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Gedichte - Rainer Maria Rilke


Am Kirchhof zu Königsaal

(aula regis) Auf schloß das Erztor
der Kustode. Du sahst vor Blüten keine
Gruft. Der Lenz verschleierte dem
Tode das Angesicht mit Blust und
Duft; da stieg wie eine
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Letzter Abend

(Aus dem Besitze Frau Nonnas) Und
Nacht und fernes Fahren; denn der
Train des ganzen Heeres zog am Park
vorüber. Er aber hob den Blick vom
Clavecin und spielte noch und sah
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Letzter Abend

(Aus dem Besitze Frau Nonnas) Und Nacht
und fernes Fahren; denn der Train des
ganzen Heeres zog am Park vorüber. Er
aber hob den Blick vom Clavecin und
spielte noch und sah zu ih
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Die Aschanti.

(Jardin d`Acclimatation) Keine
Vision von fremden Ländern, kein
Gefühl von braunen Frauen, die tanzen
aus den fallenden Gewändern. Keine
wilde fremde Melodie.
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Mir geschah.....

(Lied.) Mir geschah, so wie dem
Kinde, Dem nach banger Krankheit
Gram Man des Fiebers heiße Binde Von
dem klaren Auge nahm. Meine Tage
gingen golden Du
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Der Geist Ariel

(Nach der Lesung von Shakespears
Sturm) Man hat ihn einmal irgendwo
befreit mit jenem Ruck, mit dem man
sich als Jüngling ans Große hinriß,
weg von jeder Rücksicht. D
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Aus einem Frühling

(Paris) O alle diese Toten des
April, der Fuhren Schwärze, die sie
weiterbringen durch das erregte
übertriebene Licht: als lehnte sich
noch einmal das Gewicht
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Bannt mich die Arbeit an den Rand des Pultes

... Bannt mich die Arbeit an den Rand
des Pultes; es rauscht um mich wie
tausend Cherubim; es findet mich in
Tagen des Tumultes und in der Stille
finde ich zu ihm: Das ist da
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Fragmente aus verlorenen Tagen.

....Wie Vögel, welche sich gewöhnt ans
Gehn und immer schwerer werden, wie im
Fallen: die Erde saugt aus ihren
langen Krallen die mutige Erinnerung
von allen den großen Dingen
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Fragmente aus verlorenen Tagen

....Wie Vögel, welche sich gewöhnt ans
Gehn und immer schwerer werden, wie im
Fallen: die Erde saugt aus ihren langen
Krallen die mutige Erinnerung von
allen den großen Dingen, welche
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Der letzte Graf von Brederode...

...entzieht sich türkischer
Gefangenschaft Sie folgten furchtbar;
ihren bunten Tod von ferne nach ihm
werfend, während er verloren floh,
nichts weiter als: bedroht. Die Ferne se
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Zum Licht.

1. Nur nicht im Dunkel Schmählich
erschlaffen! Im Lichtgefunkel Leben
und schaffen. Nur im Verstecke Nicht
müd’ versiechen, Kränkeln und
kriechen
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Menschen bei Nacht

1899, Berlin-Schmargendorf Die Nächte
sind nicht für die Menge gemacht. Von
deinem Nachbar trennt dich die
Nacht, und du sollst ihn nicht suchen
trotzdem. Und machst du nachts d
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Du Dunkelheit, aus der ich stamme

1919 Du Dunkelheit, aus der ich
stamme ich liebe dich mehr als die
Flamme, welche die Welt begrenzt, indem
sie glänzt mich nicht so sehr
verhinderte am Wachen -: für
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Der Bau

1 Die moderne Bauschablone will mir
wahrlich gar nicht passen. Hier, dies
alte Haus darf fassen reiche, weite
Steinterrassen, kleine, heimliche
Balkone.
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Im Stübchen

2 T`raut ists, wenn verstohlen
heulen im Kamine wilde Winde in der
Stube; ganz gelinde tickt auf dem
barocken Spinde fort die Stockuhr mit
den Säulen.
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Zauber

3 Oft seh ich die heimliche Stube
belebt, so lebhaft erzählen die
Wände; ein liebliches Mädchen, halb
Kind noch, hebt dort zu der Madonna die
Hände. Ein t
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Im Erkerstübchen

7 Nicht zu sehn das
Alltagstreiben, flieh ich - wie wenn
ich ein Strauß wär, - in das alte,
alte Haus her; lang dann seh ich nicht
hinaus mehr durch die breit verble
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Abendwolken.

Abend . . . . . Stille die Fernen. —
Ich schau’ Hoch ob verdämmernder
Hügellehne Wandelnde Wolken, silberne
Kähne, Schimmernd schwimmen im
bleichen Blau. Gleiten so le
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Der Pavillon

Aber selbst noch durch die Flügeltüren
mit dem grünen regentrüben Glas
ist ein Spiegeln lächelnder Allüren
und ein Glanz von jenem Glück zu
spüren, das sich dort, wohin s
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Schlaf-Mohn

Abseits im Garten blüht der böse
Schlaf, in welchem die, die heimlich
eingedrungen, die Liebe fanden junger
Spiegelungen, die willig waren, offen
und konkav, und Träum
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Ach aus eines Engels Fühlung falle...

Ach aus eines Engels Fühlung falle
Schein in dieses Meer auf einem Mond,
drin mein Herz, stillringende Koralle,
seine jüngsten Zweigungen bewohnt.
Not, mir von unkenntl
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Klage um Jonathan

Ach sind auch Könige nicht von Bestand
und dürfen hingehn wie gemeine Dinge,
obwohl ihr Druck wie der der
Siegelringe sich widerbildet in das
weiche Land. Wie aber konn
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Meine Mutter

Ach weh, meine Mutter reißt mich ein.
Da hab ich Stein auf Stein gelegt und
stand schon wie ein kleines Haus, um das
sich groß der Tag bewegt; sogar
allein. Nun kommt die Mutter, kommt
und rei
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Meine Mutter

Ach weh, meine Mutter reißt mich
ein. Da hab ich Stein auf Stein
gelegt und stand schon wie ein kleines
Haus, um das sich groß der Tag
bewegt; sogar allein. Nun kommt die
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Ach wehe, meine Mutter reißt mich ein...

Ach wehe, meine Mutter reißt mich
ein. Da hab ich Stein auf Stein zu mir
gelegt, und stand schon wie ein kleines
Haus, um das sich groß der Tag
bewegt, sogar allein. Nun kom
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Ach, nicht getrennt sein...

Ach, nicht getrennt sein, nicht durch
so wenig Wandung vom
Sternen-Maß. Innres, was ists? Wenn
nicht gesteigerter Himmel, durchworfen
mit Vögeln und tief von Winden d
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Aus einer Sturmnacht.

Acht Blätter mit einem Titelblatt
Titelblatt Die Nacht, vom
wachsenden Sturme bewegt, wie wird sie
auf einmal weit - , als bliebe sie
sonst zusammengelegt
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Alle Straßen führen grade hinein...

Alle Straßen führen jetzt grade
hinein ins Gold: die Töchter vor den
Türen haben das so gewollt. Sie
sagen nicht Abschied den Alten, und
ist doch: sie wandern
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Alle, welche dich suchen, versuchen dich

Alle, welche dich suchen, versuchen
dich. Und die, so dich finden, binden
dich an Bild und Gebärde. Ich aber
will dich begreifen wie dich die Erde
begreift; mit meine
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Alles wird wieder groß sein und gewaltig

Alles wird wieder groß sein und
gewaltig. Die Lande einfach und die
Wasser faltig, die Bäume riesig und
sehr klein die Mauern; und in den
Tälern, stark und vielgestaltig, ein
Volk
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Leda

Als ihn der Gott in seiner Not
betrat, erschrak er fast, den Schwan so
schön zufinden; er ließ sich ganz
verwirrt in ihm verschwinden. Schon
aber trug ihn sein Betrug zur Tat,
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Leda

Als ihn der Gott in seiner Not
betrat, erschrak er fast, den Schwan so
schön zufinden; er ließ sich ganz
verwirrt in ihm verschwinden. Schon aber
trug ihn sein Betrug zur Tat, b
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Buddha

Als ob er horchte. Stille: eine
Ferne... Wir halten ein und hören sie
nicht mehr. Und er ist Stern. Und andre
große Sterne, die wir nicht sehen,
stehen um ihn her. O er ist
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Buddha

Als ob er horchte. Stille: eine
Ferne... Wir halten ein und hören sie
nicht mehr. Und er ist Stern. Und andre
große Sterne, die wir nicht sehen,
stehen um ihn her. O er ist alle
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Das Lied des Selbstmörders.

Also noch einen Augenblick. Daß sie
mir immer wieder den Strick
zerschneiden. Neulich war ich so gut
bereit und es war schon ein wenig
Ewigkeit in meinen Eingeweiden.
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Auf der Kleinseite

Alte Häuser, steilgegiebelt, hohe
Türme voll Gebimmel, - in die engen
Höfe liebelt nur ein winzig Stückchen
Himmel. Und auf jedem
Treppenpflocke müde lächelnd -
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An Baronesse van Oesteren

am 15.September 1896Hochverehrte
Baronesse,Wieder einmal,
Dresden-Galerie,Die ich aufzusuchen nie
vergesse.Denn ich werde müd zu schauen
nieDes Teniers bizarre Schenkenspäs
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Auf dem Wolschan

Am Abend des Tages von
Allerseelen I Die dürren Äste
übergittern des Himmels abendblasse
Scheiben; und über Grüfte, reich mit
Flittern geschmückt, geht W
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Das Lied der Witwe

Am Anfang war mir das Leben gut. Es
hielt mich warm, es machte mir
Mut. Dass es das allen Jungen tut, wie
konnt ich das damals wissen. Ich wusste
nicht, was das Leben war -, a
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Casabianca

Am Berge weiß ich trutzen ein
Kirchlein mit rostigem Knauf, wie
Mönche in grauen Kapuzen steigen
Zypressen hinauf. Vergessene Heilige
wohnen dort einsam im Altarschr
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Der blinde Knabe

An allen Türen blieb der blinde
Knabe, auf den der Mutter bleiche
Schönheit schien, und sang das Lied,
das ihm sein Leid verliehn: `Oh hab
mich lieb, weil ich den Himmel
habe.` Und
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An den Jungen Bruder: Dann bete du...

An den jungen Bruder Dann bete du,
wie es dich dieser lehrt, der selber
aus der Wirrnis wiederkehrt und so,
dass er zu heiligen Gestalten, die alle
ihres Wesens Würde halten
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An den Jungen Bruder: Du, gestern Knabe

An den jungen Bruder Du, gestern
Knabe, dem die Wirrnis kam: Dass sich
dein Blut in Blindheit nicht
vergeude. Du meinst nicht den Genuss,
du meinst die Freude; du bist gebild
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An der sonngewohnten Straße

An der sonngewohnten Straße, in
dem hohlen halben Baumstamm, der seit
lange Trog ward, eine Oberfläche
Wasser in sich leis erneuernd, still`
ich meinen Durst: des Wassers Heiterkeit
un
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Geburt der Venus

An diesem Morgen nach der Nacht, die
bang vergangen war mit Rufen, Unruh,
Aufruhr, - brach alles Meer noch
einmal auf und schrie. Und als der
Schrei sich langsam wieder schloß u
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Arme Heilige aus Holz

Arme Heilige aus Holz kam meine Mutter
beschenken; und sie staunten stumm und
stolz hinter den harten Bänken.
Haben ihrem heißen Mühn sicher
den Dank vergessen
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Atmete ich nicht aus Mitternächten...

Atmete ich nicht aus Mitternächten
daß du kämest einst, um
deinetwillen, solche Flutung ? Weil
ich hoffte, mit fast ungeschwächten
Herrlichkeiten dein Gesicht zu
stillen,
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Auch du hast es einmal erlebt...

Auch du hast es einmal erlebt, ich
weiß: Der Tag ermattete in armen
Gassen, und seine Liebe wurde
zweifelnd leis - Dann ist ein
Abschiednehmen rings im Kreis: es
schenke
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Liebende und Leidende verwehten

Auf den Tod der Gräfin Luise
Schwerin Liebende und Leidende
verwehten wie ein Blätterfall im
welken Park. Aber wie in seidenen
Tapeten hält sich immer noch dein Gehn
und B
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Vor dem Sommerregen

Auf einmal ist aus allem Grün im
Park man weiß nicht was, ein Etwas
fortgenommen; man fühlt ihn näher an
die Fenster kommen und schweigsam sein.
Inständig nur und stark ertö
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Der Marmor-Karren

Auf Pferde, sieben ziehende,
verteilt, verwandelt Niebewegtes sich
in Schritte; denn was hochmütig in des
Marmors Mitte an Alter, Widerstand und
All verweilt, das zeigt sich unter M
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Für Ernst Hardt

auf seine `Ninon von Lenclos` Der
süßen Ninon süßes leichtes
Leben wie ist es Euch zu Greifbarem
gereift. Wie habt Ihr es genommen und
gegeben: so wie ein Abendwind im Ni
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Auferstehung

Auferstehung Der Graf vernimmt die
Töne, er sieht einen lichten Riß; er
weckt seine dreizehn Söhne im
Erb-Begräbnis. Er grüßt seine beiden
Frauen ehrerbietig von
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Das Jüngste Gericht.

Aus den Blättern eines Mönches Sie
werden Alle wie aus einem Bade aus
ihren mürben Grüften auferstehn;
denn alle glauben an das Wiedersehn,
und furchtbar ist ihr Glau
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Magie

Aus unbeschreiblicher Verwandlung
stammen solche Gebilde-: Fühl! und
glaub! Wir leidens oft: zu Asche
werden Flammen; doch: in der Kunst:
zur Flamme wird der Staub. Hier
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Initiale.

Aus unendlichen Sehnsüchten steigen
endliche Taten wie schwache Fontänen,
die sich zeitig und zitternd neigen.
Aber, die sich uns sonst verschweigen,
unsere fröhlichen Kräfte
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Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens

Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens.
Siehe, wie klein dort, siehe: die
letzte Ortschaft der Worte, und höher,
aber wie klein auch, noch ein letztes
Gehöft von Gefühl. Erkennst du`s?
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Ave weht von den Türmen her

Ave weht von den Türmen her, immer
noch hörst du die Kirchen
erzählen; doch die Paläste an stillen
Kanälen verraten nichts mehr. Und
vorbei an der Traumesruh ihre
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Die alte Uhr

Bald hättest, alte Rathausuhr, du
nimmer dürfen Stunden weisen; sie
hätten bald in altem
Eisen versplittert deine letzte
Spur. Der Geizhals hätt zum
letztenmal sei
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Beguinage

Béguinage Sainte-Elisabeth,
Brügge I Das hohe Tor scheint keine
einzuhalten, die Brücke geht gleich
gerne hin und her, und doch sind sicher
alle in dem alten offen
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Kajetan Tyl

Bei Betrachtung seines Zimmerchens, das
auf der böhmischen ethnographischen
Ausstellung zusammengestellt
war Da also hat der arme Tyl sein
Lied «Kde domov muj» ges
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Im Straßenkapellchen

Bei St. Loretto da brennt ein
Licht vorm Bilde im
Straßenkapellchen; und um das Wandbild
schmiegen sich dicht Blechblumen mit
farbigen Kelchen. Die Heiligen machen
ein übel
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Du musst das Leben nicht verstehen

Berlin-Wilmersdorf Du musst das Leben
nicht verstehen, dann wird es werden wie
ein Fest. Und lass dir jeden Tag
geschehen so wie ein Kind im
Weitergehen von jedem Wehen
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Berühre ruhig mit dem Zauberstabe...

Berühre ruhig mit dem Zauberstabe das
Ungenaue, das du um mich scharst, und
du wirst wieder wissen, wie du Knabe
und in der Dinge Freundschaft warst.
Berühre nochmals,
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Bestürz mich, Musik

Bestürz mich, Musik, mit rhythmischem
Zürnen! Hoher Vorwurf, dicht vor dem
Herzen erhoben, das nicht so wogend
empfand, das sich schonte. Mein Herz:
da: sieh deine Herrlichkeit. Hast d
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Bist du so müd? Ich will dich leise leiten

Bist du so müd? Ich will dich leise
leiten aus diesem Lärm, der längst
auch mich verdroß. Wir werden wund im
Zwange dieser Zeiten. Schau, hinterm
Wald, in dem wir schauernd schreiten,
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Bist gewandert durch Wahn und Weh

Bist gewandert durch Wahn und
Weh, kommst aus meinen dunkelsten
Tagen, hast dir eine Brücke
geschlagen bis zu mir über Schuld und
Schnee. Lenkst mich lächelnd mit
leisem G
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Blendender Weg, der sich vor Licht verlor...

Blendender Weg, der sich vor Licht
verlor, Und auf einmal, wie im Traum:
ein Tor, breit eingebaut in
unsichtbare Wände. Der Türen Holz
ist lang im Tag verbrannt; doch t
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Das V. Sonett

Blumenmuskel, der der
Anemone Wiesenmorgen nach und nach
erschließt, bis in ihren Schoß das
polyphone Licht der lauten Himmel sich
ergießt, in den stillen Blütenstern
ges
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In einem fremden Park

Borgeby-Gard Zwei Wege sinds. Sie
führen keinen hin. Doch manchmal, in
Gedanken, läßt der eine dich
weitergehn. Es ist, als gingst du
fehl; aber auf einmal bist du im Rond
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In einem fremden Park

Borgeby-Gard Zwei Wege sinds. Sie
führen keinen hin. Doch manchmal, in
Gedanken, läßt der eine dich
weitergehn. Es ist, als gingst du
fehl; aber auf einmal bist du im Rondel
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Der Apfelgarten

Borgeby-Gård Komm gleich nach dem
Sonnenuntergange, sieh das Abendgrün
des Rasengrunds; ist es nicht, als
hätten wir es lange angesammelt und
erspart in uns,
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Quai du Rosaire

Brügge Die Gassen haben einen sachten
Gang (wie manchmal Menschen gehen im
Genesen nachdenkend: was ist früher
hier gewesen?) und die an Plätze
kommen, warten lang
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Freiheitsklänge

Böhmens Volk! In deinen Kreisen weckt
ein neuer Genius alte, heiße
Freiheitsweisen, und die mahnen nicht
mit leisen Worten, dass dein
Fesseleisen ganz zerschmettert werden m
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Lied vom Meer

Capri. Piccola Marina Uraltes Wehn
vom Meer, Meerwind bei Nacht: du
kommst zu keinem her; wenn einer
wacht, so muß er sehn, wie er dich
übersteht:
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L’ange du meridien

Chartres Im Sturm, der um die starke
Kathedrale wie ein Verneiner stürzt
der denkt und denkt, fühlt man sich
zärtlicher mit einem Male von deinem
Lächeln zu dir hingelenk
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L`ange du meridien

Chartres Im Sturm, der um die starke
Kathedrale wie ein Verneiner stürzt der
denkt und denkt, fühlt man sich
zärtlicher mit einem Male von deinem
Lächeln zu dir hingelenkt:
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Mohammeds Berufung

Da aber als in sein Versteck der Hohe,
sofort Erkennbare: der Engel, trat,
aufrecht, der lautere und lichterlohe:
da tat er allen Anspruch ab und bat
bleiben zu dürfen d
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Die Fensterrose

Da drin: das träge Treten ihrer
Tatzen macht eine Stille, die dich fast
verwirrt; und wie dann plötzlich eine
von den Katzen den Blick an ihr, der
hin und wieder irrt, gewaltsam in
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Die Fensterrose

Da drin: das träge Treten ihrer
Tatzen macht eine Stille, die dich fast
verwirrt; und wie dann plötzlich eine
von den Katzen den Blick an ihr, der hin
und wieder irrt, gewaltsam
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Morgue

Da liegen sie bereit, als ob es
gälte, nachträglich eine Handlung zu
erfinden, die mit einander und mit
dieser Kälte sie zu verwöhnen weiß
und zu verbinden; denn das ist alle
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Da neigt sich die Stunde und rührt mich an

Da neigt sich die Stunde und rührt mich
an mit klarem, metallenem Schlag: mir
zittern die Sinne. Ich fühle: ich kann
- und ich fasse den plastischen
Tag. Nichts war noch vo
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Alkestis

Da plötzlich war der Bote unter
ihnen, hineingeworfen in das
Überkochen des Hochzeitsmahles wie ein
neuer Zusatz. Sie fühlten nicht, die
Trinkenden, des Gottes heimlichen
Eintritt
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Alkestis

Da plötzlich war der Bote unter
ihnen, hineingeworfen in das
Überkochen des Hochzeitsmahles wie ein
neuer Zusatz. Sie fühlten nicht, die
Trinkenden, des Gottes heimlichen
Eintritt, we
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Kindheit.

Da rinnt der Schule lange Angst und Zeit
mit Warten hin, mit lauter dumpfen
Dingen. O Einsamkeit, o schweres
Zeitverbringen... Und dann hinaus: die
Straßen sprühn und klingen u
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Da schwang die Schaukel durch den Schmerz...

