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Deutsche Verben - Präsens Konjunktiv I

Tipp von Redaktion

Die Zeitform des Präsens:


Neben dem Präteritum (Vergangenheit) und dem Futur (Zukunft) bildet das Präsens die dritte Zeitform. Es beschreibt Handlungen, die in diesem Moment, also in der Gegenwart passieren. Man verwendet das Präsens in Wort und Schrift, es gilt als die am häufigsten benutzte Zeitform.

Die Konjugation des Präsens:


Beim Präsens wird die jeweilige Endung an den Wortstamm angehängt.


1. Person Singular: -e

2. Person Singular: -st

3. Person Singular: -t


1. Person Plural: -n

2. Person Plural: -t

3. Person Plural: -n


Beispiel mit 'kochen':

1. P. Sg.: koche

2. P. Sg.: kochst

3. P. Sg.: kocht


1. P. Pl.: kochen

2. P. Pl.: kocht

3. P. Pl.: kochen


Diese Regel gilt nur für die regelmäßigen Verben. Die Konjugation der unregelmäßigen Verben wie 'sein' muss man mithilfe einer Liste einfach auswendig lernen. Die Passivform setzt sich aus dem Partizip und dem konjugierten Verb 'werden' zusammen.


Beispiel: Uri kocht eine Suppe. Die Suppe wird von Uri gekocht.

Für den Aktiv lautet der Infinitiv 'kochen', für das Passiv 'gekocht werden'.

Signalwörter für das Präsens:


Man erkennt das Präsens an seinen Verbendungen. Zudem können Signalwörter helfen.


Beispiel: Uri kocht eine Suppe.

Hier deutet allein die Verbendung -t auf das Präsens hin.


Beispiel: Uri kocht jetzt/gerade/in diesem Augenblick etc. eine Suppe.

Die Signalwörter weisen zusätzlich auf die Gegenwärtigkeit von Uris Aktivität hin. Daher stehen sie als Hilfestellung im Satz, sind aber nicht unbedingt notwendig. Die Aussage würde auch ohne die Signalwörter ihren Sinn beibehalten und grammatikalisch korrekt sein.


Beispiel: Uri sagt 'Ich habe bis eben eine Suppe gekocht. Und jetzt ruhe ich mich erst mal aus'.

In diesem Fall sind die Signalwörter 'jetzt' und 'erst mal' wichtig, damit Uris Aussage Sinn ergibt. Es liegt eine zeitliche Reihenfolge vor, auf die Tätigkeit des Kochens folgt das Ausruhen. Die erste Handlung ist die Bedingung für die darauffolgende: Erst wenn die Suppe fertig gekocht ist, kann Uri sich schließlich erholen.


Überdies lassen sich mit dem Präsens Zustände und Befindlichkeiten ausdrücken. Sie können aktuell sein oder in bestimmten Situationen als Regelmäßigkeit auftreten.


Beispiel: Uri ist gerade in der Küche und kocht Suppe. Dabei fühlt er sich vergnügt.

Uri sagt 'Ich bin immer ganz vergnügt, wenn ich Suppe koche' (regelmäßiger Zustand)


Beispiel: Uri kocht jetzt eine Suppe, deshalb ist sie noch ganz frisch (aktueller Zustand)

Das Präsens in der Umgangssprache:


In der informellen Sprache wird das Futur häufig durch das Präsens ersetzt, insbesondere bei Tätigkeiten, die definitiv passieren werden. Zur Unterscheidung kommt es auf die Signalwörter an. In diesem Zusammenhang sind sie unbedingt erforderlich, damit Gegenwart und Zukunft nicht miteinander verwechselt werden.


Beispiel: Uri sagt 'Morgen koche ich eine Suppe'.

Uri ist fest entschlossen, die Suppe morgen zu kochen. Aus diesem Grund wendet er das Präsens an, obwohl das Futur grammatikalisch angemessener wäre. Das Signalwort 'morgen' dient zur Unterscheidung von Gegenwart und Zukunft.

Der Konjunktiv I:


Indikativ, Imperativ und Konjunktiv ergeben zusammen die Gattung der Modi. Die indirekte Rede wird im Konjunktiv I angegeben. Man findet ihn sowohl im wörtlichen als auch im schriftlichen Kontext in allen Zeitformen vor, darunter auch im Präsens.


Die Verbendungen des Konjunktivs:

1. Person Singular: -e

2. Person Singular: -est

3. Person Singular: -e


1. Person Plural: -ten

2. Person Plural: -tet

3. Person Plural: -ten


Beispiel mit 'kochen':

1. P. Sg.: koche

2. P. Sg.: kochest

3. P. Sg.: koche


1. P. Pl.: kochten

2. P. Pl.: kochtet

3. P. Pl.: kochten


Ähnlich wie im Präsens müssen unregelmäßige Verben wieder auswendig gelernt werden.


Beispiel: Das Modalverb 'sein'

1. P. Sg.: sei

2. P. Sg.: sei(e)st

3. P. Sg.: sei


1. P. Pl.: seien

2. P. Pl.: sei(e)t

3. P. Pl.: seien


Beispiel: Uri sagt 'Wenn ich Suppe koche, dann bin ich immer so vergnügt'.

Wiedergabe im Konjunktiv I:

Uri sagt, dass er immer so vergnügt sei, wenn er Suppe kocht.

Die Konjunktivform 'sei' wirkt an dieser Stelle sehr formell. In der Umgangssprache würde man sie durch die Präsensform 'ist' ersetzen. 'Dass' bildet das Signalwort für die indirekte Rede.


Beispiel: Uri sagt 'Ich koche jetzt eine Suppe'.

Formelle Wiedergabe im Konjunktiv I: Uri sagt, er koche jetzt eine Suppe / Uri sagt, dass er jetzt eine Suppe koche.

Informelle Wiedergabe im Konjunktiv I:

Uri sagt, er kocht jetzt eine Suppe / Uri sagt, dass er jetzt eine Suppe kocht.


Im offiziellen Schriftverkehr wird vorwiegend der formelle Konjunktiv angewandt, im privaten Rahmen wiederum die informelle Variante.


Schlusswort:

Das Präsens steht für gegenwärtige Tätigkeiten oder Zustände. Es lässt sich in direkter und indirekter Rede wiedergeben, zu diesem Zweck wird der Konjunktiv I verwendet. Die Zeitform der Gegenwart eignet sich für die Umgangs- als auch für die Hochsprache. Im umgangssprachlichen Rahmen wird das Futur häufig durch das Präsens ersetzt. Benutzt man eine Präsensform für zukünftige Tätigkeiten, sind Signalwörter wie 'morgen', 'nächste Woche' etc. erforderlich. Sie helfen bei der Unterscheidung zwischen Gegenwart und Zukunft.

HIER NOCHMALS ALLE VERBFORMEN:

+ Präsens Indikativ

+ Präteritum Indikativ

+ Futur I Indikativ

+ Futur I Konjunktiv II

+ Präsens Konjunktiv I

+ Präteritum Konjunktiv II

+ Perfekt Indikativ

+ Plusquamperfekt Indikativ

+ Futur II Indikativ

+ Futur II Konjunktiv I

+ Perfekt Konjunktiv I

+ Plusquamperfekt Konjunktiv II

+ Imperativ
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