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Märchen - August von Löwis of Menar: Russische Volksmärchen

Ivan-Pechvogel

Es lebte einst ein armer Bauer, der hieß Iwan Pechvogel. Für sein Geld fehlte ihm der Beutel, um den zu kaufen, fehlte ihm das Geld; was er verdiente, das verlor er, und was er nicht verdiente, das stahl man ihm – verdiente er nicht, war ja nichts zu erhalten. Da wanderte er fort, um wider sein Pech einen Rat zu erbitten. Der Zar aber antwortete ihm: »Wenn du selbst nichts verdienen ... weiterlesen


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Der Schwarzkünstler-Zar

Es war einmal ein Zar, ein freier Herr, der lebte in einer Gegend, die war so flach wie ein Tischtuch. Er hatte Frau und Tochter und viel Hausgesind, und er war ein Schwarzkünstler. Einst rüstete er ein Gastmahl für die ganze Welt, für alle Bojaren, für alle Bauern und für alle Bürger aus der Stadt. Sie kamen zusammen und begannen den Schmaus, da sprach der Zar und rief aus: »Wer vor mir, ... weiterlesen


Der Edelmann und der Bauer

Der Bauer fragte einmal den Herrn: »Warum ist es eigentlich so, daß der Edelmann Herr ist und der Bauer Knecht?« – »Das kommt daher, weil jeder Edelmann ein Fuder Ruten gefressen hat. Auch mich hat man gelehrt und dabei geprügelt«, antwortete ihm der Herr. Da wollte der Bauer auch ein Herr werden. Er fuhr in den Wald, hieb sich ein ganzes Fuder Ruten zusammen, band sie in kleine ... weiterlesen


Das Märchen von der Tiermilch

Irgendwo in einem Zarenreich, nicht in unserem Reich, lebte einst ein gewaltiger Zar, ein mächtiger König, der hatte zwei Kinder: einen Sohn Iwan-Zarewitsch und eine Tochter, Helene, die Wunderschöne. Eines Tages erschien in seinem Reich der Bär Eisenfell und fing an die Untertanen zu fressen. Und während er die Leute fraß, zerbrach sich der Zar den Kopf darüber, wie er wohl seine Kinder ... weiterlesen


Der Zarensohn und sein Diener

Es war einmal ein Bauer, der hatte drei Söhne: zwei kluge und einen dummen. Eines Tages säte der Bauer Erbsen, aber irgendein Unbekannter kam und vernichtete immer das Gesäte. Als der Vater sah, daß alles niedergeschlagen, umgeworfen und zerstampft war, sagte er zu seinen Söhnen: »Meine lieben Kinder, wir müssen Wache halten und herausbekommen, wer uns die Erbsen zerstampft.« Sogleich ... weiterlesen


Die einundvierzig Brüder

Es war einmal ein Vater, der hatte einundvierzig Söhne. Und als er sterben mußte, teilte er sein Hab und Gut unter sie und gab einem jeden ein gutes Roß, nur für den einundvierzigsten Sohn war keines mehr da; dem gab er eine alte Mähre an Stelle eines mutigen Rosses. Als der Vater tot war, sprachen die Söhne zueinander: »Laßt uns zum Freitag reiten, Brüder, und bei ihm Hochzeit ... weiterlesen


Sturmheld Iwan Kuhsohn

Irgendwo in einem Zarenreich, in einem fernen Reich, lebte einst ein König mit seiner Königin. Sie hatten keine Kinder, aber waren doch schon an die zehn Jahre verheiratet. Da sandte der König an alle Zaren, in alle Städte, zu allen Völkern, allen geringen Leuten die Botschaft: »Wer vermag die Königin zu heilen, auf daß sie schwanger werde?« Die Fürsten und Bojaren kamen zusammen, ... weiterlesen


Marjuschka

Es war einmal ein Bauer, der hatte fürchterlich viel Kinder; und da gebar ihm sein Weib noch ein Mädchen dazu. Er hatte bereits nichts mehr, worin er das Kind einwickeln und wohin er es legen konnte, darum bedeckte er es mit Birkenrinde, trug es in den Wald und legte es an einem Baumstumpf nieder. Die allerheiligste Mutter und Gottesgebärerin hob das Mädchen auf, brachte es zu sich in die ... weiterlesen


