn und immer
schwerer werden, wie im Fallen: die Erde
saugt aus ihren langen Krallen die
mutige Erinnerung von allen den großen
Dingen, welche

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Der letzte Graf von Brederode...

...entzieht sich
türkischer Gefangenschaft Sie folgten
furchtbar; ihren bunten Tod von ferne
nach ihm werfend, während er verloren
floh, nichts weiter als: bedroht. Die
Ferne se

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Zum Licht.

1. Nur nicht im
Dunkel Schmählich erschlaffen! Im
Lichtgefunkel Leben und schaffen. Nur
im Verstecke Nicht müd’
versiechen, Kränkeln und kriechen

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Menschen bei Nacht

1899,
Berlin-Schmargendorf Die Nächte sind
nicht für die Menge gemacht. Von deinem
Nachbar trennt dich die Nacht, und du
sollst ihn nicht suchen trotzdem. Und
machst du nachts d

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Du Dunkelheit, aus der ich stamme

1919 Du Dunkelheit, aus
der ich stamme ich liebe dich mehr als
die Flamme, welche die Welt
begrenzt, indem sie glänzt mich nicht
so sehr verhinderte am Wachen
-: für

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Der Bau

1 Die moderne
Bauschablone will mir wahrlich gar
nicht passen. Hier, dies alte Haus darf
fassen reiche, weite
Steinterrassen, kleine, heimliche
Balkone.

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Im Stübchen

2 T`raut ists, wenn
verstohlen heulen im Kamine wilde
Winde in der Stube; ganz gelinde tickt
auf dem barocken Spinde fort die
Stockuhr mit den Säulen.

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Zauber

3 Oft seh ich die
heimliche Stube belebt, so lebhaft
erzählen die Wände; ein liebliches
Mädchen, halb Kind noch, hebt dort zu
der Madonna die Hände. Ein t

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Im Erkerstübchen

7 Nicht zu sehn das
Alltagstreiben, flieh ich - wie wenn
ich ein Strauß wär, - in das alte,
alte Haus her; lang dann seh ich nicht
hinaus mehr durch die breit
verble

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Abendwolken.

Abend . . . . . Stille
die Fernen. — Ich schau’ Hoch ob
verdämmernder Hügellehne Wandelnde
Wolken, silberne Kähne, Schimmernd
schwimmen im bleichen Blau. Gleiten
so le

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Der Pavillon

Aber selbst noch durch
die Flügeltüren mit dem grünen
regentrüben Glas ist ein Spiegeln
lächelnder Allüren und ein Glanz von
jenem Glück zu spüren, das sich
dort, wohin s

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Schlaf-Mohn

Abseits im Garten blüht
der böse Schlaf, in welchem die, die
heimlich eingedrungen, die Liebe
fanden junger Spiegelungen, die willig
waren, offen und konkav, und
Träum

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Ach aus eines Engels Fühlung falle...

Ach aus eines Engels
Fühlung falle Schein in dieses Meer
auf einem Mond, drin mein Herz,
stillringende Koralle, seine jüngsten
Zweigungen bewohnt. Not, mir von
unkenntl

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Klage um Jonathan

Ach sind auch Könige
nicht von Bestand und dürfen hingehn
wie gemeine Dinge, obwohl ihr Druck
wie der der Siegelringe sich
widerbildet in das weiche Land. Wie
aber konn

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Meine Mutter

Ach weh, meine Mutter
reißt mich ein. Da hab ich Stein auf
Stein gelegt und stand schon wie ein
kleines Haus, um das sich groß der Tag
bewegt; sogar allein. Nun kommt die
Mutter, kommt und rei

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Meine Mutter

Ach weh, meine Mutter
reißt mich ein. Da hab ich Stein auf
Stein gelegt und stand schon wie ein
kleines Haus, um das sich groß der Tag
bewegt; sogar allein. Nun kommt die

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Ach wehe, meine Mutter reißt mich ein...

Ach wehe, meine Mutter
reißt mich ein. Da hab ich Stein auf
Stein zu mir gelegt, und stand schon
wie ein kleines Haus, um das sich groß
der Tag bewegt, sogar allein. Nun
kom

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Ach, nicht getrennt sein...

Ach, nicht getrennt
sein, nicht durch so wenig Wandung vom
Sternen-Maß. Innres, was ists? Wenn
nicht gesteigerter Himmel, durchworfen
mit Vögeln und tief von Winden
d

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Aus einer Sturmnacht.

Acht Blätter mit einem
Titelblatt Titelblatt Die Nacht,
vom wachsenden Sturme bewegt, wie wird
sie auf einmal weit - , als bliebe sie
sonst zusammengelegt

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Alle Straßen führen grade hinein...

Alle Straßen führen
jetzt grade hinein ins Gold: die
Töchter vor den Türen haben das so
gewollt. Sie sagen nicht Abschied
den Alten, und ist doch: sie
wandern

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Alle, welche dich suchen, versuchen dich

Alle, welche dich suchen,
versuchen dich. Und die, so dich
finden, binden dich an Bild und
Gebärde. Ich aber will dich
begreifen wie dich die Erde
begreift; mit meine

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Alles wird wieder groß sein und gewaltig

Alles wird wieder groß
sein und gewaltig. Die Lande einfach
und die Wasser faltig, die Bäume
riesig und sehr klein die Mauern; und
in den Tälern, stark und
vielgestaltig, ein Volk

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Leda

Als ihn der Gott in
seiner Not betrat, erschrak er fast,
den Schwan so schön zufinden; er ließ
sich ganz verwirrt in ihm
verschwinden. Schon aber trug ihn sein
Betrug zur Tat,

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Leda

Als ihn der Gott in
seiner Not betrat, erschrak er fast, den
Schwan so schön zufinden; er ließ sich
ganz verwirrt in ihm verschwinden. Schon
aber trug ihn sein Betrug zur
Tat, b

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Buddha

Als ob er horchte.
Stille: eine Ferne... Wir halten ein
und hören sie nicht mehr. Und er ist
Stern. Und andre große Sterne, die wir
nicht sehen, stehen um ihn her. O er
ist

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Buddha

Als ob er horchte.
Stille: eine Ferne... Wir halten ein und
hören sie nicht mehr. Und er ist Stern.
Und andre große Sterne, die wir nicht
sehen, stehen um ihn her. O er ist
alle

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Das Lied des Selbstmörders.

Also noch einen
Augenblick. Daß sie mir immer wieder
den Strick zerschneiden. Neulich war
ich so gut bereit und es war schon ein
wenig Ewigkeit in meinen Eingeweiden.

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Auf der Kleinseite

Alte Häuser,
steilgegiebelt, hohe Türme voll
Gebimmel, - in die engen Höfe
liebelt nur ein winzig Stückchen
Himmel. Und auf jedem
Treppenpflocke müde lächelnd -

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An Baronesse van Oesteren

am 15.September
1896Hochverehrte Baronesse,Wieder
einmal, Dresden-Galerie,Die ich
aufzusuchen nie vergesse.Denn ich werde
müd zu schauen nieDes Teniers bizarre
Schenkenspäs

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Auf dem Wolschan

Am Abend des Tages von
Allerseelen I Die dürren Äste
übergittern des Himmels abendblasse
Scheiben; und über Grüfte, reich mit
Flittern geschmückt, geht W

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Das Lied der Witwe

Am Anfang war mir das
Leben gut. Es hielt mich warm, es
machte mir Mut. Dass es das allen
Jungen tut, wie konnt ich das damals
wissen. Ich wusste nicht, was das Leben
war -, a

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Casabianca

Am Berge weiß ich
trutzen ein Kirchlein mit rostigem
Knauf, wie Mönche in grauen
Kapuzen steigen Zypressen
hinauf. Vergessene Heilige
wohnen dort einsam im Altarschr

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Der blinde Knabe

An allen Türen blieb der
blinde Knabe, auf den der Mutter
bleiche Schönheit schien, und sang das
Lied, das ihm sein Leid verliehn: `Oh
hab mich lieb, weil ich den Himmel
habe.` Und

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An den Jungen Bruder: Dann bete du...

An den jungen
Bruder Dann bete du, wie es dich
dieser lehrt, der selber aus der
Wirrnis wiederkehrt und so, dass er zu
heiligen Gestalten, die alle ihres
Wesens Würde halten

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An den Jungen Bruder: Du, gestern Knabe

An den jungen
Bruder Du, gestern Knabe, dem die
Wirrnis kam: Dass sich dein Blut in
Blindheit nicht vergeude. Du meinst
nicht den Genuss, du meinst die
Freude; du bist gebild

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An der sonngewohnten Straße

An der sonngewohnten
Straße, in dem hohlen halben Baumstamm,
der seit lange Trog ward, eine
Oberfläche Wasser in sich leis
erneuernd, still` ich meinen Durst: des
Wassers Heiterkeit un

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Geburt der Venus

An diesem Morgen nach der
Nacht, die bang vergangen war mit
Rufen, Unruh, Aufruhr, - brach alles
Meer noch einmal auf und schrie. Und
als der Schrei sich langsam wieder
schloß u

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Arme Heilige aus Holz

Arme Heilige aus Holz
kam meine Mutter beschenken; und sie
staunten stumm und stolz hinter den
harten Bänken. Haben ihrem heißen
Mühn sicher den Dank vergessen

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Atmete ich nicht aus Mitternächten...

Atmete ich nicht aus
Mitternächten daß du kämest einst,
um deinetwillen, solche Flutung ?
Weil ich hoffte, mit fast
ungeschwächten Herrlichkeiten dein
Gesicht zu stillen,

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Auch du hast es einmal erlebt...

Auch du hast es einmal
erlebt, ich weiß: Der Tag ermattete
in armen Gassen, und seine Liebe wurde
zweifelnd leis - Dann ist ein
Abschiednehmen rings im Kreis: es
schenke

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Liebende und Leidende verwehten

Auf den Tod der Gräfin
Luise Schwerin Liebende und Leidende
verwehten wie ein Blätterfall im
welken Park. Aber wie in seidenen
Tapeten hält sich immer noch dein Gehn
und B

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Vor dem Sommerregen

Auf einmal ist aus allem
Grün im Park man weiß nicht was, ein
Etwas fortgenommen; man fühlt ihn
näher an die Fenster kommen und
schweigsam sein. Inständig nur und
stark ertö

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Der Marmor-Karren

Auf Pferde, sieben
ziehende, verteilt, verwandelt
Niebewegtes sich in Schritte; denn was
hochmütig in des Marmors Mitte an
Alter, Widerstand und All verweilt, das
zeigt sich unter M

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Für Ernst Hardt

auf seine `Ninon von
Lenclos` Der süßen Ninon süßes
leichtes Leben wie ist es Euch zu
Greifbarem gereift. Wie habt Ihr es
genommen und gegeben: so wie ein
Abendwind im Ni

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Auferstehung

Auferstehung Der Graf
vernimmt die Töne, er sieht einen
lichten Riß; er weckt seine dreizehn
Söhne im Erb-Begräbnis. Er grüßt
seine beiden Frauen ehrerbietig von

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Das Jüngste Gericht.

Aus den Blättern eines
Mönches Sie werden Alle wie aus
einem Bade aus ihren mürben Grüften
auferstehn; denn alle glauben an das
Wiedersehn, und furchtbar ist ihr
Glau

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Magie

Aus unbeschreiblicher
Verwandlung stammen solche Gebilde-:
Fühl! und glaub! Wir leidens oft: zu
Asche werden Flammen; doch: in der
Kunst: zur Flamme wird der Staub.
Hier

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Initiale.

Aus unendlichen
Sehnsüchten steigen endliche Taten
wie schwache Fontänen, die sich
zeitig und zitternd neigen. Aber, die
sich uns sonst verschweigen, unsere
fröhlichen Kräfte

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Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens

Ausgesetzt auf den Bergen
des Herzens. Siehe, wie klein dort,
siehe: die letzte Ortschaft der Worte,
und höher, aber wie klein auch, noch
ein letztes Gehöft von Gefühl.
Erkennst du`s?

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Ave weht von den Türmen her

Ave weht von den Türmen
her, immer noch hörst du die Kirchen
erzählen; doch die Paläste an stillen
Kanälen verraten nichts mehr. Und
vorbei an der Traumesruh ihre

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Die alte Uhr

Bald hättest, alte
Rathausuhr, du nimmer dürfen Stunden
weisen; sie hätten bald in altem
Eisen versplittert deine letzte
Spur. Der Geizhals hätt zum
letztenmal sei

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Beguinage

Béguinage
Sainte-Elisabeth, Brügge I Das hohe
Tor scheint keine einzuhalten, die
Brücke geht gleich gerne hin und
her, und doch sind sicher alle in dem
alten offen

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Kajetan Tyl

Bei Betrachtung seines
Zimmerchens, das auf der böhmischen
ethnographischen
Ausstellung zusammengestellt
war Da also hat der arme Tyl sein
Lied «Kde domov muj» ges

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Im Straßenkapellchen

Bei St. Loretto da brennt
ein Licht vorm Bilde im
Straßenkapellchen; und um das Wandbild
schmiegen sich dicht Blechblumen mit
farbigen Kelchen. Die Heiligen machen
ein übel

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Du musst das Leben nicht verstehen

Berlin-Wilmersdorf Du
musst das Leben nicht verstehen, dann
wird es werden wie ein Fest. Und lass
dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind
im Weitergehen von jedem Wehen

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Berühre ruhig mit dem Zauberstabe...

Berühre ruhig mit dem
Zauberstabe das Ungenaue, das du um
mich scharst, und du wirst wieder
wissen, wie du Knabe und in der Dinge
Freundschaft warst. Berühre
nochmals,

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Bestürz mich, Musik

Bestürz mich, Musik, mit
rhythmischem Zürnen! Hoher Vorwurf,
dicht vor dem Herzen erhoben, das
nicht so wogend empfand, das sich
schonte. Mein Herz: da: sieh deine
Herrlichkeit. Hast d

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Bist du so müd? Ich will dich leise leiten

Bist du so müd? Ich will
dich leise leiten aus diesem Lärm, der
längst auch mich verdroß. Wir werden
wund im Zwange dieser Zeiten. Schau,
hinterm Wald, in dem wir schauernd
schreiten,

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Bist gewandert durch Wahn und Weh

Bist gewandert durch Wahn
und Weh, kommst aus meinen dunkelsten
Tagen, hast dir eine Brücke
geschlagen bis zu mir über Schuld und
Schnee. Lenkst mich lächelnd mit
leisem G

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Blendender Weg, der sich vor Licht verlor...

Blendender Weg, der sich
vor Licht verlor, Und auf einmal, wie
im Traum: ein Tor, breit eingebaut in
unsichtbare Wände. Der Türen Holz
ist lang im Tag verbrannt; doch
t

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Das V. Sonett

Blumenmuskel, der der
Anemone Wiesenmorgen nach und nach
erschließt, bis in ihren Schoß das
polyphone Licht der lauten Himmel sich
ergießt, in den stillen Blütenstern
ges

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In einem fremden Park

Borgeby-Gard Zwei Wege
sinds. Sie führen keinen hin. Doch
manchmal, in Gedanken, läßt der
eine dich weitergehn. Es ist, als
gingst du fehl; aber auf einmal bist du
im Rond

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In einem fremden Park

Borgeby-Gard Zwei Wege
sinds. Sie führen keinen hin. Doch
manchmal, in Gedanken, läßt der
eine dich weitergehn. Es ist, als gingst
du fehl; aber auf einmal bist du im
Rondel

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Der Apfelgarten

Borgeby-Gård Komm
gleich nach dem Sonnenuntergange, sieh
das Abendgrün des Rasengrunds; ist es
nicht, als hätten wir es lange
angesammelt und erspart in uns,

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Quai du Rosaire

Brügge Die Gassen haben
einen sachten Gang (wie manchmal
Menschen gehen im Genesen nachdenkend:
was ist früher hier gewesen?) und die
an Plätze kommen, warten lang

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Freiheitsklänge

Böhmens Volk! In deinen
Kreisen weckt ein neuer Genius alte,
heiße Freiheitsweisen, und die mahnen
nicht mit leisen Worten, dass dein
Fesseleisen ganz zerschmettert werden
m

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Lied vom Meer

Capri. Piccola Marina
Uraltes Wehn vom Meer, Meerwind
bei Nacht: du kommst zu keinem her;
wenn einer wacht, so muß er sehn,
wie er dich übersteht:

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L’ange du meridien

Chartres Im Sturm, der
um die starke Kathedrale wie ein
Verneiner stürzt der denkt und
denkt, fühlt man sich zärtlicher mit
einem Male von deinem Lächeln zu dir
hingelenk

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L`ange du meridien

Chartres Im Sturm, der
um die starke Kathedrale wie ein
Verneiner stürzt der denkt und
denkt, fühlt man sich zärtlicher mit
einem Male von deinem Lächeln zu dir
hingelenkt:

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Mohammeds Berufung

Da aber als in sein
Versteck der Hohe, sofort Erkennbare:
der Engel, trat, aufrecht, der lautere
und lichterlohe: da tat er allen
Anspruch ab und bat bleiben zu
dürfen d

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Die Fensterrose

Da drin: das träge
Treten ihrer Tatzen macht eine Stille,
die dich fast verwirrt; und wie dann
plötzlich eine von den Katzen den
Blick an ihr, der hin und wieder
irrt, gewaltsam in

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Die Fensterrose

Da drin: das träge
Treten ihrer Tatzen macht eine Stille,
die dich fast verwirrt; und wie dann
plötzlich eine von den Katzen den Blick
an ihr, der hin und wieder
irrt, gewaltsam

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Morgue

Da liegen sie bereit, als
ob es gälte, nachträglich eine
Handlung zu erfinden, die mit einander
und mit dieser Kälte sie zu verwöhnen
weiß und zu verbinden; denn das ist
alle

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Da neigt sich die Stunde und rührt mich an

Da neigt sich die Stunde
und rührt mich an mit klarem,
metallenem Schlag: mir zittern die
Sinne. Ich fühle: ich kann - und ich
fasse den plastischen Tag. Nichts war
noch vo

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Alkestis

Da plötzlich war der
Bote unter ihnen, hineingeworfen in das
Überkochen des Hochzeitsmahles wie ein
neuer Zusatz. Sie fühlten nicht, die
Trinkenden, des Gottes heimlichen
Eintritt

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Alkestis

Da plötzlich war der
Bote unter ihnen, hineingeworfen in das
Überkochen des Hochzeitsmahles wie ein
neuer Zusatz. Sie fühlten nicht, die
Trinkenden, des Gottes heimlichen
Eintritt, we

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Kindheit.

Da rinnt der Schule lange
Angst und Zeit mit Warten hin, mit
lauter dumpfen Dingen. O Einsamkeit, o
schweres Zeitverbringen... Und dann
hinaus: die Straßen sprühn und klingen
u

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Da schwang die Schaukel durch den Schmerz...

Da schwang die Schaukel
durch den Schmerz -, doch siehe, der
Schatten wars des Baums, an dem sie
hängt. Ob ich nun vorwärtsschwinge
oder fliehe, vom Schwunge in den
Gegenschwun

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Für Max Picard

Da stehen wir mit
Spiegeln: einer dort ......., und
fangen auf, und einer da, am Ende
nicht verständigt; auffangend aber
und das Bild weither uns zuerkennend,
dieses reine Bild

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Der Tod

Da steht der Tod, ein
bläulicher Absurd in einer Tasse ohne
Untersatz. Ein wunderlicher Platz für
eine Tasse: steht auf dem Rücken
einer Hand. Ganz gut erkennt man noch
an dem

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Das I. Sonett

Da stieg ein Baum. O
reine Übersteigung! O Orpheus singt! O
hoher Baum im Ohr! Und alles schwieg.
Doch selbst in der Verschweigung ging
neuer Anfang, Wink und Wandlung
vor.

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Der aussätzige König

Da trat auf seiner Stirn
der Aussatz aus und stand auf einmal
unter seiner Krone als wär er König
über allen Graus, der in die Andern
fuhr, die fassungsohne
hinstarrte

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Daraus, dass Einer

Daraus, dass Einer dich
einmal gewollt hat, weiß ich, dass wir
dich wollen dürfen. Wenn wir auch alle
Tiefen verwürfen: wenn ein Gebirge
Gold hat und keiner mehr es ergraben
mag,

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Königslied

Darfst das Leben mit
Würde ertragen, nur die Kleinlichen
macht es klein; Bettler können dir
Bruder sagen, und du kannst doch ein
König sein. Ob dir der Stirne
göttliches

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Die Erwachsene

Das alles stand auf ihr
und war die Welt und stand auf ihr mit
allem, Angst und Gnade, wie Bäume
stehen, wachsend und gerade, ganz Bild
und bildlos wie die Bundeslade und
feierlich,

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Die Erwachsene

Das alles stand auf ihr
und war die Welt und stand auf ihr mit
allem, Angst und Gnade, wie Bäume
stehen, wachsend und gerade, ganz Bild
und bildlos wie die Bundeslade und
feierlich, wie

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Aus einer Kindheit.