Da schwang die Schaukel durch den
Schmerz -, doch siehe, der Schatten
wars des Baums, an dem sie hängt.
Ob ich nun vorwärtsschwinge oder
fliehe, vom Schwunge in den
Gegenschwun
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Für Max Picard

Da stehen wir mit Spiegeln: einer dort
......., und fangen auf, und einer da,
am Ende nicht verständigt; auffangend
aber und das Bild weither uns
zuerkennend, dieses reine Bild
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Der Tod

Da steht der Tod, ein bläulicher Absurd
in einer Tasse ohne Untersatz. Ein
wunderlicher Platz für eine Tasse:
steht auf dem Rücken einer Hand. Ganz
gut erkennt man noch an dem
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Das I. Sonett

Da stieg ein Baum. O reine
Übersteigung! O Orpheus singt! O hoher
Baum im Ohr! Und alles schwieg. Doch
selbst in der Verschweigung ging neuer
Anfang, Wink und Wandlung vor.
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Der aussätzige König

Da trat auf seiner Stirn der Aussatz aus
und stand auf einmal unter seiner
Krone als wär er König über allen
Graus, der in die Andern fuhr, die
fassungsohne hinstarrte
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Daraus, dass Einer

Daraus, dass Einer dich einmal gewollt
hat, weiß ich, dass wir dich wollen
dürfen. Wenn wir auch alle Tiefen
verwürfen: wenn ein Gebirge Gold
hat und keiner mehr es ergraben mag,
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Königslied

Darfst das Leben mit Würde
ertragen, nur die Kleinlichen macht es
klein; Bettler können dir Bruder
sagen, und du kannst doch ein König
sein. Ob dir der Stirne göttliches
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Die Erwachsene

Das alles stand auf ihr und war die
Welt und stand auf ihr mit allem, Angst
und Gnade, wie Bäume stehen, wachsend
und gerade, ganz Bild und bildlos wie
die Bundeslade und feierlich,
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Die Erwachsene

Das alles stand auf ihr und war die
Welt und stand auf ihr mit allem, Angst
und Gnade, wie Bäume stehen, wachsend
und gerade, ganz Bild und bildlos wie
die Bundeslade und feierlich, wie
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Aus einer Kindheit.

Das Dunkeln war wie Reichtum in dem
Raume, darin der Knabe, sehr
verheimlicht, saß. Und als die Mutter
eintrat wie im Traume, erzitterte im
stillen Schrank ein Glas. Sie fühlte
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Das ist der Tag

Das ist der Tag, in dem ich traurig
throne, das ist die Nacht, die mich
ins Knieen warf; da bet ich: dass ich
einmal meine Krone von meinem Haupte
heben darf. Lang muss i
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Das ist die Sehnsucht

Das ist die Sehnsucht: wohnen im
Gewoge und keine Heimat haben in der
Zeit. Und das sind Wünsche: leise
Dialoge täglicher Stunden mit der
Ewigkeit. Und das ist Leben. Bis aus ei
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Das ist dort, wo die letzten Hütten sind...

Das ist dort, wo die letzten Hütten
sind und neue Häuser, die mit engen
Brüsten sich drängen aus den bangen
Baugerüsten und wissen wollen, wo das
Feld beginnt. Dort
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Die Liebende (1)

Das ist mein Fenster. Ebenbin ich so
sanft erwacht.Ich dachte, ich würde
schweben.Bis wohin reicht mein Leben,und
wo beginnt die Nacht?Ich könnte meinen,
alleswäre n
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Das Land ist licht und dunkel ist die Laube

Das Land ist licht und dunkel ist die
Laube, und du sprichst leise und ein
Wunder naht. Und jedes deiner Worte
stellt mein Glaube als Betbild auf an
meinen stillen Pfad. Ich liebe di
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Das sind die Gärten, an die ich glaube...

Das sind die Gärten, an die ich glaube:
Wenn das Blühn in den Beeten bleicht,
und im Kies unterm löschenden Laube
Schweigen hinrinnt, durch Linden
geseigt. Auf dem Tei
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Das sind die Stunden, da ich mich finde

Das sind die Stunden, da ich mich finde.
Dunkel wellen die Wiesen im Winde,
allen Birken schimmert die Rinde,
und der Abend kommt über sie. Und
ich wachse in seinem Schw
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Der Stifter

Das war der Auftrag an die
Malergilde. Vielleicht daß ihm der
Heiland nie erschien; vielleicht trat
auch kein heiliger Bischof milde an
seine Seite wie in diesem Bilde und
legte lei
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Der Stifter

Das war der Auftrag an die
Malergilde. Vielleicht daß ihm der
Heiland nie erschien; vielleicht trat
auch kein heiliger Bischof milde an
seine Seite wie in diesem Bilde und
legte leise s
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Orpheus. Eurydike. Hermes

Das war der Seelen wunderliches
Bergwerk. Wie stille Silbererze gingen
sie als Adern durch sein Dunkel.
Zwischen Wurzeln entsprang das Blut, das
fortgeht zu den Menschen, und schwer wie

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Traumgekrönt

Das war der Tag der weißen
Chrysanthemem, Mir bangte fast vor
seiner Pracht... Und dann, dann kamst du
mir die Seele nehmen Tief in der
Nacht. Mir war so bang, und du kamst
lieb und lei
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Jahrmarkt

Das war in München beim
Oktoberfeste, da die Theresienwiese
voll vom Schrein und Schwall der
Schauer ist. Da bunte Gäste aus der
Provinz der Kunst der
Rindermäste verständnisvoll
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Das waren Tage Michelangelos

Das waren Tage Michelangelo`s, von
denen ich in fremden Büchern las. Das
war der Mann, der über einem
Maß, gigantengroß, die
Unermesslichkeit vergaß. Das war der

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Das Wetter war grau und grell

Das Wetter war grau und grell; der
Abend ist lichter und leiser. Sicher
kommt irgendein Kaiser: Alle Häuser
sind hell. Und so festlich und
weich war das Abendgebimmel;
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Duineser Elegien 10

Dass ich dereinst, an dem Ausgang der
grimmigen Einsicht, Jubel und Ruhm
aufsinge zustimmenden Engeln. Daß von
den klar geschlagenen Hämmern des
Herzens keiner versage an weichen,
zweifelnde
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Dass ich nicht war vor einer Weile, weißt du davo

Dass ich nicht war vor einer
Weile, weißt du davon? Und du sagst
nein. Da fühl ich, wenn ich nur nicht
eile, so kann ich nie vergangen
sein. Ich bin ja mehr als Traum im Tr
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Bildnis

Daß von dem verzichtenden Gesichte
keiner ihrer großen Schmerzen fiele,
trägt sie langsam durch die
Trauerspiele ihrer Züge schönen
welken Strauß, wild gebunden und
schon b
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Dein allererstes Wort war: Licht

Dein allererstes Wort war: Licht: da
ward die Zeit. Dann schwiegst du
lange. Dein zweites Wort ward Mensch
und bange (wir dunkeln noch in seinem
Klange) und wieder sinnt dein Angesic
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Dein Garten wollt ich sein zuerst...

Dein Garten wollt ich sein zuerst und
Ranken haben und Rabatten und deine
Schönheit überschatten, damit du mit
dem muttermatten Lächeln gern mir
wiederkehrst.
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Deiner ernsten Engel einen...

Deiner ernsten Engel einen stell am
Rand der Sehnsucht hin und befiehl
ihm, dass er meinen Schwestern sagt:
ihr werdet weinen - Denn es sind die
Rosenreinen allen Prüfun
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Der Sänger singt vor einem Fürstenkind.

Dem Andenken von Paula Becker-Modersohn
Du blasses Kind, an jedem Abend soll
der Sänger dunkel stehn bei deinen
Dingen und soll dir Sagen, die im
Blute klingen, über di
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Das Gold

Denk es wäre nicht: es hätte müssen
endlich in den Bergen sich gebären
und sich niederschlagen in den
Flüssen aus dem Wollen, aus dem
Gären ihres Willens; aus der Z
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Denn, Herr, die großen Städte sind

Denn, Herr, die großen Städte
sind Verlorene und Aufgelöste; wie
Flucht vor Flammen ist die größte,
— und ist kein Trost, daß er sie
tröste, und ihre kleine Zeit verrinnt.
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Der Abend ist mein Buch. Ihm prangen

Der Abend ist mein Buch. Ihm
prangen die Decken purpurn in
Damast. Ich löse seine goldnen
Spangen mit kühlen Händen ohne
Hast. Und lese seine erste
Seite, beglückt durch d
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Der Abend kommt von weit gegangen

Der Abend kommt von weit gegangen durch
den verschneiten, leisen Tann. Dann
preßt er seine Winterwangen an alle
Fenster lauschend an. Und stille wird
ein jedes Haus;
... weiterlesen


Abend.

Der Abend wechselt langsam die
Gewänder, die ihm ein Rand von alten
Bäumen hält; du schaust: und von dir
scheiden sich die Länder, ein
himmelfahrendes und eins, das fällt;
... weiterlesen


Abend

Der Abend wechselt langsam die
Gewänder,die ihm ein Rand von alten
Bäumen hält;du schaust: und von dir
scheiden sich die Länder,ein
himmelfahrendes und eins, das fällt;und
las
... weiterlesen


Der Bach hat leise Melodien

Der Bach hat leise Melodien, and fern
ist Staub und Stadt; die Wipfel winken
her und hin und machen mich so
matt. Der Wald ist wild, die Welt ist
weit, mein Herz ist h
... weiterlesen


Der blasse Abelknabe spricht

Der blasse Abelknabe spricht: Ich bin
nicht. Der Bruder hat mir was
getan, was meine Augen nicht
sahn. Er hat mir das Licht
verhängt. Er hat mein Gesicht
verdrängt
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Mein Geburtshaus

Der Erinnrung ist das traute Heim der
Kindheit nicht entflohn, wo ich
Bilderbogen schaute im blauseidenen
Salon. Wo ein Puppenkleid, mit
Strähnen dicken Silbers reich
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Die Blinde.

DER FREMDE: Du bist nicht bang, davon
zu sprechen? DIE BLINDE: Nein.
Es ist so ferne. Das war eine andre.
Die damals sah, die laut und schauend
lebte, die
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Morgen.

Der Frühwind kommt. — Dem Schein Des
Lichts macht er die Bahn frei; Keck
wirft er einen Hahnschrei In jeden Hof
hinein. Sonst ist im Dorf noch
Ruh’; Nur hoch die
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Auferstehung

Der Graf vernimmt die Töne, er sieht
einen lichten Riß; er weckt seine
dreizehn Söhne im Erb-Begräbnis. Er
grüßt seine beiden Frauen ehrerbietig
von weit -; und
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Das Einhorn

Der Heilige hob das Haupt, und das
Gebet fiel wie ein Helm zurück von
seinem Haupte: denn lautlos nahte sich
das niegeglaubte, das weiße Tier, das
wie eine geraubte ‚hülflose Hi
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Das Einhorn

Der Heilige hob das Haupt, und das
Gebet fiel wie ein Helm zurück von
seinem Haupte: denn lautlos nahte sich
das niegeglaubte, das weiße Tier, das
wie eine geraubte ‚hülflose Hi
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Nachthimmel und Sternenfall

Der Himmel, groß, voll herrlicher
Verhaltung, ein Vorrat Raum, ein
Übermaß von Welt. Und wir, zu ferne
für die Angestaltung, zu nahe für die
Abkehr hingestellt. Da fällt ein
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Tenno

Der Kirchhof hoch im
Sommerschnee gehört zum Bergdorf
hin; wie über einem Hochlandsee wacht
Frieden über ihn. Da weiß kein Blühn
vom Frühlingsstrahl. Der Rasen
schüchte
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Der König Abend weiß sich schwach

Der König Abend weiß sich
schwach satt und ihm geschieht: Er
schenkt sein Gold dem jungen Bach, der
einem Hirtensingen nach in
Menschenlande zieht. Jetzt ist der
Bac
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Der König

Der König ist sechzehn Jahre
alt. Sechzehn Jahre und schon der
Staat. Er schaut, wie aus einem
Hinterhalt, vorbei an den Greisen vom
Rat in den Saal hinein und irgendwo
hin u
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Der König

Der König ist sechzehn Jahre
alt. Sechzehn Jahre und schon der
Staat. Er schaut, wie aus einem
Hinterhalt, vorbei an den Greisen vom
Rat in den Saal hinein und irgendwo hin
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Der König von Münster

Der König war geschoren; nun ging ihm
die Krone zu weit und bog ein wenig
die Ohren, in die von Zeit zu Zeit
gehässiges Gelärme aus
Hungermäulern fand.
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Der letzte Graf...

Der letzte Graf von Brederode entzieht
sich türkischer Gefangenschaft Sie
folgten furchtbar; ihren bunten Tod
von ferne nach ihm werfend, während
er verloren floh, nicht
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Der Regen greift mit seinen kühlen

Der Regen greift mit seinen
kühlen Fingern uns die Fenster
blind Wir lehnen in den tiefen
Stühlen Und lauschen wie aus müden
Mühlen Die leise Dämmerstunde
rinnt U
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Der Sturm will herein

Der Sturm will herein, ihm ist Bang in
all den Bäumen. Und ich bin
allein und traurig von Träumen, die
ich durchlitt. Und sehne mich
längst: nicht sinnen und säumen
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Der Tag entschlummert leise

Der Tag entschlummert leise, - ich
walle menschenfern ... Wach sind im
weiten Kreise ich - und ein bleicher
Stern. Sein Auge
lichtdurchwoben ruht flimmernd hell auf
mi
... weiterlesen


Schlußstück.

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
Schlußstück

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
Der Narr

Der Turm ruft in gewohnter Pose den
Mittag aus. Ins Sommerglühn prallt
schon die Kinderschar, die lose, heraus
vom Schulbankplattengrün: So brechen
wohl nach bangem Mühn ge
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Wintermorgen

Der Wasserfall ist eingefroren, die
Dohlen hocken hart am Teich. Mein
schönes Lieb hat rote Ohren und sinnt
auf einen Schelmenstreich. Die Sonne
küßt uns. Traumverloren
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An der Ecke

Der Winter kommt und mit ihm meine
Alte, die an der Ecke stets Kastanien
briet. Ihr Antlitz schaut aus einer
Tücherspalte froh und gesund, ob Falte
auch bei Falte seit vielen Jahren
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Selbstbildnis (1906)

Des alten lange adligen
Geschlechtes Feststehendes im
Augenbogenbau. Im Blicke noch der
Kindheit Angst und Blau und Demut da
und dort, nicht eines Knechtes doch
eines Dienenden und e
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Selbstbildnis aus dem Jahre 1906

Des alten lange adligen
Geschlechtes Feststehendes im
Augenbogenbau. Im Blicke noch der
Kindheit Angst und Blau und Demut da und
dort, nicht eines Knechtes doch eines
Dienenden und einer
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Das XXV. Sonett

Dich aber will ich nun, Dich, die ich
kannte wie eine Blume, von der ich den
Namen nicht weiß, noch ein Mal
erinnern und ihnen zeigen,
Entwandte, schöne Gespielin des
unüberwindlichen Sc
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An Wera

Dich aber will ich nun, Dich, die ich
kannte wie eine Blume, von der ich den
Namen nicht weiß, noch ein Mal erinnern
und ihnen zeigen, Entwandte, schöne
Gespielin des unüberwindlichen Schre
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Dich aufdenkend wird mein Wesen erglühter

Dich aufdenkend wird mein Wesen
erglühter, meine Adern röten die
Nacht. An meinem Herzen der gerüstete
Hüter klirrt vor Verdacht. Wacht
dein Gefühl durch die mündigen Stern
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Dich wundert nicht des Sturmes Wucht

Dich wundert nicht des Sturmes
Wucht, du hast ihn wachsen sehn; - die
Bäume flüchten. Ihre Flucht schafft
reitende Alleen. Da weißt du, der, vor
dem sie fliehn, ist der, zu
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In der Vorstadt

Die Alte oben mit dem heisern
Husten, ja, die ist tot. - Wer war sie?
- Du mein Gott, sie gab uns nichts, -
ihr gab man Hohn und Spott... Kaum,
daß die Leute ihren Namen wußten.
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Der Maler

Die alte Standuhr, von dem
Zwölfuhrschlagen noch immer müde,
rief das `Eins` so weh, daß er
zusammenzuckte und den Kragen schnell
um der Kleinen Schultern schmiegte:
`Geh!` Sie sa
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Der Fahnenträger

Die Andern fühlen alles an sich
rauh und ohne Anteil: Eisen, Zeug und
Leder. Zwar manchmal schmeichelt eine
weiche Feder, doch sehr allein und
lieb-los ist ein jeder; er aber trägt
... weiterlesen


Der Fahnenträger

Die Andern fühlen alles an sich
rauh und ohne Anteil: Eisen, Zeug und
Leder. Zwar manchmal schmeichelt eine
weiche Feder, doch sehr allein und
lieb-los ist ein jeder; er aber trägt -
a
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Die armen Worte

Die armen Worte, die im Alltag darben,
die unscheinbaren Worte, lieb ich so.
Aus meinen Festen schenk ich ihnen
Farben, da lächeln sie und werden
langsam froh. Ihr Wesen
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Die blonden Schwestern flochten froh

Die blonden Schwestern flochten froh im
Gehn Gesträhn aus goldnem Stroh, bis
alles Land vor ihnen so wie Gold zu
glühn beginnt; da sagen sie sich:
wunderwo wir hingeraten si
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Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von
weit, als welkten in den Himmeln ferne
Gärten; sie fallen mit verneinender
Gebärde. Und in den Nächten fällt
die schwere Erde aus allen Ste
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Die Dichter haben dich verstreut

Die Dichter haben dich verstreut (es
ging ein Sturm durch alles
Stammeln), ich aber will dich wieder
sammeln in dem Gefäß, das dich
erfreut. Ich wanderte in vielem
Winde;
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Bodensee

Die Dörfer sind wie ein Garten. In
Türmen von seltsamen Arten klingen die
Glocken wie weh. Uferschlösser
warten und schauen durch schwarze
Scharten müd auf den Mittagsee.
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Wenns Frühling wird

Die ersten Keime sind, die zarten, im
goldnen Schimmer aufgesprossen; schon
sind die ersten der Karossen  
         
         
 
... weiterlesen


Arco

Die Hochschneezinne, schartig
scharf, loht auf wie eine
Mauerkrone, in die der lachende
Nerone, der Morgen, seine Fackel
warf. Und wie die Flammen bis ins
Blau sich zu
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Die hohen Tannen atmen heiser

Die hohen Tannen atmen heiser im
Winterschnee, und bauschiger schmiegt
sich sein Glanz um alle Reiser. Die
weißen Wege werden leiser, die trauten
Stuben lauschiger. D
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Die Mutter

Die Mutter: `Liebling, hast du
gerufen?` Es war ein Wort im
Wind. `Wie viele steile Stufen sind
noch bis zu dir, mein Kind?` - Da fand
ihre Stimme die Sterne, f
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Die Mädchen am Gartenhange...

Die Mädchen am Gartenhange haben
lange gelacht und mit ihrem Gesange
wie mit weitem Gange sich müd
gemacht. Die Mädchen bei den
Zypressen zittern: Die
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Die Mädchen singen

Die Mädchen singen: Alle Mädchen
erwarten wen, wenn die Bäume in
Blüten stehn; wir müssen immer nähn
und nähn, bis uns die Augen
brennen. Unser Singen wird nimm
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Die Nacht holt heimlich durch des Vorhangs Falten

Die Nacht holt heimlich durch des
Vorhangs Falten aus deinem Haar
vergeßnen Sonnenschein. Schau, ich
will nichts, als deine Hände
halten und still und gut und voller
Frieden sein.
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Menschen bei Nacht.

Die Nächte sind nicht für die Menge
gemacht. Von deinem Nachbar trennt
dich die Nacht, und du sollst ihn
nicht suchen trotzdem. Und machst du
nachts deine Stube licht, um Mensc
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Die Rose.

Die Rose hier, die gelbe, Gab gestern
mir der Knab’; Heut trag’ ich sie,
dieselbe, Hin auf sein frisches
Grab. Die Rose ist seit gestern Noch
immer hold und schön
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Frühling

Die Vögel jubeln - lichtgeweckt -, die
blauen Weiten füllt der Schall aus; im
Kaiserpark das alte Ballhaus ist ganz
mit Blüten überdeckt. Die Sonne
schreibt sich hoffnung
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Der Schwan

Diese Mühsal, durch noch
Ungetanes schwer und wie gebunden
hinzugehn, gleicht dem ungeschaffnen
Gang des Schwanes. Und das Sterben,
dieses Nichtmehrfassen jenes Grunds,
auf
... weiterlesen


Der Schwan

Diese Mühsal, durch noch
Ungetanes schwer und wie gebunden
hinzugehn, gleicht dem ungeschaffnen
Gang des Schwanes. Und das Sterben,
dieses Nichtmehrfassen jenes Grunds, auf
dem w
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Mädchenklage

Diese Neigung, in den Jahren, da wir
alle Kinder waren, viel allein zu sein,
war mild; andern ging die Zeit im
Streite, und man hatte seine
Seite, seine Nähe, seine Weite, e
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Irre im Garten

Dijon Noch schließt die aufgegebene
Kartause sich um den Hof, als würde
etwas heil. Auch die sie jetzt
bewohnen, haben Pause und nehmen nicht
am Leben draußen teil.
... weiterlesen


Das XX. Sonett

Dir aber, Herr, o was weih ich dir,
sag, der das Ohr den Geschöpfen
gelehrt? - Mein Erinnern an einen
Frühlingstag, seinen Abend, in
Russland -, ein Pferd... Herüber vom
Dorf kam
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Dir ist mein Beten keine Blasphemie

Dir ist mein Beten keine
Blasphemie: als schlüge ich in alten
Büchern nach, dass ich dir sehr
verwandt bin - tausendfach. Ich will
dir Liebe geben. Die und die....
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Der Gespensterturm.