Der Soldat und sein Ranzen

Ein Soldat hatte seinen Dienst beendet, ging nun seines Weges und dachte bei sich: »Nun hab ich dem Zaren fünfundzwanzig Jahre gedient, aber nicht einmal fünfundzwanzig Rüben als Lohn dafür erhalten, und auf dem Ärmel hab ich nicht eine einzige Tresse!« Da erblickte er einen alten Mann, der ihm entgegenkam. Als der Alte herangekommen war, fragte er: »Worüber grübelst du, Soldat?« ... weiterlesen


Oletschka

Irgendwo in einem Zarenreich, in einem fernen Reich, lebten einst ein Zar und eine Zarin, die hatten eine Tochter mit Namen Oletschka1. Die Zarin aber starb, und da nahm der Zar eine zweite Frau, doch die war über alle Maßen böse. Sie liebte die Stieftochter nicht und wollte sie um jeden Preis umbringen. Oletschka war sehr schön, die Zarin aber wollte schöner sein als alle. Und eines Tages, ... weiterlesen


Foma Berennikow

Es war einmal ein altes Weib, das hatte einen einäugigen Sohn mit Namen Foma Berennikow. Einst fuhr Foma aufs Feld hinaus, um zu pflügen, sein Pferdchen jedoch war jämmerlich; da packte ihn der Kummer, und er setzte sich auf den Feldrain; die Fliegen aber schwirrten nur so über dem Dünger herum. Foma nahm eine Gerte in die Hand und schlug mit aller Kraft in den Haufen hinein; er zählte, ... weiterlesen


Marko, der Reiche

Es war einmal ein Mann, der hieß Marko der Reiche, und er besaß viele Güter. Söhne hatte er nicht, nur eine Tochter, aber Geld hatte er so viel, daß er's nicht zu zählen vermochte. Er konnte es im Umkreise von fünfundzwanzig Werst um seinen Hof einen Zoll hoch aufschütten. Und allerhand Fabriken besaß er auch.

Einst hatte er sich zum Schlafen niedergelegt und hörte im Traum eine ... weiterlesen


Die drei Brüder

Es waren einmal drei Brüder, zwei kluge und ein dummer. In ihrem Garten stand ein Baum mit goldenen Äpfeln, und ein Eber kam oft und fraß von diesen Äpfeln. Da sandte der Vater seine Söhne auf die Wache. Der Älteste ging hin, saß und saß und wartete und wartete, doch er hielt es nicht aus und schlief ein. Dann kam aber der Eber, wühlte mächtig herum, fraß einen Apfel und lief wieder ... weiterlesen


Das Mädchen als Soldat

Es war einmal ein Mann, der hatte drei Töchter. In ihrem Dorf wurde eine Versammlung abgehalten, und man warf das Los. Es traf den Vater, und er mußte daher unter die Soldaten gehn. Er kam nach Hause und sagte: »Liebe Töchter, das Los hat mich dazu bestimmt, Soldat zu werden!« Da sprach die älteste Tochter: »Väterchen, erlaube mir, für dich unter die Soldaten zu gehn!« – »Was ... weiterlesen


Das Märchen von Ssila Zarewitsch und Iwaschka

Es war einmal ein Zar mit Namen Chatej. Dieser Zar Chatej hatte drei Söhne: der erste war Assir Zarewitsch, der zweite Adam Zarewitsch und der dritte Ssila Zarewitsch, und dieser war der jüngste Bruder. Die beiden älteren Brüder baten ihren Vater, den Zaren Chatej, gar sehr, sie in andere Reiche ziehen zu lassen, die Leute zu betrachten und sich selbst zu zeigen. Der Zar Chatej entließ sie ... weiterlesen