Das Dunkeln war wie
Reichtum in dem Raume, darin der
Knabe, sehr verheimlicht, saß. Und
als die Mutter eintrat wie im Traume,
erzitterte im stillen Schrank ein
Glas. Sie fühlte

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Das ist der Tag

Das ist der Tag, in dem
ich traurig throne, das ist die Nacht,
die mich ins Knieen warf; da bet ich:
dass ich einmal meine Krone von meinem
Haupte heben darf. Lang muss
i

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Das ist die Sehnsucht

Das ist die Sehnsucht:
wohnen im Gewoge und keine Heimat haben
in der Zeit. Und das sind Wünsche:
leise Dialoge täglicher Stunden mit der
Ewigkeit. Und das ist Leben. Bis aus
ei

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Das ist dort, wo die letzten Hütten sind...

Das ist dort, wo die
letzten Hütten sind und neue Häuser,
die mit engen Brüsten sich drängen
aus den bangen Baugerüsten und wissen
wollen, wo das Feld beginnt. Dort

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Die Liebende (1)

Das ist mein Fenster.
Ebenbin ich so sanft erwacht.Ich dachte,
ich würde schweben.Bis wohin reicht
mein Leben,und wo beginnt die Nacht?Ich
könnte meinen, alleswäre n

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Das Land ist licht und dunkel ist die Laube

Das Land ist licht und
dunkel ist die Laube, und du sprichst
leise und ein Wunder naht. Und jedes
deiner Worte stellt mein Glaube als
Betbild auf an meinen stillen Pfad. Ich
liebe di

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Das sind die Gärten, an die ich glaube...

Das sind die Gärten, an
die ich glaube: Wenn das Blühn in den
Beeten bleicht, und im Kies unterm
löschenden Laube Schweigen hinrinnt,
durch Linden geseigt. Auf dem
Tei

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Das sind die Stunden, da ich mich finde

Das sind die Stunden, da
ich mich finde. Dunkel wellen die
Wiesen im Winde, allen Birken
schimmert die Rinde, und der Abend
kommt über sie. Und ich wachse in
seinem Schw

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Der Stifter

Das war der Auftrag an
die Malergilde. Vielleicht daß ihm der
Heiland nie erschien; vielleicht trat
auch kein heiliger Bischof milde an
seine Seite wie in diesem Bilde und
legte lei

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Der Stifter

Das war der Auftrag an
die Malergilde. Vielleicht daß ihm der
Heiland nie erschien; vielleicht trat
auch kein heiliger Bischof milde an
seine Seite wie in diesem Bilde und
legte leise s

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Orpheus. Eurydike. Hermes

Das war der Seelen
wunderliches Bergwerk. Wie stille
Silbererze gingen sie als Adern durch
sein Dunkel. Zwischen Wurzeln entsprang
das Blut, das fortgeht zu den
Menschen, und schwer wie

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Traumgekrönt

Das war der Tag der
weißen Chrysanthemem, Mir bangte fast
vor seiner Pracht... Und dann, dann
kamst du mir die Seele nehmen Tief in
der Nacht. Mir war so bang, und du kamst
lieb und lei

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Jahrmarkt

Das war in München beim
Oktoberfeste, da die Theresienwiese
voll vom Schrein und Schwall der
Schauer ist. Da bunte Gäste aus der
Provinz der Kunst der
Rindermäste verständnisvoll

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Das waren Tage Michelangelos

Das waren Tage
Michelangelo`s, von denen ich in
fremden Büchern las. Das war der Mann,
der über einem
Maß, gigantengroß, die
Unermesslichkeit vergaß. Das war der

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Das Wetter war grau und grell

Das Wetter war grau und
grell; der Abend ist lichter und
leiser. Sicher kommt irgendein
Kaiser: Alle Häuser sind hell. Und so
festlich und weich war das
Abendgebimmel;

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Duineser Elegien 10

Dass ich dereinst, an dem
Ausgang der grimmigen Einsicht, Jubel
und Ruhm aufsinge zustimmenden
Engeln. Daß von den klar geschlagenen
Hämmern des Herzens keiner versage an
weichen, zweifelnde

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Dass ich nicht war vor einer Weile, weißt du davo

Dass ich nicht war vor
einer Weile, weißt du davon? Und du
sagst nein. Da fühl ich, wenn ich nur
nicht eile, so kann ich nie vergangen
sein. Ich bin ja mehr als Traum im
Tr

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Bildnis

Daß von dem
verzichtenden Gesichte keiner ihrer
großen Schmerzen fiele, trägt sie
langsam durch die Trauerspiele ihrer
Züge schönen welken Strauß, wild
gebunden und schon b

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Dein allererstes Wort war: Licht

Dein allererstes Wort
war: Licht: da ward die Zeit. Dann
schwiegst du lange. Dein zweites Wort
ward Mensch und bange (wir dunkeln noch
in seinem Klange) und wieder sinnt dein
Angesic

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Dein Garten wollt ich sein zuerst...

Dein Garten wollt ich
sein zuerst und Ranken haben und
Rabatten und deine Schönheit
überschatten, damit du mit dem
muttermatten Lächeln gern mir
wiederkehrst.

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Deiner ernsten Engel einen...

Deiner ernsten Engel
einen stell am Rand der Sehnsucht hin
und befiehl ihm, dass er meinen
Schwestern sagt: ihr werdet weinen -
Denn es sind die Rosenreinen allen
Prüfun

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Der Sänger singt vor einem Fürstenkind.

Dem Andenken von Paula
Becker-Modersohn Du blasses Kind, an
jedem Abend soll der Sänger dunkel
stehn bei deinen Dingen und soll dir
Sagen, die im Blute klingen, über
di

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Das Gold

Denk es wäre nicht: es
hätte müssen endlich in den Bergen
sich gebären und sich niederschlagen
in den Flüssen aus dem Wollen, aus
dem Gären ihres Willens; aus der
Z

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Denn, Herr, die großen Städte sind

Denn, Herr, die großen
Städte sind Verlorene und
Aufgelöste; wie Flucht vor Flammen ist
die größte, — und ist kein Trost,
daß er sie tröste, und ihre kleine
Zeit verrinnt.

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Der Abend ist mein Buch. Ihm prangen

Der Abend ist mein Buch.
Ihm prangen die Decken purpurn in
Damast. Ich löse seine goldnen
Spangen mit kühlen Händen ohne
Hast. Und lese seine erste
Seite, beglückt durch d

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Der Abend kommt von weit gegangen

Der Abend kommt von weit
gegangen durch den verschneiten, leisen
Tann. Dann preßt er seine
Winterwangen an alle Fenster lauschend
an. Und stille wird ein jedes
Haus;

... weiterlesen


Abend.

Der Abend wechselt
langsam die Gewänder, die ihm ein
Rand von alten Bäumen hält; du
schaust: und von dir scheiden sich die
Länder, ein himmelfahrendes und eins,
das fällt;

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Abend

Der Abend wechselt
langsam die Gewänder,die ihm ein Rand
von alten Bäumen hält;du schaust: und
von dir scheiden sich die Länder,ein
himmelfahrendes und eins, das fällt;und
las

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Der Bach hat leise Melodien

Der Bach hat leise
Melodien, and fern ist Staub und
Stadt; die Wipfel winken her und
hin und machen mich so matt. Der
Wald ist wild, die Welt ist weit, mein
Herz ist h

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Der blasse Abelknabe spricht

Der blasse Abelknabe
spricht: Ich bin nicht. Der Bruder
hat mir was getan, was meine Augen
nicht sahn. Er hat mir das Licht
verhängt. Er hat mein Gesicht
verdrängt

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Mein Geburtshaus

Der Erinnrung ist das
traute Heim der Kindheit nicht
entflohn, wo ich Bilderbogen
schaute im blauseidenen Salon. Wo
ein Puppenkleid, mit Strähnen dicken
Silbers reich

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Die Blinde.

DER FREMDE: Du bist
nicht bang, davon zu sprechen? DIE
BLINDE: Nein. Es ist so ferne. Das
war eine andre. Die damals sah, die
laut und schauend lebte, die

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Morgen.

Der Frühwind kommt. —
Dem Schein Des Lichts macht er die Bahn
frei; Keck wirft er einen
Hahnschrei In jeden Hof
hinein. Sonst ist im Dorf noch
Ruh’; Nur hoch die

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Auferstehung

Der Graf vernimmt die
Töne, er sieht einen lichten Riß; er
weckt seine dreizehn Söhne im
Erb-Begräbnis. Er grüßt seine beiden
Frauen ehrerbietig von weit -; und

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Das Einhorn

Der Heilige hob das
Haupt, und das Gebet fiel wie ein Helm
zurück von seinem Haupte: denn lautlos
nahte sich das niegeglaubte, das weiße
Tier, das wie eine
geraubte ‚hülflose Hi

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Das Einhorn

Der Heilige hob das
Haupt, und das Gebet fiel wie ein Helm
zurück von seinem Haupte: denn lautlos
nahte sich das niegeglaubte, das weiße
Tier, das wie eine
geraubte ‚hülflose Hi

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Nachthimmel und Sternenfall

Der Himmel, groß, voll
herrlicher Verhaltung, ein Vorrat Raum,
ein Übermaß von Welt. Und wir, zu
ferne für die Angestaltung, zu nahe
für die Abkehr hingestellt. Da fällt
ein

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Tenno

Der Kirchhof hoch im
Sommerschnee gehört zum Bergdorf
hin; wie über einem Hochlandsee wacht
Frieden über ihn. Da weiß kein Blühn
vom Frühlingsstrahl. Der Rasen
schüchte

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Der König Abend weiß sich schwach

Der König Abend weiß
sich schwach satt und ihm
geschieht: Er schenkt sein Gold dem
jungen Bach, der einem Hirtensingen
nach in Menschenlande zieht. Jetzt
ist der Bac

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Der König

Der König ist sechzehn
Jahre alt. Sechzehn Jahre und schon der
Staat. Er schaut, wie aus einem
Hinterhalt, vorbei an den Greisen vom
Rat in den Saal hinein und irgendwo
hin u

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Der König

Der König ist sechzehn
Jahre alt. Sechzehn Jahre und schon der
Staat. Er schaut, wie aus einem
Hinterhalt, vorbei an den Greisen vom
Rat in den Saal hinein und irgendwo
hin

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Der König von Münster

Der König war geschoren;
nun ging ihm die Krone zu weit und
bog ein wenig die Ohren, in die von
Zeit zu Zeit gehässiges Gelärme
aus Hungermäulern fand.

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Der letzte Graf...

Der letzte Graf von
Brederode entzieht sich türkischer
Gefangenschaft Sie folgten
furchtbar; ihren bunten Tod von ferne
nach ihm werfend, während er verloren
floh, nicht

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Der Regen greift mit seinen kühlen

Der Regen greift mit
seinen kühlen Fingern uns die Fenster
blind Wir lehnen in den tiefen
Stühlen Und lauschen wie aus müden
Mühlen Die leise Dämmerstunde
rinnt U

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Der Sturm will herein

Der Sturm will
herein, ihm ist Bang in all den
Bäumen. Und ich bin allein und
traurig von Träumen, die ich
durchlitt. Und sehne mich
längst: nicht sinnen und
säumen

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Der Tag entschlummert leise

Der Tag entschlummert
leise, - ich walle menschenfern
... Wach sind im weiten Kreise ich -
und ein bleicher Stern. Sein Auge
lichtdurchwoben ruht flimmernd hell auf
mi

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Schlußstück.

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
Schlußstück

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
Der Narr

Der Turm ruft in
gewohnter Pose den Mittag aus. Ins
Sommerglühn prallt schon die
Kinderschar, die lose, heraus vom
Schulbankplattengrün: So brechen wohl
nach bangem Mühn ge

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Wintermorgen

Der Wasserfall ist
eingefroren, die Dohlen hocken hart am
Teich. Mein schönes Lieb hat rote
Ohren und sinnt auf einen
Schelmenstreich. Die Sonne küßt
uns. Traumverloren

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An der Ecke

Der Winter kommt und mit
ihm meine Alte, die an der Ecke stets
Kastanien briet. Ihr Antlitz schaut aus
einer Tücherspalte froh und gesund, ob
Falte auch bei Falte seit vielen
Jahren

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Selbstbildnis (1906)

Des alten lange adligen
Geschlechtes Feststehendes im
Augenbogenbau. Im Blicke noch der
Kindheit Angst und Blau und Demut da
und dort, nicht eines Knechtes doch
eines Dienenden und e

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Selbstbildnis aus dem Jahre 1906

Des alten lange adligen
Geschlechtes Feststehendes im
Augenbogenbau. Im Blicke noch der
Kindheit Angst und Blau und Demut da und
dort, nicht eines Knechtes doch eines
Dienenden und einer

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Das XXV. Sonett

Dich aber will ich nun,
Dich, die ich kannte wie eine Blume,
von der ich den Namen nicht weiß, noch
ein Mal erinnern und ihnen zeigen,
Entwandte, schöne Gespielin des
unüberwindlichen Sc

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An Wera

Dich aber will ich nun,
Dich, die ich kannte wie eine Blume, von
der ich den Namen nicht weiß, noch ein
Mal erinnern und ihnen zeigen,
Entwandte, schöne Gespielin des
unüberwindlichen Schre

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Dich aufdenkend wird mein Wesen erglühter

Dich aufdenkend wird mein
Wesen erglühter, meine Adern röten
die Nacht. An meinem Herzen der
gerüstete Hüter klirrt vor Verdacht.
Wacht dein Gefühl durch die mündigen
Stern

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Dich wundert nicht des Sturmes Wucht

Dich wundert nicht des
Sturmes Wucht, du hast ihn wachsen
sehn; - die Bäume flüchten. Ihre
Flucht schafft reitende Alleen. Da
weißt du, der, vor dem sie fliehn, ist
der, zu

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In der Vorstadt

Die Alte oben mit dem
heisern Husten, ja, die ist tot. - Wer
war sie? - Du mein Gott, sie gab uns
nichts, - ihr gab man Hohn und
Spott... Kaum, daß die Leute ihren
Namen wußten.

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Der Maler

Die alte Standuhr, von
dem Zwölfuhrschlagen noch immer müde,
rief das `Eins` so weh, daß er
zusammenzuckte und den Kragen schnell
um der Kleinen Schultern schmiegte:
`Geh!` Sie sa

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Der Fahnenträger

Die Andern fühlen alles
an sich rauh und ohne Anteil: Eisen,
Zeug und Leder. Zwar manchmal
schmeichelt eine weiche Feder, doch
sehr allein und lieb-los ist ein
jeder; er aber trägt

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Der Fahnenträger

Die Andern fühlen alles
an sich rauh und ohne Anteil: Eisen,
Zeug und Leder. Zwar manchmal
schmeichelt eine weiche Feder, doch sehr
allein und lieb-los ist ein jeder; er
aber trägt - a

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Die armen Worte

Die armen Worte, die im
Alltag darben, die unscheinbaren
Worte, lieb ich so. Aus meinen Festen
schenk ich ihnen Farben, da lächeln
sie und werden langsam froh. Ihr
Wesen

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Die blonden Schwestern flochten froh

Die blonden Schwestern
flochten froh im Gehn Gesträhn aus
goldnem Stroh, bis alles Land vor ihnen
so wie Gold zu glühn beginnt; da
sagen sie sich: wunderwo wir hingeraten
si

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Herbst

Die Blätter fallen,
fallen wie von weit, als welkten in den
Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit
verneinender Gebärde. Und in den
Nächten fällt die schwere Erde aus
allen Ste

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Die Dichter haben dich verstreut

Die Dichter haben dich
verstreut (es ging ein Sturm durch
alles Stammeln), ich aber will dich
wieder sammeln in dem Gefäß, das dich
erfreut. Ich wanderte in vielem
Winde;

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Bodensee

Die Dörfer sind wie ein
Garten. In Türmen von seltsamen
Arten klingen die Glocken wie
weh. Uferschlösser warten und schauen
durch schwarze Scharten müd auf den
Mittagsee.

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Wenns Frühling wird

Die ersten Keime sind,
die zarten, im goldnen Schimmer
aufgesprossen; schon sind die ersten
der Karossen      
         
       

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Arco

Die Hochschneezinne,
schartig scharf, loht auf wie eine
Mauerkrone, in die der lachende
Nerone, der Morgen, seine Fackel
warf. Und wie die Flammen bis ins
Blau sich zu

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Die hohen Tannen atmen heiser

Die hohen Tannen atmen
heiser im Winterschnee, und
bauschiger schmiegt sich sein Glanz um
alle Reiser. Die weißen Wege werden
leiser, die trauten Stuben
lauschiger. D

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Die Mutter

Die Mutter: `Liebling,
hast du gerufen?` Es war ein Wort im
Wind. `Wie viele steile Stufen sind
noch bis zu dir, mein Kind?` - Da fand
ihre Stimme die Sterne, f

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Die Mädchen am Gartenhange...

Die Mädchen am
Gartenhange haben lange gelacht und
mit ihrem Gesange wie mit weitem Gange
sich müd gemacht. Die Mädchen
bei den Zypressen zittern: Die

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Die Mädchen singen

Die Mädchen
singen: Alle Mädchen erwarten
wen, wenn die Bäume in Blüten
stehn; wir müssen immer nähn und
nähn, bis uns die Augen
brennen. Unser Singen wird nimm

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Die Nacht holt heimlich durch des Vorhangs Falten

Die Nacht holt heimlich
durch des Vorhangs Falten aus deinem
Haar vergeßnen Sonnenschein. Schau,
ich will nichts, als deine Hände
halten und still und gut und voller
Frieden sein.

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Menschen bei Nacht.

Die Nächte sind nicht
für die Menge gemacht. Von deinem
Nachbar trennt dich die Nacht, und du
sollst ihn nicht suchen trotzdem. Und
machst du nachts deine Stube licht, um
Mensc

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Die Rose.

Die Rose hier, die
gelbe, Gab gestern mir der
Knab’; Heut trag’ ich sie,
dieselbe, Hin auf sein frisches
Grab. Die Rose ist seit gestern Noch
immer hold und schön

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Frühling

Die Vögel jubeln -
lichtgeweckt -, die blauen Weiten
füllt der Schall aus; im Kaiserpark
das alte Ballhaus ist ganz mit Blüten
überdeckt. Die Sonne schreibt sich
hoffnung

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Der Schwan

Diese Mühsal, durch noch
Ungetanes schwer und wie gebunden
hinzugehn, gleicht dem ungeschaffnen
Gang des Schwanes. Und das Sterben,
dieses Nichtmehrfassen jenes Grunds,
auf

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Der Schwan

Diese Mühsal, durch noch
Ungetanes schwer und wie gebunden
hinzugehn, gleicht dem ungeschaffnen
Gang des Schwanes. Und das Sterben,
dieses Nichtmehrfassen jenes Grunds, auf
dem w

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Mädchenklage

Diese Neigung, in den
Jahren, da wir alle Kinder waren, viel
allein zu sein, war mild; andern ging
die Zeit im Streite, und man hatte seine
Seite, seine Nähe, seine
Weite, e

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Irre im Garten

Dijon Noch schließt
die aufgegebene Kartause sich um den
Hof, als würde etwas heil. Auch die
sie jetzt bewohnen, haben Pause und
nehmen nicht am Leben draußen teil.

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Das XX. Sonett

Dir aber, Herr, o was
weih ich dir, sag, der das Ohr den
Geschöpfen gelehrt? - Mein Erinnern an
einen Frühlingstag, seinen Abend, in
Russland -, ein Pferd... Herüber vom
Dorf kam

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Dir ist mein Beten keine Blasphemie

Dir ist mein Beten keine
Blasphemie: als schlüge ich in alten
Büchern nach, dass ich dir sehr
verwandt bin - tausendfach. Ich will
dir Liebe geben. Die und
die....

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Der Gespensterturm.