Dort steht ein Turm, ein
kleiner, Uralter — hoch und frei;
— Bei Tage selbst geht keiner Gern
an dem Platz vorbei. Wenn ihm sein
Leben teuer, Und fromm er ist zuma
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Der Reliquienschrein

Draußen wartete auf alle Ringe und
auf jedes Kettenglied Schicksal, das
nicht ohne sie geschieht. Drinnen
waren sie nur Dinge, Dinge die er
schmiedete; denn vor dem Schmied
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Legende von den drei Lebendigen und den drei Toten

Drei Herren hatten mit Falken gebeizt
und freuten sich auf das Gelag. Da
nahm sie der Greis in Beschlag und
führte. Die Reiter hielten gespreizt
vor dem dreifachen Sarkophag,
... weiterlesen


Das XXVI. Sonett

Du aber, Göttlicher, du, bis zuletzt
noch Ertöner, da ihn der Schwarm der
verschmähten Mänaden befiel, hast ihr
Geschrei übertönt mit Ordnung, du
Schöner, aus den Zerstörenden stieg
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Der Schutzengel

Du bist der Vogel, dessen Flügel
kamen, wenn ich erwachte in der Nacht
und rief. Nur mit den Armen rief ich,
denn dein Namen ist wie ein Abgrund,
tausend Nächte tief. Du bist der S
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An Julius Zeyer

Du bist ein Meister; - früher oder
später spannt sich dein Volk in deinen
Siegeswagen; du preisest seine Art und
seine Sagen, - aus deinen Liedern weht
der Heimat Äther. D
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Du bist so fremd, du bist so bleich

Du bist so fremd, du bist so
bleich. Nur manchmal glüht auf deinen
Wangen ein hoffnungsloses
Heimverlangen nach dem verlornen
Rosenreich. Dann sehnt dein Auge,
tief und klar
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Der Dichter

Du entfernst dich von mir, du
Stunde. Wunden schlägt mir dein
Flügelschlag. Allein: was soll ich mit
meinem Munde? Mit meiner Nacht? Mit
meinem Tag? Ich habe keine Geliebte,
kein H
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Der Dichter

Du entfernst dich von mir, du
Stunde. Wunden schlägt mir dein
Flügelschlag. Allein: was soll ich mit
meinem Munde? Mit meiner Nacht? Mit
meinem Tag? Ich habe keine Geliebte,
kei
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Du hast so große Augen, Kind

Du hast so große Augen, Kind. Du
siehst gewiß oft nachts
Gestalten, die, fremd und bleich, in
marmorkalten Traumhänden rote Kronen
halten, um die ein Leuchten leise
rinnt.
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Du im Voraus verlorne Geliebte

Du im Voraus verlorne Geliebte,
Nimmergekommene, nicht weiß ich, welche
Töne dir lieb sind. Nicht mehr versuch
ich, dich, wenn das Kommende wogt, zu
erkennen. Alle die großen Bi
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Du meine heilige Einsamkeit

Du meine heilige Einsamkeit, du bist so
reich und rein und weit wie ein
erwachender Garten. Meine heilige
Einsamkeit du - halte die goldenen
Türen zu, vor denen die Wünsche
... weiterlesen


I mulini

Du müde, morsche Mühle, dein Moosrad
feiert Ruh, aus der
Olivenkühle schaut dir der Abend
zu. Der Bach singt wie
verloren Menschenlieder nach, tiefer
über d
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Der Ball

Du Runder, der das Warme aus zwei
Händen im Fliegen, oben, fortgiebt,
sorglos wie sein Eigenes; was in den
Gegenständen nicht bleiben kann, zu
unbeschwert für sie, zu
... weiterlesen


Der Ball

Du Runder, der das Warme aus zwei
Händen im Fliegen, oben, fortgiebt,
sorglos wie sein Eigenes; was in den
Gegenständen nicht bleiben kann, zu
unbeschwert für sie, zu wenig Din
... weiterlesen


Irrlicht.

Du sahst ein Lichtlein
schimmern Allnächtig überm See; Du
hörtest leis es wimmern So matt, so
todesweh. Du fragst, was solch’ ein
spätes Licht soll im nächt’g
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Du sahst in hohe Lichthofmauern

Du sahst in hohe Lichthofmauern und
spieltest still in dumpfem Raum, es lag
ein unverstandnes Trauern auf deinem
blassen Kindheitstraum. Und deine
Tage waren bleiern,
... weiterlesen


Du willst dir einen Pagen küren

Du willst dir einen Pagen küren? Mich
komm erküren, Königin. Mir klingt aus
alten Aventüren ein Sang in
Saitenspiel und Sinn. Ich will ins
weiße Schloß dich führen,
... weiterlesen


Die Bettler

Du wußtest nicht, was den Haufen
ausmacht. Ein Fremder fand Bettler
darin. Sie verkaufen das Hohle aus
ihrer Hand. Sie zeigen dem
Hergereisten ihren Mund voll Mi
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Den wir alle sangen

Du, den wir alle sangen, du einziger
und echter Christ, du Kinderkönig,
der du bist, - ich bin allein: mein
Alles ist entgegen dir gegangen.
Du Mai, vor deinen M
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Lied

Du, der ichs nicht sage, daß ich bei
Nacht weinend liege, deren Wesen mich
Müde macht wie eine Wiege. Du, die
mir nicht sagt, wenn sie
wacht meinetwillen: wie, wenn w
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Lied

Du, der ichs nicht sage, daß ich bei
Nachtweinend liege,deren Wesen mich
müde machtwie eine Wiege.Du, die mir
nicht sagt, wenn sie
wachtmeinetwillen:wie, wenn wir diese
Pra
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Du, Hände, welche immer geben

Du, Hände, welche immer geben, die
müssen blühn von fremdem Glück. Zart
wie ein zartes Birkenbeben, bleibt von
dem gebenden Erleben ein
Rhythmenzittern drin zurück.
... weiterlesen


Das XVI. Sonett

Du, mein Freund, bist einsam,
weil.... Wir machen mit Worten und
Fingerzeigen uns allmählich die Welt
zu eigen, vielleicht ihren
schwächsten, gefährlichsten Teil. Wer
zeigt mit Fi
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Du

Du: ein Schloß an
wellenschweren, atlasblassen
Abendmeeren - und in seinen
säulenhehren Sälen warten Preis und
Prunk, uns zu ehren: Weil wir beide
wiederkehr
... weiterlesen


Zukunft.

Ei, schummert die Leinwand des Lebens
mir grau Das Schicksal mit
Wehmutsgerinsel, Dann tauch’ ich
getrost in der Hoffnung Blau Hinein
meinen durstigen Pinsel. Da mal’
ich
... weiterlesen


Sehnsucht.

Ein Aar, dem niemand Halt gebot, Ist
Sehnsucht. Über Tal und Hügel Schwebt
er auf mondbeglänztem Flügel Zu der
Erfüllung Morgenrot. Stolz kann er,
wenn der Flug gelingt,
... weiterlesen


Falter und Rose.

Ein Falter, der begehrte Die Rose.
Loser Knab’! Die Rose aber
wehrte Sein stürmisch Werben ab. Und
wie er fort auch mühte sich, Und
keinen Deut die Blüte wich, —
... weiterlesen


Die Zaren - II.

Ein Gedicht-Kreis (1899 und
1906) II Noch drohen große Vögel
allenthalben, und Drachen glühn und
hüten überall der Wälder Wunder und
der Schluchten Fall;
... weiterlesen


Die Zaren - III.

Ein Gedicht-Kreis (1899 und
1906) III Seine Diener füttern
mit mehr und mehr ein Rudel von jenen
wilden Gerüchten, die auch noch Er
sind, alles noch Er.
... weiterlesen


Die Zaren - IV.

Ein Gedicht-Kreis (1899 und
1906) IV Es ist die Stunde, da das
Reich sich eitel in seines Glanzes
vielen Spiegeln sieht. Der blasse Zar,
des Stammes letztes Glied,
... weiterlesen


Die Zaren - V.

Ein Gedicht-Kreis (1899 und
1906) V Der blasse Zar wird nicht
am Schwerte sterben, die fremde
Sehnsucht macht ihn sakrosankt; er wird
die feierlichen Reiche erben,
... weiterlesen


Schwarze Katze

Ein Gespenst ist noch wie eine Stelle,
dran dein Blick mit einem Klange
stößt; aber da, an diesem schwarzen
Felle wird dein stärkstes Schauen
aufgelöst: wie ein Toben
... weiterlesen


Schwarze Katze

Ein Gespenst ist noch wie eine
Stelle, Dran dein Blick mit einem Klange
stößt; Aber da, an diesem schwarzen
Felle Wird dein stärkstes Schauen
aufgelöst: Wie ein Tobender, wenn
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Das III. Sonett

Ein Gott vermags. Wie aber, sag mir,
soll ein Mann ihm folgen durch die
schmale Leier? Sein Sinn ist Zwiespalt.
An der Kreuzung zweier Herzwege steht
kein Tempel für Apoll.
... weiterlesen


Ein Händeineinanderlegen

Ein Händeineinanderlegen, ein langer
Kuß auf kühlen Mund, und dann: auf
schimmerweißen Wegen durchwandern wir
den Wiesengrund. Durch leisen,
weißen Blütenregen s
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In der Certosa.

Ein jeder aus der weißen Bruderschaft
vertraut sich pflanzend seinem kleinen
Garten. Auf jedem Beete steht, wer
jeder sei. Und Einer harrt in
heimlichen Hoffahrten, daß ihm im
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Judenfriedhof

Ein Maienabend. - Und der Himmel
flittert vor lauter Lichte. Seine
Marken glühn. Die grauen
Gräbersteine, moosverwittert, deckt
jetzt der Frühling mit dem besten
Blühn; so legt d
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Im Herbst

Ein Riesenspinngewebe,
zieht Altweibersommer durch die Welt
sich;- und der Laurenziberg gefällt
sich im goldig-bläulichen
Habit. Weil er so mild
herübersieht, sucht
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Sie war

Ein unerwünschtes Kind, verstoßen auch
aus der Mutter Nachtgebet, und ewig fern
von jenem Großen, das gebend durch die
Zeiten geht. Sie wünschte wenig - und
nur selten k
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Ein weißes Schloß in weißer Einsamkeit

Ein weißes Schloß in weißer
Einsamkeit. In blanken Sälen
schleichen leise Schauer. Todkrank
krallt das Gerank sich an die
Mauer, und alle Wege weltwärts sind
verschneit.
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Tanagra

Ein wenig gebrannter Erde, die von
großer Sonne gebrannt. Als wäre die
Gebärde einer Mädchenhand auf einmal
nicht mehr vergangen; ohne nach etwas zu
langen zu keinem Ding
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Eine der weißen Vestageweihten

Eine der weißen
Vestageweihten lächelte Gnade dem
Todbereiten, löste ihm von der Stirn
die Schmach. Dann sehnte sie wie eine
Sklavin dem Schreiten des todbefreiten,
schult
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Ich war in ferner Fremde Kind...

Eine singt: Ich war in ferner Fremde
Kind, bis ich mich: arm und zart und
blind - aus meinem Schämen schlich;
ich warte hinter Wald und Wind
gewiss schon lang au
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Duineser Elegien 3

Eines ist, die Geliebte zu singen. Ein
anderes, wehe, jenen verborgenen
schuldigen Fluß-Gott des Bluts. Den sie
von weitem erkennt, ihren Jüngling, was
weiß er selbst von dem Herren der Lus
... weiterlesen


Einmal möcht ich dich wiederschauen

Einmal möcht ich dich
wiederschauen, Park, mit den alten
Lindenalleen, und mit der leisesten
aller Frauen zu dem heiligen Weiher
gehn. Schimmernde Schwäne in
prahlenden Pos
... weiterlesen


Jeremia

Einmal war ich weich wie früher Weizen,
doch, du Rasender, du hast vermocht,
mir das hingehaltne Herz zu reizen,
daß es jetzt wie eines Löwen kocht.
Welchen Mund hast
... weiterlesen


Schlaflied

Einmal wenn ich dich verlier, wirst du
schlafen können, ohne daß ich wie
eine Lindenkrone mich verflüstre
über dir? Ohne daß ich hier wache
und Worte, beinah
... weiterlesen


Die Lehre des Lebens

Eins - lernt man in dem Leben doch:
entbehren, und ganz gewiß - ob früher
oder spät - des jungen Herzens
ungestümes Gähren vergeht. Dann sieht
man tränenlos auf mancher Bahr
... weiterlesen


Christi Höllenfahrt

Endlich verlitten, entging sein Wesen
dem schrecklichen Leibe der Leiden.
Oben. Ließ ihn. Und die Finsternis
fürchtete sich allein und warf an das
Bleiche Fledermäuse heran, i
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Der Ölbaumgarten

Er ging hinauf unter dem grauen
Laub ganz grau und aufgelöst im
Ölgelände und legte seine Stirne
voller Staub tief in das Staubigsein
der heißen Hände. Nach allem dies.
... weiterlesen


Der Ölbaumgarten

Er ging hinauf unter dem grauen
Laub ganz grau und aufgelöst im
Ölgelände und legte seine Stirne
voller Staub tief in das Staubigsein der
heißen Hände. Nach allem dies. Und d
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Der Tod des Dichters

Er lag. Sein aufgestelltes Antlitz
war bleich und verweigernd in den
steilen Kissen, seitdem die Welt und
dieses von ihr Wissen, von seinen Sinnen
abgerissen, zurückfiel an das teilnahm
... weiterlesen


Der Tod des Dichters

Er lag. Sein aufgestelltes Antltz
war bleich und verweigernd in den
steilen Kissen, seitdem die Welt und
dieses von ihr Wissen, von seinen
Sinnen abgerissen, zurückfiel an das
teiln
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Der Magier

Er ruft es an. Es schrickt zusamm und
steht. Was steht? Das Andre; alles,
was nicht er ist, wird Wesen. Und das
ganze Wesen dreht ein raschgemachtes
Antlitz her, das mehr ist.
... weiterlesen


Der Auferstandene

Er vermochte niemals bis zuletzt ihr
zu weigern oder abzuneinen, daß sie
ihrer Liebe sich berühme; und sie
sank ans Kreuz in dem Kostüme eines
Schmerzes, welches ganz besetzt
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Der Tod der Geliebten

Er wußte nur vom Tod was alle wissen:
daß er uns nimmt und in das Stumme
stößt. Als aber sie, nicht von ihm
fortgerissen, nein, leis aus seinen
Augen ausgelöst, hin
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Der Tod der Geliebten

Er wußte nur vom Tod was alle
wissen:daß er uns nimmt und in das
Stumme stößt.Als aber sie, nicht von
ihm fortgerissen,nein, leis aus seinen
Augen ausgelöst,hinüberglitt zu u
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Der Turm

Erd-Inneres. Als wäre dort, wohin du
blindlings steigst, erst
Erdenoberfläche, zu der du steigst im
schrägen Bett der Bäche, die langsam
aus dem suchenden Gerinn der Dunkelheit
e
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Gebet.

Ernster Engel aus Ebenholz: Du riesige
Ruh. Dein Schweigen schmolz noch nie
in den Bränden von Büßerhänden.
Flammenumflehter! Deine Beter sind
stolz:
... weiterlesen


Das V. Sonett

Errichtet keinen Denkstein. Lasst die
Rose nur jedes Jahr zu seinen Gunsten
blühn. Denn Orpheus ists. Seine
Metamorphose in dem und dem. Wir sollen
uns nicht mühn um andre
... weiterlesen


Imaginärer Lebenslauf

Erst eine Kindheit, grenzenlos und
ohne Verzicht und Ziel. O unbewußte
Lust. Auf einmal Schrecken, Schranke,
Schule, Frohne und Absturz in
Versuchung und Verlust. Trotz. Der
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Imaginärer Lebenslauf

Erst eine Kindheit, grenzenlos und
ohne Verzicht und Ziel. O unbewußte
Lust. Auf einmal Schrecken, Schranke,
Schule, Frohne und Absturz in Versuchung
und Verlust. Trotz. Der Gebo
... weiterlesen


Wunderweiße Nächte

Es gibt so wunderweiße Nächte, Drin
alle Dinge Silber sind. Da schimmert
mancher Stern so lind, Als ob er fromme
Hirten brächte Zu einem neuen
Jesuskind. Weit wie mit dic
... weiterlesen


Bei den Kapuzinern

Es hat der Pater Guardian vom
Klosterschnaps mir angeboten; ich kenn
ihn schon, den dunkelroten, der alle
Toten wecken kann. Der Pater sucht
den Schlüssel, klein, dor
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Es kommt in prunkenden Gebreiten

Es kommt in prunkenden Gebreiten der
Abend wie ein leiser Gott. Den Rappen
vor! Jetzt will ich reiten durch
purpurbunte Einsamkeiten in
bügelleichtem Träumertrott. I
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Persisches Heliotrop

Es könnte sein, daß dir der Rose
Lob zu laut erscheint für deine
Freundin: Nimm das schön gestickte
Kraut und überstimm mit dringend
flüsterndem Heliotrop den Bülbül,
der
... weiterlesen


Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde Die
Flockenherde wie ein Hirt, Und manche
Tanne ahnt, wie balde Sie fromm und
lichterheilig wird, Und lauscht
hinaus.  Den weißen Wegen
... weiterlesen


Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde die
Flockenherde wie ein Hirt, und manche
Tanne ahnt, wie balde sie fromm und
lichterheilig wird, und lauscht hinaus.
Den weißen Wegen str
... weiterlesen


Es treibt der Wind im Winterwalde...

Es treibt der Wind im Winterwalde Die
Flockenherde wie ein Hirt, Und manche
Tanne ahnt, wie balde Sie fromm und
lichterheilig wird. Sie lauscht hinaus.
Den weissen Wegen Streckt si
... weiterlesen


Das Lied des Trinkers.

Es war nicht in mir. Es ging aus und
ein. Da wollt ich es halten. Da hielt
es der Wein. (Ich weiß nicht mehr was
es war.) Dann hielt er mir jenes und
hielt mir dies bis ich mich
... weiterlesen


Kindheit

Es wäre gut viel nachzudenken, um von
so Verlornem etwas auszusagen, von
jenen langen
Kindheits-Nachmittagen, die so nie
wiederkamen – und warum? Noch mahnt
es uns: viell
... weiterlesen


Kindheit

Es wäre gut viel nachzudenken, um von
so Verlornem etwas auszusagen, von jenen
langen Kindheits-Nachmittagen, die so
nie wiederkamen - und warum? Noch mahnt
es uns: vielleicht in
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Das X. Sonett

Euch, die ihr nie mein Gefühl
verließt, grüß ich, antikische
Sarkophage, die das fröhliche Wasser
römischer Tage als ein wandelndes Lied
durchfließt. Oder jene so offe
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Abendmahl

EWIGES will zu uns. Wer hat die
Wahl und trennt die großen und
geringen Kräfte? Erkennst du durch das
Dämmern der Geschäfte im klaren
Hinterraum das Abendmahl. wie sie si
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Duineser Elegien 6

Feigenbaum, seit wie lange schon ists
mir bedeutend, wie du die Blüte beinah
ganz überschlägst und hinein in die
zeitig entschlossene Frucht, ungerühmt,
drängst dein reines Geheimnis.
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Mittelböhmische Landschaft

Fern dämmert wogender
Wälder beschatteter Saum. Dann
unterbricht nur hie und da ein
Baum die falbe Fläche hoher
Ährenfelder. Im hellsten Licht keimt
die Kartoffel;
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Flutet mir in diese trübe Reise...

Flutet mir in diese trübe Reise Deines
Herzens warme Bahn entgegen? Nur noch
Stunden und ich werde leise meine Hände
in die deinen legen: o wie lange ruhten
sie nicht aus. Kannst
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Fragst du mich: Was war in deinen Träumen

Fragst du mich: Was war in deinen
Träumen, ehe ich dir meinen Mai
gebracht ? War ein Wald. Der Sturm war
in den Bäumen und auf allen Wegen kam
die Nacht. Waren Burgen die i
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Duineser Elegien 5

Frau Hertha Koenig zugeeignet Wer aber
sind sie, sag mir, die Fahrenden, diese
ein wenig Flüchtigern noch als wir
selbst, die dringend von früh an wringt
ein wem - wem zuliebe n
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Fremd ist, was deine Lippen sagen

Fremd ist, was deine Lippen
sagen, fremd ist dein Haar, fremd ist
dein Kleid, fremd ist, was deine Augen
fragen, und auch aus unsern wilden
Tagen reicht nicht ein leises
Wellenschlag
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Der Nachbar.