Die Zarentochter Frosch

Irgendwo in einem Zarenreich, in einem fernen Reich, lebten einst ein Zar und eine Zarin, und sie hatten drei Söhne, die waren wie die Falken. Sie wuchsen heran und wurden so schmucke Burschen, daß es weder zu sagen, noch zu denken, nur im Märchen zu erzählen ist! Und sie kamen in die Jahre, da es Zeit für sie war zu heiraten. Der Zar hatte sich mit seiner Frau gründlich beraten, rief die ... weiterlesen


Das fliegende Schiff

Es waren einmal Mann und Frau, die hatten drei Söhne: zwei kluge und einen dummen. Die klugen, die verwöhnten sie, und die Mutter gab ihnen jede Woche ein reines Hemd, auf den Dummen aber schimpften alle und lachten über ihn, denn er lag auf dem Ofen in der Hirse in einem schwarzen Hemd und ohne Hosen. Gab man ihm was, so aß er; bekam er nichts, so hungerte er. Eines Tages kam die Botschaft ... weiterlesen


Das Säckchen füll dich

Es diente ein Soldat in St. Petersburg zwölf Jahre. Dann wurde er zum Unteroffizier befördert und auf Urlaub entlassen. Der Zar aber hatte eine Tochter, die immerzu fortlief, und man wußte nicht wohin. Soviel der Zar sich auch Mühe gab, es zu erfahren, es nutzte nichts. Zauberer rief er zu sich, aber es kam nichts dabei heraus.

Als der Unteroffizier entlassen war, ging er in seine ... weiterlesen


Der unsterbliche Koschtschej

Es war einmal ein Zar, der hatte einen einzigen Sohn. Und als dieser noch klein war, wiegten ihn die Ammen und Wärterinnen in Schlaf und sangen: »Eia, popeia, Iwan-Zarewitsch! groß wirst du werden, eine Braut für dich finden: hinter dreimal neun Ländern, im dreimal zehnten Reich, da sitzt Wassilissa, Kirbits Tochter, im Turm, sichtbar fließt ihr das Mark von einem Knöchelchen ins ... weiterlesen


Die Jungfrau Zar

Es war einmal ein Zar, der hatte drei Söhne, der erste hieß Fjodor-Zarewitsch, der zweite Dmitrij-Zarewitsch und der dritte Iwan-Zarewitsch. Einmal gab der Zar ein Ehrenmahl und sprach zu seinen versammelten Generalen und Grafen: »Was meint ihr, ihr Herren? Drei Söhne hab ich: welcher von ihnen vermag wohl meine Blumen zu brechen und meine Spuren zu suchen?« Da trat der älteste Sohn ... weiterlesen


Baldak Borisjevitsch

In der ruhmreichen Stadt Kijew, beim Zaren Wladimir, versammelten sich die Fürsten und die Bojaren und die riesenstarken Recken zum Ehrenmahl. Wladimir, der Zar, hub an zu reden und sprach: »Wohlan, meine Kinder, schart euch, versammelt euch um einen Tisch!« Sie setzten sich an einen Tisch, aßen, bis sie halb gesättigt waren, tranken, bis sie halb betrunken waren, und dann sprach Wladimir, ... weiterlesen


Der beinlose und der blinde Held

Irgendwo in einem Zarenreich, in einem fernen Reich, lebte einst ein grimmer Zar, berühmt in allen Ländern, gefürchtet von allen Königen und Königssöhnen. Der Zar gedachte zu heiraten und ließ diese Kundmachung in alle Städte und Dörfer ergehn: Wer ihm eine Braut fände, strahlender als die Sonne, leuchtender als der Mond und weißer denn Schnee, den wolle er belohnen mit ... weiterlesen


Peter der Erste als Dieb

Alles hatte Peter der Erste erlernt, nur stehlen konnte er nicht und fuhr daher, um es zu lernen, in ein anderes Reich und verdingte sich als Gehilfe bei einem tüchtigen Diebe. Er ging mit ihm hinaus auf die große Straße. Da sahen sie einen Wagen vor sich herfahren, auf dem saß ein Kaufmann, und hinten war ein Ochse angebunden. »Gut wär es, den zu berauben«, meinte Peter. »Man muß ihn ... weiterlesen