Dort steht ein Turm, ein
kleiner, Uralter — hoch und frei;
— Bei Tage selbst geht keiner Gern
an dem Platz vorbei. Wenn ihm sein
Leben teuer, Und fromm er ist
zuma

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Der Reliquienschrein

Draußen wartete auf alle
Ringe und auf jedes Kettenglied
Schicksal, das nicht ohne sie
geschieht. Drinnen waren sie nur
Dinge, Dinge die er schmiedete; denn
vor dem Schmied

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Legende von den drei Lebendigen und den drei Toten

Drei Herren hatten mit
Falken gebeizt und freuten sich auf
das Gelag. Da nahm sie der Greis in
Beschlag und führte. Die Reiter
hielten gespreizt vor dem dreifachen
Sarkophag,

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Das XXVI. Sonett

Du aber, Göttlicher, du,
bis zuletzt noch Ertöner, da ihn der
Schwarm der verschmähten Mänaden
befiel, hast ihr Geschrei übertönt
mit Ordnung, du Schöner, aus den
Zerstörenden stieg

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Der Schutzengel

Du bist der Vogel, dessen
Flügel kamen, wenn ich erwachte in der
Nacht und rief. Nur mit den Armen rief
ich, denn dein Namen ist wie ein
Abgrund, tausend Nächte tief. Du bist
der S

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An Julius Zeyer

Du bist ein Meister; -
früher oder später spannt sich dein
Volk in deinen Siegeswagen; du preisest
seine Art und seine Sagen, - aus deinen
Liedern weht der Heimat
Äther. D

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Du bist so fremd, du bist so bleich

Du bist so fremd, du bist
so bleich. Nur manchmal glüht auf
deinen Wangen ein hoffnungsloses
Heimverlangen nach dem verlornen
Rosenreich. Dann sehnt dein Auge,
tief und klar

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Der Dichter

Du entfernst dich von
mir, du Stunde. Wunden schlägt mir
dein Flügelschlag. Allein: was soll
ich mit meinem Munde? Mit meiner Nacht?
Mit meinem Tag? Ich habe keine
Geliebte, kein H

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Der Dichter

Du entfernst dich von
mir, du Stunde. Wunden schlägt mir dein
Flügelschlag. Allein: was soll ich mit
meinem Munde? Mit meiner Nacht? Mit
meinem Tag? Ich habe keine Geliebte,
kei

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Du hast so große Augen, Kind

Du hast so große Augen,
Kind. Du siehst gewiß oft nachts
Gestalten, die, fremd und bleich, in
marmorkalten Traumhänden rote Kronen
halten, um die ein Leuchten leise
rinnt.

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Du im Voraus verlorne Geliebte

Du im Voraus verlorne
Geliebte, Nimmergekommene, nicht weiß
ich, welche Töne dir lieb sind. Nicht
mehr versuch ich, dich, wenn das
Kommende wogt, zu erkennen. Alle die
großen Bi

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Du meine heilige Einsamkeit

Du meine heilige
Einsamkeit, du bist so reich und rein
und weit wie ein erwachender
Garten. Meine heilige Einsamkeit du
- halte die goldenen Türen zu, vor
denen die Wünsche

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I mulini

Du müde, morsche
Mühle, dein Moosrad feiert Ruh, aus
der Olivenkühle schaut dir der Abend
zu. Der Bach singt wie
verloren Menschenlieder nach, tiefer
über d

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Der Ball

Du Runder, der das Warme
aus zwei Händen im Fliegen, oben,
fortgiebt, sorglos wie sein Eigenes;
was in den Gegenständen nicht bleiben
kann, zu unbeschwert für sie, zu

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Der Ball

Du Runder, der das Warme
aus zwei Händen im Fliegen, oben,
fortgiebt, sorglos wie sein Eigenes; was
in den Gegenständen nicht bleiben kann,
zu unbeschwert für sie, zu wenig
Din

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Irrlicht.

Du sahst ein Lichtlein
schimmern Allnächtig überm See; Du
hörtest leis es wimmern So matt, so
todesweh. Du fragst, was solch’ ein
spätes Licht soll im nächt’g

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Du sahst in hohe Lichthofmauern

Du sahst in hohe
Lichthofmauern und spieltest still in
dumpfem Raum, es lag ein unverstandnes
Trauern auf deinem blassen
Kindheitstraum. Und deine Tage waren
bleiern,

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Du willst dir einen Pagen küren

Du willst dir einen Pagen
küren? Mich komm erküren,
Königin. Mir klingt aus alten
Aventüren ein Sang in Saitenspiel und
Sinn. Ich will ins weiße Schloß
dich führen,

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Die Bettler

Du wußtest nicht, was
den Haufen ausmacht. Ein Fremder fand
Bettler darin. Sie verkaufen das
Hohle aus ihrer Hand. Sie zeigen dem
Hergereisten ihren Mund voll Mi

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Den wir alle sangen

Du, den wir alle sangen,
du einziger und echter Christ, du
Kinderkönig, der du bist, - ich bin
allein: mein Alles ist entgegen dir
gegangen. Du Mai, vor deinen
M

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Lied

Du, der ichs nicht sage,
daß ich bei Nacht weinend
liege, deren Wesen mich Müde
macht wie eine Wiege. Du, die mir
nicht sagt, wenn sie
wacht meinetwillen: wie, wenn w

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Lied

Du, der ichs nicht sage,
daß ich bei Nachtweinend liege,deren
Wesen mich müde machtwie eine Wiege.Du,
die mir nicht sagt, wenn sie
wachtmeinetwillen:wie, wenn wir diese
Pra

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Du, Hände, welche immer geben

Du, Hände, welche immer
geben, die müssen blühn von fremdem
Glück. Zart wie ein zartes
Birkenbeben, bleibt von dem gebenden
Erleben ein Rhythmenzittern drin
zurück.

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Das XVI. Sonett

Du, mein Freund, bist
einsam, weil.... Wir machen mit Worten
und Fingerzeigen uns allmählich die
Welt zu eigen, vielleicht ihren
schwächsten, gefährlichsten Teil. Wer
zeigt mit Fi

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Du

Du: ein Schloß an
wellenschweren, atlasblassen
Abendmeeren - und in seinen
säulenhehren Sälen warten Preis und
Prunk, uns zu ehren: Weil wir beide
wiederkehr

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Zukunft.

Ei, schummert die
Leinwand des Lebens mir grau Das
Schicksal mit Wehmutsgerinsel, Dann
tauch’ ich getrost in der Hoffnung
Blau Hinein meinen durstigen
Pinsel. Da mal’ ich

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Sehnsucht.

Ein Aar, dem niemand Halt
gebot, Ist Sehnsucht. Über Tal und
Hügel Schwebt er auf mondbeglänztem
Flügel Zu der Erfüllung
Morgenrot. Stolz kann er, wenn der
Flug gelingt,

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Falter und Rose.

Ein Falter, der
begehrte Die Rose. Loser Knab’! Die
Rose aber wehrte Sein stürmisch Werben
ab. Und wie er fort auch mühte
sich, Und keinen Deut die Blüte wich,

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Die Zaren - II.

Ein Gedicht-Kreis (1899
und 1906) II Noch drohen große
Vögel allenthalben, und Drachen glühn
und hüten überall der Wälder Wunder
und der Schluchten Fall;

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Die Zaren - III.

Ein Gedicht-Kreis (1899
und 1906) III Seine Diener
füttern mit mehr und mehr ein Rudel
von jenen wilden Gerüchten, die auch
noch Er sind, alles noch Er.

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Die Zaren - IV.

Ein Gedicht-Kreis (1899
und 1906) IV Es ist die Stunde, da
das Reich sich eitel in seines Glanzes
vielen Spiegeln sieht. Der blasse Zar,
des Stammes letztes Glied,

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Die Zaren - V.

Ein Gedicht-Kreis (1899
und 1906) V Der blasse Zar wird
nicht am Schwerte sterben, die fremde
Sehnsucht macht ihn sakrosankt; er wird
die feierlichen Reiche erben,

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Schwarze Katze

Ein Gespenst ist noch wie
eine Stelle, dran dein Blick mit einem
Klange stößt; aber da, an diesem
schwarzen Felle wird dein stärkstes
Schauen aufgelöst: wie ein
Toben

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Schwarze Katze

Ein Gespenst ist noch wie
eine Stelle, Dran dein Blick mit einem
Klange stößt; Aber da, an diesem
schwarzen Felle Wird dein stärkstes
Schauen aufgelöst: Wie ein Tobender,
wenn

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Das III. Sonett

Ein Gott vermags. Wie
aber, sag mir, soll ein Mann ihm folgen
durch die schmale Leier? Sein Sinn ist
Zwiespalt. An der Kreuzung
zweier Herzwege steht kein Tempel für
Apoll.

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Ein Händeineinanderlegen

Ein
Händeineinanderlegen, ein langer Kuß
auf kühlen Mund, und dann: auf
schimmerweißen Wegen durchwandern wir
den Wiesengrund. Durch leisen,
weißen Blütenregen s

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In der Certosa.

Ein jeder aus der weißen
Bruderschaft vertraut sich pflanzend
seinem kleinen Garten. Auf jedem Beete
steht, wer jeder sei. Und Einer harrt
in heimlichen Hoffahrten, daß ihm im

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Judenfriedhof

Ein Maienabend. - Und der
Himmel flittert vor lauter Lichte.
Seine Marken glühn. Die grauen
Gräbersteine, moosverwittert, deckt
jetzt der Frühling mit dem besten
Blühn; so legt d

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Im Herbst

Ein Riesenspinngewebe,
zieht Altweibersommer durch die Welt
sich;- und der Laurenziberg gefällt
sich im goldig-bläulichen
Habit. Weil er so mild
herübersieht, sucht

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Sie war

Ein unerwünschtes Kind,
verstoßen auch aus der Mutter
Nachtgebet, und ewig fern von jenem
Großen, das gebend durch die Zeiten
geht. Sie wünschte wenig - und nur
selten k

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Ein weißes Schloß in weißer Einsamkeit

Ein weißes Schloß in
weißer Einsamkeit. In blanken Sälen
schleichen leise Schauer. Todkrank
krallt das Gerank sich an die
Mauer, und alle Wege weltwärts sind
verschneit.

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Tanagra

Ein wenig gebrannter
Erde, die von großer Sonne
gebrannt. Als wäre die Gebärde einer
Mädchenhand auf einmal nicht mehr
vergangen; ohne nach etwas zu langen zu
keinem Ding

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Eine der weißen Vestageweihten

Eine der weißen
Vestageweihten lächelte Gnade dem
Todbereiten, löste ihm von der Stirn
die Schmach. Dann sehnte sie wie eine
Sklavin dem Schreiten des todbefreiten,
schult

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Ich war in ferner Fremde Kind...

Eine singt: Ich war
in ferner Fremde Kind, bis ich mich:
arm und zart und blind - aus meinem
Schämen schlich; ich warte hinter
Wald und Wind gewiss schon lang
au

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Duineser Elegien 3

Eines ist, die Geliebte
zu singen. Ein anderes, wehe, jenen
verborgenen schuldigen Fluß-Gott des
Bluts. Den sie von weitem erkennt, ihren
Jüngling, was weiß er selbst von dem
Herren der Lus

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Einmal möcht ich dich wiederschauen

Einmal möcht ich dich
wiederschauen, Park, mit den alten
Lindenalleen, und mit der leisesten
aller Frauen zu dem heiligen Weiher
gehn. Schimmernde Schwäne in
prahlenden Pos

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Jeremia

Einmal war ich weich wie
früher Weizen, doch, du Rasender, du
hast vermocht, mir das hingehaltne
Herz zu reizen, daß es jetzt wie
eines Löwen kocht. Welchen Mund
hast

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Schlaflied

Einmal wenn ich dich
verlier, wirst du schlafen können,
ohne daß ich wie eine Lindenkrone
mich verflüstre über dir? Ohne
daß ich hier wache und Worte,
beinah

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Die Lehre des Lebens

Eins - lernt man in dem
Leben doch: entbehren, und ganz gewiß -
ob früher oder spät - des jungen
Herzens ungestümes
Gähren vergeht. Dann sieht man
tränenlos auf mancher Bahr

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Christi Höllenfahrt

Endlich verlitten,
entging sein Wesen dem schrecklichen
Leibe der Leiden. Oben. Ließ ihn.
Und die Finsternis fürchtete sich
allein und warf an das Bleiche
Fledermäuse heran, i

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Der Ölbaumgarten

Er ging hinauf unter dem
grauen Laub ganz grau und aufgelöst im
Ölgelände und legte seine Stirne
voller Staub tief in das Staubigsein
der heißen Hände. Nach allem dies.

... weiterlesen


Der Ölbaumgarten

Er ging hinauf unter dem
grauen Laub ganz grau und aufgelöst im
Ölgelände und legte seine Stirne
voller Staub tief in das Staubigsein der
heißen Hände. Nach allem dies. Und
d

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Der Tod des Dichters

Er lag. Sein
aufgestelltes Antlitz war bleich und
verweigernd in den steilen
Kissen, seitdem die Welt und dieses von
ihr Wissen, von seinen Sinnen
abgerissen, zurückfiel an das
teilnahm

... weiterlesen


Der Tod des Dichters

Er lag. Sein
aufgestelltes Antltz war bleich und
verweigernd in den steilen
Kissen, seitdem die Welt und dieses von
ihr Wissen, von seinen Sinnen
abgerissen, zurückfiel an das
teiln

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Der Magier

Er ruft es an. Es
schrickt zusamm und steht. Was steht?
Das Andre; alles, was nicht er ist,
wird Wesen. Und das ganze Wesen dreht
ein raschgemachtes Antlitz her, das
mehr ist.

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Der Auferstandene

Er vermochte niemals bis
zuletzt ihr zu weigern oder
abzuneinen, daß sie ihrer Liebe sich
berühme; und sie sank ans Kreuz in
dem Kostüme eines Schmerzes, welches
ganz besetzt

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Der Tod der Geliebten

Er wußte nur vom Tod was
alle wissen: daß er uns nimmt und in
das Stumme stößt. Als aber sie,
nicht von ihm fortgerissen, nein, leis
aus seinen Augen ausgelöst,
hin

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Der Tod der Geliebten

Er wußte nur vom Tod was
alle wissen:daß er uns nimmt und in das
Stumme stößt.Als aber sie, nicht von
ihm fortgerissen,nein, leis aus seinen
Augen ausgelöst,hinüberglitt zu
u

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Der Turm

Erd-Inneres. Als wäre
dort, wohin du blindlings steigst, erst
Erdenoberfläche, zu der du steigst im
schrägen Bett der Bäche, die langsam
aus dem suchenden Gerinn der Dunkelheit
e

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Gebet.

Ernster Engel aus
Ebenholz: Du riesige Ruh. Dein
Schweigen schmolz noch nie in den
Bränden von Büßerhänden.
Flammenumflehter! Deine Beter sind
stolz:

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Das V. Sonett

Errichtet keinen
Denkstein. Lasst die Rose nur jedes
Jahr zu seinen Gunsten blühn. Denn
Orpheus ists. Seine Metamorphose in dem
und dem. Wir sollen uns nicht
mühn um andre

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Imaginärer Lebenslauf

Erst eine Kindheit,
grenzenlos und ohne Verzicht und Ziel.
O unbewußte Lust. Auf einmal
Schrecken, Schranke, Schule, Frohne und
Absturz in Versuchung und
Verlust. Trotz. Der

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Imaginärer Lebenslauf

Erst eine Kindheit,
grenzenlos und ohne Verzicht und Ziel. O
unbewußte Lust. Auf einmal Schrecken,
Schranke, Schule, Frohne und Absturz in
Versuchung und Verlust. Trotz. Der
Gebo

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Wunderweiße Nächte

Es gibt so wunderweiße
Nächte, Drin alle Dinge Silber sind. Da
schimmert mancher Stern so lind, Als ob
er fromme Hirten brächte Zu einem neuen
Jesuskind. Weit wie mit dic

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Bei den Kapuzinern

Es hat der Pater
Guardian vom Klosterschnaps mir
angeboten; ich kenn ihn schon, den
dunkelroten, der alle Toten wecken
kann. Der Pater sucht den Schlüssel,
klein, dor

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Es kommt in prunkenden Gebreiten

Es kommt in prunkenden
Gebreiten der Abend wie ein leiser
Gott. Den Rappen vor! Jetzt will ich
reiten durch purpurbunte
Einsamkeiten in bügelleichtem
Träumertrott. I

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Persisches Heliotrop

Es könnte sein, daß dir
der Rose Lob zu laut erscheint für
deine Freundin: Nimm das schön
gestickte Kraut und überstimm mit
dringend flüsterndem Heliotrop den
Bülbül, der

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Advent

Es treibt der Wind im
Winterwalde Die Flockenherde wie ein
Hirt, Und manche Tanne ahnt, wie
balde Sie fromm und lichterheilig
wird, Und lauscht hinaus.  Den
weißen Wegen

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Advent

Es treibt der Wind im
Winterwalde die Flockenherde wie ein
Hirt, und manche Tanne ahnt, wie
balde sie fromm und lichterheilig
wird, und lauscht hinaus. Den weißen
Wegen str

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Es treibt der Wind im Winterwalde...

Es treibt der Wind im
Winterwalde Die Flockenherde wie ein
Hirt, Und manche Tanne ahnt, wie
balde Sie fromm und lichterheilig
wird. Sie lauscht hinaus. Den weissen
Wegen Streckt si

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Das Lied des Trinkers.

Es war nicht in mir. Es
ging aus und ein. Da wollt ich es
halten. Da hielt es der Wein. (Ich
weiß nicht mehr was es war.) Dann
hielt er mir jenes und hielt mir dies
bis ich mich

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Kindheit

Es wäre gut viel
nachzudenken, um von so Verlornem
etwas auszusagen, von jenen langen
Kindheits-Nachmittagen, die so nie
wiederkamen – und warum? Noch mahnt
es uns: viell

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Kindheit

Es wäre gut viel
nachzudenken, um von so Verlornem etwas
auszusagen, von jenen langen
Kindheits-Nachmittagen, die so nie
wiederkamen - und warum? Noch mahnt es
uns: vielleicht in

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Das X. Sonett

Euch, die ihr nie mein
Gefühl verließt, grüß ich,
antikische Sarkophage, die das
fröhliche Wasser römischer Tage als
ein wandelndes Lied
durchfließt. Oder jene so
offe

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Abendmahl

EWIGES will zu uns. Wer
hat die Wahl und trennt die großen und
geringen Kräfte? Erkennst du durch das
Dämmern der Geschäfte im klaren
Hinterraum das Abendmahl. wie sie
si

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Duineser Elegien 6

Feigenbaum, seit wie
lange schon ists mir bedeutend, wie du
die Blüte beinah ganz
überschlägst und hinein in die zeitig
entschlossene Frucht, ungerühmt,
drängst dein reines Geheimnis.

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Mittelböhmische Landschaft

Fern dämmert wogender
Wälder beschatteter Saum. Dann
unterbricht nur hie und da ein
Baum die falbe Fläche hoher
Ährenfelder. Im hellsten Licht keimt
die Kartoffel;

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Flutet mir in diese trübe Reise...

Flutet mir in diese
trübe Reise Deines Herzens warme Bahn
entgegen? Nur noch Stunden und ich werde
leise meine Hände in die deinen
legen: o wie lange ruhten sie nicht
aus. Kannst

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Fragst du mich: Was war in deinen Träumen

Fragst du mich: Was war
in deinen Träumen, ehe ich dir meinen
Mai gebracht ? War ein Wald. Der Sturm
war in den Bäumen und auf allen Wegen
kam die Nacht. Waren Burgen die
i

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Duineser Elegien 5

Frau Hertha Koenig
zugeeignet Wer aber sind sie, sag mir,
die Fahrenden, diese ein
wenig Flüchtigern noch als wir selbst,
die dringend von früh an wringt ein wem
- wem zuliebe n

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Fremd ist, was deine Lippen sagen

Fremd ist, was deine
Lippen sagen, fremd ist dein Haar,
fremd ist dein Kleid, fremd ist, was
deine Augen fragen, und auch aus unsern
wilden Tagen reicht nicht ein leises
Wellenschlag

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Der Nachbar.

Fremde Geige, gehst du
mir nach? In wieviel Städten schon
sprach deine einsame Nacht zu meiner?
Spielen dich hunderte? Spielt dich
einer? Giebt es in allen großen
Städ

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Fremdes Rufen. Und wir wählen

Fremdes Rufen. Und wir
wählen eine Gondel, schwarz und
schlank: Leises Gleiten an den
Pfählen einer Marmorstadt
entlang. Still. Die Schiffer nur
erzählen sich. Die

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Das XXI. Sonett

Frühling ist
wiedergekommen. Die Erde ist wie ein
Kind, das Gedichte weiß; viele, o
viele.... Für die Beschwerde langen
Lernens bekommt sie den Preis. Streng
war ihr Lehre

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Frühling ist wiedergekommen

Frühling ist
wiedergekommen. Die Erde ist wie ein
Kind, das Gedichte weiß; viele, o
viele.... Für die Beschwerde langen
Lernens bekommt sie den Preis. Streng
war ihr Lehrer. Wi

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Zum erstenmal seh ich dich aufstehn

Fünf Gesänge Zum
erstenmal seh ich dich aufstehn I
Zum erstenmal seh ich dich aufstehn,
hörengesagter, fernster,
unglaublicher Kriegs-Gott. Wie
s

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Für die wir uns die Träume gaben

Für die wir uns die
Träume gaben war eine Nacht so sanft
und lind, drin alle Brunnen Feen
haben und auch die träumerischen
Knaben vergessen Schätze zu
ergraben weil alle D

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Fürchte dich nicht...