Fremde Geige, gehst du mir nach? In
wieviel Städten schon sprach deine
einsame Nacht zu meiner? Spielen dich
hunderte? Spielt dich einer? Giebt
es in allen großen Städ
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Fremdes Rufen. Und wir wählen

Fremdes Rufen. Und wir wählen eine
Gondel, schwarz und schlank: Leises
Gleiten an den Pfählen einer
Marmorstadt entlang. Still. Die
Schiffer nur erzählen sich. Die
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Das XXI. Sonett

Frühling ist wiedergekommen. Die
Erde ist wie ein Kind, das Gedichte
weiß; viele, o viele.... Für die
Beschwerde langen Lernens bekommt sie
den Preis. Streng war ihr Lehre
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Frühling ist wiedergekommen

Frühling ist wiedergekommen. Die
Erde ist wie ein Kind, das Gedichte
weiß; viele, o viele.... Für die
Beschwerde langen Lernens bekommt sie
den Preis. Streng war ihr Lehrer. Wi
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Zum erstenmal seh ich dich aufstehn

Fünf Gesänge Zum erstenmal seh ich
dich aufstehn I Zum erstenmal seh
ich dich aufstehn, hörengesagter,
fernster, unglaublicher Kriegs-Gott.
Wie s
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Für die wir uns die Träume gaben

Für die wir uns die Träume gaben war
eine Nacht so sanft und lind, drin alle
Brunnen Feen haben und auch die
träumerischen Knaben vergessen
Schätze zu ergraben weil alle D
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Fürchte dich nicht...

Fürchte dich nicht, sind die Astern
auch alt, streut der Sturm auch den
welkenden Wald in den Gleichmut des
Sees, - die Schönheit wächst aus der
engen Gestalt; sie wurde reif,
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Brunnen

Ganz verschollen ist die alte, holde
Brunnenpoesie, da aus Tritons
Muschelspalte eine klare Quelle
lallte, die den Gassen Sprache
lieh. Abends bei den Röhrenkasten
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Die Gazelle

Gazella Dorcas Verzauberte: wie kann
der Einklang zweier erwählter Worte je
den Reim erreichen, der in dir kommt
und geht, wie auf ein Zeichen. Aus
deiner Stirne steigen Laub und Le
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Die Gazelle

Gazella Dorcas Verzauberte: wie kann
der Einklang zweier erwählter Worte je
den Reim erreichen, der in dir kommt und
geht, wie auf ein Zeichen. Aus deiner
Stirne steigen Laub und
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Bei den Ursulinen

Geh mittags zu den Ursulinen, wenn man
den Armen Speise trug, da siehst du,
wie in müde Mienen die Not schrieb
ihren Namenszug. Da siehst du
Stirnen, die schon frühe
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Die Brandstätte

Gemieden von dem Frühherbstmorgen, der
mißtrauisch war, lag hinter den
versengten Hauslinden, die das
Heidehaus beengten, ein Neues, Leeres.
Eine Stelle mehr, auf welch
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Bei St. Veit

Gern steh ich vor dem alten Dom; wie
Moder weht es dort, wie Fäule, und
jedes Fenster, jede Säule spricht noch
ihr eignes Idiom. Da hockt ein reich
geschnörkelt Haus
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Gerüchte gehn, die dich vermuten

Gerüchte gehn, die dich vermuten, und
Zweifel gehn, die dich verwischen. Die
Trägen und die
Träumerischen misstrauen ihren eignen
Gluten und wollen, dass die Berge
bluten,
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Für Wolf Graf von Kalckreuth

Geschrieben am 4. und 5. November 1908
in Paris Sah ich dich wirklich nie? Mir
ist das Herz so schwer von dir wie von
zu schwerem Anfang, den man
hinausschiebt. Daß ich dich begänne
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Zueignung an M....

geschrieben am 6. und 8. November
1923 (als Arbeits-Anfang eines neuen
Winters auf Muzot) SCHAUKEL des
Herzens. O sichere, an welchem
unsichtbaren Aste befestigt. Wer, wer
gab dir d
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Gestern hab ich im Traum gesehn...

Gestern hab ich im Traum gesehn einen
Stern in der Stille stehn. Und ich
fühlte: Madonna sprach: Diesem Stern
in der Nacht blüh nach. Und ich
nahm alle Kraft zu Rat.
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Gieb deinem Herzen ein Zeichen...

Gieb deinem Herzen ein Zeichen, daß
die Winde sich drehn. Hoffnung ist
ohne gleichen wenn sie die Göttlichen
sehn. Richte dich auf und verharre
still in dem gro
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Land und Volk

Gott war guter Laune. Geizen ist doch
wohl nicht seine Art; und er lächelte:
da ward Böhmen, reich an tausend
Reizen. Wie erstarrtes Licht liegt
Weizen zwischen Berg
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Stimmungsbild

Graue Dämmerungen hangen überm weiten
Wiesenplan, - müd,. mit rotgelaufnen
Wangen kommt der Tag im Westen
an. Atemlos dort sinkt er nieder hinter
Hängen goldumsäumt,
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Bei St. Heinrich

Hart am Kirchenaltargitter, wo die
Ampel flammt, die matte, schläft ein
alter, alter Ritter unter grauer
Wappenplatte. Lebend hielt er hoch
sein Wappen, sorgte immer
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Das XII. Sonett

Heil dem Geist, der uns verbinden
mag; denn wir leben wahrhaft in
Figuren. Und mit kleinen Schritten gehn
die Uhren neben unserm eigentlichen
Tag. Ohne unsern wahren Platz zu
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Das Marienleben

Heinrich Vogeler dankbar für alten und
neuen Anlaß zu diesen Versen Duino,
Januar 1912 GEBURT MARIAE O was muß
es die Engel gekostet haben, nicht
aufzusingen plöt
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Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr
groß. Leg deinen Schatten auf die
Sonnenuhren, und auf den Fluren laß die
Winde los. Befiehl den letzten
Früchten, voll zu sein; gib ihne
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Heute Abend erweckt mein Herz

Heute Abend erweckt mein Herz seiner
gedenkender Engel Gesang ... Eine
Stimme, fast die meine, verlockt von zu
viel Stille schwingt sich hoch,
entschlossen, nicht mehr
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Seele im Raum

Hier bin ich, hier bin ich, Entrungene,
taumelnd. Wag ichs denn? Werf ich
mich? Fähige waren schon viel
dort, wo ich drängte. Nun wo auch
noch die Mindesten re
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Der Engel

Hin geh ich durch die Malvasinka die
Kinderreih, wo sanft und gut die kleine
Anka oder Ninka in ihrem letzten
Bettchen ruht. Auf einem schmalen
Schollenhügel kniet, g
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Kaiser Rudolf

Hoch auf seiner Himmelswarte über
einer Sternenkarte sitzt der Kaiser
Rudolf dort, forschend, ob der
langerharrte Flugstern, der die Weisen
narrte, streifen würde diesen Ort
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Horch, verhallt nicht ein scheuer

Horch, verhallt nicht ein
scheuer Schrei von den Hängen
her? Aus dem morschen
Klostergemäuer kann der Abend nicht
mehr. Er sucht sich wund an der
Wand. Und mit hilfloser Han
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Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich
Schonung an der Wiesen aufgedecktes
Grau. Kleine Wasser ändern die
Betonung. Zärtlichkeiten,
ungenau, greifen nach der Erde aus
dem Rau
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Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich
Schonung an der Wiesen aufgedecktes
Grau. Kleine Wasser ändern die
Betonung. Zärtlichkeiten,
ungenau, greifen nach der Erde aus dem
Raum.
... weiterlesen


Geburt Christi

Hättest du der Einfalt nicht, wie
sollte dir geschehn, was jetzt die
Nacht erhellt? Sieh, der Gott, der
über Völkern grollte, macht sich
mild und kommt in dir zur Welt.
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Das XVIII. Sonett

Hörst du das Neue, Herr, dröhnen und
beben? Kommen Verkündiger, die es
erheben. Zwar ist kein Hören
heil in dem Durchtobtsein, doch der
Maschinenteil
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Die Stille

Hörst du, Geliebte, ich hebe die Hände
- hörst du: es rauscht... Welche
Gebärde der Einsamen fände sich nicht
von vielen Dingen belauscht? Hörst du,
Geliebte, ich schließe die Lid
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Der Abenteuerer

I Wenn er unter jene welche waren
trat: der Plötzliche, der schien,
war ein Glanz wie von Gefahren in
dem ausgesparten Raum um ihn, den er
lächelnd übe
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David singt vor Saul

I. König, hörst du, wie mein
Saitenspiel Fernen wirft, durch die wir
uns bewegen: Sterne treiben uns
verwirrt entgegen, und wir fallen
endlich wie ein Regen, und es
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Der Gefangene

I. Meine Hand hat nur noch
eine Gebärde, mit der sie
verscheucht; auf die alten
Steine fällt es aus Felsen
feucht. Ich höre nur dieses
Klopfen und mein Herz
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Das I. Sonett

I Atmen, du unsichtbares
Gedicht! Immerfort um das eigne Sein
rein eingetauschter Weltraum.
Gegengewicht, in dem ich mich
rhythmisch ereigne. Einzige Welle, de
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Das Portal

I Da blieben sie, als wäre jene
Flut zurückgetreten, deren großes
Branden an diesen Steinen wusch, bis
sie entstanden; sie nahm im Falle
manches Attribut. aus ihren
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Beguinage

I Das hohe Tor scheint keine
einzuhalten, die Brücke geht gleich
gerne hin und her, und doch sind sicher
alle in dem alten offenen Ulmenhof und
gehen nicht mehr aus i
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Kämpfen

I Ein heißer Eid, ein
gramerpreßter, der leicht von jungen
Lippen rinnt, der machte zur
barmherzgen Schwester fast über Nacht
ein blondes Kind. Des jungen L
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In Dubiis

I Es dringt kein Laut bis her zu
mir von der Nationen wildem
Streite, ich stehe ja auf keiner
Seite; denn Recht ist weder dort noch
hier. Und weil ich nie Hora
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Der Träumer

I Es war ein Traum in meiner Seele
tief. Ich horchte auf den holden
Traum: ich schlief. Just ging ein
Glück vorüber, als ich schlief, und
wie ich träumte, hört ich
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Ich hielt mich überoffen, ich vergaß

I Ich hielt mich überoffen, ich
vergaß dass draußen nicht nur Dinge
sind und voll in sich gewohnte Tiere,
deren Aug aus ihres Lebens Rundung
anders nicht hinaus
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Allerseelen

I Rings liegt der Tag von
Allerseelen voll Wehmut und voll
Blütenduft, und hundert bunte Lichter
schwelen vom Feld des Friedens in die
Luft. Sie senden Palmen
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Sieben Gedichte

I Auf einmal fasst die
Rosenpflückerin die volle Knospe seines
Lebensgliedes, und an dem Schreck des
Unterschiedes schwinden die [linden]
Gärten in ihr hin
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Das Portal

I Da blieben sie, als wäre jene
Flut zurückgetreten, deren großes
Branden an diesen Steinen wusch, bis sie
entstanden; sie nahm im Falle manches
Attribut. aus ihre
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David singt vor Saul

I König, hörst du, wie mein
Saitenspiel Fernen wirft, durch die wir
uns bewegen: Sterne treiben uns verwirrt
entgegen, und wir fallen endlich wie ein
Regen, und es blüht,
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Der Gefangene

I Meine Hand hat nur noch
eine Gebärde, mit der sie
verscheucht; auf die alten Steine fällt
es aus Felsen feucht. Ich höre nur
dieses Klopfen und mein Herz h
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Die Spitze

I Menschlichkeit: Namen schwankender
Besitze, noch unbestätigter Bestand von
Glück: ist das unmenschlich, daß zu
dieser Spitze, zu diesem kleinen dichten
Spitzenstück zw
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Abisag

I Sie lag. Und ihre Kinderarme
waren von Dienern um den Welkenden
gebunden, auf dem sie lag die süßen
langen Stunden, ein wenig bang vor
seinen vielen Jahren. Und m
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Auf der Welt allein

Ich bin auf der Welt zu allein und doch
nicht allein genug um jede Stunde zu
weihn. Ich bin auf der Welt zu gering
und doch nicht klein genug um vor dir
zu sein wie ein Ding,
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Das Lied des Blinden.

Ich bin blind, ihr draußen, das ist ein
Fluch, ein Widerwillen, ein
Widerspruch, etwas täglich Schweres.
Ich leg meine Hand auf den Arm der
Frau, meine graue Hand auf ihr graue
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Das Lied der Waise.

Ich bin Niemand und werde auch Niemand
sein. Jetzt bin ich ja zum Sein noch
zu klein; aber auch später.
Mütter und Väter, erbarmt euch
mein. Zwar es lohnt nich
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Ich bin nur einer deiner Ganzgeringen

Ich bin nur einer deiner
Ganzgeringen, der in das Leben aus der
Zelle sieht und der, den Menschen
ferner als den Dingen, nicht wagt zu
wägen, was geschieht. Doch willst du
mich vor
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Ich bin so jung

Ich bin so jung. Ich möchte jedem
Klange, der mir vorüberrauscht, mich
schaudernd schenken, und willig in des
Windes liebem Zwange, wie Windendes
über dem Gartengange, will me
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Vorgefühl.

Ich bin wie eine Fahne von Fernen
umgeben. Ich ahne die Winde, die
kommen, und muß sie leben, während
die Dinge unten sich noch nicht rühren:
die Türen schließen noch sanft, und
in
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Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum

Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum.
Dort wo die Kinder schläfern, heiß
vom Hetzen, dort wo die Alten sich zu
Abend setzen, und Herde glühn und
hellen ihren Raum.
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Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum

Ich bin zu Hause zwischen Tag und
Traum. Dort wo die Kinder schläfern,
heiß vom Hetzen, dort wo die Alten sich
zu Abend setzen, und Herde glühn und
hellen ihren Raum. Ich bin z
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Ich bin, du Ängstlicher

Ich bin, du Ängstlicher. Hörst du mich
nicht mit allen meinen Sinnen an dir
branden? Meine Gefühle, welche Flügel
fanden, umkreisen weiß dein
Angesicht. Siehst du nicht meine Se
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Ich denke an Frauen aus lichten Legenden

Ich denke an Frauen aus lichten
Legenden. Sie erschauern in scheuem
Schmerz. Und in hellen heiligen
Händen bringen sie weinend ihr weißes
Herz schreiten einsam durch weite
Gelände
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Ich finde Dich in allen diesen Dingen

Ich finde dich in allen diesen
Dingen, denen ich gut und wie ein
Bruder bin; als Samen sonnst du dich in
den geringen und in den großen giebst
du groß dich hin. Das ist das
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Ich fühle mich oft mitten im Alltagsmühn

Ich fühle mich oft mitten im
Alltagsmühn Wenn mein Wesen
dürstet: Alltagsabend und
Sonntagsfrühn Hat mich dennoch
gefürstet. Ich weiß oft mitten im
Alltagsgrau:
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Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort...

Ich fürchte mich so vor der Menschen
Wort. Sie sprechen alles so deutlich
aus: Und dieses heißt Hund und jenes
heißt Haus, und hier ist Beginn und
das Ende ist dort. M
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Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

Ich fürchte mich so vor der Menschen
Wort. Sie sprechen alles so deutlich
aus: Und dieses heißt Hund und jenes
heißt Haus, und hier ist Beginn und das
Ende ist dort. Mich bangt
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Die Dinge singen hör ich so gern

Ich fürchte mich so vor der Menschen
Wort. Sie sprechen alles so deutlich
aus: Und dieses heißt Hund und jenes
heißt Haus, und hier ist Beginn und das
Ende ist dort. Mich bangt
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Ich geh dir nach, wie aus der dumpfen Zelle

Ich geh dir nach, wie aus der dumpfen
Zelle ein Halbgeheilter schreitet: in
der Helle mit hellen Händen winkt ihm
der Jasmin. Ein Atemholen hebt ihn von
der Schwelle, - er tastet vo
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Ich geh dir nach, wie aus der dumpfen Zelle...

Ich geh dir nach, wie aus der dumpfen
Zelle ein Halbgeheilter schreitet: in
der Helle mit hellen Händen winkt ihm
der Jasmin. Ein Atemholen hebt ihn von
der Schwelle, - er tastet vorwä
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Ich geh jetzt immer den gleichen Pfad

Ich geh jetzt immer den gleichen Pfad:
am Garten entlang, wo die Rosen grad
Einem sich vorbereiten; aber ich
fühle: noch lang, noch lang ist das
alles nicht mein Empfang,
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Das Lied des Bettlers.

Ich gehe immer von Tor zu Tor,
verregnet und verbrannt; auf einmal
leg ich mein rechtes Ohr in meine
rechte Hand. Dann kommt mir meine
Stimme vor als hätt ich sie nie ge
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Ich gehe unter roten Zweigen

Ich gehe unter roten Zweigen und suche
einen späten Strauß. Weiß nicht vor
Glück wo ein und aus, mir ist so neu,
mir ist so eigen: Mein Lieb ist müd
und ist zu Haus.
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Ich ging durch ein Land, durch ein trauriges Land

Ich ging durch ein Land, durch ein
trauriges Land. Wie auf leerer Wiege
ein Wiegenband lag der blasse Fluß auf
dem flachen Sand, darüber aus nassem
Nebelgewand reckte die Weide die
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Alles noch nie Gesagte

Ich glaube an Alles noch nie
Gesagte. Ich will meine frömmsten
Gefühle befrein. Was noch keiner zu
wollen wagte, wird mir einmal
unwillkürlich sein. Ist das
vermessen, mei
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Ich habe Hymnen, die ich schweige

Ich habe Hymnen, die ich schweige. Es
giebt ein Aufgerichtet sein, darin ich
meine Sinne neige: du siebst mich groß
und ich bin klein. Du kannst mich
dunkel unterscheiden von
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Der Letzte.

Ich habe kein Vaterhaus, und habe auch
keines verloren; meine Mutter hat mich
in die Welt hinaus geboren. Da steh
ich nun in der Welt und geh in die
Welt immer tiefer hin
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Ich habe viele Brüder in Soutanen

Ich habe viele Brüder in Soutanen im
Süden, wo in Klöstern Lorbeer
steht. Ich weiß, wie menschlich sie
Madonnen planen und träume oft von
jungen Tizianen, durch die der Gott in
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Der kleine Tod

Ich kann nicht glauben, dass der kleine
Tod, dem wir doch täglich übern
Scheitel schauen, uns eine Sorge bleibt
und eine Not. Ich kann nicht glauben,
dass er ernsthaft droht;
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Ich komme aus meinen Schwingen heim

Ich komme aus meinen Schwingen
heim, mit denen ich mich verlor. Ich
war Gesang, und Gott, der Reim, rauscht
noch in meinem Ohr. Ich werde wieder
still und schlicht, un
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Der Lesende.

Ich las schon lang. Seit dieser
Nachmittag, mit Regen rauschend, an
den Fenstern lag. Vom Winde draußen
hörte ich nichts mehr: mein Buch war
schwer. Ich sah ihm in die Blätter
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Ich lebe grad

Ich lebe grad, da das Jahrhundert
geht. Man fühlt den Wind von einem
großen Blatt, das Gott und du und ich
beschrieben hat und das sich hoch in
fremden Händen dreht. Man f
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Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

Ich lebe mein Leben in wachsenden
Ringen, die sich über die Dinge
ziehn. Ich werde den letzten vielleicht
nicht vollbringen, aber versuchen will
ich ihn. Ich kreise um Gott,
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Ich lebe mein Leben...

Ich lebe mein Leben in wachsenden
Ringen, die sich über die Dinge
ziehen. Ich werde den letzten vielleicht
nicht vollbringen, aber versuchen will
ich ihn. Ich kreise um Gott, um
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Vrchliky

Ich lehn im Armstuhl, im bequemen, wo
oft ich Ungemach vergaß, müd nicken
krause Chrysanthemen im hohen
Venezianerglas. Ich las in einem Band
Gedichte gar lange; wie
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Ich lese es heraus

Ich lese es heraus aus deinem Wort, aus
der Geschichte der Gebärden, mit
welchen deine Hände um das
Werden sich ründeten, begrenzend,
warm und weise. Du sagtest leben laut
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Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz

Ich liebe dich, du sanftestes
Gesetz, an dem wir reiften, da wir mit
ihm rangen; du großes Heimweh, das wir
nicht bezwangen, du Wald, aus dem wir
nie hinausgegangen, du Lied, das wi
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Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz...

Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz, an
dem wir reiften, da wir mit ihm
rangen; du großes Heimweh, das wir
nicht bezwangen, du Wald, aus dem wir
nie hinausgegangen, du Lied, das wir mi
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Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden

Ich liebe meines Wesens
Dunkelstunden, in welchen meine Sinne
sich vertiefen; in ihnen hab ich, wie
in alten Briefen, mein täglich Leben
schon gelebt gefunden und wie Legende
weit u
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Ich liebe vergessene Flurmadonnen

Ich liebe vergessene Flurmadonnen, die
ratlos warten auf irgendwen, und
Mädchen, die an einsame
Bronnen, Blumen im Blondhaar, träumen
gehn. Und Kinder, die in die Sonne
sin
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Ich ließ meinen Engel lange nicht los

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen und
wurde klein, und ich wurde groß: und
auf einmal war ich das Erbarmen, und
er eine zitternde Bitte bl
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Der junge Bildner

Ich muß nach Rom; in unser
Städtchen kehr ich aufs Jahr mit Ruhm
zurück; nicht weinen; sieh, geliebtes
Mädchen, ich mach in Rom mein
Meisterstück. Er sprachs; dann zog e
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Ich mußte denken unverwandt

Ich mußte denken unverwandt, wie ich
einst zwischen schwarzen Pinien den
tiefen Frühling sinnen fand, als ich
vor deiner Schönheit stand und durch
der Scheitel dunkle Linien
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Ich möchte dir ein Liebes schenken...

ich möchte dir ein Liebes schenken, das
dich mir zur Vertrauten macht: aus
meinem Tag ein Deingedenken und einen
Traum aus meiner Nacht. Mir ist, daß
wir uns selig fänden
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Ich möchte draußen dir begegnen

Ich möchte draußen dir begegnen, wenn
Mai auf Wunder Wunder häuft, und wenn
ein leises Seelensegnen von allen
Zweigen niederträuft. Wenn bis zum
Wegkreuz auf, zum schlank
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Der Knabe.

Ich möchte einer werden so wie die,
die durch die Nacht mit wilden Pferden
fahren, mit Fackeln, die gleich
aufgegangnen Haaren in ihres Jagens
großem Winde wehn. Vorn möcht ic
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Der Knabe

Ich möchte einer werden so wie die, die
durch die Nacht mit wilden Pferden
fahren, mit Fackeln, die gleich
aufgegangnen Haaren in ihres Jagens
großem Winde wehn. Vorn möcht ich
stehen
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Zum Einschlafen zu sagen.

Ich möchte jemanden einsingen, bei
jemandem sitzen und sein. Ich möchte
dich wiegen und kleinsingen und
begleiten schlafaus und schlafein. Ich
möchte der Einzige sein im Haus,
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Zum Einschlafen zu sagen

Ich möchte jemanden einsingen, bei
jemandem sitzen und sein. Ich möchte
dich wiegen und kleinsingen und
begleiten schlafaus und schlafein. Ich
möchte der Einzige sein im Haus, d
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Ich möchte Purpurstreifen spannen

Ich möchte Purpurstreifen spannen und
möchte füllen bis zum Rand mit
Balsamöl aus Onyxkannen die
Blumenlampen, die entbrannt im Mittag
flammen, und verbrennen bis wir uns
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Ich möchte Purpurstreifen spannen...

Ich möchte Purpurstreifen spannen und
möchte füllen bis zum Rand mit
Balsamöl aus Onyxkannen die
Blumenlampe, die entbrannt im Mittag
flammen, und verbrennen bis wir uns mit
de
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Ich möchte werden wie die ganz Geheimen

Ich möchte werden wie die ganz
Geheimen: Nicht auf der Stirne die
Gedanken denken, nur eine Sehnsucht
reichen in den Reimen, mit allen
Blicken nur ein leises Keimen, mit
meinem
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Ich schreite einsam weiter. Mir zuhäupten

Ich schreite einsam weiter. Mir
zuhäupten fühl ich den Frühling in
den Zweigen zittern. Und einmal werde
ich mit unbestäubten Sandalen warten
an den Garten gittern. Und d
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Der Schauende.

Ich sehe den Bäumen die Stürme an,
die aus laugewordenen Tagen an meine
ängstlichen Fenster schlagen, und
höre die Fernen Dinge sagen, die ich
nicht ohne Freund ertragen,
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Der Schauende

Ich sehe den Bäumen die Stürme an, die
aus laugewordenen Tagen an meine
ängstlichen Fenster schlagen, und höre
die Fernen Dinge sagen, die ich nicht
ohne Freund ertragen, nicht
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Ich sehne oft nach einer Mutter mich

Ich sehne oft nach einer Mutter
mich, nach einer stillen Frau mit
weißen Scheiteln. In ihrer Liebe
blühte erst mein Ich; sie könnte
jenen wilden Haß vereiteln, der eisig
sich in
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Ich war bei den ältesten Mönchen

Ich war bei den ältesten Mönchen, den
Malern und Mythenmeldern, die schrieben
ruhig Geschichten und zeichneten Runen
des Ruhms. Und ich seh dich in meinen
Gesichten mit Winden, Wassern und Wäld
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Ich war ein Kind und träumte viel...

Ich war ein Kind und träumte viel und
hatte noch nicht Mai; da trug ein Mann
sein Seitenspiel an unserm Hof vorbei.
Da hab ich bange aufgeschaut: `O
Mutter, lass mich fr
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Das arme Kind

Ich weiß ein Mädchen, eingefallen die
Wangen. - War ein leichtes Tuch die
Mutter; und des Vaters Fluch fiel in
ihr erstes Lallen. Die Armut blieb
ihr treu die Jahre,
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Barbaren

Ich weiß von einem Riesenparke dort,
wo die Stadt sich schon verliert; jetzt
nagt die Axt an seinem Marke, sie
sagen: er wird parzelliert. Das ist
der Fürstenpark Clam-Gall
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Der Rätselhafte

Ich weiß: Du bist der Rätselhafte, um
den die Zeit in Zögern stand. O wie so
schön ich dich erschaffte in einer
Stunde, die mich straffte, in einer
Hoffahrt meiner Hand.
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Ich will nicht langen

Ich will nicht langen nach dem lauten
Leben und keinen fragen nach dem
fremden Tage: Ich fühle, wie ich
weiße Blüten trage, die in der
Kühle ihre Kelche heben. Es dr
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Begegnung in der Kastanien-Allee

Ihm ward des Eingangs grüne Dunkelheit
kühl wie ein Seidenmantel umgegeben
den er noch nahm und ordnete: als eben
am andern transparenten Ende, weit,
aus grüner Sonne,
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Begegnung in der Kastanien-Allee

Ihm ward des Eingangs grüne
Dunkelheit kühl wie ein Seidenmantel
umgegeben den er noch nahm und ordnete:
als eben am andern transparenten Ende,
weit, aus grüner Sonne, wie aus
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Ihr Mädchen seid wie die Kähne...

Ihr Mädchen seid wie die Kähne; an
die Ufer der Stunden seid ihr immer
gebunden, - darum bleibt ihr so
bleich; ohne hinzudenken, wollt ihr
den Winden euch schenken:
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Ihr vielen unbestürmten Städte

Ihr vielen unbestürmten Städte, habt
ihr euch nie den Feind ersehnt? O dass
er euch belagert hätte ein langes
schwankendes Jahrzehnt. Bis ihr ihn
trostlos und in Trauern,
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Gebet für die Irren und Sträflinge

Ihr, von denen das Sein leise sein
großes Gesicht wegwandte: ein
vielleicht Seiender spricht
draußen in der Freiheit langsam bei
Nacht ein Gebet: Daß e
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Siegen

II Der Tag beginnt sich kaum zu
lichten; `Heut sei im Glauben stark wie
nie und geh mit Gott an deine
Pflichten: Es ist ein Fall von
Diphtherie ....` Sie pfleg
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Jugend-Bildnis meines Vaters

Im Auge Traum. Die Stirn wie in
Berührung mit etwas Fernem. Um den
Mund enorm viel Jugend, ungelächelte
Verführung, und vor der vollen
schmückenden Verschnürung der
schlanken ad
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Jugend-Bildnis meines Vaters

Im Auge Traum. Die Stirn wie in
Berührung mit etwas Fernem. Um den Mund
enorm viel Jugend, ungelächelte
Verführung, und vor der vollen
schmückenden Verschnürung der
schlanken adelig
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Das Kloster

Im Dämmerdustgeschwel ist schon die
Stadt zerronnen, hoch steht das Haus
der Nonnen des Ordens von
Carmel. Der Abend hüpft
hangab vorbei mit Feuergarben und w
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Im flachen Land war ein Erwarten...

Im flachen Land war ein Erwarten nach
einem Gast, der niemals kam; noch
einmal fragt der bange Garten, dann
wird sein Lächeln langsam lahm. Und
in den müßigen Moräste
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Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris Sein
Blick ist vom Vorübergehn der
Stäbe so müd geworden, daß er nichts
mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend
Stäbe gäbe und hinter tausen
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Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris Sein Blick
ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd
geworden, daß er nichts mehr hält. Ihm
ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und
hinter tausend St
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Im Schlosse mit den roten Zinken

Im Schlosse mit den roten Zinken wär
ich so gern des Abends Gast. Die
Fenster glühn, die Falten sinken, und
meine weißen Wünsche winken mir aus
dem lodernden Palast.
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Im Sommer

Im Sommer trägt ein kleiner
Dampfer auf Moldauwogen uns nach
Zlichov zu jenem Kirchlein, hoch und
frei. Im blauen Nebel schwindet
Smichov; - zur Rechten Flächen braun
von Ampfer,
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Im Traume malte ich ein Triptychon

Im Traume malte ich ein
Triptychon: Licht in der Mitte
stand dein Mutterthron. Du wiesest
lächelnd hin zum linken Rahmen, und
meine Tochter nanntest du beim Namen
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Bangnis.

Im welken Walde ist ein Vogelruf, der
sinnlos scheint in diesem welken Walde.
Und dennoch ruht der runde Vogelruf
in dieser Weile, die ihn schuf,
breit wie ein Himmel auf dem wel
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Immer ist mir, daß die leisen

Immer ist mir, daß die leisen Gondeln
durch Kanäle reisen irgend jemand zum
Empfang; denn das Warten dauert
lang, und das Volk ist arm und
krank, und die Kinder sind wie Wai
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Immer wieder, ob wir der Liebe Landschaft

Immer wieder, ob wir der Liebe
Landschaft auch kennen und den kleinen
Kirchhof mit seinen klagenden Namen
und die furchtbar verschweigende
Schlucht, in welcher die andern enden:
immer wi
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In diesem Dorfe steht das letzte Haus

In diesem Dorfe steht das letzte
Haus so einsam wie das letzte Haus der
Welt. Die Straße, die das kleine
Dorf nicht hält, geht langsam weiter
in die Nacht hinaus. D
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Hetären-Gräber

In ihren langen Haaren liegen sie mit
braunen, tief in sich gegangenen
Gesichtern. Die Augen zu wie vor zu
vieler Ferne. Skelette, Munde, Blumen.
In den Munden die glatten Zähne wie ein
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Die Kathedrale

In jenen kleinen Städten, wo herum die
alten Häuser wie ein Jahrmarkt
hocken der sie bemerkt hat plötzlich
und, erschrocken, die Buden zumacht und,
ganz zu und stumm, die Schre
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Corrida

In memoriam Montez, 1830 Seit er,
klein beinah, aus dem Toril ausbrach,
aufgescheuchten Augs und Ohrs, und den
Eigensinn des Picadors und die
Bänderhaken wie im Spiel
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Aus einer Sturmnacht II.

In solchen Nächten gehn die
Gefängnisse auf. Und durch die bösen
Träume der Wächter gehn mit leisem
Gelächter die Verächter ihrer
Gewalt. Wald! Sie kommen zu dir, um in
di
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Aus einer Sturmnacht III.

In solchen Nächten ist auf einmal Feuer
in einer Oper. Wie ein Ungeheuer
beginnt der Riesenraum mit seinen
Rängen Tausende, die sich in ihm
drängen, zu kauen. Männer
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Aus einer Sturmnacht I.

In solchen Nächten kannst du in den
Gassen Zukünftigen begegnen, schmalen
blassen Gesichtern, die dich nicht
erkennen und dich schweigend
vorüberlassen. Aber wenn sie zu reden
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Aus einer Sturmnacht VI.

In solchen Nächten sind alle die
Städte gleich, alle beflaggt. Und
an den Fahnen vom Sturm gepackt und
wie an Haaren hinausgerissen in irgend
ein Land mit ungewissen Um
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Aus einer Sturmnacht VII.

In solchen Nächten werden die
Sterbenden klar, greifen sich leise
ins wachsende Haar, dessen Halme aus
ihres Schädels Schwäche in diesen
langen Tagen treiben, als wollten sie
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Aus einer Sturmnacht V.

In solchen Nächten wissen die
Unheilbaren: wir waren... Und sie
denken unter den Kranken einen
einfachen guten Gedanken weiter, dort,
wo er abbrach. Doch von den Söhnen
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Aus einer Sturmnacht IV.

In solchen Nächten, wie vor vielen
Tagen, fangen die Herzen in den
Sarkophagen vergangner Fürsten wieder
an zu gehn; und so gewaltig drängt
ihr Wiederschlagen gegen die Kapsel
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In tiefen Nächten grab ich dich, du Schatz

In tiefen Nächten grab ich dich, du
Schatz. Denn alle Überflüsse, die ich
sah, sind Armut und armsäliger
Ersatz für deine Schönheit, die noch
nie geschah. Aber der Weg
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Irgendwo muß es Paläste geben

Irgendwo muß es Paläste geben, drin
die Fenster von Staub verschnein; in
der Säle hallende Reihn tauchen tote
Tage hinein: Gestalten wallen, es warnt
der Schrein; und kein
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Östliches Taglied

Ist dieses Bette nicht wie eine
Küste, ein Küstenstreifen nur, darauf
wir liegen? Nichts ist gewiß als deine
hohen Brüste, die mein Gefühl in
Schwindeln überstiegen. De
... weiterlesen


Östliches Taglied

Ist dieses Bette nicht wie eine
Küste, ein Küstenstreifen nur, darauf
wir liegen? Nichts ist gewiß als deine
hohen Brüste, die mein Gefühl in
Schwindeln überstiegen. Denn di
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Ist ein Schloss...

Ist ein Schloss. Das vergehende Wappen
über dem Tor. Wipfel wachsen wie
flehende Hände höher davor. In
das langsam versinkende Fenster stieg
eine blinkende
... weiterlesen


Das VI. Sonett

Ist er ein Hiesiger? Nein, aus
beiden Reichen erwuchs seine weite
Natur. Kundiger böge die Zweige der
Weiden, wer die Wurzeln der Weiden
erfuhr. Geht ihr zu Bette, so lasst
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Die Liebende (2)

Ja ich sehne mich nach dir. Ich
gleite mich verlierend selbst mir aus
der Hand, ohne Hoffnung, daß ich Das
bestreite, was zu mir kommt wie aus
deiner Seite ernst und unbeirrt und
unverw
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Ja, früher, wenn ich an dich dachte

Ja, früher, wenn ich an dich
dachte, wie Wunder wars: ein Mai
erwachte um dich im Aureolenglanz, und
meine Sehnsucht träumte sachte um
deine Stirne einen Kranz. Jetz
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Die Flamingos

Jardin des Plantes, Paris In
Spiegelbildern wie von Fragonard ist
doch von ihrem Weiß und ihrer Röte
nicht mehr gegeben, als dir einer
böte, wenn er von seiner Freundi
... weiterlesen


Die Flamingos

Jardin des plantes, Paris In
Spiegelbildern wie von Fragonard ist
doch von ihrem Weiß und ihrer
Röte nicht mehr gegeben, als dir einer
böte, wenn er von seiner Freundin
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Das Karussell

Jardin du Luxembourg Mit einem Dach
und seinem Schatten dreht sich eine
kleine Weile der Bestand von bunten
Pferden, alle aus dem Land, das lange
zögert, eh es untergeht.
... weiterlesen


Das Karussell

Jardin du Luxembourg Mit einem Dach und
seinem Schatten dreht sich eine kleine
Weile der Bestand von bunten Pferden,
alle aus dem Land, das lange zögert, eh
es untergeht.
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Duineser Elegien 2

Jeder Engel ist schrecklich. Und
dennoch, weh mir, ansing ich euch, fast
tödliche Vögel der Seele, wissend um
euch. Wohin sind die Tage Tobiae, da der
Strahlendsten einer stand an der einfac
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Delphine

Jene Wirklichen, die ihrem Gleichen
überall zu wachsen und zu wohnen
gaben, fühlten an verwandten Zeichen
Gleiche in den aufgelösten Reichen,
die der Gott, mit triefenden Trit
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Jetzt reifen schon die roten Berberitzen

Jetzt reifen schon die roten
Berberitzen, alternde Astern atmen
schwach im Beet. Wer jetzt nicht reich
ist, da der Sommer geht, wird immer
warten und sich nie besitzen. Wer j
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Jetzt sind sie alle schon selber Frauen...

Jetzt sind sie alle schon selber Frauen.
Haben Kinder und Träume verloren,
und Kinder geboren und Kinder
geboren, und sie wissen: in diesen
Toren werden wir alle in Gram
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Der Novembertag

Kalter Herbst vermag den Tag zu
knebeln, seine tausend Jubelstimmen
schweigen; hoch vom Domturm wimmern gar
so eigen Sterbeglocken in
Novembernebeln. Auf den nassen
Dächern
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Kann mir einer sagen...

Kann mir einer sagen, wohin ich mit
meinem Leben reiche? Ob ich nicht auch
noch im Sturme streiche und als Welle
wohne im Teiche, und ob ich nicht
selbst noch die blasse, bleiche
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Kannst du die alten Lieder noch spielen

Kannst du die alten Lieder noch
spielen? Spiele, Liebling. Sie wehn
durch mein Weh wie die Schiffe mit
silbernen Kielen, die nach heimlichen
Inselzielen treiben im leisen Abendsee.
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Klage um Antinous

Keiner begriff mir von euch den
bithynischen Knaben (daß ihr den
Strom anfaßtet und von ihm hübt...).
Ich verwohnte ihn zwar. Und dennoch
wir haben ihn nur mit Schwere erfüllt
und f
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Der Tod Mosis

Keiner, der finstere nur gefallene Engel
wollte; nahm Waffen, trat tödlich
den Gebotenen an. Aber schon wieder
klirrte er hin rückwärts, aufwärts,
schrie in die Himmel: Ich k
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Aus dem dreißigjährigen Kriege

Kohlenskizze in Callots Manier 1.
Krieg Finster ist die Welt geworden,
- darum Dörfer rasch entloht! und die
Welt ist grau; - drum rot färbt sie
durch das Mo
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Komm ich heimwärts oft von weiten Wegen

Komm ich heimwärts oft von weiten
Wegen, bin ich leise und mein Aug ist
klar. Dann ersehn ich blondes
Kinderhaar, leise meine Hände
hinzulegen. Und ein Wort, an das nur
Kin
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komm wann du sollst

komm wann du sollst. Dies alles wird
durch mich hindurchgegangen sein zu
deinem Atem. Ich habs, um
deinetwillen, namenlos lang angesehen
mit dem Blick der Armut und so geliebt
al
... weiterlesen


Der kleine Dráteník

Kommt so ein Bursche, ein
junger, Mausfallen, Siebe am
Rücken, folgt mir durch Gassen und
Brücken: «Herr, ich hab `türkischen
Hunger`. Nur einen Krajcar, nur
einen
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Karl der Zwölfte von Schweden reitet in der Ukrai

Könige in Legenden sind wie Berge im
Abend. Blenden jeden, zu dem sie sich
wenden. Die Gurte! um ihre Lenden
und die lastenden Mantelenden sind
Länder und Leben wert.
... weiterlesen


Königinnen seid ihr und reich...

Königinnen seid ihr und reich. Um die
Lieder noch reicher als blühende
Bäume. Nicht wahr, der Fremdling
ist bleich? Aber noch viel, viel
bleicher sind seine Li
... weiterlesen


Königinnen seid ihr und reich

Königinnen seid ihr und reich. Um die
Lieder noch reicher als blühende
Bäume. Nicht wahr, der Fremdling ist
bleich? Aber noch viel, viel
bleicher sind seine Lieblingsträ
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Der Junggeselle

Lampe auf den verlassenen Papieren,
und ringsum Nacht bis weit hinein ins
Holz der Schränke. Und er konnte sich
verlieren an sein Geschlecht, das nun
mit ihm zerschmolz; ihm sch
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Das Bett

Laß sie meinen, daß sich in privater
Wehmut löst, was einer dort bestritt.
Nirgend sonst als da ist ein Theater;
reiß den hohen Vorhang fort -: da
tritt vor den Chor
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Die Heiligen drei Könige.

Legende Einst als am Saum der
Wüsten sich auftat die Hand des Herrn
wie eine Frucht, die sommerlich
verkündet ihren Kern, da war ein
Wunder: Fern erkann
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Lehnen im Abendgarten beide

Lehnen im Abendgarten beide, lauschen
lange nach irgendwo. `Du hast Hände
wie weiße Seide ...` Und da staunt
sie: `Du sagst das so ...` Etwas ist
in den Garten getreten,
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Lehnen im Abendgarten beide...