Das Glücksmädchen

Es war einmal ein Kaufmann, der hatte einen einzigen Sohn, und der kam in das Alter, da man ihn verheiraten mußte. Da sagte der Kaufmann: »Geh, mein Sohn, dorthin zu jenem reichen Mädchen und wirb um sie, und sie wird dich nehmen, weil ich schon mit ihrem Vater gesprochen habe.« Der Sohn erwiderte: »Vorher will ich noch die Welt durchwandern und mich umschauen, vielleicht wähl ich mir ein ... weiterlesen


Drei Jäger

Es war einmal ein Bauer, der hatte drei Söhne, und die waren alle große Jäger. Aber soviel sie auch jagten, keiner von ihnen hatte Glück. Und als sie einmal durch dichten Wald ritten, verirrten sie sich. Drei Tage zogen sie umher und fanden dann endlich auf die Landstraße hinaus. Da sprachen sie zueinander: »Laßt uns, Brüder, jeder sein Glück probieren.« Auf der Landstraße aber stand ... weiterlesen


Von dem Bauern, der gewandt zu lügen verstand

Es war einmal ein Herrscher, der liebte es, wenn ihm einer was vorlog. Er stellte einen tiefen Teller voll Gold auf den Tisch und legte ein Schwert daneben. Wenn der Zar sagt, du lügst, Bruder – dann nimm das Gold; vergißt sich der Zar bei der Erzählung aber nicht und sagt er nicht, daß du lügst, muß dein Kopf herunter!

Ein alter Bauer, der sich ordentlich angetrunken hatte, ... weiterlesen


Siebenjahr

Es waren einmal zwei Brüder, ein reicher und ein armer. Der Arme wurde Witwer, und seine Frau ließ ihm ein Töchterchen zurück, das stand im siebenten Jahre, darum nannte man es Siebenjahr. Der Reiche schenkte Siebenjahr ein armseliges Kälbchen, und sie tränkte, fütterte und pflegte es, und aus dem Kälbchen ward eine prächtige Kuh, die brachte ein Kalb mit goldenen Hufen zur Welt. Da ... weiterlesen


Die Pantoffel von Lausleder

Es waren einmal ein Zar und eine Zarin, die hatten eine einzige Tochter. Und als man eines Tages der Zarewna den Kopf absuchte, fand man dabei eine Laus. Die wurde nun auf ein Schaf gesetzt, aber die Laus wurde so groß wie das Schaf; dann legte man sie auf einen Hammel, aber die Laus wurde so groß wie der Hammel. Der Zar befahl, sie zu töten und das Fell zu gerben. Aus dem Fell aber wurden ... weiterlesen


Die Entenjungfrau

Eine Maus und ein Sperling lebten einmal genau dreißig Jahre in großer Freundschaft: was eines von ihnen auch fand, alles wurde geteilt. Eines Tages fand aber der Sperling ein Mohnkorn. »Was soll man da teilen?« dachte er, »pickt man ein einziges Mal hin, bleibt schon nichts mehr übrig!« Da schluckte er denn allein das Körnchen hinunter. Doch die Maus erfuhr davon und wollte mit dem ... weiterlesen


Der hölzerne Adler

In einem kleinen Lande lag einmal ein Zarenreich von der Größe eines Siebes; und in diesem Reiche herrschte ein Zar, der hatte einen Sohn; das Volk aber war nur Säuferpack. Eines Tages fanden sich drei Männer in der Schenke zusammen, saßen da und tranken und redeten miteinander. Der eine sagte: »Wenn ich nur das Instrument hätte, so würd ich, mag ich auch bloß ein Säufer sein, einen ... weiterlesen


Der Vampir

Irgendwo in einem Zarenreich, in einem fernen Reich, lebte ein alter Mann mit seiner Frau, und sie hatten eine Tochter, die hieß Marussja. In ihrem Dorf war es Brauch, den Tag des heiligen Andreas, des Erstberufenen, zu feiern. Die Mädchen pflegten sich in einem Bauernhause zu versammeln, buken Krapfen und feierten eine ganze Woche, manchmal sogar noch länger. Und als nun dieser Tag wieder ... weiterlesen