Fürchte dich nicht, sind
die Astern auch alt, streut der Sturm
auch den welkenden Wald in den
Gleichmut des Sees, - die Schönheit
wächst aus der engen Gestalt; sie
wurde reif,

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Brunnen

Ganz verschollen ist die
alte, holde Brunnenpoesie, da aus
Tritons Muschelspalte eine klare Quelle
lallte, die den Gassen Sprache
lieh. Abends bei den
Röhrenkasten

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Die Gazelle

Gazella
Dorcas Verzauberte: wie kann der
Einklang zweier erwählter Worte je den
Reim erreichen, der in dir kommt und
geht, wie auf ein Zeichen. Aus deiner
Stirne steigen Laub und Le

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Die Gazelle

Gazella
Dorcas Verzauberte: wie kann der
Einklang zweier erwählter Worte je den
Reim erreichen, der in dir kommt und
geht, wie auf ein Zeichen. Aus deiner
Stirne steigen Laub und

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Bei den Ursulinen

Geh mittags zu den
Ursulinen, wenn man den Armen Speise
trug, da siehst du, wie in müde
Mienen die Not schrieb ihren
Namenszug. Da siehst du Stirnen, die
schon frühe

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Die Brandstätte

Gemieden von dem
Frühherbstmorgen, der mißtrauisch
war, lag hinter den versengten
Hauslinden, die das Heidehaus
beengten, ein Neues, Leeres. Eine
Stelle mehr, auf welch

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Bei St. Veit

Gern steh ich vor dem
alten Dom; wie Moder weht es dort, wie
Fäule, und jedes Fenster, jede
Säule spricht noch ihr eignes
Idiom. Da hockt ein reich
geschnörkelt Haus

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Gerüchte gehn, die dich vermuten

Gerüchte gehn, die dich
vermuten, und Zweifel gehn, die dich
verwischen. Die Trägen und die
Träumerischen misstrauen ihren eignen
Gluten und wollen, dass die Berge
bluten,

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Für Wolf Graf von Kalckreuth

Geschrieben am 4. und 5.
November 1908 in Paris Sah ich dich
wirklich nie? Mir ist das Herz so
schwer von dir wie von zu schwerem
Anfang, den man hinausschiebt. Daß ich
dich begänne

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Zueignung an M....

geschrieben am 6. und 8.
November 1923 (als Arbeits-Anfang eines
neuen Winters auf Muzot) SCHAUKEL des
Herzens. O sichere, an welchem
unsichtbaren Aste befestigt. Wer, wer
gab dir d

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Gestern hab ich im Traum gesehn...

Gestern hab ich im Traum
gesehn einen Stern in der Stille
stehn. Und ich fühlte: Madonna
sprach: Diesem Stern in der Nacht
blüh nach. Und ich nahm alle Kraft
zu Rat.

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Gieb deinem Herzen ein Zeichen...

Gieb deinem Herzen ein
Zeichen, daß die Winde sich drehn.
Hoffnung ist ohne gleichen wenn sie
die Göttlichen sehn. Richte dich
auf und verharre still in dem
gro

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Land und Volk

Gott war guter Laune.
Geizen ist doch wohl nicht seine
Art; und er lächelte: da
ward Böhmen, reich an tausend
Reizen. Wie erstarrtes Licht liegt
Weizen zwischen Berg

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Stimmungsbild

Graue Dämmerungen
hangen überm weiten Wiesenplan,
- müd,. mit rotgelaufnen Wangen kommt
der Tag im Westen an. Atemlos dort
sinkt er nieder hinter Hängen
goldumsäumt,

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Bei St. Heinrich

Hart am
Kirchenaltargitter, wo die Ampel
flammt, die matte, schläft ein alter,
alter Ritter unter grauer
Wappenplatte. Lebend hielt er hoch
sein Wappen, sorgte immer

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Das XII. Sonett

Heil dem Geist, der uns
verbinden mag; denn wir leben wahrhaft
in Figuren. Und mit kleinen Schritten
gehn die Uhren neben unserm
eigentlichen Tag. Ohne unsern wahren
Platz zu

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Das Marienleben

Heinrich Vogeler dankbar
für alten und neuen Anlaß zu diesen
Versen Duino, Januar 1912 GEBURT
MARIAE O was muß es die Engel gekostet
haben, nicht aufzusingen plöt

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Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der
Sommer war sehr groß. Leg deinen
Schatten auf die Sonnenuhren, und auf
den Fluren laß die Winde los. Befiehl
den letzten Früchten, voll zu sein; gib
ihne

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Heute Abend erweckt mein Herz

Heute Abend erweckt mein
Herz seiner gedenkender Engel Gesang
... Eine Stimme, fast die
meine, verlockt von zu viel
Stille schwingt sich hoch,
entschlossen, nicht mehr

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Seele im Raum

Hier bin ich, hier bin
ich, Entrungene, taumelnd. Wag ichs
denn? Werf ich mich? Fähige waren
schon viel dort, wo ich drängte. Nun
wo auch noch die Mindesten re

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Der Engel

Hin geh ich durch die
Malvasinka die Kinderreih, wo sanft und
gut die kleine Anka oder Ninka in
ihrem letzten Bettchen ruht. Auf
einem schmalen Schollenhügel kniet,
g

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Kaiser Rudolf

Hoch auf seiner
Himmelswarte über einer
Sternenkarte sitzt der Kaiser Rudolf
dort, forschend, ob der
langerharrte Flugstern, der die Weisen
narrte, streifen würde diesen
Ort

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Horch, verhallt nicht ein scheuer

Horch, verhallt nicht ein
scheuer Schrei von den Hängen
her? Aus dem morschen
Klostergemäuer kann der Abend nicht
mehr. Er sucht sich wund an der
Wand. Und mit hilfloser Han

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Vorfrühling

Härte schwand. Auf
einmal legt sich Schonung an der Wiesen
aufgedecktes Grau. Kleine Wasser
ändern die Betonung. Zärtlichkeiten,
ungenau, greifen nach der Erde aus
dem Rau

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Vorfrühling

Härte schwand. Auf
einmal legt sich Schonung an der Wiesen
aufgedecktes Grau. Kleine Wasser ändern
die Betonung. Zärtlichkeiten,
ungenau, greifen nach der Erde aus dem
Raum.

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Geburt Christi

Hättest du der Einfalt
nicht, wie sollte dir geschehn, was
jetzt die Nacht erhellt? Sieh, der
Gott, der über Völkern grollte,
macht sich mild und kommt in dir zur
Welt.

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Das XVIII. Sonett

Hörst du das Neue,
Herr, dröhnen und beben? Kommen
Verkündiger, die es erheben. Zwar
ist kein Hören heil in dem
Durchtobtsein, doch der
Maschinenteil

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Die Stille

Hörst du, Geliebte, ich
hebe die Hände - hörst du: es
rauscht... Welche Gebärde der Einsamen
fände sich nicht von vielen Dingen
belauscht? Hörst du, Geliebte, ich
schließe die Lid

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Der Abenteuerer

I Wenn er unter jene
welche waren trat: der Plötzliche,
der schien, war ein Glanz wie von
Gefahren in dem ausgesparten Raum um
ihn, den er lächelnd übe

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David singt vor Saul

I. König, hörst du,
wie mein Saitenspiel Fernen wirft,
durch die wir uns bewegen: Sterne
treiben uns verwirrt entgegen, und wir
fallen endlich wie ein Regen, und es

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Der Gefangene

I. Meine Hand hat nur
noch eine Gebärde, mit der sie
verscheucht; auf die alten
Steine fällt es aus Felsen
feucht. Ich höre nur dieses
Klopfen und mein Herz

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Das I. Sonett

I Atmen, du
unsichtbares Gedicht! Immerfort um das
eigne Sein rein eingetauschter
Weltraum. Gegengewicht, in dem ich mich
rhythmisch ereigne. Einzige Welle,
de

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Das Portal

I Da blieben sie, als
wäre jene Flut zurückgetreten, deren
großes Branden an diesen Steinen
wusch, bis sie entstanden; sie nahm im
Falle manches Attribut. aus
ihren

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Beguinage

I Das hohe Tor scheint
keine einzuhalten, die Brücke geht
gleich gerne hin und her, und doch sind
sicher alle in dem alten offenen
Ulmenhof und gehen nicht mehr aus
i

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Kämpfen

I Ein heißer Eid, ein
gramerpreßter, der leicht von jungen
Lippen rinnt, der machte zur
barmherzgen Schwester fast über Nacht
ein blondes Kind. Des jungen L

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In Dubiis

I Es dringt kein Laut
bis her zu mir von der Nationen wildem
Streite, ich stehe ja auf keiner
Seite; denn Recht ist weder dort noch
hier. Und weil ich nie Hora

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Der Träumer

I Es war ein Traum in
meiner Seele tief. Ich horchte auf den
holden Traum: ich schlief. Just ging
ein Glück vorüber, als ich
schlief, und wie ich träumte, hört
ich

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Ich hielt mich überoffen, ich vergaß

I Ich hielt mich
überoffen, ich vergaß dass draußen
nicht nur Dinge sind und voll in sich
gewohnte Tiere, deren Aug aus ihres
Lebens Rundung anders nicht
hinaus

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Allerseelen

I Rings liegt der Tag
von Allerseelen voll Wehmut und voll
Blütenduft, und hundert bunte Lichter
schwelen vom Feld des Friedens in die
Luft. Sie senden Palmen

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Sieben Gedichte

I Auf einmal fasst die
Rosenpflückerin die volle Knospe seines
Lebensgliedes, und an dem Schreck des
Unterschiedes schwinden die [linden]
Gärten in ihr hin

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Das Portal

I Da blieben sie, als
wäre jene Flut zurückgetreten, deren
großes Branden an diesen Steinen wusch,
bis sie entstanden; sie nahm im Falle
manches Attribut. aus ihre

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David singt vor Saul

I König, hörst du, wie
mein Saitenspiel Fernen wirft, durch die
wir uns bewegen: Sterne treiben uns
verwirrt entgegen, und wir fallen
endlich wie ein Regen, und es
blüht,

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Der Gefangene

I Meine Hand hat nur
noch eine Gebärde, mit der sie
verscheucht; auf die alten Steine fällt
es aus Felsen feucht. Ich höre nur
dieses Klopfen und mein Herz h

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Die Spitze

I Menschlichkeit: Namen
schwankender Besitze, noch
unbestätigter Bestand von Glück: ist
das unmenschlich, daß zu dieser
Spitze, zu diesem kleinen dichten
Spitzenstück zw

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Abisag

I Sie lag. Und ihre
Kinderarme waren von Dienern um den
Welkenden gebunden, auf dem sie lag die
süßen langen Stunden, ein wenig bang
vor seinen vielen Jahren. Und m

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Auf der Welt allein

Ich bin auf der Welt zu
allein und doch nicht allein genug um
jede Stunde zu weihn. Ich bin auf der
Welt zu gering und doch nicht klein
genug um vor dir zu sein wie ein
Ding,

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Das Lied des Blinden.

Ich bin blind, ihr
draußen, das ist ein Fluch, ein
Widerwillen, ein Widerspruch, etwas
täglich Schweres. Ich leg meine Hand
auf den Arm der Frau, meine graue Hand
auf ihr graue

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Das Lied der Waise.

Ich bin Niemand und werde
auch Niemand sein. Jetzt bin ich ja
zum Sein noch zu klein; aber auch
später. Mütter und Väter,
erbarmt euch mein. Zwar es lohnt
nich

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Ich bin nur einer deiner Ganzgeringen

Ich bin nur einer deiner
Ganzgeringen, der in das Leben aus der
Zelle sieht und der, den Menschen
ferner als den Dingen, nicht wagt zu
wägen, was geschieht. Doch willst du
mich vor

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Ich bin so jung

Ich bin so jung. Ich
möchte jedem Klange, der mir
vorüberrauscht, mich schaudernd
schenken, und willig in des Windes
liebem Zwange, wie Windendes über dem
Gartengange, will me

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Vorgefühl.

Ich bin wie eine Fahne
von Fernen umgeben. Ich ahne die
Winde, die kommen, und muß sie leben,
während die Dinge unten sich noch
nicht rühren: die Türen schließen
noch sanft, und in

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Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum

Ich bin zu Hause zwischen
Tag und Traum. Dort wo die Kinder
schläfern, heiß vom Hetzen, dort wo
die Alten sich zu Abend setzen, und
Herde glühn und hellen ihren Raum.

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Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum

Ich bin zu Hause zwischen
Tag und Traum. Dort wo die Kinder
schläfern, heiß vom Hetzen, dort wo
die Alten sich zu Abend setzen, und
Herde glühn und hellen ihren Raum. Ich
bin z

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Ich bin, du Ängstlicher

Ich bin, du Ängstlicher.
Hörst du mich nicht mit allen meinen
Sinnen an dir branden? Meine Gefühle,
welche Flügel fanden, umkreisen weiß
dein Angesicht. Siehst du nicht meine
Se

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Ich denke an Frauen aus lichten Legenden

Ich denke an Frauen aus
lichten Legenden. Sie erschauern in
scheuem Schmerz. Und in hellen heiligen
Händen bringen sie weinend ihr weißes
Herz schreiten einsam durch weite
Gelände

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Ich finde Dich in allen diesen Dingen

Ich finde dich in allen
diesen Dingen, denen ich gut und wie
ein Bruder bin; als Samen sonnst du
dich in den geringen und in den großen
giebst du groß dich hin. Das ist
das

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Ich fühle mich oft mitten im Alltagsmühn

Ich fühle mich oft
mitten im Alltagsmühn Wenn mein Wesen
dürstet: Alltagsabend und
Sonntagsfrühn Hat mich dennoch
gefürstet. Ich weiß oft mitten im
Alltagsgrau:

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Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort...

Ich fürchte mich so vor
der Menschen Wort. Sie sprechen alles
so deutlich aus: Und dieses heißt
Hund und jenes heißt Haus, und hier
ist Beginn und das Ende ist dort.
M

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Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

Ich fürchte mich so vor
der Menschen Wort. Sie sprechen alles so
deutlich aus: Und dieses heißt Hund und
jenes heißt Haus, und hier ist Beginn
und das Ende ist dort. Mich
bangt

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Die Dinge singen hör ich so gern

Ich fürchte mich so vor
der Menschen Wort. Sie sprechen alles so
deutlich aus: Und dieses heißt Hund und
jenes heißt Haus, und hier ist Beginn
und das Ende ist dort. Mich
bangt

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Ich geh dir nach, wie aus der dumpfen Zelle

Ich geh dir nach, wie aus
der dumpfen Zelle ein Halbgeheilter
schreitet: in der Helle mit hellen
Händen winkt ihm der Jasmin. Ein
Atemholen hebt ihn von der Schwelle,
- er tastet vo

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Ich geh dir nach, wie aus der dumpfen Zelle...

Ich geh dir nach, wie aus
der dumpfen Zelle ein Halbgeheilter
schreitet: in der Helle mit hellen
Händen winkt ihm der Jasmin. Ein
Atemholen hebt ihn von der Schwelle,
- er tastet vorwä

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Ich geh jetzt immer den gleichen Pfad

Ich geh jetzt immer den
gleichen Pfad: am Garten entlang, wo
die Rosen grad Einem sich vorbereiten;
aber ich fühle: noch lang, noch lang
ist das alles nicht mein Empfang,

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Das Lied des Bettlers.

Ich gehe immer von Tor zu
Tor, verregnet und verbrannt; auf
einmal leg ich mein rechtes Ohr in
meine rechte Hand. Dann kommt mir
meine Stimme vor als hätt ich sie nie
ge

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Ich gehe unter roten Zweigen

Ich gehe unter roten
Zweigen und suche einen späten
Strauß. Weiß nicht vor Glück wo ein
und aus, mir ist so neu, mir ist so
eigen: Mein Lieb ist müd und ist zu
Haus.

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Ich ging durch ein Land, durch ein trauriges Land

Ich ging durch ein Land,
durch ein trauriges Land. Wie auf
leerer Wiege ein Wiegenband lag der
blasse Fluß auf dem flachen
Sand, darüber aus nassem
Nebelgewand reckte die Weide die

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Alles noch nie Gesagte

Ich glaube an Alles noch
nie Gesagte. Ich will meine frömmsten
Gefühle befrein. Was noch keiner zu
wollen wagte, wird mir einmal
unwillkürlich sein. Ist das
vermessen, mei

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Ich habe Hymnen, die ich schweige

Ich habe Hymnen, die ich
schweige. Es giebt ein Aufgerichtet
sein, darin ich meine Sinne neige: du
siebst mich groß und ich bin klein. Du
kannst mich dunkel
unterscheiden von

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Der Letzte.

Ich habe kein Vaterhaus,
und habe auch keines verloren; meine
Mutter hat mich in die Welt hinaus
geboren. Da steh ich nun in der Welt
und geh in die Welt immer tiefer
hin

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Ich habe viele Brüder in Soutanen

Ich habe viele Brüder in
Soutanen im Süden, wo in Klöstern
Lorbeer steht. Ich weiß, wie
menschlich sie Madonnen planen und
träume oft von jungen Tizianen, durch
die der Gott in

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Der kleine Tod

Ich kann nicht glauben,
dass der kleine Tod, dem wir doch
täglich übern Scheitel schauen, uns
eine Sorge bleibt und eine Not. Ich
kann nicht glauben, dass er ernsthaft
droht;

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Ich komme aus meinen Schwingen heim

Ich komme aus meinen
Schwingen heim, mit denen ich mich
verlor. Ich war Gesang, und Gott, der
Reim, rauscht noch in meinem
Ohr. Ich werde wieder still und
schlicht, un

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Der Lesende.

Ich las schon lang. Seit
dieser Nachmittag, mit Regen
rauschend, an den Fenstern lag. Vom
Winde draußen hörte ich nichts mehr:
mein Buch war schwer. Ich sah ihm in
die Blätter

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Ich lebe grad

Ich lebe grad, da das
Jahrhundert geht. Man fühlt den Wind
von einem großen Blatt, das Gott und
du und ich beschrieben hat und das sich
hoch in fremden Händen dreht. Man
f

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Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

Ich lebe mein Leben in
wachsenden Ringen, die sich über die
Dinge ziehn. Ich werde den letzten
vielleicht nicht vollbringen, aber
versuchen will ich ihn. Ich kreise um
Gott,

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Ich lebe mein Leben...

Ich lebe mein Leben in
wachsenden Ringen, die sich über die
Dinge ziehen. Ich werde den letzten
vielleicht nicht vollbringen, aber
versuchen will ich ihn. Ich kreise um
Gott, um

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Vrchliky

Ich lehn im Armstuhl, im
bequemen, wo oft ich Ungemach
vergaß, müd nicken krause
Chrysanthemen im hohen
Venezianerglas. Ich las in einem Band
Gedichte gar lange; wie

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Ich lese es heraus

Ich lese es heraus aus
deinem Wort, aus der Geschichte der
Gebärden, mit welchen deine Hände um
das Werden sich ründeten,
begrenzend, warm und weise. Du sagtest
leben laut

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Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz

Ich liebe dich, du
sanftestes Gesetz, an dem wir reiften,
da wir mit ihm rangen; du großes
Heimweh, das wir nicht bezwangen, du
Wald, aus dem wir nie
hinausgegangen, du Lied, das wi

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Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz...

Ich liebe dich, du
sanftestes Gesetz, an dem wir reiften,
da wir mit ihm rangen; du großes
Heimweh, das wir nicht bezwangen, du
Wald, aus dem wir nie hinausgegangen, du
Lied, das wir mi

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Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden

Ich liebe meines Wesens
Dunkelstunden, in welchen meine Sinne
sich vertiefen; in ihnen hab ich, wie
in alten Briefen, mein täglich Leben
schon gelebt gefunden und wie Legende
weit u

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Ich liebe vergessene Flurmadonnen

Ich liebe vergessene
Flurmadonnen, die ratlos warten auf
irgendwen, und Mädchen, die an einsame
Bronnen, Blumen im Blondhaar, träumen
gehn. Und Kinder, die in die Sonne
sin

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Ich ließ meinen Engel lange nicht los

Ich ließ meinen Engel
lange nicht los, und er verarmte mir
in den Armen und wurde klein, und ich
wurde groß: und auf einmal war ich
das Erbarmen, und er eine zitternde
Bitte bl

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Der junge Bildner

Ich muß nach Rom; in
unser Städtchen kehr ich aufs Jahr mit
Ruhm zurück; nicht weinen; sieh,
geliebtes Mädchen, ich mach in Rom
mein Meisterstück. Er sprachs; dann
zog e

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Ich mußte denken unverwandt

Ich mußte denken
unverwandt, wie ich einst zwischen
schwarzen Pinien den tiefen Frühling
sinnen fand, als ich vor deiner
Schönheit stand und durch der Scheitel
dunkle Linien

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Ich möchte dir ein Liebes schenken...

ich möchte dir ein
Liebes schenken, das dich mir zur
Vertrauten macht: aus meinem Tag ein
Deingedenken und einen Traum aus meiner
Nacht. Mir ist, daß wir uns selig
fänden

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Ich möchte draußen dir begegnen

Ich möchte draußen dir
begegnen, wenn Mai auf Wunder Wunder
häuft, und wenn ein leises
Seelensegnen von allen Zweigen
niederträuft. Wenn bis zum Wegkreuz
auf, zum schlank

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Der Knabe.