Lehnen im Abendgarten beide, lauschen
lange nach irgendwo. `Du hast Hände wie
weiße Seide...` Und da staunt sie: `Du
sagst das so...` Etwas ist in den
Garten getreten. und
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Leise ruft der Buchenwald

Leise ruft der Buchenwald. Winkt mit
seinen jungen Zweigen weit hinaus ins
Wiesenschweigen. Kommt mein blonder
Liebling bald mir die tiefen Wege
zeigen, wo die Lichter
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Leise weht ein erstes Blühn

Leise weht ein erstes Blühn von den
Lindenbäumen, und, in meinen Träumen
kühn, seh ich dich im
Laubengrün hold im ersten
Muttermühn Kinderhemdchen säumen.
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Kreuzigung

Längst geübt, zum kahlen Galgenplatze
irgend ein Gesindel hinzudrängen,
ließen sich die schweren Knechte
hängen, dann und wann nur eine große
Fratze kehrend nach de
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Mach mich zum Wächter deiner Weiten

Mach mich zum Wächter deiner
Weiten, mach mich zum Horchenden am
Stein, gib mir die Augen
auszubreiten auf deiner Meere
Einsamsein; laß mich der Flüsse Gang
begleiten aus d
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Manchmal fühlt sie: Das Leben ist groß

Manchmal fühlt sie: Das Leben ist
groß, wilder, wie Ströme, die
schäumen, wilder, wie Sturm in den
Bäumen. Und leise läßt sie die
Stunden los und schenkt ihre Seele den
Träum
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Manchmal fühlt sie

Manchmal fühlt sie: Das Leben ist
groß, wilder, wie Ströme, die
schäumen, wilder, wie Sturm in den
Bäumen. Und ]eise läßt sie die
Stunden los und schenkt ihre Seele den
Träumen.
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Manchmal geschieht es in tiefer Nacht...

Manchmal geschieht es in tiefer Nacht,
dass der Wind wie ein Kind erwacht,
und er kommt die Alleen allein
leise, leise ins Dorf herein. Und
er tastet bis an den Teich,
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Manchmal noch empfind ich

Manchmal noch empfind ich völlig
jenen Kinder-Jubel, ihn: da ein Laufen
von den Hügellehnen schon wie Neigung
schien. Da Geliebt-Sein noch nicht
band und mühte, und
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Manchmal steht einer auf beim Abendbrot

Manchmal steht einer auf beim
Abendbrot und geht hinaus und geht und
geht und geht, - weil eine Kirche wo im
Osten steht. Und seine Kinder segnen
ihn wie tot. Und ein
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Maria, du weinst...

Maria, du weinst, - ich weiß. Und
da möcht ich weinen zu deinem Preis.
Mit der Stirne auf Steinen weinen...
Deine Hände sind heiß; könnt
ich
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Martyrinnen.

Martyrin ist sie. Und als harten Falls
mit einem Ruck das Beil durch ihre
kurze Jugend ging, da legte sich der
feine rote Ring um ihren Hals, und war
der erste Schmuck, d
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Mein Leben hat das gleiche Kleid und Haar

Mein Leben hat das gleiche Kleid und
Haar wie aller alten Zaren
Sterbestunde. Die Macht entfremdete
nur meinem Munde, doch meine Reiche,
die ich schweigend runde, versammeln
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Mein Leben ist

Mein Leben ist nicht diese steile
Stunde, darin du mich so eilen
siehst. Ich bin ein Baum vor meinem
Hintergrunde, ich bin nur einer meiner
vielen Munde und jener, welcher sich am
fr
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Mein Ruder sang

Mein Ruder sang: Poppé, fahr zu! Ein
Volk von Sklaven drängt sich im
Hafen um nüchterne Feste, und die
Paläste können nicht
schlafen. Poppé, fahr zu!
... weiterlesen


Der Sohn.

Mein Vater war ein verbannter König
von überm Meer. Ihm kam einmal ein
Gesandter: sein Mantel war ein
Panther, und sein Schwert war schwer.
Mein Vater war wie i
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Meine frühverliehnen Lieder

Meine frühverliehnen Lieder oft in
der Ruh überrankter Ruinen sang ich
dem Abend sie zu. Hätte sie gerne
zu Ronden aneinandergereiht, einer
erwachsenen
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Das Lied des Zwerges.

Meine Seele ist vielleicht grad und gut;
aber mein Herz, mein verbogenes Blut,
alles das, was mir wehe tut, kann
sie nicht aufrecht tragen. Sie hat
keinen Garten, sie hat kein Be
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Am Rande der Nacht.

Meine Stube und diese Weite, wach
über nachbetendem Land, - ist Eines.
Ich bin eine Saite, über rauschende
breite Resonanzen gespannt. Die
Dinge sind Geigenleib
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Mir ist oft, daß ich fragen müßt

Mir ist oft, daß ich fragen
müßt: Du, Mutter, was hast du
gesungen, eh deinem blassen, blonden
Jungen der Schlaf die Wangen warm
geküßt? Hattest du damals sehr viel
Gram
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Mir ist, als ob ich alles Licht verlöre

Mir ist, als ob ich alles Licht
verlöre. Der Abend naht und heimlich
wird das Haus; ich breite einsam beide
Arme aus, und keiner sagt mir, wo ich
hingehöre. Wozu hab ich am
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Mir ist: ich muß dir den Brautnachtstrauß

Mir ist: ich muß dir den
Brautnachtstrauß weit aus dem Abend
bringen. Ich geh in die goldene Stunde
hinaus, und die Fenster leuchten am
letzten Haus, drin spielende Kinder
singen.
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Mir war so weh. Ich sah dich blaß und bang

Mir war so weh. Ich sah dich blaß und
bang. Das war im Traum. Und deine Seele
klang. Ganz leise tönte meine Seele
mit, und beide Seelen sangen sich: Ich
litt. Da wu
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Mir wird mein helles Haar zur Last

Mir wird mein helles Haar zur Last,
als wäre darin verwühlt ein
dunkler Limonenast, der schon in
seinem Blühn verblasst und schwerer
wird, weil er schon fast erfüllt
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Mit einem Ast

Mit einem Ast, der jenem niemals
glich, wird Gott, der Baum, auch einmal
sommerlich verkündend werden und aus
Reife rauschen; in einem Lande, wo die
Menschen lauschen, wo jeder ähn
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Der Engel

Mit einem Neigen seiner Stirne weist er
weit von sich was einschränkt und
verpflichtet; denn durch sein Herz geht
riesig aufgerichtet das ewig Kommende
das kreist. Die tiefen Him
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Buddha in der Glorie

Mitte aller Mitten, Kern der Kerne,
Mandel, die sich einschließt und
versüßt, - dieses Alles bis an alle
Sterne ist dein Fruchtfleisch: Sei
gegrüßt. Sieh, du fühlst
... weiterlesen


An die Musik

Musik: Atem der Statuen.
Vielleicht: Stille der Bilder. Du
Sprache wo Sprachen enden. Du
Zeit, die senkrecht steht auf der
Richtung vergehender Herzen. Gefühle
zu wem? O du
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Das Volkslied

Nach einer Kartonskizze des Herrn
Liebscher Es legt dem Burschen auf
die Stirne die Hand der Genius so
lind, daß mit des Liedes
Silberzwirne er seiner Liebsten Herz
umspinnt
... weiterlesen


Auswanderer-Schiff

Neapel Denk daß einer heiß und
glühend flüchte, und die Sieger
wären hinterher, und auf einmal
machte der Flüchtende kurz,
unerwartet, Kehr gegen Hunderte -
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Vor-Ostern

Neapel Morgen wird in diesen
tiefgekerbten Gassen, die sich durch
getürmtes Wohnen unten dunkel nach
dem Hafen drängen, hell das Gold der
Prozessionen rollen; s
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Der Balkon

Neapel Von der Enge, oben, des
Balkones angeordnet wie von einem
Maler und gebunden wie zu einem
Strauß alternder Gesichter und
ovaler, klar im Abend, sehn sie i
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Die Versuchung

Nein, es half nicht, daß er sich die
scharfen Stacheln einhieb in das geile
Fleisch; alle seine trächtigen Sinne
warfen unter kreißendem Gekreisch
Frühgeburten schief
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Nennt ihr das Seele, was so zage zirpt

Nennt ihr das Seele, was so zage
zirpt in euch? Was, wie der Klang der
Narrenschellen, um Beifall bettelt und
um Würde wirbt, und endlich arm ein
armes Sterben stirbt im Weihrauchab
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Mariae Verkündigung

Nicht daß ein Engel eintrat (das
erkenn), erschreckte sie. Sowenig
andre, wenn ein Sonnenstrahl oder der
Mond bei Nacht in ihrem Zimmer sich zu
schaffen macht, auffahren -, pfle
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Gong

Nicht mehr für Ohren...:Klang, der,
wie ein tieferes Ohr, uns, scheinbar
Hörende, hört. Umkehr der Räume.
Entwurf innerer Welten im Frein...,
Tempel vor ihrer Geburt,
... weiterlesen


O Lacrimosa, II

Nichts als ein Atemzug ist das Leere,
und jenes grüne Gefülltsein der
schönen Bäume: ein Atemzug! Wir, die
Angeatmeten noch, heute noch
Angeatmeten, zählen diese, der Erde, la
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Mariae Heimsuchung

Noch erging sie`s leicht im Anbeginne,
doch im Steigen manchmal ward sie
schon ihres wunderbaren Leibes inne, -
und dann stand sie, atmend, auf den
hohn Judenbergen. Aber
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Noch fast gleichgültig...

Noch fast gleichgültig ist dieses
Mit-dir-sein... Doch über ein Jahr
schon, Erwachsenere, kann es vielleicht
dem Einen, der dich gewahrt, unendlich
bedeuten: Mit dir sein! Ist Z
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Die Insel

Nordsee I Die nächste Flut
verwischt den Weg im Watt, und alles
wird auf allen Seiten gleich; die
kleine Insel aber draußen hat die
Augen zu; verwirrend kreist der D
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Die Insel

Nordsee I Die nächste Flut verwischt
den Weg im Watt,und alles wird auf
allen Seiten gleich; die kleine Insel
aber draußen hat die Augen zu;
verwirrend kreist der
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Der Auszug des verlorenen Sohnes

Nun fortzugehn von alle dem
Verworrnen, das unser ist und uns doch
nicht gehört, das, wie das Wasser in
den alten Bornen, uns zitternd spiegelt
und das Bild zerstört; von allem die
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Der Auszug des verlorenen Sohnes

Nun fortzugehn von alle dem
Verworrnen, das unser ist und uns doch
nicht gehört, das, wie das Wasser in
den alten Bornen, uns zitternd spiegelt
und das Bild zerstört; von allem
diesen,
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Winterliche Stanzen

Nun sollen wir versagte Tage lange
ertragen in des Widerstandes Rinde;
uns immer wehrend, nimmer an der Wange
das Tiefe fühlend aufgetaner Winde.
Die Nacht ist stark, doch von s
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Winterliche Stanzen

Nun sollen wir versagte Tage
langeertragen in des Widerstandes
Rinde;uns immer wehrend, nimmer an der
Wangedas Tiefe fühlend aufgetaner
Winde.Die Nacht ist stark, doch von so
fernem Gan
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Das VIII. Sonett

Nur im Raum der Rühmung darf die
Klage gehn, die Nymphe des geweinten
Quells, wachend über unserm
Niederschlage, dass er klar sei an
demselben Fels, der die Tore trägt
und
... weiterlesen


Das IX. Sonett

Nur wer die Leier schon hob auch unter
Schatten, darf das unendliche
Lob ahnend erstatten. Nur wer mit
Toten vom Mohn aß, von dem
ihren, wird nicht den leisest
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Duineser Elegien 4

O Bäume Lebens, o wann winterlich? Wir
sind nicht einig. Sind nicht wie die
Zug- vögel verständigt. Überholt und
spät, so drängen wir uns plötzlich
Winden auf und fallen ein auf t
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Das IV. Sonett

O dieses ist das Tier, das es nicht
giebt. Sie wusstens nicht und habens
jeden Falls - sein Wandeln, seine
Haltung, seinen Hals, bis in des
stillen Blickes Licht - geliebt. Z
... weiterlesen


Eranna an Sappho

O du wilde weite Werferin: Wie ein Speer
bei andern Dingen lag ich bei den
Meinen. Dein Erklingen warf mich weit.
Ich weiß nicht, wo ich bin. Mich kann
keiner wiederbringen.
... weiterlesen


Das XXIII. Sonett

O erst dann, wenn der Flug nicht mehr
um seinetwillen wird in die
Himmelstillen steigen, sich selber
genug, um in lichten Profilen, als
das Gerät, das gelang,
... weiterlesen


Shawl, O Flucht aus

O Flucht aus uns und Zu-Flucht in den
Shawl, und, um die stille Mitte, das
Begehren, es möchte noch einmal und
noch einmal die unerhörte Blume
wiederkehren die sich vol
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Das IV. Sonett

O ihr zärtlichen, tretet zuweilen in
den Atem, der euch nicht meint, lasst
ihn an eueren Wangen sich
teilen, hinter euch zittert er, wieder
vereint. O ihr Seligen, o ihr Hei
... weiterlesen


Liebesanfang

O Lächeln, erstes Lächeln, unser
Lächeln. Wie war das Eines: Duft der
Linden atmen, Parkstille hören -,
plötzlich in einander aufschaun und
staunen bis heran ans Lächeln.
... weiterlesen


Geburt Mariae

O was muß es die Engel gekostet haben,
nicht aufzusingen plötzlich, wie man
aufweint, da sie doch wußten: in
dieser Nacht wird dem Knaben die
Mutter geboren, dem Einen, der bald
ersch
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Opfer

O wie blüht mein Leib aus jeder
Ader duftender, seitdem ich dich
erkenn; sieh, ich gehe schlanker und
gerader, und du wartest nur-: wer bist
du denn? Sieh: ich fühle, wie ich mi
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Klage.

O wie ist alles fern und lange
vergangen. Ich glaube, der Stern,
von welchem ich Glanz empfange, ist
seit Jahrtausenden tot. Ich glaube, im
Boot, das vorüberfuhr
... weiterlesen


Die große Nacht

Oft anstaunt ich dich, stand an gestern
begonnenem Fenster, stand und staunte
dich an. Noch war mir die neue Stadt
wie verwehrt, und die unüberredete
Landschaft finsterte hin, als wäre
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Oft denk ich auf der Alltagsreise

Oft denk ich auf der Alltagsreise der
Nacht, und daß ein Traum mir
frommt, der mir mit Lippen, kühl und
leise, die schwüle Stirne küssen
kommt. Dann sehn ich mich, die St
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Die Entführung

Oft war sie als Kind ihren Dienerinnen
entwichen, um die Nacht und den Wind
(weil sie drinnen so anders sind)
draußen zu sehn an ihrem Beginnen;
doch keine Sturmnacht ha
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Oh wie fühl ich still zu dir hinüber

Oh wie fühl ich still zu dir
hinüber, oh wie gehen mir von deinem
Bild steigende Gefühle flutend
über. Ungeheuer ist mein Herz
gewillt. In dem Raume, den ich in mich
schaute
... weiterlesen


Der Fremde

Ohne Sorgfalt, was die Nächsten
dächten, die er müde nichtmehr
fragen hieß, ging er wieder fort;
verlor, verließ -. Denn er hing an
solchen Reisenächten anders als
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Die Gruppe

Paris Als pflückte einer rasch zu
einem Strauß: ordnet der Zufall
hastig die Gesichter, lockert sie auf
und drückt sie wieder dichter,
ergreift zwei ferne, läßt ein
... weiterlesen


Der Blinde

Paris Sieh, er geht und unterbricht
die Stadt, die nicht ist auf seiner
dunkeln Stelle, wie ein dunkler Sprung
durch eine helle Tasse geht. Und wie
auf einem Blatt
... weiterlesen


Tränen, Tränen, die aus mir brechen

Paris, Spätherbst 1913 Tränen,
Tränen, die aus mir brechen, Mein Tod,
Mohr, Träger meines Herzens, halte mich
schräger, daß sie abfließen. Ich will
sprechen Sc
... weiterlesen


Der Marmor-Karren

Paris Auf Pferde, sieben ziehende,
verteilt, verwandelt Niebewegtes sich in
Schritte; denn was hochmütig in des
Marmors Mitte an Alter, Widerstand und
All verweilt,
... weiterlesen


Pfauenfeder

Pfauenfeder: in deiner Feinheit
sondergleichen, wie liebte ich dich
schon als Kind. Ich hielt dich für ein
Liebeszeichen, das sich an
silberstillen Teichen in kühler Nacht
d
... weiterlesen


Dame auf einem Balkon

Plötzlich tritt sie, in den Wind
gehüllt, licht in Lichtes, wie
herausgegriffen, wahrend jetzt die
Stube wie geschliffen hinter ihr die
Türe füllt dunkel wie der Grun
... weiterlesen


Purpurrote Rosen binden

Purpurrote Rosen binden möcht ich mir
für meinen Tisch und, verloren unter
Linden, irgendwo ein Mädchen
finden, klug und blond und
träumerisch. Möchte seine Händ
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Künstler-Los.

Rasch rollt das Zelt! Komödianten,
fahrende Leute. Gestern ins Städtchen
erst, aber schon heute    
      Fort in die
Welt! Flott angespannt!
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Das VI. Sonett

Rose, du thronende, denen im
Altertume warst du ein Kelch mit
einfachem Rand. Uns aber bist du die
volle zahllose Blume, der
unerschöpfliche Gegenstand. In
deinem Reichtum s
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Duineser Elegien 8

Rudolf Kassner zugeeignet Mit allen
Augen sieht die Kreatur das Offene. Nur
unsre Augen sind wie umgekehrt und ganz
um sie gestellt als Fallen, rings um
ihren freien Ausgang.
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Die Braut.

Ruf mich, Geliebter, ruf mich laut!
Laß deine Braut nicht so lange am
Fenster stehn. In den alten
Platanenalleen wacht der Abend nicht
mehr: sie sind leer. Und k
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Die Braut

Ruf mich, Geliebter, ruf mich laut! Laß
deine Braut nicht so lange am Fenster
stehn. In den alten Platanenalleen wacht
der Abend nicht mehr: sie sind
leer. Und kommst du mi
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Das VII. Sonett

Rühmen, das ists! Ein zum Rühmen
Bestellter, ging er hervor wie das Erz
aus des Steins Schweigen. Sein Herz, o
vergängliche Kelter eines den Menschen
unendlichen Weins. Ni
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Der Hraschin

Schau so gerne die verwetterte Stirn
der alten Hofburg an; schon der Blick
des Kindes kletterte dort hinan. Und
es grüßen selbst die
eiligen Moldauwellen den Hradsch
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Schau, wie die Zypressen schwärzer werden...

Schau, wie die Zypressen schwärzer
werden in den Wiesengründen, und auf
wen in den unbetretbaren Alleen die
Gestalten mit den Steingebärden
weiterwarten, die uns übersehn.
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Der Berg

Sechsunddreißig Mal und hundert Mal
hat der Maler jenen Berg geschrieben,
weggerissen, wieder hingetrieben
(sechsunddreißig Mal und hundert Mal)
zu dem unbegreiflichen
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Sei allem Abschied voran...

Sei allem Abschied voran, als wäre er
hinter dir, wie der Winter, der eben
geht. Denn unter Wintern ist einer so
endlos Winter, daß, überwinternd, dein
Herz überhaupt übersteht.
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Seine Hände blieben wie blinde Vögel

Seine Hände blieben wie blinde
Vögel, die, um Sonne betrogen, wenn
die andern über die Wogen zu den
währenden Lenzen zogen, in der
leeren, entlaubten Linde wehren mü
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Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht

Seit mich mein Engel nicht mehr
bewacht, kann er frei seine Flügel
entfalten und die Stille der Sterne
durchspalten, - denn er muss meiner
einsamen Nacht nicht mehr ängstlichen

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Die Sonnenuhr

Selten reicht ein Schauer feuchter
Fäule aus dem Gartenschatten, wo
einander Tropfen fallen hören und ein
Wander- vogel lautet, zu der Säule, die
in Majoran und Koriander steht
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Der Alchimist

Seltsam verlächelnd schob der Laborant
den Kolben fort, der halbberuhigt
rauchte. Er wußte jetzt, was er noch
brauchte, damit der sehr erlauchte
Gegenstand da drin ents
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Senke dich, du langsame Serale...

Senke dich, du langsame Serale, das
aus feierlichen Fernen fließt. Ich
empfange dich, ich bin die Schale, die
dich fasst und hält und nicht
vergießt. Stille dich und w
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Der letzte Graf von Brederode entzieht sich türki

Sie folgten furchtbar; ihren bunten
Tod von ferne nach ihm werfend,
während er verloren floh, nichts
weiter als: bedroht. Die Ferne seiner
Väter schien nicht mehr für ihn
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Die Engel.

Sie haben alle müde Münde und helle
Seelen ohne Saum. Und eine Sehnsucht
(wie nach Sünde) geht ihnen manchmal
durch den Traum. Fast gleichen sie
einander alle;
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Leichen-Wäsche

Sie hatten sich an ihn gewöhnt. Doch
als die Küchenlampe kam und unruhig
brannte im dunkeln Luftzug, war der
Unbekannte ganz unbekannt. Sie wuschen
seinen Hals, und da
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Das Lied des Idioten.