Die Schnepfe

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die hatten drei Söhne. Zwei davon waren klug, aber der dritte war ein Dummkopf. Die Klugen machten sich auf, das Feld zu bestellen, und säten Erbsen. Und als die Erbsen anfingen reif zu werden, schickten die Brüder den Dummkopf aus, den Acker zu bewachen. Der Dümmling baute sich ein Hüttchen aus Stroh, saß darin und hielt Wache. Da kam eine Schnepfe ... weiterlesen


Die Zarentochter im unterirdischen Reich

Es waren einmal ein Zar und eine Zarin, die hatten einen Sohn und eine Tochter. Sie befahlen dem Sohn, seine Schwester zu heiraten, wenn sie sterben würden. War's lange darauf oder kurz? – da starben der Zar und die Zarin.

Nun hieß der Bruder seine Schwester, sich zur Hochzeit bereitzumachen, und ging, den Popen zu bitten, sie zu trauen. Die Schwester begann sich anzukleiden, ... weiterlesen


Die Erzählung vom Urteil des Schemjaka

In irgendeinem Orte lebten einmal zwei Brüder1, die waren Bauern: der eine war reich, der andere war arm. Der Reiche hatte dem Armen viele Jahre lang geborgt, aber er vermochte seiner Armut nicht abzuhelfen. Nach einiger Zeit kam der Arme zum Reichen und bat ihn um ein Pferd, damit er Brennholz heimfahren könnte. Der Bruder wollte ihm jedoch das Pferd nicht geben und sprach: »Bruder, ich habe ... weiterlesen


Die Erzählung von Ivan, dem Meßnerssohne

Es war in alten Zeiten, nahe beim türkischen Land, da lebte bei einer Kirche ein Mesner mit Namen Hermann. Er hatte einen Sohn mit Namen Iwan, der war sehr schön und klug und stark und gelehrt und in allen geheimen Künsten wohl bewandert. Zu einer Zeit geschah es, daß ein türkischer Gesandter mit Namen Kuart durch jenes Land reisen mußte; der war vom türkischen Sultan zum persischen Schah ... weiterlesen


Bruder und Schwester

Es waren einmal Bruder und Schwester. Sie war noch klein, als er zu den Soldaten mußte. Doch als sie herangewachsen war, schrieb ihr der Bruder: »Komm zu mir, Schwester, und bleib bei mir als Gast!« Sie war aber arm und hatte nur eine einzige Magd; und sie machte sich mit ihr auf und wanderte zu Fuß. Unterwegs gesellte sich ein Hündlein zu ihnen. Als sie an ein Flüßchen kamen, sprach die ... weiterlesen


Nikolaus, der Wundertäter

Es waren einmal zwei Brüder, der eine war reich und der andere arm. Der Arme hatte eine große Familie, und zu essen gab es nichts mehr. Da ging er zum Bruder und bat ihn um Mehl; doch der schlug es ihm ab. Der Arme nahm ein Bild von Nikolaus dem Wundertäter und brachte es dem Reichen als Pfand. Der Bruder traute ihm nicht und fragte: »Wer wird für dich bürgen?« Da antwortete das ... weiterlesen


Der Bauer und die goldne Sonne

Es war einmal ein Bauer, der besaß kein Haus. Er diente um Tagelohn und bedang sich einen halben Hektar Weizen und ein Pferd aus. Doch als der Herbst kam, erfror ihm der Weizen, und die Wölfe fraßen ihm das Pferd auf. Der Bauer verließ seinen Wirt und ging fort, um sich einem andern zu verdingen. Da begegnete ihm auf dem Wege ein Herr, und der fragte ihn: »Wohin gehst du, Bauer?« Der Bauer ... weiterlesen