Ich möchte einer werden
so wie die, die durch die Nacht mit
wilden Pferden fahren, mit Fackeln,
die gleich aufgegangnen Haaren in
ihres Jagens großem Winde wehn. Vorn
möcht ic

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Der Knabe

Ich möchte einer werden
so wie die, die durch die Nacht mit
wilden Pferden fahren, mit Fackeln, die
gleich aufgegangnen Haaren in ihres
Jagens großem Winde wehn. Vorn möcht
ich stehen

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Zum Einschlafen zu sagen.

Ich möchte jemanden
einsingen, bei jemandem sitzen und
sein. Ich möchte dich wiegen und
kleinsingen und begleiten schlafaus
und schlafein. Ich möchte der Einzige
sein im Haus,

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Zum Einschlafen zu sagen

Ich möchte jemanden
einsingen, bei jemandem sitzen und
sein. Ich möchte dich wiegen und
kleinsingen und begleiten schlafaus und
schlafein. Ich möchte der Einzige sein
im Haus, d

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Ich möchte Purpurstreifen spannen

Ich möchte
Purpurstreifen spannen und möchte
füllen bis zum Rand mit Balsamöl aus
Onyxkannen die Blumenlampen, die
entbrannt im Mittag flammen, und
verbrennen bis wir uns

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Ich möchte Purpurstreifen spannen...

Ich möchte
Purpurstreifen spannen und möchte
füllen bis zum Rand mit Balsamöl aus
Onyxkannen die Blumenlampe, die
entbrannt im Mittag flammen, und
verbrennen bis wir uns mit de

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Ich möchte werden wie die ganz Geheimen

Ich möchte werden wie
die ganz Geheimen: Nicht auf der
Stirne die Gedanken denken, nur eine
Sehnsucht reichen in den Reimen, mit
allen Blicken nur ein leises Keimen,
mit meinem

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Ich schreite einsam weiter. Mir zuhäupten

Ich schreite einsam
weiter. Mir zuhäupten fühl ich den
Frühling in den Zweigen zittern. Und
einmal werde ich mit
unbestäubten Sandalen warten an den
Garten gittern. Und d

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Der Schauende.

Ich sehe den Bäumen die
Stürme an, die aus laugewordenen
Tagen an meine ängstlichen Fenster
schlagen, und höre die Fernen Dinge
sagen, die ich nicht ohne Freund
ertragen,

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Der Schauende

Ich sehe den Bäumen die
Stürme an, die aus laugewordenen
Tagen an meine ängstlichen Fenster
schlagen, und höre die Fernen Dinge
sagen, die ich nicht ohne Freund
ertragen, nicht

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Ich sehne oft nach einer Mutter mich

Ich sehne oft nach einer
Mutter mich, nach einer stillen Frau
mit weißen Scheiteln. In ihrer Liebe
blühte erst mein Ich; sie könnte
jenen wilden Haß vereiteln, der eisig
sich in

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Ich war bei den ältesten Mönchen

Ich war bei den ältesten
Mönchen, den Malern und
Mythenmeldern, die schrieben ruhig
Geschichten und zeichneten Runen des
Ruhms. Und ich seh dich in meinen
Gesichten mit Winden, Wassern und
Wäld

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Ich war ein Kind und träumte viel...

Ich war ein Kind und
träumte viel und hatte noch nicht
Mai; da trug ein Mann sein Seitenspiel
an unserm Hof vorbei. Da hab ich
bange aufgeschaut: `O Mutter, lass
mich fr

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Das arme Kind

Ich weiß ein Mädchen,
eingefallen die Wangen. - War ein
leichtes Tuch die Mutter; und des
Vaters Fluch fiel in ihr erstes
Lallen. Die Armut blieb ihr treu die
Jahre,

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Barbaren

Ich weiß von einem
Riesenparke dort, wo die Stadt sich
schon verliert; jetzt nagt die Axt an
seinem Marke, sie sagen: er wird
parzelliert. Das ist der Fürstenpark
Clam-Gall

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Der Rätselhafte

Ich weiß: Du bist der
Rätselhafte, um den die Zeit in
Zögern stand. O wie so schön ich dich
erschaffte in einer Stunde, die mich
straffte, in einer Hoffahrt meiner
Hand.

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Ich will nicht langen

Ich will nicht langen
nach dem lauten Leben und keinen
fragen nach dem fremden Tage: Ich
fühle, wie ich weiße Blüten trage,
die in der Kühle ihre Kelche heben.
Es dr

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Begegnung in der Kastanien-Allee

Ihm ward des Eingangs
grüne Dunkelheit kühl wie ein
Seidenmantel umgegeben den er noch
nahm und ordnete: als eben am andern
transparenten Ende, weit, aus
grüner Sonne,

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Begegnung in der Kastanien-Allee

Ihm ward des Eingangs
grüne Dunkelheit kühl wie ein
Seidenmantel umgegeben den er noch nahm
und ordnete: als eben am andern
transparenten Ende, weit, aus grüner
Sonne, wie aus

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Ihr Mädchen seid wie die Kähne...

Ihr Mädchen seid wie die
Kähne; an die Ufer der Stunden seid
ihr immer gebunden, - darum bleibt ihr
so bleich; ohne hinzudenken, wollt
ihr den Winden euch schenken:

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Ihr vielen unbestürmten Städte

Ihr vielen unbestürmten
Städte, habt ihr euch nie den Feind
ersehnt? O dass er euch belagert
hätte ein langes schwankendes
Jahrzehnt. Bis ihr ihn trostlos und
in Trauern,

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Gebet für die Irren und Sträflinge

Ihr, von denen das Sein
leise sein großes Gesicht wegwandte:
ein vielleicht Seiender spricht
draußen in der Freiheit langsam bei
Nacht ein Gebet: Daß e

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Siegen

II Der Tag beginnt
sich kaum zu lichten; `Heut sei im
Glauben stark wie nie und geh mit Gott
an deine Pflichten: Es ist ein Fall von
Diphtherie ....` Sie pfleg

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Jugend-Bildnis meines Vaters

Im Auge Traum. Die Stirn
wie in Berührung mit etwas Fernem. Um
den Mund enorm viel Jugend,
ungelächelte Verführung, und vor der
vollen schmückenden Verschnürung der
schlanken ad

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Jugend-Bildnis meines Vaters

Im Auge Traum. Die Stirn
wie in Berührung mit etwas Fernem. Um
den Mund enorm viel Jugend,
ungelächelte Verführung, und vor der
vollen schmückenden Verschnürung der
schlanken adelig

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Das Kloster

Im
Dämmerdustgeschwel ist schon die Stadt
zerronnen, hoch steht das Haus der
Nonnen des Ordens von Carmel. Der
Abend hüpft hangab vorbei mit
Feuergarben und w

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Im flachen Land war ein Erwarten...

Im flachen Land war ein
Erwarten nach einem Gast, der niemals
kam; noch einmal fragt der bange
Garten, dann wird sein Lächeln
langsam lahm. Und in den müßigen
Moräste

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Der Panther

Im Jardin des Plantes,
Paris Sein Blick ist vom Vorübergehn
der Stäbe so müd geworden, daß er
nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es
tausend Stäbe gäbe und hinter
tausen

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Der Panther

Im Jardin des Plantes,
Paris Sein Blick ist vom Vorübergehn
der Stäbe so müd geworden, daß er
nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es
tausend Stäbe gäbe und hinter tausend
St

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Im Schlosse mit den roten Zinken

Im Schlosse mit den roten
Zinken wär ich so gern des Abends
Gast. Die Fenster glühn, die Falten
sinken, und meine weißen Wünsche
winken mir aus dem lodernden
Palast.

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Im Sommer

Im Sommer trägt ein
kleiner Dampfer auf Moldauwogen uns
nach Zlichov zu jenem Kirchlein, hoch
und frei. Im blauen Nebel schwindet
Smichov; - zur Rechten Flächen braun
von Ampfer,

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Im Traume malte ich ein Triptychon

Im Traume malte ich ein
Triptychon: Licht in der Mitte
stand dein Mutterthron. Du wiesest
lächelnd hin zum linken Rahmen, und
meine Tochter nanntest du beim Namen

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Bangnis.

Im welken Walde ist ein
Vogelruf, der sinnlos scheint in
diesem welken Walde. Und dennoch ruht
der runde Vogelruf in dieser Weile,
die ihn schuf, breit wie ein Himmel
auf dem wel

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Immer ist mir, daß die leisen

Immer ist mir, daß die
leisen Gondeln durch Kanäle
reisen irgend jemand zum Empfang; denn
das Warten dauert lang, und das Volk
ist arm und krank, und die Kinder sind
wie Wai

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Immer wieder, ob wir der Liebe Landschaft

Immer wieder, ob wir der
Liebe Landschaft auch kennen und den
kleinen Kirchhof mit seinen klagenden
Namen und die furchtbar verschweigende
Schlucht, in welcher die andern enden:
immer wi

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In diesem Dorfe steht das letzte Haus

In diesem Dorfe steht das
letzte Haus so einsam wie das letzte
Haus der Welt. Die Straße, die das
kleine Dorf nicht hält, geht langsam
weiter in die Nacht hinaus. D

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Hetären-Gräber

In ihren langen Haaren
liegen sie mit braunen, tief in sich
gegangenen Gesichtern. Die Augen zu wie
vor zu vieler Ferne. Skelette, Munde,
Blumen. In den Munden die glatten Zähne
wie ein

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Die Kathedrale

In jenen kleinen
Städten, wo herum die alten Häuser wie
ein Jahrmarkt hocken der sie bemerkt hat
plötzlich und, erschrocken, die Buden
zumacht und, ganz zu und stumm, die
Schre

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Corrida

In memoriam Montez,
1830 Seit er, klein beinah, aus dem
Toril ausbrach, aufgescheuchten Augs
und Ohrs, und den Eigensinn des
Picadors und die Bänderhaken wie im
Spiel

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Aus einer Sturmnacht II.

In solchen Nächten gehn
die Gefängnisse auf. Und durch die
bösen Träume der Wächter gehn mit
leisem Gelächter die Verächter ihrer
Gewalt. Wald! Sie kommen zu dir, um in
di

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Aus einer Sturmnacht III.

In solchen Nächten ist
auf einmal Feuer in einer Oper. Wie
ein Ungeheuer beginnt der Riesenraum
mit seinen Rängen Tausende, die sich
in ihm drängen, zu kauen. Männer

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Aus einer Sturmnacht I.

In solchen Nächten
kannst du in den Gassen Zukünftigen
begegnen, schmalen blassen Gesichtern,
die dich nicht erkennen und dich
schweigend vorüberlassen. Aber wenn
sie zu reden

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Aus einer Sturmnacht VI.

In solchen Nächten sind
alle die Städte gleich, alle
beflaggt. Und an den Fahnen vom Sturm
gepackt und wie an Haaren
hinausgerissen in irgend ein Land mit
ungewissen Um

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Aus einer Sturmnacht VII.

In solchen Nächten
werden die Sterbenden klar, greifen
sich leise ins wachsende Haar, dessen
Halme aus ihres Schädels Schwäche in
diesen langen Tagen treiben, als
wollten sie

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Aus einer Sturmnacht V.

In solchen Nächten
wissen die Unheilbaren: wir waren...
Und sie denken unter den Kranken
einen einfachen guten Gedanken
weiter, dort, wo er abbrach. Doch
von den Söhnen

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Aus einer Sturmnacht IV.

In solchen Nächten, wie
vor vielen Tagen, fangen die Herzen in
den Sarkophagen vergangner Fürsten
wieder an zu gehn; und so gewaltig
drängt ihr Wiederschlagen gegen die
Kapsel

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In tiefen Nächten grab ich dich, du Schatz

In tiefen Nächten grab
ich dich, du Schatz. Denn alle
Überflüsse, die ich sah, sind Armut
und armsäliger Ersatz für deine
Schönheit, die noch nie
geschah. Aber der Weg

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Irgendwo muß es Paläste geben

Irgendwo muß es Paläste
geben, drin die Fenster von Staub
verschnein; in der Säle hallende
Reihn tauchen tote Tage
hinein: Gestalten wallen, es warnt der
Schrein; und kein

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Östliches Taglied

Ist dieses Bette nicht
wie eine Küste, ein Küstenstreifen
nur, darauf wir liegen? Nichts ist
gewiß als deine hohen Brüste, die
mein Gefühl in Schwindeln
überstiegen. De

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Östliches Taglied

Ist dieses Bette nicht
wie eine Küste, ein Küstenstreifen
nur, darauf wir liegen? Nichts ist
gewiß als deine hohen Brüste, die mein
Gefühl in Schwindeln
überstiegen. Denn di

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Ist ein Schloss...

Ist ein Schloss. Das
vergehende Wappen über dem Tor.
Wipfel wachsen wie flehende Hände
höher davor. In das langsam
versinkende Fenster stieg eine
blinkende

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Das VI. Sonett

Ist er ein Hiesiger?
Nein, aus beiden Reichen erwuchs seine
weite Natur. Kundiger böge die Zweige
der Weiden, wer die Wurzeln der Weiden
erfuhr. Geht ihr zu Bette, so lasst

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Die Liebende (2)

Ja ich sehne mich nach
dir. Ich gleite mich verlierend selbst
mir aus der Hand, ohne Hoffnung, daß
ich Das bestreite, was zu mir kommt wie
aus deiner Seite ernst und unbeirrt und
unverw

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Ja, früher, wenn ich an dich dachte

Ja, früher, wenn ich an
dich dachte, wie Wunder wars: ein Mai
erwachte um dich im Aureolenglanz, und
meine Sehnsucht träumte sachte um
deine Stirne einen Kranz. Jetz

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Die Flamingos

Jardin des Plantes, Paris
In Spiegelbildern wie von Fragonard
ist doch von ihrem Weiß und ihrer
Röte nicht mehr gegeben, als dir
einer böte, wenn er von seiner
Freundi

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Die Flamingos

Jardin des plantes,
Paris In Spiegelbildern wie von
Fragonard ist doch von ihrem Weiß und
ihrer Röte nicht mehr gegeben, als dir
einer böte, wenn er von seiner Freundin

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Das Karussell

Jardin du
Luxembourg Mit einem Dach und seinem
Schatten dreht sich eine kleine Weile
der Bestand von bunten Pferden, alle
aus dem Land, das lange zögert, eh es
untergeht.

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Das Karussell

Jardin du Luxembourg Mit
einem Dach und seinem Schatten
dreht sich eine kleine Weile der
Bestand von bunten Pferden, alle aus dem
Land, das lange zögert, eh es
untergeht.

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Duineser Elegien 2

Jeder Engel ist
schrecklich. Und dennoch, weh
mir, ansing ich euch, fast tödliche
Vögel der Seele, wissend um euch. Wohin
sind die Tage Tobiae, da der
Strahlendsten einer stand an der
einfac

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Delphine

Jene Wirklichen, die
ihrem Gleichen überall zu wachsen und
zu wohnen gaben, fühlten an
verwandten Zeichen Gleiche in den
aufgelösten Reichen, die der Gott,
mit triefenden Trit

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Jetzt reifen schon die roten Berberitzen

Jetzt reifen schon die
roten Berberitzen, alternde Astern
atmen schwach im Beet. Wer jetzt nicht
reich ist, da der Sommer geht, wird
immer warten und sich nie
besitzen. Wer j

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Jetzt sind sie alle schon selber Frauen...

Jetzt sind sie alle schon
selber Frauen. Haben Kinder und
Träume verloren, und Kinder geboren
und Kinder geboren, und sie wissen:
in diesen Toren werden wir alle in
Gram

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Der Novembertag

Kalter Herbst vermag den
Tag zu knebeln, seine tausend
Jubelstimmen schweigen; hoch vom
Domturm wimmern gar so
eigen Sterbeglocken in
Novembernebeln. Auf den nassen
Dächern

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Kann mir einer sagen...

Kann mir einer sagen,
wohin ich mit meinem Leben reiche?
Ob ich nicht auch noch im Sturme
streiche und als Welle wohne im
Teiche, und ob ich nicht selbst noch
die blasse, bleiche

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Kannst du die alten Lieder noch spielen

Kannst du die alten
Lieder noch spielen? Spiele, Liebling.
Sie wehn durch mein Weh wie die Schiffe
mit silbernen Kielen, die nach
heimlichen Inselzielen treiben im
leisen Abendsee.

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Klage um Antinous

Keiner begriff mir von
euch den bithynischen Knaben (daß ihr
den Strom anfaßtet und von ihm
hübt...). Ich verwohnte ihn zwar. Und
dennoch wir haben ihn nur mit Schwere
erfüllt und f

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Der Tod Mosis

Keiner, der finstere nur
gefallene Engel wollte; nahm Waffen,
trat tödlich den Gebotenen an. Aber
schon wieder klirrte er hin
rückwärts, aufwärts, schrie in die
Himmel: Ich k

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Aus dem dreißigjährigen Kriege

Kohlenskizze in Callots
Manier 1. Krieg Finster ist die
Welt geworden, - darum Dörfer rasch
entloht! und die Welt ist grau; - drum
rot färbt sie durch das Mo

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Komm ich heimwärts oft von weiten Wegen

Komm ich heimwärts oft
von weiten Wegen, bin ich leise und
mein Aug ist klar. Dann ersehn ich
blondes Kinderhaar, leise meine Hände
hinzulegen. Und ein Wort, an das nur
Kin

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komm wann du sollst

komm wann du sollst. Dies
alles wird durch mich hindurchgegangen
sein zu deinem Atem. Ich habs, um
deinetwillen, namenlos lang angesehen
mit dem Blick der Armut und so geliebt
al

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Der kleine Dráteník

Kommt so ein Bursche, ein
junger, Mausfallen, Siebe am
Rücken, folgt mir durch Gassen und
Brücken: «Herr, ich hab `türkischen
Hunger`. Nur einen Krajcar, nur
einen

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Karl der Zwölfte von Schweden reitet in der Ukrai

Könige in Legenden
sind wie Berge im Abend. Blenden
jeden, zu dem sie sich wenden. Die
Gurte! um ihre Lenden und die
lastenden Mantelenden sind Länder und
Leben wert.

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Königinnen seid ihr und reich...

Königinnen seid ihr und
reich. Um die Lieder noch reicher
als blühende Bäume. Nicht wahr,
der Fremdling ist bleich? Aber noch
viel, viel bleicher sind seine
Li

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Königinnen seid ihr und reich

Königinnen seid ihr und
reich. Um die Lieder noch reicher als
blühende Bäume. Nicht wahr, der
Fremdling ist bleich? Aber noch viel,
viel bleicher sind seine
Lieblingsträ

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Der Junggeselle

Lampe auf den verlassenen
Papieren, und ringsum Nacht bis weit
hinein ins Holz der Schränke. Und er
konnte sich verlieren an sein
Geschlecht, das nun mit ihm zerschmolz;
ihm sch

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Das Bett

Laß sie meinen, daß
sich in privater Wehmut löst, was
einer dort bestritt. Nirgend sonst als
da ist ein Theater; reiß den hohen
Vorhang fort -: da tritt vor den
Chor

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Die Heiligen drei Könige.

Legende Einst als am
Saum der Wüsten sich auftat die Hand
des Herrn wie eine Frucht, die
sommerlich verkündet ihren Kern, da
war ein Wunder: Fern erkann

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Lehnen im Abendgarten beide

Lehnen im Abendgarten
beide, lauschen lange nach
irgendwo. `Du hast Hände wie weiße
Seide ...` Und da staunt sie: `Du sagst
das so ...` Etwas ist in den Garten
getreten,

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Lehnen im Abendgarten beide...

Lehnen im Abendgarten
beide, lauschen lange nach irgendwo. `Du
hast Hände wie weiße Seide...` Und da
staunt sie: `Du sagst das so...` Etwas
ist in den Garten getreten. und

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Leise ruft der Buchenwald

Leise ruft der
Buchenwald. Winkt mit seinen jungen
Zweigen weit hinaus ins
Wiesenschweigen. Kommt mein blonder
Liebling bald mir die tiefen Wege
zeigen, wo die Lichter

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Leise weht ein erstes Blühn

Leise weht ein erstes
Blühn von den Lindenbäumen, und, in
meinen Träumen kühn, seh ich dich im
Laubengrün hold im ersten
Muttermühn Kinderhemdchen
säumen.