Sie hindern mich nicht. Sie lassen mich
gehn. Sie sagen es könne nichts
geschehn. Wie gut. Es kann nichts
geschehn. Alles kommt und kreist
immerfort um den heiligen Geist,
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Absaloms Abfall

SIE hoben sie mit Geblitz: der Sturm
aus den Hörnern schwellte seidene,
breitgewellte Fahnen. Der herrlich
Erhellte nahm im hochoffenen
Zelte, das jauchzendes Volk umstellte,
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Magnifikat

Sie kam den Hang herauf, schon schwer,
fast ohne an Trost zu glauben,
Hoffnung oder Rat; doch da die hohe
tragende Matrone ihr ernst und stolz
entgegentrat und alles wu
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Magnificat

Sie kam den Hang herauf, schon schwer,
fast ohne an Trost zu glauben,
Hoffnung oder Rat; doch da die hohe
tragende Matrone ihr ernst und stolz
entgegentrat und alles wuß
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Abisag

Sie lag. Und ihre Kinderarme waren von
Dienern um den Welkenden gebunden, auf
dem sie lag die süßen langen
Stunden, ein wenig bang vor seinen
vielen Jahren. Und manchmal wa
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Der Wahnsinn.

Sie muß immer sinnen: Ich bin... ich
bin... Wer bist du denn, Marie? Eine
Königin, eine Königin! In die Kniee
vor mir, in die Knie! Sie muß immer
weinen: Ich war... i
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Die Erblindende

Sie saß so wie die anderen beim
Tee. Mir war zuerst, als ob sie ihre
Tasse ein wenig anders als die andern
fasse. Sie lächelte einmal. Es tat
fast weh. Und als man schließlich sic
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Die Erblindende

Sie saß so wie die anderen beim
Tee. Mir war zuerst, als ob sie ihre
Tasse ein wenig anders als die andern
fasse. Sie lächelte einmal. Es tat fast
weh. Und als man schließlich
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Das Abendmahl.

Sie sind versammelt, staunende
Verstörte, um ihn, der wie ein Weiser
sich beschließt und der sich
fortnimmt denen er gehörte und der an
ihnen fremd vorüberfließt. Die alte
E
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Die Waise

Sie trollten sich. Es war ein schlecht
Begängnis,- die letzte Klasse. Keine
Glocke klang. Die Kleine sann: Lang war
die Mutter krank, durch Jahre war die
Stube ihr Gefängnis. Sie s
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Sie war

Sie war: Ein unerwünschtes Kind,
verstoßen auch aus der Mutter
Nachtgebet, und ewig fern von jenem
Großen, das gebend durch die Zeiten
geht. Sie wünschte w
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Das Lied des Aussätzigen.

Sieh ich bin einer, den alles verlassen
hat. Keiner weiß in der Stadt von
mir, Aussatz hat mich befallen. Und
ich schlage mein Klapperwerk, klopfe
mein trauriges Augenmerk
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Gesang der Frauen an den Dichter

Sieh, wie sich alles auftut: so sind
wir; denn wir sind nichts als solche
Seligkeit. Was Blut und Dunkel war in
einem Tier, das wuchs in uns zur Seele
an und schreit als Seel
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Gesang der Frauen an den Dichter

Sieh, wie sich alles auftut: so sind
wir; denn wir sind nichts als solche
Seligkeit. Was Blut und Dunkel war in
einem Tier, das wuchs in uns zur Seele
an und schreit als Seele wei
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Die Schwestern

Sieh, wie sie dieselben
Möglichkeiten anders an sich tragen und
verstehn, so als sähe man verschiedne
Zeiten durch zwei gleiche Zimmer
gehn. Jede meint die andere zu
stützen,
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Die Liebenden

Sieh, wie sie zueinander erwachsen:in
ihren Adern wird alles Geist.Ihre
Gestalten beben wie Achsen,um die es
heiß und hinreißend kreist.Dürstende,
und sie bekommen zu trinken,Wa
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Die Hand

Siehe die kleine Meise, hereinverirrte
ins Zimmer: zwanzig Herzschläge lang
lag sie [in] einer Hand.
Menschenhand. Einer zu schützen
entschlossenen. Unbesitzend beschü
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Siehe, ich wußte es sind

Siehe, ich wußte es sind solche, die
nie den gemeinsamen Gang lernten
zwischen den Menschen; sondern der
Aufgang in plötzlich entatmete
Himmel war ihr Erstes. Der Flug durc
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Der Käferstein

Sind nicht Sterne fast in deiner Nähe
und was giebt es, das du nicht
umspannst, da du dieser harten
Skarabäe Karneolkern gar nicht fassen
kannst ohne jenen Raum, der ih
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So angestrengt wider die starke Nacht...

So angestrengt wider die starke Nacht
werfen sie ihre Stimmen ins
Gelächter, das schlecht verbrennt. O
aufgelehnte Welt voll Weigerung. Und
atmet doch den Raum, in dem die Stern
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Das Jüngste Gericht

So erschrocken, wie sie nie erschraken,
ohne Ordnung, oft durchlocht und
locker, hocken sie in dem geborstnen
Ocker ihres Ackers, nicht von ihren
Laken abzubringen, die s
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So ist mein Tagwerk

So ist mein Tagwerk, über dem mein
Schatten liegt wie eine Schale. Und bin
ich auch wie Laub und Lehm, sooft ich
bete oder male ist Sonntag, und ich bin
im Tale ein jubelndes
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Vom Abschiednehmen

So lass uns Abschied nehmen wie zwei Sterne,
durch jenes Übermaß von Nacht getrennt,
das eine Nähe ist, die sich an Ferne
erprobt und an dem Fernsten sich erkennt.
So milde wie Erinnerung

So milde wie Erinnerung duften im
Zimmer die Mimosen. Doch unser Glaube
steht in Rosen, und unser großes
Glück ist jung. Sind wir denn schon
vom Glück umglänzt? Ne
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Pietá

So seh ich, Jesus, deine Füße
wieder, die damals eines Jünglings
Füße waren, da ich sie bang
entkleidete und wusch; wie standen sie
verwirrt in meinen Haaren und wie ein
weißes
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Blaue Hortensie

So wie das letzte Grün in
Farbentiegeln sind diese Blätter,
trocken, stumpf und rauh, hinter den
Blütendolden, die ein Blau nicht auf
sich tragen, nur von ferne spiegeln.
... weiterlesen


Blaue Hortensie

So wie das letzte Grün in
Farbentiegeln sind diese Blätter,
trocken, stumpf und rauh, hinter den
Blütendolden, die ein Blau nicht auf
sich tragen, nur von ferne
spiegeln. Sie s
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Das II. Sonett

So wie dem Meister manchmal das
eilig nähere Blatt den wirklichen
Strich abnimmt: so nehmen oft Spiegel
das heilig einzige Lächeln der
Mädchen in sich, wenn sie den Morgen
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Ein Frauenschicksal

So wie der König auf der Jagd ein
Glas ergreift, daraus zu trinken,
irgendeines, - und wie hernach der
welcher es besaß es fortstellt und
verwahrt als wär es keines: so hob vie
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Fremde Familie

So wie der Staub, der irgendwie beginnt
und nirgends ist, zu unerklärtem
Zwecke an einem leeren Morgen in der
Ecke in die man sieht, ganz rasch zu
Grau gerinnt, so bildeten sie
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Josuas Landtag

So wie der Strom am Ausgang seine
Dämme durchbricht mit seiner Mündung
Übermaß, so brach nun durch die
Ältesten der Stämme zum letztenmal
die Stimme Josuas. Wie waren d
... weiterlesen


Josuas Landtag

So wie der Strom am Ausgang seine
Dämme durchbricht mit seiner Mündung
Übermaß, so brach nun durch die
Ältesten der Stämme zum letztenmal die
Stimme Josuas. Wie waren die ge
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Selbstgeworfnes

Solang du Selbstgeworfnes fängst, ist
alles Geschicklichkeit und läßlicher
Gewinn -; erst wenn du plötzlich
Fänger wirst des Balles, den eine ewige
Mitspielerin dir zuwarf, deiner M
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Das XXIV. Sonett

Sollen wir unsere uralte Freundschaft,
die großen niemals werbenden Götter,
weil sie der harte Stahl, den wir
streng erzogen, nicht kennt,
verstoßen oder sie plötzlich suchen
auf einer
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Aus der Kinderzeit

Sommertage auf der `Golka` ... Ich, ein
Kind noch. - Leise her, aus dem
Gasthaus klingt die Polka, und die Luft
ist sonnenschwer. Sonntag ists. - Es
liest Helene lieb
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Sonne verlodert am Himmelsrain

Sonne verlodert am Himmelsrain. Durch
ernteverarmte Krumen waten die Weiber
feldein. An den verschimmernden
Schienenreihn beim Bahnhüterhäuschen,
sommerallein, sinnen Sonnen
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Das III. Sonett

Spiegel noch nie hat man wissend
beschrieben, was ihr in euerem Wesen
seid. Ihr, wie mit lauter Löchern von
Sieben erfüllten Zwischenräume der
Zeit. Ihr, noch des leeren S
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Englar im Epplan

Später Weg. Die Hütten kauern, und
das dumpfe Dorf schläft ein. Ernste
Türme seh ich dauern, weit aus weißen
Blütenschauern wächst ihr
Weltverlorensein. Abendbr
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Adam

Staunend steht er an der Kathedrale
steilem Aufstieg, nah der Fensterrose,
wie erschreckt von der Apotheose,
welche wuchs und ihn mit einem Male
niederstellte über die u
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Das XI. Sonett

Steh den Himmel. Heißt kein Sternbild
»Reiter«? Denn dies ist uns seltsam
eingeprägt: dieser Stolz aus Erde. Und
ein Zweiter, der ihn treibt und hält
und den er tragt. I
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Im Kreuzgang von Loretto

Still ist es in dem Kreuzgang, in dem
alten, wo über krausen
Säulenarabesken herniederschaun aus
halbverwischten Fresken geheimnisvolle
Heiligengestalten. Wo eine Wachsmado
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Maitag

Still! - Ich hör, wie an
Geländen leicht der Wind
vorüberhüpft, wie die Sonne
Strahlenenden an Syringendolden
knüpft. Stille rings. Nur ein
geblähter Frosch häl
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Konstanz

Tag ist so todesweh. Müd gießt er aus
goldenen Kelchen Wein in den
Bergesschnee. Hoch schüchtert, scheu
wie ein Reh, ein Stern überm
Uferschleh, und ziere, zittern
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Der Turm

Tour St.-Nicolas, Furnes Erd-Inneres.
Als wäre dort, wohin du blindlings
steigst, erst Erdenoberfläche, zu der
du steigst im schrägen Bett der
Bäche, die langsam aus dem suche
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Die Darstellung Mariae im Tempel

Um zu begreifen, wie sie damals war,
mußt du dich erst an eine Stelle
rufen, wo Säulen in dir wirken; wo du
Stufen nachfühlen kannst; wo Bogen
voll Gefahr den Abgrund eines Ra
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Argwohn Josephs

Und der Engel sprach und gab sich Müh
an dem Mann, der seine Fäuste ballte:
Aber siehst du nicht an jeder Falte,
daß sie kühl ist wie die
Gottesfrüh. Doch der andre
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Und dieser Frühling macht dich bleicher

Und dieser Frühling macht dich
bleicher, in weite Wiesen will dein
Fuß, dein Lied wird leis, dein Wort
wird weicher, und deine Hände werden
reicher mit jedem Wink, mit jedem Gruß
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Und du warst schön. In deinem Auge schien

Und du warst schön. In deinem Auge
schien sich Nacht und Sonne sieghaft zu
versöhnen. Und Hoheit hüllte wie ein
Hermelin dich ein: So kam dich meine
Liebe krönen. Und meine näch
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In der Dämmerung

Und einmal lös ich in der
Dämmerung der Pinien von Schulter und
vom Schoß mein dunkles Kleid wie eine
Lüge los und tauche in die Sonne
bleich und bloß und zeige meinem
Meere: ic
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Das II. Sonett

Und fast ein Mädchen wars und ging
hervor aus diesem einigen Glück von
Sang und Leier und glänzte klar durch
ihre Frühlingsschleier und machte sich
ein Bett in meinem Ohr.
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Den Königen sei Grausamkeit

Und Gott befiehlt mir, dass ich
schriebe: Den Königen sei
Grausamkeit. Sie ist der Engel vor der
Liebe, und ohne diesen Bogen
bliebe mir keine Brücke in die Zeit.
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Abendschweigen

Und ich ahne: in dem Abendschweigen ist
ein einstiger Opferbrauch; tiefer
atmend hebt sich jeder Hauch: ein
Erfüllen will sich niederneigen zu
dem schwarzen hingekni
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Und reden sie dir jetzt von Schande

Und reden sie dir jetzt von Schande, da
Schmerz und Sorge dich durchirrt, - o,
lächle, Weib! Du stehst am Rande des
Wunders, das dich weihen
wird. Fühlst du in dir das sche
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Gott im Mittelalter

Und sie hatten Ihn in sich erspart und
sie wollten, daß er sei und richte, und
sie hängten schließlich wie
Gewichte (zu verhindern seine
Himmelfahrt) an ihn ihrer großen Kathe
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Sappho an Alkaïos (Fragment)

Und was hättest du mir denn zu
sagen, und was gehst du meine Seele
an, wenn sich deine Augen
niederschlagen vor dem nahen
Nichtgesagten? Mann, sieh, uns hat
das Sagen dieser
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Fortschritt.

Und wieder rauscht mein tiefes Leben
lauter, als ob es jetzt in breitern
Ufern ginge. Immer verwandter werden
mir die Dinge und alle Bilder immer
angeschauter. Dem Namenlosen fü
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Sappho an Eranna

Unruh will ich über dich
bringen, schwingen will ich dich,
umrankter Stab. Wie das Sterben will ich
dich durchdringen und dich weitergeben
wie das Grab an das Alles: allen diesen
Dingen
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Unsere Träume sind Marmorhermen

Unsere Träume sind Marmorhermen, die
wir in unsere Tempel stellen, und sie
mit unseren Kränzen erhellen und sie
mit unseren Wünschen erwärmen. Unsere
Worte sind goldene Büste
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Das Kind

Unwillkürlich sehn sie seinem Spiel
lange zu; zuweilen tritt das runde
seiende Gesicht aus dem Profil, klar
und ganz wie eine volle Stunde,
welche anhebt und zu Ende sch
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Die Kurtisane

Venedigs Sonne wird in meinem Haar ein
Gold bereiten: aller Alchemie erlauchten
Ausgang. Meine Brauen, die den Brücken
gleichen, siehst du sie hinführen ob
der lautlosen Gefahr
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Die Treppe der Orangerie

Versailles Wie Könige die schließlich
nur noch schreiten fast ohne Ziel, nur
um von Zeit zu Zeit sich den
Verneigenden auf beiden Seiten zu zeigen
in des Mantels Einsamkeit -:
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An Hölderlin

Verweilung, auch am Vertrautesten nicht,
ist uns gegeben; aus den erfüllten
Bildern stürzt der Geist zu
plötzlich zu füllenden; Seeen sind
erst im Ewigen. Hier ist Fallen das
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Das XIII. Sonett

Voller Apfel, Birne und
Banane, Stachelbeere... Alles dieses
spricht Tod und Leben in den Mund...
Ich ahne... Lest es einem Kind vom
Angesicht, wenn es sie erschmeckt.
Dies k
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Das Heimatlied

Vom Feld klingt ernste Weise; weiß
nicht, wie mir geschieht ... `Komm her,
du Tschechenmädchen, sing mir ein
Heimatlied.` - Das Mädchen läßt
die Sichel, ist hier
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Am Strande

Vorüber die Flut. Noch braust es
fern. Wild Wasser und oben Stern an
Stern. Wer sah es wohl, O selig
Land, Wie dich die
Welle Überwand.
... weiterlesen


Am Strande

Vorüber die Flut. Noch braust es
fern. Wild Wasser und oben Stern an
Stern. Wer sah es wohl, O selig
Land, Wie dich die
Welle Überwand. Noch braus
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Der Stylit

Völker schlugen über ihm zusammen,
die er küren durfte und verdammen;
und erratend, daß er sich verlor,
klomm er aus dem Volksgeruch mit
klammen Händen einen Säulenschaft e
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Das XIX. Sonett

Wandelt sich rasch auch die Welt wie
Wolkengestalten, alles Vollendete
fällt heim zum Uralten. Über dem
Wandel und Gang, weiter und
freier, währt noch dein V
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Wandelt sich rasch auch die Welt

Wandelt sich rasch auch die Welt wie
Wolkengestalten, alles Vollendete
fällt heim zum Uralten. Über dem
Wandel und Gang, weiter und
freier, währt noch dein Vor-Gesa
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Die Anfahrt

War in des Wagens Wendung dieser
Schwung? War er im Blick, mit dem man
die barocken Engelfiguren, die bei
blauen Glocken im Felde standen voll
Erinnerung, annahm und hiel
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Die Anfahrt

War in des Wagens Wendung dieser
Schwung? War er im Blick, mit dem man
die barocken Engelfiguren, die bei
blauen Glocken im Felde standen voll
Erinnerung, annahm und hielt und
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Warst du ein Kind in froher Schar

Warst du ein Kind in froher Schar, dann
kannst dus freilich nicht erfassen, wie
es mir kam, den Tag zu hassen als ewig
feindliche Gefahr. Ich war so fremd und
so verlassen, da
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Der Goldschmied

Warte! Langsam! droh ich jedem
Ringe und vertröste jedes
Kettenglied: später, draußen, kommt
das, was geschieht. Dinge, sag ich,
Dinge, Dinge, Dinge! wenn ich schmiede;
vor dem Sc
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Damen-Bildnis aus den Achtziger-Jahren

Wartend stand sie an den schwergerafften
dunklen Atlasdraperien, die ein
Aufwand falscher Leidenschaften über
ihr zu ballen schien; seit den noch
so nahen Mädchenjahren
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Das XV. Sonett

Wartet..., das schmeckt... Schon ists
auf der Flucht .... Wenig Musik nur,
ein Stampfen, ein Summen -: Mädchen,
ihr warmen, Mädchen, ihr
stummen, tanzt den Geschmack der
erfahrenen Frucht
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Duineser Elegien 9

Warum, wenn es angeht, also die Frist
des Daseins hinzubringen, als Lorbeer,
ein wenig dunkler als alles andere
Grün, mit kleinen Wellen an
jedem Blattrand (wie eines Windes
Lächeln) -: waru
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Römische Sarkophage

Was aber hindert uns zu glauben,
daß (so wie wir hingestellt sind und
verteilt) nicht eine kleine Zeit nur
Drang und Haß und dies Verwirrende in
uns verweilt, wie einst in dem v
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Was hilft es denn, daß ich dir aufbewahre

Was hilft es denn, daß ich dir
aufbewahre aus meinem Wandern manches
Wunderbare, das ich empfing, und das
mir fremd entglitt - ich will nicht,
daß ich Rosen für dich spare, ich wi
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Was irren meine Hände

Was irren meine Hände in den
Pinseln? Wenn ich dich male, Gott, du
merkst es kaum. Ich fühle dich. An
meiner Sinne Saum beginnst du zögernd,
wie mit vielen Inseln, und dei
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Was reißt ihr aus meinen blassen, blauen

Was reißt ihr aus meinen blassen,
blauen Stunden mich in der wirbelnden
Kreise wirres Geflimmer? Ich mag nicht
mehr euren Wahnsinn schauen. Ich will
wie ein Kind im Krankenzimmer
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Was wirst du tun, Gott, wenn ich sterbe?

Was wirst du tun, Gott, wenn ich
sterbe? Ich bin dein Krug (wenn ich
zerscherbe?) Ich bin dein Trank (wenn
ich verderbe?) Bin dein Gewand und
dein Gewerbe, mit mir verlierst
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Bei Nacht

Weit über Prag ist riesengroß der
Kelch der Nacht schon aufgegangen; der
Sonnenfalter barg sein Prangen in ihrem
kühlen Blütenschoß. Hoch grinst
der Mond, der schlaue Gn
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Die Greisin

Weiße Freundinnen mitten im Heute
lachen und horchen und planen für
morgen; abseits erwägen gelassene
Leute langsam ihre besonderen Sorgen,
das Warum und das Wann und
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Weiße Seelen mit den Silberschwingen

Weiße Seelen mit den Silberschwingen,
Kinderseelen, die noch niemals
sangen,- die nur leis in immer weitern
Ringen zu dem Leben ziehn, vor dem sie
bangen, werdet ihr nic
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Weißt du, daß ich dir müde Rosen flechte

Weißt du, daß ich dir müde Rosen
flechte ins Haar, das leis ein weher
Wind bewegt - Siehst du den Mond, wie
eine silberechte Merkmünze, und ein
Bild ist eingeprägt: ein Weib, da
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Weißt du, daß ich dir müde Rosen flechte

Weißt du, daß ich dir müde Rosen
flechte ins Haar, das leis ein weher
Wind bewegt - Siehst du den Mond, wie
eine silberechte Merkmünze, und ein
Bild ist eingeprägt: ein Weib, das l
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Weißt du, ich will mich schleichen

Weißt du, ich will mich
schleichen leise aus lautem
Kreis, wenn ich erst die
bleichen Sterne über den
Eichen blühen weiß. Wege will ich
erkiesen, die selten
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Weißt du, ich will mich schleichen

Weißt du, ich will mich
schleichen leise aus lautem Kreis, wenn
ich erst die bleichen Sterne über den
Eichen blühen weiß. Wege will ich
erkiesen, die selten wer be
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Nachtgedanken

Weltenweiter Wandrer, walle fort in
Ruh.......... Also kennt kein
andrer Menschenleid wie - du. Wenn mit
lichtem Leuchten du beginnst den
Lauf. schlägt der Schmerz di
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Wem sind wir nah?...