Ivan Aschenpuster

Es war einmal ein Mann, der war sehr reich, aber er hatte keine Kinder. Er bat den lieben Gott unablässig, daß er ihm ein Kind schenken möge, opferte Kerzen zu einem Rubel und gab den Bettlern Almosen. Gott erbarmte sich seiner und schenkte ihm ein Söhnchen mit Hühnerfüßen. Der Mann war auch damit zufrieden, denn wie es im Sprichwort heißt: Mit Gott kannst du nicht streiten. Das Kind aber ... weiterlesen


Daumerling

Es waren einmal ein Bauer und eine Bäuerin, die hatten keine Kinder. Und weil das Weib so sehr traurig darüber war, ging der Mann in den Wald und schnitzte einen Knaben aus Holz. Er brachte ihn nach Hause und sagte: »Leg ihn in die Wiege und spiel mit ihm.« Und sie schaukelte ihn beständig und war von Herzen glücklich. Da wurde der Knabe jedoch lebendig und sagte: »Mutter, bist du hier?« ... weiterlesen


Vaters Tochter und Mutters Tochter

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die hatten zwei Töchter; die eine war Vaters Tochter, die andere war Mutters Tochter. Die beiden Mädchen gingen des Abends zum Spinnen in ein Nachbarhaus. Die Tochter des Alten spann fleißig, aber die Tochter der Frau trieb sich nur mit den Burschen herum. Und als es Zeit war heimzukehren, ging sie die Schwester mit Bitten an und bekam auch von ihr ... weiterlesen


Die Taube

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die hatten zwei Kinder: einen Sohn und eine Tochter. Die Tochter liebten sie, den Sohn aber nicht. Als der Hunger zu ihnen kam, da hatten sie kein Krümchen Brot mehr und kein Stäubchen Mehl. Was sollten sie nun beginnen?

»Wir wollen unseren Sohn schlachten«, sagten sie, »er ist uns zu nichts nütze!« Da nahmen sie ihn und schlachteten ihn, ... weiterlesen


Der Ungewaschene

Ein Soldat hatte drei Kriege mitgemacht, keinen Pfifferling dabei verdient und wurde darauf aus dem Dienst entlassen. Er wanderte fort und ging lange seines Weges; dann machte er halt und setzte sich an einem See nieder. Und wie er so dasaß, sann er vor sich hin: »Wo soll ich wohl bleiben, und womit soll ich mich durchschlagen?. .. Beim Teufel vielleicht mich als Arbeiter verdingen!« Kaum ... weiterlesen


Vom Drachen

Es waren einmal Mann und Frau, die hatten drei Töchter; die älteste und die jüngste spannen, die mittlere aber machte sich auf dem Hof zu schaffen. Der Vater arbeitete vom Morgen bis zum Abend auf dem Felde; und als er eines Tages nach Hause kam, sprach er zu seiner Frau: »Warum schickst du mir kein Mittagessen hinaus? Ich plage mich dort den ganzen Tag und pflüge und hab davon einen ... weiterlesen


Vom bösen Weibe

Antipka hatte ein unsagbar böses Weib zur Frau und einen Haufen Kinder im Hause. Sagte Antipka nur ein Wort, griff das Weib zum Hebebaum und zielte schon auf Antipkas Rippen. Wollte er die Frau zur Vernunft bringen und nahm er die Peitsche in die Hand, fing das Weibsbild an zu brüllen und zu heulen und geriet in solche Wut, daß sie das Kind am Bein aus der Wiege zerrte und mit ihm um sich ... weiterlesen


Ivanko, der Bärensohn

In einem Dorfe lebte einst ein reicher Bauer mit seiner Frau. Eines Tages ging sie in den Wald Pfifferlinge suchen, verirrte sich und geriet in ein Bärenlager. Der Bär behielt sie bei sich, und über lang oder kurz genas sie von ihm eines Sohnes: bis zum Gürtel ein Mensch, vom Gürtel ab ein Bär; und die Mutter nannte ihren Sohn Iwanko Bärensohn.