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Kreuzigung

Längst geübt, zum
kahlen Galgenplatze irgend ein
Gesindel hinzudrängen, ließen sich
die schweren Knechte hängen, dann und
wann nur eine große Fratze kehrend
nach de

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Mach mich zum Wächter deiner Weiten

Mach mich zum Wächter
deiner Weiten, mach mich zum Horchenden
am Stein, gib mir die Augen
auszubreiten auf deiner Meere
Einsamsein; laß mich der Flüsse Gang
begleiten aus d

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Manchmal fühlt sie: Das Leben ist groß

Manchmal fühlt sie: Das
Leben ist groß, wilder, wie Ströme,
die schäumen, wilder, wie Sturm in den
Bäumen. Und leise läßt sie die
Stunden los und schenkt ihre Seele den
Träum

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Manchmal fühlt sie

Manchmal fühlt sie: Das
Leben ist groß, wilder, wie Ströme,
die schäumen, wilder, wie Sturm in den
Bäumen. Und ]eise läßt sie die
Stunden los und schenkt ihre Seele den
Träumen.

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Manchmal geschieht es in tiefer Nacht...

Manchmal geschieht es in
tiefer Nacht, dass der Wind wie ein
Kind erwacht, und er kommt die Alleen
allein leise, leise ins Dorf herein.
Und er tastet bis an den Teich,

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Manchmal noch empfind ich

Manchmal noch empfind ich
völlig jenen Kinder-Jubel, ihn: da
ein Laufen von den Hügellehnen schon
wie Neigung schien. Da Geliebt-Sein
noch nicht band und mühte, und

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Manchmal steht einer auf beim Abendbrot

Manchmal steht einer auf
beim Abendbrot und geht hinaus und geht
und geht und geht, - weil eine Kirche
wo im Osten steht. Und seine Kinder
segnen ihn wie tot. Und ein

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Maria, du weinst...

Maria, du weinst, - ich
weiß. Und da möcht ich weinen zu
deinem Preis. Mit der Stirne auf
Steinen weinen... Deine Hände
sind heiß; könnt ich

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Martyrinnen.

Martyrin ist sie. Und als
harten Falls mit einem Ruck das Beil
durch ihre kurze Jugend ging, da legte
sich der feine rote Ring um ihren
Hals, und war der erste Schmuck,
d

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Mein Leben hat das gleiche Kleid und Haar

Mein Leben hat das
gleiche Kleid und Haar wie aller alten
Zaren Sterbestunde. Die Macht
entfremdete nur meinem Munde, doch
meine Reiche, die ich schweigend
runde, versammeln

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Mein Leben ist

Mein Leben ist nicht
diese steile Stunde, darin du mich so
eilen siehst. Ich bin ein Baum vor
meinem Hintergrunde, ich bin nur einer
meiner vielen Munde und jener, welcher
sich am fr

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Mein Ruder sang

Mein Ruder sang: Poppé,
fahr zu! Ein Volk von Sklaven drängt
sich im Hafen um nüchterne Feste, und
die Paläste können nicht
schlafen. Poppé, fahr zu!

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Der Sohn.

Mein Vater war ein
verbannter König von überm Meer.
Ihm kam einmal ein Gesandter: sein
Mantel war ein Panther, und sein
Schwert war schwer. Mein Vater war
wie i

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Meine frühverliehnen Lieder

Meine frühverliehnen
Lieder oft in der Ruh überrankter
Ruinen sang ich dem Abend sie zu.
Hätte sie gerne zu Ronden
aneinandergereiht, einer
erwachsenen

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Das Lied des Zwerges.

Meine Seele ist
vielleicht grad und gut; aber mein
Herz, mein verbogenes Blut, alles das,
was mir wehe tut, kann sie nicht
aufrecht tragen. Sie hat keinen
Garten, sie hat kein Be

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Am Rande der Nacht.

Meine Stube und diese
Weite, wach über nachbetendem Land, -
ist Eines. Ich bin eine Saite, über
rauschende breite Resonanzen gespannt.
Die Dinge sind Geigenleib

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Mir ist oft, daß ich fragen müßt

Mir ist oft, daß ich
fragen müßt: Du, Mutter, was hast du
gesungen, eh deinem blassen, blonden
Jungen der Schlaf die Wangen warm
geküßt? Hattest du damals sehr viel
Gram

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Mir ist, als ob ich alles Licht verlöre

Mir ist, als ob ich alles
Licht verlöre. Der Abend naht und
heimlich wird das Haus; ich breite
einsam beide Arme aus, und keiner sagt
mir, wo ich hingehöre. Wozu hab ich
am

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Mir ist: ich muß dir den Brautnachtstrauß

Mir ist: ich muß dir den
Brautnachtstrauß weit aus dem Abend
bringen. Ich geh in die goldene Stunde
hinaus, und die Fenster leuchten am
letzten Haus, drin spielende Kinder
singen.

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Mir war so weh. Ich sah dich blaß und bang

Mir war so weh. Ich sah
dich blaß und bang. Das war im Traum.
Und deine Seele klang. Ganz leise
tönte meine Seele mit, und beide
Seelen sangen sich: Ich litt. Da
wu

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Mir wird mein helles Haar zur Last

Mir wird mein helles Haar
zur Last, als wäre darin verwühlt
ein dunkler Limonenast, der schon in
seinem Blühn verblasst und schwerer
wird, weil er schon fast erfüllt

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Mit einem Ast

Mit einem Ast, der jenem
niemals glich, wird Gott, der Baum,
auch einmal sommerlich verkündend
werden und aus Reife rauschen; in einem
Lande, wo die Menschen lauschen, wo
jeder ähn

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Der Engel

Mit einem Neigen seiner
Stirne weist er weit von sich was
einschränkt und verpflichtet; denn
durch sein Herz geht riesig
aufgerichtet das ewig Kommende das
kreist. Die tiefen Him

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Buddha in der Glorie

Mitte aller Mitten, Kern
der Kerne, Mandel, die sich
einschließt und versüßt, - dieses
Alles bis an alle Sterne ist dein
Fruchtfleisch: Sei gegrüßt. Sieh,
du fühlst

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An die Musik

Musik: Atem der Statuen.
Vielleicht: Stille der Bilder. Du
Sprache wo Sprachen enden. Du
Zeit, die senkrecht steht auf der
Richtung vergehender Herzen. Gefühle
zu wem? O du

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Das Volkslied

Nach einer Kartonskizze
des Herrn Liebscher Es legt dem
Burschen auf die Stirne die Hand der
Genius so lind, daß mit des Liedes
Silberzwirne er seiner Liebsten Herz
umspinnt

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Auswanderer-Schiff

Neapel Denk daß
einer heiß und glühend flüchte, und
die Sieger wären hinterher, und auf
einmal machte der Flüchtende kurz,
unerwartet, Kehr gegen Hunderte
-

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Vor-Ostern

Neapel Morgen wird in
diesen tiefgekerbten Gassen, die sich
durch getürmtes Wohnen unten dunkel
nach dem Hafen drängen, hell das Gold
der Prozessionen rollen; s

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Der Balkon

Neapel Von der Enge,
oben, des Balkones angeordnet wie von
einem Maler und gebunden wie zu einem
Strauß alternder Gesichter und
ovaler, klar im Abend, sehn sie
i

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Die Versuchung

Nein, es half nicht, daß
er sich die scharfen Stacheln einhieb
in das geile Fleisch; alle seine
trächtigen Sinne warfen unter
kreißendem Gekreisch Frühgeburten
schief

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Nennt ihr das Seele, was so zage zirpt

Nennt ihr das Seele, was
so zage zirpt in euch? Was, wie der
Klang der Narrenschellen, um Beifall
bettelt und um Würde wirbt, und
endlich arm ein armes Sterben stirbt im
Weihrauchab

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Mariae Verkündigung

Nicht daß ein Engel
eintrat (das erkenn), erschreckte sie.
Sowenig andre, wenn ein Sonnenstrahl
oder der Mond bei Nacht in ihrem
Zimmer sich zu schaffen macht,
auffahren -, pfle

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Gong

Nicht mehr für
Ohren...:Klang, der, wie ein tieferes
Ohr, uns, scheinbar Hörende, hört.
Umkehr der Räume. Entwurf innerer
Welten im Frein..., Tempel vor ihrer
Geburt,

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O Lacrimosa, II

Nichts als ein Atemzug
ist das Leere, und jenes grüne
Gefülltsein der schönen Bäume: ein
Atemzug! Wir, die Angeatmeten
noch, heute noch Angeatmeten,
zählen diese, der Erde, la

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Mariae Heimsuchung

Noch erging sie`s leicht
im Anbeginne, doch im Steigen manchmal
ward sie schon ihres wunderbaren
Leibes inne, - und dann stand sie,
atmend, auf den hohn Judenbergen.
Aber

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Noch fast gleichgültig...

Noch fast gleichgültig
ist dieses Mit-dir-sein... Doch über
ein Jahr schon, Erwachsenere, kann es
vielleicht dem Einen, der dich gewahrt,
unendlich bedeuten: Mit dir sein! Ist
Z

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Die Insel

Nordsee I Die
nächste Flut verwischt den Weg im
Watt, und alles wird auf allen Seiten
gleich; die kleine Insel aber draußen
hat die Augen zu; verwirrend kreist der
D

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Die Insel

Nordsee I Die nächste
Flut verwischt den Weg im Watt,und
alles wird auf allen Seiten gleich; die
kleine Insel aber draußen hat die Augen
zu; verwirrend kreist der

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Der Auszug des verlorenen Sohnes

Nun fortzugehn von alle
dem Verworrnen, das unser ist und uns
doch nicht gehört, das, wie das Wasser
in den alten Bornen, uns zitternd
spiegelt und das Bild zerstört; von
allem die

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Der Auszug des verlorenen Sohnes

Nun fortzugehn von alle
dem Verworrnen, das unser ist und uns
doch nicht gehört, das, wie das Wasser
in den alten Bornen, uns zitternd
spiegelt und das Bild zerstört; von
allem diesen,

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Winterliche Stanzen

Nun sollen wir versagte
Tage lange ertragen in des
Widerstandes Rinde; uns immer wehrend,
nimmer an der Wange das Tiefe fühlend
aufgetaner Winde. Die Nacht ist stark,
doch von s

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Winterliche Stanzen

Nun sollen wir versagte
Tage langeertragen in des Widerstandes
Rinde;uns immer wehrend, nimmer an der
Wangedas Tiefe fühlend aufgetaner
Winde.Die Nacht ist stark, doch von so
fernem Gan

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Das VIII. Sonett

Nur im Raum der Rühmung
darf die Klage gehn, die Nymphe des
geweinten Quells, wachend über unserm
Niederschlage, dass er klar sei an
demselben Fels, der die Tore trägt
und

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Das IX. Sonett

Nur wer die Leier schon
hob auch unter Schatten, darf das
unendliche Lob ahnend erstatten. Nur
wer mit Toten vom Mohn aß, von dem
ihren, wird nicht den leisest

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Duineser Elegien 4

O Bäume Lebens, o wann
winterlich? Wir sind nicht einig. Sind
nicht wie die Zug- vögel verständigt.
Überholt und spät, so drängen wir uns
plötzlich Winden auf und fallen ein auf
t

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Das IV. Sonett

O dieses ist das Tier,
das es nicht giebt. Sie wusstens nicht
und habens jeden Falls - sein Wandeln,
seine Haltung, seinen Hals, bis in des
stillen Blickes Licht -
geliebt. Z

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Eranna an Sappho

O du wilde weite
Werferin: Wie ein Speer bei andern
Dingen lag ich bei den Meinen. Dein
Erklingen warf mich weit. Ich weiß
nicht, wo ich bin. Mich kann keiner
wiederbringen.

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Das XXIII. Sonett

O erst dann, wenn der
Flug nicht mehr um seinetwillen wird
in die Himmelstillen steigen, sich
selber genug, um in lichten
Profilen, als das Gerät, das
gelang,

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Shawl, O Flucht aus

O Flucht aus uns und
Zu-Flucht in den Shawl, und, um die
stille Mitte, das Begehren, es möchte
noch einmal und noch einmal die
unerhörte Blume wiederkehren die
sich vol

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Das IV. Sonett

O ihr zärtlichen, tretet
zuweilen in den Atem, der euch nicht
meint, lasst ihn an eueren Wangen sich
teilen, hinter euch zittert er, wieder
vereint. O ihr Seligen, o ihr
Hei

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Liebesanfang

O Lächeln, erstes
Lächeln, unser Lächeln. Wie war das
Eines: Duft der Linden atmen,
Parkstille hören -, plötzlich in
einander aufschaun und staunen bis
heran ans Lächeln.

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Geburt Mariae

O was muß es die Engel
gekostet haben, nicht aufzusingen
plötzlich, wie man aufweint, da sie
doch wußten: in dieser Nacht wird dem
Knaben die Mutter geboren, dem Einen,
der bald ersch

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Opfer

O wie blüht mein Leib
aus jeder Ader duftender, seitdem ich
dich erkenn; sieh, ich gehe schlanker
und gerader, und du wartest nur-: wer
bist du denn? Sieh: ich fühle, wie ich
mi

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Klage.

O wie ist alles fern
und lange vergangen. Ich glaube, der
Stern, von welchem ich Glanz empfange,
ist seit Jahrtausenden tot. Ich
glaube, im Boot, das
vorüberfuhr

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Die große Nacht

Oft anstaunt ich dich,
stand an gestern begonnenem Fenster,
stand und staunte dich an. Noch war
mir die neue Stadt wie verwehrt, und
die unüberredete Landschaft finsterte
hin, als wäre

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Oft denk ich auf der Alltagsreise

Oft denk ich auf der
Alltagsreise der Nacht, und daß ein
Traum mir frommt, der mir mit Lippen,
kühl und leise, die schwüle Stirne
küssen kommt. Dann sehn ich mich,
die St

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Die Entführung

Oft war sie als Kind
ihren Dienerinnen entwichen, um die
Nacht und den Wind (weil sie drinnen
so anders sind) draußen zu sehn an
ihrem Beginnen; doch keine
Sturmnacht ha

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Oh wie fühl ich still zu dir hinüber

Oh wie fühl ich still zu
dir hinüber, oh wie gehen mir von
deinem Bild steigende Gefühle flutend
über. Ungeheuer ist mein Herz
gewillt. In dem Raume, den ich in mich
schaute

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Der Fremde

Ohne Sorgfalt, was die
Nächsten dächten, die er müde
nichtmehr fragen hieß, ging er wieder
fort; verlor, verließ -. Denn er hing
an solchen Reisenächten anders als

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Die Gruppe

Paris Als pflückte
einer rasch zu einem Strauß: ordnet
der Zufall hastig die Gesichter,
lockert sie auf und drückt sie wieder
dichter, ergreift zwei ferne, läßt
ein

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Der Blinde

Paris Sieh, er geht
und unterbricht die Stadt, die nicht
ist auf seiner dunkeln Stelle, wie ein
dunkler Sprung durch eine helle Tasse
geht. Und wie auf einem Blatt

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Tränen, Tränen, die aus mir brechen

Paris, Spätherbst
1913 Tränen, Tränen, die aus mir
brechen, Mein Tod, Mohr, Träger meines
Herzens, halte mich schräger, daß sie
abfließen. Ich will sprechen Sc

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Der Marmor-Karren

Paris Auf Pferde, sieben
ziehende, verteilt, verwandelt
Niebewegtes sich in Schritte; denn was
hochmütig in des Marmors Mitte an
Alter, Widerstand und All
verweilt,

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Pfauenfeder

Pfauenfeder: in deiner
Feinheit sondergleichen, wie liebte ich
dich schon als Kind. Ich hielt dich
für ein Liebeszeichen, das sich an
silberstillen Teichen in kühler Nacht
d

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Dame auf einem Balkon

Plötzlich tritt sie, in
den Wind gehüllt, licht in Lichtes,
wie herausgegriffen, wahrend jetzt die
Stube wie geschliffen hinter ihr die
Türe füllt dunkel wie der
Grun

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Purpurrote Rosen binden

Purpurrote Rosen
binden möcht ich mir für meinen
Tisch und, verloren unter
Linden, irgendwo ein Mädchen
finden, klug und blond und
träumerisch. Möchte seine
Händ

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Künstler-Los.

Rasch rollt das
Zelt! Komödianten, fahrende
Leute. Gestern ins Städtchen erst,
aber schon heute      
    Fort in die Welt! Flott
angespannt!

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Das VI. Sonett

Rose, du thronende, denen
im Altertume warst du ein Kelch mit
einfachem Rand. Uns aber bist du die
volle zahllose Blume, der
unerschöpfliche Gegenstand. In
deinem Reichtum s

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Duineser Elegien 8

Rudolf Kassner
zugeeignet Mit allen Augen sieht die
Kreatur das Offene. Nur unsre Augen
sind wie umgekehrt und ganz um sie
gestellt als Fallen, rings um ihren
freien Ausgang.

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Die Braut.

Ruf mich, Geliebter, ruf
mich laut! Laß deine Braut nicht so
lange am Fenster stehn. In den alten
Platanenalleen wacht der Abend nicht
mehr: sie sind leer. Und k

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Die Braut

Ruf mich, Geliebter, ruf
mich laut! Laß deine Braut nicht so
lange am Fenster stehn. In den alten
Platanenalleen wacht der Abend nicht
mehr: sie sind leer. Und kommst du
mi

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Das VII. Sonett

Rühmen, das ists! Ein
zum Rühmen Bestellter, ging er hervor
wie das Erz aus des Steins Schweigen.
Sein Herz, o vergängliche Kelter eines
den Menschen unendlichen
Weins. Ni

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Der Hraschin

Schau so gerne die
verwetterte Stirn der alten Hofburg
an; schon der Blick des Kindes
kletterte dort hinan. Und es
grüßen selbst die
eiligen Moldauwellen den Hradsch

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Schau, wie die Zypressen schwärzer werden...

Schau, wie die Zypressen
schwärzer werden in den
Wiesengründen, und auf wen in den
unbetretbaren Alleen die Gestalten mit
den Steingebärden weiterwarten, die
uns übersehn.

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Der Berg

Sechsunddreißig Mal und
hundert Mal hat der Maler jenen Berg
geschrieben, weggerissen, wieder
hingetrieben (sechsunddreißig Mal und
hundert Mal) zu dem unbegreiflichen

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Sei allem Abschied voran...

Sei allem Abschied voran,
als wäre er hinter dir, wie der Winter,
der eben geht. Denn unter Wintern ist
einer so endlos Winter, daß,
überwinternd, dein Herz überhaupt
übersteht.

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Seine Hände blieben wie blinde Vögel

Seine Hände blieben wie
blinde Vögel, die, um Sonne betrogen,
wenn die andern über die Wogen zu
den währenden Lenzen zogen, in der
leeren, entlaubten Linde wehren

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Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht

Seit mich mein Engel
nicht mehr bewacht, kann er frei seine
Flügel entfalten und die Stille der
Sterne durchspalten, - denn er muss
meiner einsamen Nacht nicht mehr
ängstlichen Hä

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Die Sonnenuhr

Selten reicht ein Schauer
feuchter Fäule aus dem Gartenschatten,
wo einander Tropfen fallen hören und
ein Wander- vogel lautet, zu der
Säule, die in Majoran und
Koriander steht

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Der Alchimist

Seltsam verlächelnd
schob der Laborant den Kolben fort,
der halbberuhigt rauchte. Er wußte
jetzt, was er noch brauchte, damit der
sehr erlauchte Gegenstand da drin
ents

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Senke dich, du langsame Serale...

Senke dich, du langsame
Serale, das aus feierlichen Fernen
fließt. Ich empfange dich, ich bin
die Schale, die dich fasst und hält
und nicht vergießt. Stille dich und
w

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Der letzte Graf von Brederode entzieht sich türki

Sie folgten furchtbar;
ihren bunten Tod von ferne nach ihm
werfend, während er verloren floh,
nichts weiter als: bedroht. Die Ferne
seiner Väter schien nicht mehr für
ihn

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Die Engel.

Sie haben alle müde
Münde und helle Seelen ohne Saum.
Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde)
geht ihnen manchmal durch den Traum.
Fast gleichen sie einander alle;

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Leichen-Wäsche

Sie hatten sich an ihn
gewöhnt. Doch als die Küchenlampe
kam und unruhig brannte im dunkeln
Luftzug, war der Unbekannte ganz
unbekannt. Sie wuschen seinen Hals,
und da

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Das Lied des Idioten.

Sie hindern mich nicht.
Sie lassen mich gehn. Sie sagen es
könne nichts geschehn. Wie gut. Es
kann nichts geschehn. Alles kommt und
kreist immerfort um den heiligen
Geist,

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Absaloms Abfall

SIE hoben sie mit
Geblitz: der Sturm aus den Hörnern
schwellte seidene,
breitgewellte Fahnen. Der herrlich
Erhellte nahm im hochoffenen
Zelte, das jauchzendes Volk
umstellte,

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Magnifikat

Sie kam den Hang herauf,
schon schwer, fast ohne an Trost zu
glauben, Hoffnung oder Rat; doch da
die hohe tragende Matrone ihr ernst
und stolz entgegentrat und alles
wu

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Magnificat

Sie kam den Hang herauf,
schon schwer, fast ohne an Trost zu
glauben, Hoffnung oder Rat; doch da
die hohe tragende Matrone ihr ernst
und stolz entgegentrat und alles
wuß

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Abisag

Sie lag. Und ihre
Kinderarme waren von Dienern um den
Welkenden gebunden, auf dem sie lag die
süßen langen Stunden, ein wenig bang
vor seinen vielen Jahren. Und
manchmal wa

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Der Wahnsinn.