Wem sind wir nah? Dem Tode oder
dem, was noch nicht ist? Was wäre Lehm
an Lehm, formte der Gott nicht fühlend
die Figur, die zwischen uns erwächst.
Begreife nur: das ist mein Kör
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Klage

Wem willst du klagen, Herz? Immer
gemiedener ringt sich dein Weg durch
die unbegreiflichen Menschen. Mehr
noch vergebens vielleicht, da er die
Richtung behält, Richtung zur Zuku
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Schlangen-Beschwörung

Wenn auf dem Markt, sich wiegend, der
Beschwörer die Kürbisflöte pfeift,
die reizt und lullt, so kann es sein,
daß er sich einen Hörer
herüberlockt, der ganz aus dem Tumult

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Wenn die blonden Flechterinnen...

Wenn die blonden Flechterinnen gehn im
Glanz des Abendlands:    
    sie sind alle Königinnen
        und
ersinnen und beginnen  
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Wenn die Uhren so nah wie eigenen Herzen schlagen

Wenn die Uhren so nah wie eigenen
Herzen schlagen, und die Dinge mit
zagen Stimmen sich fragen: Bist du da?
- : Dann bin ich nicht der, der am
Morgen erwacht, e
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Wenn eng mit Zeit und Stundenschlagen

Wenn eng mit Zeit und
Stundenschlagen der Alltag ärmlich uns
umspinnt, geschieht mir oft ich muß
dich fragen: Glaubst du dass wir das
selber sind? Wir gehen gewiß in
still
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Die Insel der Sirenen

Wenn er denen, die ihm gastlich waren,
spät, nach ihrem Tage noch, da sie
fragten nach den Fahrten und Gefahren,
still berichtete: er wußte nie,
wie sie schrecken und m
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Wenn es nur einmal so ganz stille wäre

Wenn es nur einmal so ganz stille
wäre. Wenn das Zufällige und
Ungefähre verstummte und das
nachbarliche Lachen, wenn das
Geräusch, das meine Sinne machen, mich
nicht so sehr ver
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Wenn etwas mir vom Fenster fällt

Wenn etwas mir vom Fenster fällt (und
wenn es auch das Kleinste wäre) wie
stürzt sich das Gesetz der
Schwere gewaltig wie ein Wind vom
Meere auf jeden Ball und jede Beere u
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Wenn ich dir ernst ins Auge schaute

Wenn ich dir ernst ins Auge
schaute, klang oft dein Wort so
kummerkrank, wie eine leise
Liebeslaute, die einsam einst ein
Meister baute, als seine Seele
Sehnsucht sang.
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Wenn ich gewachsen wäre irgendwo

Wenn ich gewachsen wäre irgendwo, wo
leichtere Tage sind und schlanke
Stunden, ich hätte dir ein großes
Fest erfunden, und meine Hände hielten
dich nicht so, wie sie dich manchma
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Wenn ich manchmal in meinem Sinn

Wenn ich manchmal in meinem Sinn ein
Begegnen dem andern vergleiche: du bist
immer die reichende Reiche wenn ich der
dürftige Bettler bin. Wenn du mir
leise entgegenlebst und
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Königin See.

Wenn lang der rote Tag verflammt
sich Und wenn der Sonnenflug
gelähmt, Da hüllt die See in
schwarzen Samt sich, Den weißer
Hermelin verbrämt. Sie legt in immer
neue Falte
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Wenn wie ein leises Flügelbreiten

Wenn wie ein leises Flügelbreiten sich
in den späten Lüften wiegt, - ich
möchte immer weiter schreiten bis in
das Tal, wo tiefgeschmiegt an abendrote
Einsamkeiten die Sehn
... weiterlesen


Im Dunkel.

Wenns im Zimmer dunkel ist, Kind, das
grämt mich nicht; Deines Aug’s
Gefunkel ist Ja so lieb, so
licht. Überm Fensterbrette
schwebt Licht noch bis zu viel, —
... weiterlesen


Wer einst das einsame Haus erbaut...

Wer einst das einsame Haus erbaut, ich
konnte es nirgends erlauschen. Auch
die Wipfel wagen nicht, laut um sein
Ragen zu rauschen. Im Parke: Tot ist
jeder Ton - u
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Das Lied der Bildsäule.

Wer ist es, wer mich so liebt, daß er
sein liebes Leben verstößt? Wenn
einer für mich ertrinkt im Meer, so
bin ich vom Steine zur Wiederkehr ins
Leben, ins Leben erlöst.
... weiterlesen


Der Leser

Wer kennt ihn, diesen, welcher sein
Gesicht wegsenkte aus dem Sein zu
einem zweiten, das nur das schnelle
Wenden voller Seiten manchmal
gewaltsam unterbricht? Selbst sein
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Rosa Hortensie

Wer nahm das Rosa an? Wer wusste auch,
dass es sich sammelte in diesen
Dolden? Wie Dinge unter Gold, die sich
entgolden, entröten sie sich sanft, wie
im Gebrauch. Dass sie für s
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Wer seines Lebens viele Widersinne

Wer seines Lebens viele
Widersinne versöhnt und dankbar in ein
Sinnbild fasst, der drängt die
Lärmenden aus dem Palast, wird anders
festlich, und du bist der Gast, den er
a
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Duineser Elegien 1

Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn
aus der Engel Ordnungen? und gesetzt
selbst, es nähme einer mich plötzlich
ans Herz: ich verginge von
seinem stärkeren Dasein. Denn das
Schöne ist n
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Duineser Elegien 7

Werbung nicht mehr, nicht Werbung,
entwachsene Stimme, sei deines Schreies
Natur; zwar schrieest du rein wie der
Vogel, wenn ihn die Jahreszeit aufhebt,
die steigende, beinah vergessend, daß
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Wie das Gestirn...

Wie das Gestirn, der Mond, erhaben, voll
Anlaß, plötzlich die Höhn
übertritt, die entworfene
Nacht gelassen vollendend: siehe: so
steigt mir rein die Stimme hervor aus
Gebirgen des Nich
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Wie der Wächter in den Weingeländen

Wie der Wächter in den
Weingeländen seine Hütte hat und
wacht, bin ich Hütte, Herr, in deinen
Händen und bin Nacht, o Herr, von
deiner Nacht. Weinberg, Weide, alter
Apfe
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Sankt Sebastian

Wie ein Liegender so steht er,
ganz hingehalten von dem großen
Willen. Weitentrückt wie Mütter, wenn
sie stillen, und in sich gebunden wie
ein Kranz. Und die Pfeile kommen: jet
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Die Genesende

Wie ein Singen kommt und geht in
Gassen und sich nähert und sich wieder
scheut, flügelschlagend, manchmal fast
zu fassen und dann wieder weit
hinausgestreut: spielt mit der
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Die Genesende

Wie ein Singen kommt und geht in
Gassen und sich nähert und sich wieder
scheut, flügelschlagend, manchmal fast
zu fassen und dann wieder weit
hinausgestreut: spielt mit der Gene
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Das Wappen

Wie ein Spiegel, der, von ferne tragend,
lautlos in sich aufnahm, ist der
Schild; offen einstens, dann
zusammenschlagend über einem
Spiegelbild jener Wesen, die in des
G
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Der Einsame.

Wie einer, der auf fremden Meeren fuhr,
so bin ich bei den ewig Einheimischen;
die vollen Tage stehn auf ihren
Tischen, mir aber ist die Ferne voll
Figur. In mein Gesicht
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Abschied

Wie hab ich das gefühlt was Abschied
heißt. Wie weiß ichs noch: ein
dunkles unverwundnes grausames Etwas,
das ein Schönverbundnes noch einmal
zeigt und hinhält und zerreißt.
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Abschied

Wie hab ich das gefühlt was Abschied
heißt. Wie weiß ichs noch: ein dunkles
unverwundnes grausames Etwas, das ein
Schönverbundnes noch einmal zeigt und
hinhält und zerreißt.
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Wie hat uns der zu weite Raum verdünnt...

Wie hat uns der zu weite Raum
verdünnt. Plötzlich besinnen sich die
Überflüsse. Nun sickert durch das
stille Sieb der Küsse des bittren
Wesens Alsem und Absynth. Was sin
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Spanische Tänzerin

Wie in der Hand ein Schwefelzündholz,
weiß, eh es zu Flamme kommt, nach allen
Seiten zuckende Zungen streckt -:
beginnt im Kreis naher Beschauer hastig,
hell und heiß ihr runder Tanz
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Dame vor dem Spiegel

Wie in einem Schlaftrunk Spezerein
löst sie leise in dem flüssigklaren
Spiegel ihr ermüdetes Gebaren; und
sie tut ihr Lächeln ganz hinein.
Und sie wartet, daß die Fl
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Wie kam, wie kam aus deinem Schoß...

Wie kam, wie kam aus deinem Schoß,
Maria, so viel Lichte los und so
viel Gram? Wer war dein Bräutigam?
Du rufst, du rufst, - und du
vergisst, dass du nicht mehr
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König Abend

Wie König Balthasar einst nahte, die
Stirn vom Kronenreif erhellt, so tritt
im purpurnen Ornate der König Abend in
die Welt. Der erste Stern führt ihn
wie jenen bis
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Früher Apollo

Wie manches Mal durch das noch
unbelaubte Gezweig ein Morgen
durchsieht, der schon ganz im Frühling
ist: so ist in seinem Haupte nichts,
was verhindern könnte, daß der Glanz
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Früher Apollo

Wie manches Mal durch das noch
unbelaubte Gezweig ein Morgen
durchsieht, der schon ganz im Frühling
ist: so ist in seinem Haupte nichts, was
verhindern könnte, daß der Glanz al
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Wie meine Träume nach dir schrein

Wie meine Träume nach dir schrein. Wir
sind uns mühsam fremd geworden, jetzt
will es mir die Seele morden, dies
arme, bange Einsamsein. Kein Hoffen,
das die Segel bauscht.
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Wie rief ich dich...

Wie rief ich dich. Das sind die stummen
Rufe, die in mir süß geworden
sind. Nun stoß ich dich Stufe ein um
Stufe und heiter steigt mein Samen wie
ein Kind. Du Urgebirg der Lust: a
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Shawl

Wie Seligkeit in diesem sich verbirgt,
so eingewirkt, dass nichts mehr sie
zerstöre; wie blosses Spiel
vollkommener Akteure so ungebraucht
ins Dauern eingewirkt. So eing
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Das Kapitäl

Wie sich aus eines Traumes
Ausgeburten aufsteigend aus
verwirrendem Gequäl der nächste Tag
erhebt: so gehen die Gurten der
Wölbung aus dem wirren Kapitäl und
lassen drin, gedrän
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Das Kapitäl

Wie sich aus eines Traumes
Ausgeburten aufsteigend aus verwirrendem
Gequäl der nächste Tag erhebt: so
gehen die Gurten der Wölbung aus dem
wirren Kapitäl und lassen drin, gedr
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Im Saal

Wie sind sie alle um uns, diese
Herrn in Kammerherrentrachten und
Jabots, wie eine Nacht um ihren
Ordensstern sich immer mehr
verdunkelnd, rücksichtslos, und diese
Damen, zart, frag
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Im Saal

Wie sind sie alle um uns, diese Herrn in
Kammerherrentrachten und Jabots, wie
eine Nacht um ihren Ordensstern sich
immer mehr verdunkelnd,
rücksichtslos, und diese Damen, zart,
fragile,
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Liebes-Lied

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll
ich sie hinheben über dich zu andern
Dingen? Ach gerne möcht ich sie bei
irgendwas Verlorenem im Dunke
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Liebeslied

Wie soll ich meine Seele halten,
daß sie nicht an deine rührt? Wie
soll ich sie hinheben über dich zu
andern Dingen? Ach gerne möcht ich sie
bei irgendwas Verlorenem im Dunkel un
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Liebes-Lied

Wie soll ich meine Seele halten, daßsie
nicht an deine rührt? Wie soll ich
siehinheben über dich zu andern
Dingen?Ach gerne möcht ich sie bei
irgendwasVerlorenem im Dunkel unterbring
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Wilder Rosenbusch

Wie steht er da vor den
Verdunkelungen des Regenabends, jung
und rein; in seinen Ranken schenkend
ausgeschwungen und doch versunken in
sein Rose-sein; die flachen Blüten,
da
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Wilder Rosenbusch

Wie steht er da vor den
Verdunkelungen des Regenabends; jung und
rein; in seinen Ranken schenkend
ausgeschwungen und doch versunken in
sein Rose-sein; die flachen Blüten, da
und
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Im Dome

Wie von Steinen rings, von Erzen weit
der Wände Wölbung funkelt, eine
Heilige, braungedunkelt, dämmert
hinter trüben Kerzen. Von der Decke,
rundgemauert, schwebt o
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Wie wir auch alles in der Nacht...

Wie wir auch alles in der Nacht
benannten, - nicht unser Name macht
die Dinge groß: es kommen Pfeile,
stark und atemlos, aus Bogen, welche
sich zu Spielen spannten. Und
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Mittag.

Wie über dem blauenden Waldsee
schwer Hinlastet schwärmendes
Schweigen. Ein Raunen, ein heimliches,
zittert noch her Von blütenbezwungenen
Zweigen. Die schillernde, schnel
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Landschaft

Wie zuletzt, in einem Augenblick
aufgehäuft aus Hängen, Häusern,
Stücken alter Himmel und zerbrochnen
Brücken, und von drüben her, wie vom
Geschick, von dem Sonnenuntergang
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Landschaft

Wie zuletzt, in einem
Augenblick aufgehäuft aus Hängen,
Häusern, Stücken alter Himmel und
zerbrochnen Brücken, und von drüben
her, wie vom Geschick, von dem
Sonnenuntergang getroff
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Aus einem April.

Wieder duftet der Wald. Es heben die
schwebenden Lerchen mit sich den
Himmel empor, der unseren Schultern
schwer war; zwar sah man noch durch
die Äste den Tag, wie er le
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Aus einem April

Wieder duftet der Wald. Es heben die
schwebenden Lerchen mit sich den Himmel
empor, der unseren Schultern schwer
war; zwar sah man noch durch die Äste
den Tag, wie er leer war,- abe
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Will dir den Frühling zeigen

Will dir den Frühling zeigen, der
hundert Wunder hat. Der Frühling ist
waldeigen und kommt nicht in die
Stadt. Nur die weit aus den
kalten Gassen zu zweien gehn
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Der Platz - Furnes

Willkürlich von Gewesnem
ausgeweitet:   von Wut und
Aufruhr, von dem Kunterbunt   das
die Verurteilten zu Tod
begleitet,   von Buden, von der
Jahrmarktsrufer Mund,
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Der Platz - Furnes

Willkürlich von Gewesnem
ausgeweitet: von Wut und Aufruhr, von
dem Kunterbunt das die Verurteilten zu
Tod begleitet, von Buden, von der
Jahrmarktsrufer Mund, und von dem
Herzog, der vor
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Kretische Artemis

Wind der Vorgebirge: war nicht ihre
Stirne wie ein lichter Gegenstand?
Glatter Gegenwind der leichten Tiere,
formtest du sie: ihr Gewand
bildend an die unbewußten Brüst
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Grabmal eines jungen Mädchens

Wir gedenkens noch. Das ist, als
müßte alles dieses einmal wieder
sein. Wie ein Baum an der
Limonenküste trugst du deine kleinen
leichten Brüste in das Rauschen seines
Bluts h
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Das XIV. Sonett

Wir gehen um mit Blume, Weinblatt,
Frucht. Sie sprechen nicht die Sprache
nur des Jahres. Aus Dunkel steigt ein
buntes Offenbares und hat vielleicht
den Glanz der Eifersucht
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Archaischer Torso Apollos

Wir kannten nicht sein unerhörtes
Haupt, darin die Augenäpfel reiften.
Aber sein Torso glüht noch wie ein
Kandelaber, in dem sein Schauen, nur
zurückgeschraubt, sich häl
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Archaischer Torso Apollos

Wir kannten nicht sein unerhörtes
Haupt, darin die Augenäpfel reiften.
Aber sein Torso glüht noch wie ein
Kandelaber, in dem sein Schauen, nur
zurückgeschraubt, sich hält und
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Das XXII. Sonett

Wir sind die Treibenden. Aber den
Schritt der Zeit, nehmt ihn als
Kleinigkeit im immer
Bleibenden. Alles das Eilende wird
schon vorüber sein; denn das Verweile
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Todes-Erfahrung

Wir wissen nichts von diesem Hingehn,
das nicht mit uns teilt. Wir haben
keinen Grund, Bewunderung und Liebe oder
Haß dem Tod zu zeigen, den ein
Maskenmund tragischer Klage wunde
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Auf der Heide

Wo der Saum der Hügelketten Fern den
müden Himmel hält, dort zerfließt in
violetten Farbentönen schon die
Welt. Bäume heben scharf
umrissen sich hervor am Berges
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Das Rosen-Innere

Wo ist zu diesem Innen ein Außen? Auf
welches Weh legt man solches Linnen ?
Welche Himmel spiegeln sich drinnen
in dem Binnensee dieser offenen
Rosen, dieser sor
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Wo sind die Lilien aus dem hohen Glas

Wo sind die Lilien aus dem hohen
Glas, die deine Hand zu pflegen nie
vergaß? Schon tot? Wo ist die Freude
deiner Wangen hin, die wie ein ganzer
Lenz zu prangen schien - Verlo
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Musik

Wüsste ich für wen ich spiele,
ach! immer könnt ich rauschen wie der
Bach. Ahnte ich, ob tote Kinder
gern tönen hören meinen innern
Stern; ob die Mädchen, die vergang
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Überfliessende Himmel

Überfliessende Himmel verschwendeter
Sterne prachten über der Kümmernis.
Statt in die Kissen, weine hinauf. Hier,
an dem weinenden schon, an dem endenden
Antlitz, um sich greifend, be
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Die Rosenschale

Zornige sahst du flackern, sahst zwei
Knaben Zu einem Etwas sich
zusammenballen, das Haß war und sich
auf der Erde wälzte wie ein von Bienen
überfallnes Tier; Schauspieler, aufget
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Die Rosenschale

Zornige sahst du flackern, sahst zwei
Knaben Zu einem Etwas sich
zusammenballen, das Haß war und sich
auf der Erde wälzte wie ein von Bienen
überfallnes Tier; Schauspieler,
aufgetürm
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Der letzte Sonnengruß

Zu einem Bilde des Benes Knüpfer Die
Sonne schmolz, die hehre, ins weiße
Meer so heiß. - Zwei Mönche saßen am
Meere, ein blonder und ein
Greis. Der sann:
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Zwei Gedichte

zu Hans Thomas Sechzigstem Geburtstage
Mondnacht Süddeutsche Nacht, ganz
breit im reifen Monde, und mild wie
aller Märchen Wiederkehr. Vom Turme
fallen viele Stunden sch
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Das XVII. Sonett

Zu unterst der Alte, verworrn, all der
Erbauten Wurzel, verborgener Born, den
sie nie schauten. Sturmhelm und
Jägerhorn, Spruch von
Ergrauten, Männer im Brude
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Fluch des Frühlings

Zugleich mit Sonnenschimmer, mit
Blüte, Sang und Bach, da werden leider
immer viele Dichterlinge wach. Ein
mächtiger Gedanke Lässt sie nicht
ruhn, o Graus,
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Zur kleinen Kirche musst du aufwärts steigen...

Zur kleinen Kirche musst du aufwärts
steigen, auf einen Hügel hat man sie
gebaut; denn dieses arme Dorf ist ihr
vertraut und schützend soll sie
schauen auf ihr Schweigen.
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Römische Fontäne (Villa Borghese)

Zwei Becken, eins das andere
übersteigend aus einem alten runden
Marmorrand, und aus dem oberen Wasser
leis sich neigend zum Wasser, welches
unten wartend stand, dem leise redend
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Zwei weiße Nonnenhände mühen

Zwei weiße Nonnenhände mühen Nie
sich um einen lichten Preis Zwei weiße
Nonnenhände blühen Ohne dass es der
Frühling weiß Zwei weiße
Nonnenhände halten Nicht
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Gerichtet

`Am Ring` stand einst ein
Blutgerüst, lang ist es her; doch wenn
der Schein des runden Monds das Rathaus
küßt, dann wallen aus dem heilgen
Teyn Gerichtete in Geisterreihn ...
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„Man muß sterben...“

`Man muß sterben, weil man sie kennt.`
Sterben an der unsäglichen Blüte des
Lächelns. Sterben an ihren leichten
Händen. Sterben an Frauen. Singe
der Jüngling die t
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