Die Jahre vergingen. Iwanko ... weiterlesen


Der dumme Ivan

Auch bei uns kennt man das Märchen vom dummen Ivanko, nur ist es nicht aus einem Buch, sondern ich hab es von meiner eigenen Großmutter gehört. Meiner Großmutter aber hat es wieder ihre Großmutter erzählt.

Es war einmal ein Vater – wer das war, weiß man nicht –, der hatte drei Söhne, zwei verständige, wie jeder von uns, und den dummen Ivanko. Einmal fuhren die beiden ... weiterlesen


Och

Früher war es nicht so wie jetzt, früher geschahen allerhand Wunder auf der Welt, und auch die Welt selbst war nicht so, wie sie jetzt ist. Zu unsrer Zeit gibt es von alledem nichts mehr. Ich will euch ein Märchen erzählen von dem Waldkönig Och, was das für ein Kerl war.

Vor langer Zeit einmal, und früher, als unsre Erinnerung zurückreicht, vielleicht waren auch unsre Väter und ... weiterlesen


Die Teufelsflöte

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die hatten drei Söhne, zwei kluge und Wanjka, den Dummkopf. Auf dem Mistbeet bei der Hütte hatten sie Rüben gesät, aber irgend jemand kam des Nachts und stahl die Rüben. Die Brüder machten unter sich aus, Wache zu halten, und in der ersten Nacht ging der älteste Bruder hin. Er setzte sich nieder, aber konnte nicht wachbleiben, sondern nickte ein und ... weiterlesen


Die Mutter und der tote Sohn

Einst weinte eine Frau lange ihrem verstorbenen Sohne nach. »Wenn ich ihn doch noch einmal wiedersehen könnte, und sei es auch nur als Toten!« Da rieten ihr die Leute, nächtlicherweile zu der Kirche zu gehen, wenn die Toten dort zusammenkämen, und für alle Fälle einen Hahn mitzunehmen. Sie ging hin und stellte sich nahe bei der Kirche auf. Um Mitternacht sieht sie: vom Friedhof naht ein ... weiterlesen


Das Mädchen ohne Hände

Irgendwo in einem Zarenreich, nicht in unserm Reich, lebte einst ein reicher Kaufmann. Er hatte zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Als der Vater und die Mutter gestorben waren, sprach der Bruder zu seiner Schwester: »Laß uns diese Stadt verlassen, Schwesterlein; ich will ein Kaufmann sein und Handel treiben, für dich aber eine Wohnung nehmen; und so werden wir unser Auskommen finden.« ... weiterlesen


Der Kater und der Dümmling

Es war einmal ein Mann, der hatte drei Söhne: zwei kluge und einen dummen. Der Vater wurde krank und hatte keine Hoffnung mehr, gesund zu werden. Vor dem Tode verteilte er seinen Besitz zur Hälfte unter die beiden klugen Söhne. Als der Dümmling sah, daß der Vater ihm nichts hinterlassen hatte, fing er an zu jammern und zu weinen. »Warum übergehst du mich denn, Väterchen?« fragte er. Der ... weiterlesen


Der verzauberte Lindenbaum

Eines Abends saß Wanjuschka1 bei seinem Großvater und fragte ihn: »Warum gleichen die Bärentatzen unseren Händen und Füßen?« Antwortete ihm der Großvater: Hör zu, Wanjuschka! Was ich selbst von alten Leuten gehört hab, das will ich dir erzählen. Die alten Leute sagten: die Bären waren einmal ebensolche Menschen wie wir rechtgläubigen Christen. In einem Dorf aber lebte einst ein ... weiterlesen


Vanjuschka und Annuschka

Es waren einmal ein alter Mann und eine alte Frau. Als die Alte starb, stemmte sie die Füße gegen die Wand, und als man sie begraben wollte, stand sie aus dem Sarge auf und kroch auf den Glockenturm, um zu läuten. Aber man kümmerte sich nicht viel darum und verscharrte sie zu derselbigen Stunde in die Erde.

Dem Alten blieben zwei kleine Kinder: Wanjuschka, der Sohn, und Annuschka, die ... weiterlesen



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Märchen vom Autor August von Löwis of Menar: Russische Volksmärchen

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