Sie muß immer sinnen:
Ich bin... ich bin... Wer bist du
denn, Marie? Eine Königin, eine
Königin! In die Kniee vor mir, in die
Knie! Sie muß immer weinen: Ich
war... i

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Die Erblindende

Sie saß so wie die
anderen beim Tee. Mir war zuerst, als
ob sie ihre Tasse ein wenig anders als
die andern fasse. Sie lächelte einmal.
Es tat fast weh. Und als man
schließlich sic

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Die Erblindende

Sie saß so wie die
anderen beim Tee. Mir war zuerst, als ob
sie ihre Tasse ein wenig anders als die
andern fasse. Sie lächelte einmal. Es
tat fast weh. Und als man schließlich

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Das Abendmahl.

Sie sind versammelt,
staunende Verstörte, um ihn, der wie
ein Weiser sich beschließt und der
sich fortnimmt denen er gehörte und
der an ihnen fremd vorüberfließt.
Die alte E

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Die Waise

Sie trollten sich. Es war
ein schlecht Begängnis,- die letzte
Klasse. Keine Glocke klang. Die Kleine
sann: Lang war die Mutter krank, durch
Jahre war die Stube ihr Gefängnis. Sie
s

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Sie war

Sie war: Ein
unerwünschtes Kind, verstoßen auch
aus der Mutter Nachtgebet, und ewig
fern von jenem Großen, das gebend
durch die Zeiten geht. Sie wünschte
w

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Das Lied des Aussätzigen.

Sieh ich bin einer, den
alles verlassen hat. Keiner weiß in
der Stadt von mir, Aussatz hat mich
befallen. Und ich schlage mein
Klapperwerk, klopfe mein trauriges
Augenmerk

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Gesang der Frauen an den Dichter

Sieh, wie sich alles
auftut: so sind wir; denn wir sind
nichts als solche Seligkeit. Was Blut
und Dunkel war in einem Tier, das wuchs
in uns zur Seele an und schreit als
Seel

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Gesang der Frauen an den Dichter

Sieh, wie sich alles
auftut: so sind wir; denn wir sind
nichts als solche Seligkeit. Was Blut
und Dunkel war in einem Tier, das wuchs
in uns zur Seele an und schreit als
Seele wei

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Die Schwestern

Sieh, wie sie dieselben
Möglichkeiten anders an sich tragen und
verstehn, so als sähe man verschiedne
Zeiten durch zwei gleiche Zimmer
gehn. Jede meint die andere zu
stützen,

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Die Liebenden

Sieh, wie sie zueinander
erwachsen:in ihren Adern wird alles
Geist.Ihre Gestalten beben wie Achsen,um
die es heiß und hinreißend
kreist.Dürstende, und sie bekommen zu
trinken,Wa

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Die Hand

Siehe die kleine Meise,
hereinverirrte ins Zimmer: zwanzig
Herzschläge lang lag sie [in] einer
Hand. Menschenhand. Einer zu schützen
entschlossenen. Unbesitzend
beschü

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Siehe, ich wußte es sind

Siehe, ich wußte es
sind solche, die nie den gemeinsamen
Gang lernten zwischen den
Menschen; sondern der Aufgang in
plötzlich entatmete Himmel war ihr
Erstes. Der Flug durc

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Der Käferstein

Sind nicht Sterne fast in
deiner Nähe und was giebt es, das du
nicht umspannst, da du dieser harten
Skarabäe Karneolkern gar nicht fassen
kannst ohne jenen Raum, der
ih

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So angestrengt wider die starke Nacht...

So angestrengt wider die
starke Nacht werfen sie ihre Stimmen
ins Gelächter, das schlecht
verbrennt. O aufgelehnte Welt voll
Weigerung. Und atmet doch den Raum, in
dem die Stern

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Das Jüngste Gericht

So erschrocken, wie sie
nie erschraken, ohne Ordnung, oft
durchlocht und locker, hocken sie in
dem geborstnen Ocker ihres Ackers,
nicht von ihren Laken abzubringen,
die s

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So ist mein Tagwerk

So ist mein Tagwerk,
über dem mein Schatten liegt wie eine
Schale. Und bin ich auch wie Laub und
Lehm, sooft ich bete oder male ist
Sonntag, und ich bin im Tale ein
jubelndes

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Vom Abschiednehmen

So lass uns Abschied nehmen wie zwei Sterne,
durch jenes Übermaß von Nacht getrennt,
das eine Nähe ist, die sich an Ferne
erprobt und an dem Fernsten sich erkennt.
So milde wie Erinnerung

So milde wie
Erinnerung duften im Zimmer die
Mimosen. Doch unser Glaube steht in
Rosen, und unser großes Glück ist
jung. Sind wir denn schon vom Glück
umglänzt? Ne

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Pietá

So seh ich, Jesus, deine
Füße wieder, die damals eines
Jünglings Füße waren, da ich sie
bang entkleidete und wusch; wie standen
sie verwirrt in meinen Haaren und wie
ein weißes

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Blaue Hortensie

So wie das letzte Grün
in Farbentiegeln sind diese Blätter,
trocken, stumpf und rauh, hinter den
Blütendolden, die ein Blau nicht auf
sich tragen, nur von ferne
spiegeln.

... weiterlesen


Blaue Hortensie

So wie das letzte Grün
in Farbentiegeln sind diese Blätter,
trocken, stumpf und rauh, hinter den
Blütendolden, die ein Blau nicht auf
sich tragen, nur von ferne
spiegeln. Sie s

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Das II. Sonett

So wie dem Meister
manchmal das eilig nähere Blatt den
wirklichen Strich abnimmt: so nehmen
oft Spiegel das heilig einzige Lächeln
der Mädchen in sich, wenn sie den
Morgen

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Ein Frauenschicksal

So wie der König auf der
Jagd ein Glas ergreift, daraus zu
trinken, irgendeines, - und wie hernach
der welcher es besaß es fortstellt und
verwahrt als wär es keines: so hob
vie

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Fremde Familie

So wie der Staub, der
irgendwie beginnt und nirgends ist, zu
unerklärtem Zwecke an einem leeren
Morgen in der Ecke in die man sieht,
ganz rasch zu Grau gerinnt, so
bildeten sie

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Josuas Landtag

So wie der Strom am
Ausgang seine Dämme durchbricht mit
seiner Mündung Übermaß, so brach nun
durch die Ältesten der Stämme zum
letztenmal die Stimme Josuas. Wie
waren d

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Josuas Landtag

So wie der Strom am
Ausgang seine Dämme durchbricht mit
seiner Mündung Übermaß, so brach nun
durch die Ältesten der Stämme zum
letztenmal die Stimme Josuas. Wie waren
die ge

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Selbstgeworfnes

Solang du Selbstgeworfnes
fängst, ist alles Geschicklichkeit und
läßlicher Gewinn -; erst wenn du
plötzlich Fänger wirst des Balles, den
eine ewige Mitspielerin dir zuwarf,
deiner M

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Das XXIV. Sonett

Sollen wir unsere uralte
Freundschaft, die großen niemals
werbenden Götter, weil sie der
harte Stahl, den wir streng erzogen,
nicht kennt, verstoßen oder sie
plötzlich suchen auf einer

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Aus der Kinderzeit

Sommertage auf der
`Golka` ... Ich, ein Kind noch. - Leise
her, aus dem Gasthaus klingt die
Polka, und die Luft ist
sonnenschwer. Sonntag ists. - Es
liest Helene lieb

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Sonne verlodert am Himmelsrain

Sonne verlodert am
Himmelsrain. Durch ernteverarmte
Krumen waten die Weiber feldein. An
den verschimmernden Schienenreihn beim
Bahnhüterhäuschen,
sommerallein, sinnen Sonnen

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Das III. Sonett

Spiegel noch nie hat man
wissend beschrieben, was ihr in euerem
Wesen seid. Ihr, wie mit lauter
Löchern von Sieben erfüllten
Zwischenräume der Zeit. Ihr, noch
des leeren S

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Englar im Epplan

Später Weg. Die Hütten
kauern, und das dumpfe Dorf schläft
ein. Ernste Türme seh ich
dauern, weit aus weißen
Blütenschauern wächst ihr
Weltverlorensein. Abendbr

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Adam

Staunend steht er an der
Kathedrale steilem Aufstieg, nah der
Fensterrose, wie erschreckt von der
Apotheose, welche wuchs und ihn mit
einem Male niederstellte über die
u

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Das XI. Sonett

Steh den Himmel. Heißt
kein Sternbild »Reiter«? Denn dies
ist uns seltsam eingeprägt: dieser
Stolz aus Erde. Und ein Zweiter, der
ihn treibt und hält und den er
tragt. I

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Im Kreuzgang von Loretto

Still ist es in dem
Kreuzgang, in dem alten, wo über
krausen
Säulenarabesken herniederschaun aus
halbverwischten Fresken geheimnisvolle
Heiligengestalten. Wo eine
Wachsmado

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Maitag

Still! - Ich hör, wie an
Geländen leicht der Wind
vorüberhüpft, wie die Sonne
Strahlenenden an Syringendolden
knüpft. Stille rings. Nur ein
geblähter Frosch häl

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Konstanz

Tag ist so
todesweh. Müd gießt er aus goldenen
Kelchen Wein in den
Bergesschnee. Hoch schüchtert, scheu
wie ein Reh, ein Stern überm
Uferschleh, und ziere, zittern

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Der Turm

Tour St.-Nicolas,
Furnes Erd-Inneres. Als wäre dort,
wohin du blindlings steigst, erst
Erdenoberfläche, zu der du steigst im
schrägen Bett der Bäche, die langsam
aus dem suche

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Die Darstellung Mariae im Tempel

Um zu begreifen, wie sie
damals war, mußt du dich erst an eine
Stelle rufen, wo Säulen in dir
wirken; wo du Stufen nachfühlen
kannst; wo Bogen voll Gefahr den
Abgrund eines Ra

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Argwohn Josephs

Und der Engel sprach und
gab sich Müh an dem Mann, der seine
Fäuste ballte: Aber siehst du nicht
an jeder Falte, daß sie kühl ist wie
die Gottesfrüh. Doch der andre

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Und dieser Frühling macht dich bleicher

Und dieser Frühling
macht dich bleicher, in weite Wiesen
will dein Fuß, dein Lied wird leis,
dein Wort wird weicher, und deine
Hände werden reicher mit jedem Wink,
mit jedem Gruß

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Und du warst schön. In deinem Auge schien

Und du warst schön. In
deinem Auge schien sich Nacht und Sonne
sieghaft zu versöhnen. Und Hoheit
hüllte wie ein Hermelin dich ein: So
kam dich meine Liebe krönen. Und meine
näch

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In der Dämmerung

Und einmal lös ich in
der Dämmerung der Pinien von Schulter
und vom Schoß mein dunkles Kleid wie
eine Lüge los und tauche in die Sonne
bleich und bloß und zeige meinem
Meere: ic

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Das II. Sonett

Und fast ein Mädchen
wars und ging hervor aus diesem einigen
Glück von Sang und Leier und glänzte
klar durch ihre Frühlingsschleier und
machte sich ein Bett in meinem
Ohr.

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Den Königen sei Grausamkeit

Und Gott befiehlt mir,
dass ich schriebe: Den Königen sei
Grausamkeit. Sie ist der Engel vor der
Liebe, und ohne diesen Bogen
bliebe mir keine Brücke in die
Zeit.

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Abendschweigen

Und ich ahne: in dem
Abendschweigen ist ein einstiger
Opferbrauch; tiefer atmend hebt sich
jeder Hauch: ein Erfüllen will sich
niederneigen zu dem schwarzen
hingekni

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Und reden sie dir jetzt von Schande

Und reden sie dir jetzt
von Schande, da Schmerz und Sorge dich
durchirrt, - o, lächle, Weib! Du
stehst am Rande des Wunders, das dich
weihen wird. Fühlst du in dir das
sche

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Gott im Mittelalter

Und sie hatten Ihn in
sich erspart und sie wollten, daß er
sei und richte, und sie hängten
schließlich wie Gewichte (zu verhindern
seine Himmelfahrt) an ihn ihrer großen
Kathe

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Sappho an Alkaïos (Fragment)

Und was hättest du mir
denn zu sagen, und was gehst du meine
Seele an, wenn sich deine Augen
niederschlagen vor dem nahen
Nichtgesagten? Mann, sieh, uns hat
das Sagen dieser

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Fortschritt.

Und wieder rauscht mein
tiefes Leben lauter, als ob es jetzt
in breitern Ufern ginge. Immer
verwandter werden mir die Dinge und
alle Bilder immer angeschauter. Dem
Namenlosen fü

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Sappho an Eranna

Unruh will ich über dich
bringen, schwingen will ich dich,
umrankter Stab. Wie das Sterben will ich
dich durchdringen und dich weitergeben
wie das Grab an das Alles: allen diesen
Dingen

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Unsere Träume sind Marmorhermen

Unsere Träume sind
Marmorhermen, die wir in unsere Tempel
stellen, und sie mit unseren Kränzen
erhellen und sie mit unseren Wünschen
erwärmen. Unsere Worte sind goldene
Büste

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Das Kind

Unwillkürlich sehn sie
seinem Spiel lange zu; zuweilen tritt
das runde seiende Gesicht aus dem
Profil, klar und ganz wie eine volle
Stunde, welche anhebt und zu Ende
sch

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Die Kurtisane

Venedigs Sonne wird in
meinem Haar ein Gold bereiten: aller
Alchemie erlauchten Ausgang. Meine
Brauen, die den Brücken gleichen,
siehst du sie hinführen ob der
lautlosen Gefahr

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Die Treppe der Orangerie

Versailles Wie Könige
die schließlich nur noch schreiten fast
ohne Ziel, nur um von Zeit zu Zeit sich
den Verneigenden auf beiden Seiten zu
zeigen in des Mantels Einsamkeit
-:

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An Hölderlin

Verweilung, auch am
Vertrautesten nicht, ist uns gegeben;
aus den erfüllten Bildern stürzt der
Geist zu plötzlich zu füllenden; Seeen
sind erst im Ewigen. Hier ist Fallen
das

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Das XIII. Sonett

Voller Apfel, Birne und
Banane, Stachelbeere... Alles dieses
spricht Tod und Leben in den Mund...
Ich ahne... Lest es einem Kind vom
Angesicht, wenn es sie erschmeckt.
Dies k

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Das Heimatlied

Vom Feld klingt ernste
Weise; weiß nicht, wie mir geschieht
... `Komm her, du
Tschechenmädchen, sing mir ein
Heimatlied.` - Das Mädchen läßt
die Sichel, ist hier

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Am Strande

Vorüber die Flut. Noch
braust es fern. Wild Wasser und
oben Stern an Stern. Wer sah es
wohl, O selig Land, Wie dich die
Welle Überwand.

... weiterlesen


Am Strande

Vorüber die Flut. Noch
braust es fern. Wild Wasser und
oben Stern an Stern. Wer sah es wohl, O
selig Land, Wie dich die
Welle Überwand. Noch braus

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Der Stylit

Völker schlugen über
ihm zusammen, die er küren durfte und
verdammen; und erratend, daß er sich
verlor, klomm er aus dem Volksgeruch
mit klammen Händen einen
Säulenschaft e

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Das XIX. Sonett

Wandelt sich rasch auch
die Welt wie Wolkengestalten, alles
Vollendete fällt heim zum
Uralten. Über dem Wandel und
Gang, weiter und freier, währt noch
dein V

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Wandelt sich rasch auch die Welt

Wandelt sich rasch auch
die Welt wie Wolkengestalten, alles
Vollendete fällt heim zum
Uralten. Über dem Wandel und
Gang, weiter und freier, währt noch
dein Vor-Gesa

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Die Anfahrt

War in des Wagens Wendung
dieser Schwung? War er im Blick, mit
dem man die barocken Engelfiguren, die
bei blauen Glocken im Felde standen
voll Erinnerung, annahm und
hiel

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Die Anfahrt

War in des Wagens Wendung
dieser Schwung? War er im Blick, mit
dem man die barocken Engelfiguren, die
bei blauen Glocken im Felde standen
voll Erinnerung, annahm und hielt
und

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Warst du ein Kind in froher Schar

Warst du ein Kind in
froher Schar, dann kannst dus freilich
nicht erfassen, wie es mir kam, den Tag
zu hassen als ewig feindliche
Gefahr. Ich war so fremd und so
verlassen, da

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Der Goldschmied

Warte! Langsam! droh ich
jedem Ringe und vertröste jedes
Kettenglied: später, draußen, kommt
das, was geschieht. Dinge, sag ich,
Dinge, Dinge, Dinge! wenn ich schmiede;
vor dem Sc

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Damen-Bildnis aus den Achtziger-Jahren

Wartend stand sie an den
schwergerafften dunklen
Atlasdraperien, die ein Aufwand
falscher Leidenschaften über ihr zu
ballen schien; seit den noch so
nahen Mädchenjahren

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Das XV. Sonett

Wartet..., das
schmeckt... Schon ists auf der
Flucht .... Wenig Musik nur, ein
Stampfen, ein Summen -: Mädchen, ihr
warmen, Mädchen, ihr stummen, tanzt
den Geschmack der erfahrenen
Frucht

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Duineser Elegien 9

Warum, wenn es angeht,
also die Frist des Daseins hinzubringen,
als Lorbeer, ein wenig dunkler als
alles andere Grün, mit kleinen Wellen
an jedem Blattrand (wie eines Windes
Lächeln) -: waru

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Römische Sarkophage

Was aber hindert uns zu
glauben, daß (so wie wir hingestellt
sind und verteilt) nicht eine kleine
Zeit nur Drang und Haß und dies
Verwirrende in uns verweilt, wie einst
in dem v

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Was hilft es denn, daß ich dir aufbewahre

Was hilft es denn, daß
ich dir aufbewahre aus meinem Wandern
manches Wunderbare, das ich empfing,
und das mir fremd entglitt - ich will
nicht, daß ich Rosen für dich
spare, ich wi

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Was irren meine Hände

Was irren meine Hände in
den Pinseln? Wenn ich dich male, Gott,
du merkst es kaum. Ich fühle dich.
An meiner Sinne Saum beginnst du
zögernd, wie mit vielen Inseln, und
dei

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Was reißt ihr aus meinen blassen, blauen

Was reißt ihr aus meinen
blassen, blauen Stunden mich in der
wirbelnden Kreise wirres
Geflimmer? Ich mag nicht mehr euren
Wahnsinn schauen. Ich will wie ein Kind
im Krankenzimmer

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Was wirst du tun, Gott, wenn ich sterbe?

Was wirst du tun, Gott,
wenn ich sterbe? Ich bin dein Krug
(wenn ich zerscherbe?) Ich bin dein
Trank (wenn ich verderbe?) Bin dein
Gewand und dein Gewerbe, mit mir
verlierst

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Bei Nacht

Weit über Prag ist
riesengroß der Kelch der Nacht schon
aufgegangen; der Sonnenfalter barg sein
Prangen in ihrem kühlen
Blütenschoß. Hoch grinst der Mond,
der schlaue Gn

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Die Greisin

Weiße Freundinnen mitten
im Heute lachen und horchen und planen
für morgen; abseits erwägen
gelassene Leute langsam ihre
besonderen Sorgen, das Warum und das
Wann und

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Weiße Seelen mit den Silberschwingen

Weiße Seelen mit den
Silberschwingen, Kinderseelen, die
noch niemals sangen,- die nur leis in
immer weitern Ringen zu dem Leben
ziehn, vor dem sie bangen, werdet
ihr nic

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Weißt du, daß ich dir müde Rosen flechte

Weißt du, daß ich dir
müde Rosen flechte ins Haar, das leis
ein weher Wind bewegt - Siehst du den
Mond, wie eine silberechte Merkmünze,
und ein Bild ist eingeprägt: ein Weib,
da

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Weißt du, daß ich dir müde Rosen flechte

Weißt du, daß ich dir
müde Rosen flechte ins Haar, das leis
ein weher Wind bewegt - Siehst du den
Mond, wie eine silberechte Merkmünze,
und ein Bild ist eingeprägt: ein Weib,
das l

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Weißt du, ich will mich schleichen

Weißt du, ich will mich
schleichen leise aus lautem
Kreis, wenn ich erst die
bleichen Sterne über den
Eichen blühen weiß. Wege will ich
erkiesen, die selten

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Weißt du, ich will mich schleichen

Weißt du, ich will mich
schleichen leise aus lautem Kreis, wenn
ich erst die bleichen Sterne über den
Eichen blühen weiß. Wege will ich
erkiesen, die selten wer be

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Nachtgedanken

Weltenweiter
Wandrer, walle fort in
Ruh.......... Also kennt kein
andrer Menschenleid wie - du. Wenn mit
lichtem Leuchten du beginnst den
Lauf. schlägt der Schmerz di

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Wem sind wir nah?...

Wem sind wir nah? Dem
Tode oder dem, was noch nicht ist? Was
wäre Lehm an Lehm, formte der Gott
nicht fühlend die Figur, die zwischen
uns erwächst. Begreife nur: das ist
mein Kör

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Klage

Wem willst du klagen,
Herz? Immer gemiedener ringt sich dein
Weg durch die unbegreiflichen
Menschen. Mehr noch vergebens
vielleicht, da er die Richtung
behält, Richtung zur Zuku

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Schlangen-Beschwörung

Wenn auf dem Markt, sich
wiegend, der Beschwörer die
Kürbisflöte pfeift, die reizt und
lullt, so kann es sein, daß er sich
einen Hörer herüberlockt, der ganz
aus dem Tumult

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Wenn die blonden Flechterinnen...

Wenn die blonden
Flechterinnen gehn im Glanz des
Abendlands:      
  sie sind alle Königinnen
        und
ersinnen und beginnen  

... weiterlesen


Wenn die Uhren so nah wie eigenen Herzen schlagen

Wenn die Uhren so
nah wie eigenen Herzen schlagen, und
die Dinge mit zagen Stimmen sich
fragen: Bist du da? - : Dann bin ich
nicht der, der am Morgen
erwacht, e

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Wenn eng mit Zeit und Stundenschlagen

Wenn eng mit Zeit und
Stundenschlagen der Alltag ärmlich uns
umspinnt, geschieht mir oft ich muß
dich fragen: Glaubst du dass wir das
selber sind? Wir gehen gewiß in
still

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Die Insel der Sirenen

Wenn er denen, die ihm
gastlich waren, spät, nach ihrem Tage
noch, da sie fragten nach den Fahrten
und Gefahren, still berichtete: er
wußte nie, wie sie schrecken und
m

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Wenn es nur einmal so ganz stille wäre

Wenn es nur einmal so
ganz stille wäre. Wenn das Zufällige
und Ungefähre verstummte und das
nachbarliche Lachen, wenn das
Geräusch, das meine Sinne machen, mich
nicht so sehr ver

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Wenn etwas mir vom Fenster fällt

Wenn etwas mir vom
Fenster fällt (und wenn es auch das
Kleinste wäre) wie stürzt sich das
Gesetz der Schwere gewaltig wie ein
Wind vom Meere auf jeden Ball und jede
Beere u

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Wenn ich dir ernst ins Auge schaute

Wenn ich dir ernst ins
Auge schaute, klang oft dein Wort so
kummerkrank, wie eine leise
Liebeslaute, die einsam einst ein
Meister baute, als seine Seele
Sehnsucht sang.

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Wenn ich gewachsen wäre irgendwo

Wenn ich gewachsen wäre
irgendwo, wo leichtere Tage sind und
schlanke Stunden, ich hätte dir ein
großes Fest erfunden, und meine Hände
hielten dich nicht so, wie sie dich
manchma

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Wenn ich manchmal in meinem Sinn

Wenn ich manchmal in
meinem Sinn ein Begegnen dem andern
vergleiche: du bist immer die reichende
Reiche wenn ich der dürftige Bettler
bin. Wenn du mir leise
entgegenlebst und

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Königin See.

Wenn lang der rote Tag
verflammt sich Und wenn der Sonnenflug
gelähmt, Da hüllt die See in
schwarzen Samt sich, Den weißer
Hermelin verbrämt. Sie legt in immer
neue Falte

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Wenn wie ein leises Flügelbreiten

Wenn wie ein leises
Flügelbreiten sich in den späten
Lüften wiegt, - ich möchte immer
weiter schreiten bis in das Tal, wo
tiefgeschmiegt an abendrote
Einsamkeiten die Sehn

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Im Dunkel.

Wenns im Zimmer dunkel
ist, Kind, das grämt mich
nicht; Deines Aug’s Gefunkel ist Ja
so lieb, so licht. Überm
Fensterbrette schwebt Licht noch bis zu
viel, —

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Wer einst das einsame Haus erbaut...

Wer einst das einsame
Haus erbaut, ich konnte es nirgends
erlauschen. Auch die Wipfel wagen
nicht, laut um sein Ragen zu rauschen.
Im Parke: Tot ist jeder Ton -
u

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Das Lied der Bildsäule.

Wer ist es, wer mich so
liebt, daß er sein liebes Leben
verstößt? Wenn einer für mich
ertrinkt im Meer, so bin ich vom
Steine zur Wiederkehr ins Leben, ins
Leben erlöst.

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Der Leser

Wer kennt ihn, diesen,
welcher sein Gesicht wegsenkte aus dem
Sein zu einem zweiten, das nur das
schnelle Wenden voller Seiten manchmal
gewaltsam unterbricht? Selbst
sein

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Rosa Hortensie

Wer nahm das Rosa an? Wer
wusste auch, dass es sich sammelte in
diesen Dolden? Wie Dinge unter Gold, die
sich entgolden, entröten sie sich
sanft, wie im Gebrauch. Dass sie für
s

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Wer seines Lebens viele Widersinne

Wer seines Lebens viele
Widersinne versöhnt und dankbar in ein
Sinnbild fasst, der drängt die
Lärmenden aus dem Palast, wird anders
festlich, und du bist der Gast, den er
a

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Duineser Elegien 1

Wer, wenn ich schriee,
hörte mich denn aus der
Engel Ordnungen? und gesetzt selbst, es
nähme einer mich plötzlich ans Herz:
ich verginge von seinem stärkeren
Dasein. Denn das Schöne ist n

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Duineser Elegien 7

Werbung nicht mehr, nicht
Werbung, entwachsene Stimme, sei deines
Schreies Natur; zwar schrieest du rein
wie der Vogel, wenn ihn die Jahreszeit
aufhebt, die steigende, beinah
vergessend, daß

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Wie das Gestirn...

Wie das Gestirn, der
Mond, erhaben, voll Anlaß, plötzlich
die Höhn übertritt, die entworfene
Nacht gelassen vollendend: siehe: so
steigt mir rein die Stimme hervor aus
Gebirgen des Nich

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Wie der Wächter in den Weingeländen

Wie der Wächter in den
Weingeländen seine Hütte hat und
wacht, bin ich Hütte, Herr, in deinen
Händen und bin Nacht, o Herr, von
deiner Nacht. Weinberg, Weide, alter
Apfe

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Sankt Sebastian

Wie ein Liegender so
steht er, ganz hingehalten von dem
großen Willen. Weitentrückt wie
Mütter, wenn sie stillen, und in sich
gebunden wie ein Kranz. Und die Pfeile
kommen: jet

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Die Genesende

Wie ein Singen kommt und
geht in Gassen und sich nähert und
sich wieder scheut, flügelschlagend,
manchmal fast zu fassen und dann wieder
weit hinausgestreut: spielt mit
der

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Die Genesende

Wie ein Singen kommt und
geht in Gassen und sich nähert und sich
wieder scheut, flügelschlagend,
manchmal fast zu fassen und dann wieder
weit hinausgestreut: spielt mit der
Gene

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Das Wappen

Wie ein Spiegel, der, von
ferne tragend, lautlos in sich
aufnahm, ist der Schild; offen
einstens, dann zusammenschlagend über
einem Spiegelbild jener Wesen, die
in des G

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Der Einsame.

Wie einer, der auf
fremden Meeren fuhr, so bin ich bei
den ewig Einheimischen; die vollen
Tage stehn auf ihren Tischen, mir aber
ist die Ferne voll Figur. In mein
Gesicht

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Abschied

Wie hab ich das gefühlt
was Abschied heißt. Wie weiß ichs
noch: ein dunkles
unverwundnes grausames Etwas, das ein
Schönverbundnes noch einmal zeigt und
hinhält und zerreißt.

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Abschied

Wie hab ich das gefühlt
was Abschied heißt. Wie weiß ichs
noch: ein dunkles unverwundnes grausames
Etwas, das ein Schönverbundnes noch
einmal zeigt und hinhält und
zerreißt.

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Wie hat uns der zu weite Raum verdünnt...

Wie hat uns der zu weite
Raum verdünnt. Plötzlich besinnen
sich die Überflüsse. Nun sickert
durch das stille Sieb der Küsse des
bittren Wesens Alsem und Absynth. Was
sin

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Spanische Tänzerin

Wie in der Hand ein
Schwefelzündholz, weiß, eh es zu
Flamme kommt, nach allen Seiten zuckende
Zungen streckt -: beginnt im Kreis naher
Beschauer hastig, hell und heiß ihr
runder Tanz

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Dame vor dem Spiegel

Wie in einem Schlaftrunk
Spezerein löst sie leise in dem
flüssigklaren Spiegel ihr ermüdetes
Gebaren; und sie tut ihr Lächeln ganz
hinein. Und sie wartet, daß die
Fl

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Wie kam, wie kam aus deinem Schoß...

Wie kam, wie kam aus
deinem Schoß, Maria, so viel Lichte
los und so viel Gram? Wer war dein
Bräutigam? Du rufst, du rufst, -
und du vergisst, dass du nicht
mehr

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König Abend

Wie König Balthasar
einst nahte, die Stirn vom Kronenreif
erhellt, so tritt im purpurnen
Ornate der König Abend in die
Welt. Der erste Stern führt ihn wie
jenen bis

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Früher Apollo

Wie manches Mal durch das
noch unbelaubte Gezweig ein Morgen
durchsieht, der schon ganz im Frühling
ist: so ist in seinem Haupte nichts,
was verhindern könnte, daß der
Glanz

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Früher Apollo

Wie manches Mal durch das
noch unbelaubte Gezweig ein Morgen
durchsieht, der schon ganz im Frühling
ist: so ist in seinem Haupte nichts, was
verhindern könnte, daß der
Glanz al

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Wie meine Träume nach dir schrein

Wie meine Träume nach
dir schrein. Wir sind uns mühsam fremd
geworden, jetzt will es mir die Seele
morden, dies arme, bange
Einsamsein. Kein Hoffen, das die
Segel bauscht.

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Wie rief ich dich...

Wie rief ich dich. Das
sind die stummen Rufe, die in mir süß
geworden sind. Nun stoß ich dich Stufe
ein um Stufe und heiter steigt mein
Samen wie ein Kind. Du Urgebirg der
Lust: a

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Shawl

Wie Seligkeit in diesem
sich verbirgt, so eingewirkt, dass
nichts mehr sie zerstöre; wie blosses
Spiel vollkommener Akteure so
ungebraucht ins Dauern eingewirkt.
So eing

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Das Kapitäl

Wie sich aus eines
Traumes Ausgeburten aufsteigend aus
verwirrendem Gequäl der nächste Tag
erhebt: so gehen die Gurten der
Wölbung aus dem wirren Kapitäl und
lassen drin, gedrän

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Das Kapitäl

Wie sich aus eines
Traumes Ausgeburten aufsteigend aus
verwirrendem Gequäl der nächste Tag
erhebt: so gehen die Gurten der Wölbung
aus dem wirren Kapitäl und lassen
drin, gedr

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Im Saal

Wie sind sie alle um uns,
diese Herrn in Kammerherrentrachten und
Jabots, wie eine Nacht um ihren
Ordensstern sich immer mehr
verdunkelnd, rücksichtslos, und diese
Damen, zart, frag

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Im Saal

Wie sind sie alle um uns,
diese Herrn in Kammerherrentrachten und
Jabots, wie eine Nacht um ihren
Ordensstern sich immer mehr verdunkelnd,
rücksichtslos, und diese Damen, zart,
fragile,

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Liebes-Lied

Wie soll ich meine Seele
halten, daß sie nicht an deine
rührt? Wie soll ich sie hinheben
über dich zu andern Dingen? Ach gerne
möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunke

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Liebeslied

Wie soll ich meine Seele
halten, daß sie nicht an deine rührt?
Wie soll ich sie hinheben über dich zu
andern Dingen? Ach gerne möcht ich sie
bei irgendwas Verlorenem im Dunkel
un

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Liebes-Lied

Wie soll ich meine Seele
halten, daßsie nicht an deine rührt?
Wie soll ich siehinheben über dich zu
andern Dingen?Ach gerne möcht ich sie
bei irgendwasVerlorenem im Dunkel
unterbring

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Wilder Rosenbusch

Wie steht er da vor den
Verdunkelungen des Regenabends, jung
und rein; in seinen Ranken schenkend
ausgeschwungen und doch versunken in
sein Rose-sein; die flachen Blüten,
da

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Wilder Rosenbusch

Wie steht er da vor den
Verdunkelungen des Regenabends; jung und
rein; in seinen Ranken schenkend
ausgeschwungen und doch versunken in
sein Rose-sein; die flachen Blüten, da
und

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Im Dome

Wie von Steinen rings,
von Erzen weit der Wände Wölbung
funkelt, eine Heilige,
braungedunkelt, dämmert hinter trüben
Kerzen. Von der Decke,
rundgemauert, schwebt o

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Wie wir auch alles in der Nacht...

Wie wir auch alles in der
Nacht benannten, - nicht unser Name
macht die Dinge groß: es kommen
Pfeile, stark und atemlos, aus Bogen,
welche sich zu Spielen spannten. Und

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Mittag.

Wie über dem blauenden
Waldsee schwer Hinlastet schwärmendes
Schweigen. Ein Raunen, ein heimliches,
zittert noch her Von blütenbezwungenen
Zweigen. Die schillernde,
schnel

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Landschaft

Wie zuletzt, in einem
Augenblick aufgehäuft aus Hängen,
Häusern, Stücken alter Himmel und
zerbrochnen Brücken, und von drüben
her, wie vom Geschick, von dem
Sonnenuntergang

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Landschaft

Wie zuletzt, in einem
Augenblick aufgehäuft aus Hängen,
Häusern, Stücken alter Himmel und
zerbrochnen Brücken, und von drüben
her, wie vom Geschick, von dem
Sonnenuntergang getroff

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Aus einem April.

Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen mit
sich den Himmel empor, der unseren
Schultern schwer war; zwar sah man
noch durch die Äste den Tag, wie er
le

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Aus einem April

Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen mit
sich den Himmel empor, der unseren
Schultern schwer war; zwar sah man noch
durch die Äste den Tag, wie er leer
war,- abe

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Will dir den Frühling zeigen

Will dir den Frühling
zeigen, der hundert Wunder hat. Der
Frühling ist waldeigen und kommt nicht
in die Stadt. Nur die weit aus den
kalten Gassen zu zweien gehn

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Der Platz - Furnes

Willkürlich von Gewesnem
ausgeweitet:   von Wut und
Aufruhr, von dem Kunterbunt   das
die Verurteilten zu Tod
begleitet,   von Buden, von der
Jahrmarktsrufer Mund,

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Der Platz - Furnes

Willkürlich von Gewesnem
ausgeweitet: von Wut und Aufruhr, von
dem Kunterbunt das die Verurteilten zu
Tod begleitet, von Buden, von der
Jahrmarktsrufer Mund, und von dem
Herzog, der vor

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Kretische Artemis

Wind der Vorgebirge: war
nicht ihre Stirne wie ein lichter
Gegenstand? Glatter Gegenwind der
leichten Tiere, formtest du sie: ihr
Gewand bildend an die unbewußten
Brüst

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Grabmal eines jungen Mädchens

Wir gedenkens noch. Das
ist, als müßte alles dieses einmal
wieder sein. Wie ein Baum an der
Limonenküste trugst du deine kleinen
leichten Brüste in das Rauschen seines
Bluts h

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Das XIV. Sonett

Wir gehen um mit Blume,
Weinblatt, Frucht. Sie sprechen nicht
die Sprache nur des Jahres. Aus Dunkel
steigt ein buntes Offenbares und hat
vielleicht den Glanz der
Eifersucht

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Archaischer Torso Apollos

Wir kannten nicht sein
unerhörtes Haupt, darin die
Augenäpfel reiften. Aber sein Torso
glüht noch wie ein Kandelaber, in dem
sein Schauen, nur
zurückgeschraubt, sich häl

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Archaischer Torso Apollos

Wir kannten nicht sein
unerhörtes Haupt, darin die Augenäpfel
reiften. Aber sein Torso glüht noch wie
ein Kandelaber, in dem sein Schauen, nur
zurückgeschraubt, sich hält
und

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Das XXII. Sonett

Wir sind die
Treibenden. Aber den Schritt der
Zeit, nehmt ihn als Kleinigkeit im
immer Bleibenden. Alles das
Eilende wird schon vorüber sein; denn
das Verweile

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Todes-Erfahrung

Wir wissen nichts von
diesem Hingehn, das nicht mit uns teilt.
Wir haben keinen Grund, Bewunderung und
Liebe oder Haß dem Tod zu zeigen, den
ein Maskenmund tragischer Klage
wunde

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Auf der Heide

Wo der Saum der
Hügelketten Fern den müden Himmel
hält, dort zerfließt in
violetten Farbentönen schon die
Welt. Bäume heben scharf
umrissen sich hervor am Berges

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Das Rosen-Innere

Wo ist zu diesem Innen
ein Außen? Auf welches Weh legt man
solches Linnen ? Welche Himmel
spiegeln sich drinnen in dem Binnensee
dieser offenen Rosen, dieser
sor

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Wo sind die Lilien aus dem hohen Glas

Wo sind die Lilien aus
dem hohen Glas, die deine Hand zu
pflegen nie vergaß? Schon tot? Wo ist
die Freude deiner Wangen hin, die wie
ein ganzer Lenz zu prangen schien
- Verlo

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Musik

Wüsste ich für wen ich
spiele, ach! immer könnt ich rauschen
wie der Bach. Ahnte ich, ob tote Kinder
gern tönen hören meinen innern
Stern; ob die Mädchen, die
vergang

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Überfliessende Himmel

Überfliessende Himmel
verschwendeter Sterne prachten über der
Kümmernis. Statt in die Kissen, weine
hinauf. Hier, an dem weinenden schon, an
dem endenden Antlitz, um sich greifend,
be

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Die Rosenschale

Zornige sahst du
flackern, sahst zwei Knaben Zu einem
Etwas sich zusammenballen, das Haß war
und sich auf der Erde wälzte wie ein
von Bienen überfallnes
Tier; Schauspieler, aufget

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Die Rosenschale

Zornige sahst du
flackern, sahst zwei Knaben Zu einem
Etwas sich zusammenballen, das Haß war
und sich auf der Erde wälzte wie ein
von Bienen überfallnes
Tier; Schauspieler, aufgetürm

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Der letzte Sonnengruß

Zu einem Bilde des Benes
Knüpfer Die Sonne schmolz, die
hehre, ins weiße Meer so heiß.
- Zwei Mönche saßen am Meere, ein
blonder und ein Greis. Der sann:

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Zwei Gedichte

zu Hans Thomas
Sechzigstem Geburtstage
Mondnacht Süddeutsche Nacht, ganz
breit im reifen Monde, und mild wie
aller Märchen Wiederkehr. Vom Turme
fallen viele Stunden sch

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Das XVII. Sonett

Zu unterst der Alte,
verworrn, all der Erbauten Wurzel,
verborgener Born, den sie nie
schauten. Sturmhelm und
Jägerhorn, Spruch von
Ergrauten, Männer im Brude

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Fluch des Frühlings

Zugleich mit
Sonnenschimmer, mit Blüte, Sang und
Bach, da werden leider immer viele
Dichterlinge wach. Ein mächtiger
Gedanke Lässt sie nicht ruhn, o
Graus,

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Zur kleinen Kirche musst du aufwärts steigen...

Zur kleinen Kirche musst
du aufwärts steigen, auf einen Hügel
hat man sie gebaut; denn dieses arme
Dorf ist ihr vertraut und schützend
soll sie schauen auf ihr Schweigen.

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Römische Fontäne (Villa Borghese)

Zwei Becken, eins das
andere übersteigend aus einem alten
runden Marmorrand, und aus dem oberen
Wasser leis sich neigend zum Wasser,
welches unten wartend stand, dem leise
redend

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Zwei weiße Nonnenhände mühen

Zwei weiße Nonnenhände
mühen Nie sich um einen lichten
Preis Zwei weiße Nonnenhände
blühen Ohne dass es der Frühling
weiß Zwei weiße Nonnenhände
halten Nicht

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Gerichtet

`Am Ring` stand einst ein
Blutgerüst, lang ist es her; doch wenn
der Schein des runden Monds das Rathaus
küßt, dann wallen aus dem heilgen
Teyn Gerichtete in Geisterreihn
...

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„Man muß sterben...“

`Man muß sterben, weil
man sie kennt.` Sterben an der
unsäglichen Blüte des Lächelns.
Sterben an ihren leichten Händen.
Sterben an Frauen. Singe der
Jüngling die t

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