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Gedichte - Ferdinand


Dem Andenken meiner Mutter

(1882.) Zehn Jahre sind es heut` –
zehn lange Jahre, Da lagst du
hingestreckt auf dunkler Bahre, Das
Antlitz fahl, das helle Aug`
geschlossen, D`raus mir der Liebe
reinster
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Sommerlied

All` deine funkelnden Wonnen
verstreue, Herrlicher, sonniger,
goldener Tag; Dehne dich endlos, du
strahlende Bläue, Blühet und
leuchtet, ihr Rosen am Hag! Fluthet,
ihr Lüf
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Radetzky

Am Tage der Denkmalsenthüllung
gesprochen von Georg Reimers: 24. April
1892. Offene Säulenhalle mit
Ausblick auf die Stadt Wien. Sprecher,
in idealer Gewandung, tritt vor:
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Die Post-Elevin

Am öden Schalter sitzest du Bei
grellem Lampenscheine; Die Federn
liegen rings in Ruh` – Nur emsig
schreibt die deine. Und wie ich trete
jetzt heran, Hebst du die S
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Wandlung

An deinem Busen ruh` ich jetzt, Natur,
in stummer Gluth; Mein Aug` noch eine
Thräne netzt Von kaum versiegter
Fluth. Du aber willst es ganz
befrei`n, Du willst es tro
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Die alternde Magd

Aus des Dorfes weitem, stillem Platze
– Sonntag ist es und die Arbeit ruht
– Gehen plaudernd, Arm in Arm
geschlungen, Mägde auf und ab in
vollem Staat. Weithin rauschen
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Die Erdbeere

Bei heißen Sonnenbränden, Du Beere,
duftig, roth, Mit nimmermüden
Händen Pflückt dich das Kind der
Noth. Es sieht die Fülle
prangen Und unterdrückt dabei
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Dem Künstler

Bescheide stets als Mensch dich und
erhebe Die Kunst nicht höher als sie
mag verdienen; Wie groß und einzig sie
dir stets erschienen: So Manches um
dich her hält ihr die Schwebe.
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Das junge Weib

Da ging ich jüngsthin durch ein armes
Dorf; Verfall`ne Hütten,
breitgetret`ne Gossen, Durch welche,
spülend an der Erde Schorf, Im
Sonnenbrande seichte Wasser
flossen. Und
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Amara

Da liegen sie vor mir jetzt deine
Briefe, So arm an Inhalt – ja selbst
arm an Trug; Erzwung`ne Worte, halbe
nur und schiefe – So flüchtig wie
dein flücht`ger Federzug.
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Alter

Das aber ist des Alters Schöne, Daß
es die Saiten reiner stimmt, Daß es
der Lust die grellen Töne, Dem Schmerz
den herbsten Stachel nimmt. Ermessen
läßt sich und verste
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So ist‘s

Das aber nehmt euch einmal zu
Verstande: Daß einer nie sein
Höchstes kann vollbringen, Wenn nicht
ein Gott ihm gnädig löst die
Schwingen, Und nicht ein günst`ger
Wind ihn treibt vom St
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So ists

Das aber nehmt euch einmal zu
Verstande: Daß Einer nie sein
Höchstes kann vollbringen, Wenn nicht
ein Gott ihm gnädig lös`t die
Schwingen, Und nicht ein günst`ger
Wind ihn treibt vom S
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Einem Todten

Das herbe Loos der Armen und der
Schwachen, Es war auch sein`s in bangen
Erdentagen: Der eig`nen Meinung mußt`
er sich entschlagen Und lügen, wie
gedruckt, in allen Sprachen.
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Taedium vitae

Das ist das taedium vitae, So alt wie
diese Welt, Das auf des Daseins
Höhen Uns allgemach befällt. Daß
noch die Sonne aufgeht, Wie abgebraucht
und schaal; O
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Bekenntniß

Daß du das Leben nicht als Kampf
genommen, Nur als der Kräfte holdes
Wechselspiel; Daß du, in heil`gen
Gluthen still entglommen, Nur sanften
Fluges wolltest an das Ziel; D
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Ad notam

Daß edle Saaten stets nur langsam
reifen Und Eins ist mit Verzichten
jedes Streben – Daß heil`ger Schmerz
nur weiht ein Künstlerleben: Ihr
könnt es heute nimmermehr begreifen.
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Der Dichter

Der Erde Schmerz, der Erde Wonnen, Wir
haben redlich sie getheilt; Ich trank
mit euch aus einem Bronnen Und mit euch
zog ich unverweilt. Doch allgemach im
Lauf der Zeiten –
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Das erwachende Schloß

Der Morgen dämmert. Seine ersten
Lichter Erhellen matt und kühl des
Parkes Grün. Rings tiefe Stille; leise
zwitschernd nur Regt`s in den Wipfeln
sich, und aus dem Spiegel Des Teic
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Die Amerikanerin

Die Guitarr` am rothen Bande Hältst du
lässig auf dem Schooße, Und es
lauscht dem fremden Gaste Die
Gesellschaft voll Entzücken. Mit der
kleinen, feinen Stimme Sin
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Ein Anderes

Die Nebel sind zergangen, Verflogen
über Nacht – Fast will die Erde
prangen In leiser
Frühlingspracht. Es strebt, vom
Licht umflimmert, Der Föhrenwald
empor,
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Die Zigeunerin

Drängende Hast in wilder Geberde, Gabe
heischend mit thierischem Laut, Steht
sie vor mir, wie entwachsen der
Erde, Daß es in tiefster Seele mir
graut. Aus dem Antlitz mit g
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Antwort

Du fragst, warum ich still und ohne
Grollen Mich schmähen lasse, statt in
Wort und Liedern Auf Dies und Jenes
strafend zu erwidern Und zu entlarven,
die mir übel wollen. Be
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Berichtigung

Du meinst, weil ich ein Dichter bin, so
wäre Mein Dasein reich an hohen
Weihestunden, Und in mir selbst hätt`
ich den Lohn gefunden, Ob ich die
ird`schen Güter auch entbehre.
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Das Sonett

Ein Labyrinth mit holdverschlung`nen
Gängen Hat dem Gedanken still sich
aufgeschlossen; Er tritt hinein – und
wird sogleich umflossen Von Glanz und
Duft und zauberischen Klängen.
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Ottilie

Es hat der ernste Gang der Jahre Dein
Antlitz leise schon gekerbt, Und dir
die dunkelbraunen Haare Zu mattem
Silber fast entfärbt. Doch hold und
schlank sind noch die Gliede
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Proles

Es war im frühen Lenz. Hell schien die
Sonne, Beleuchtend warm das zarte junge
Grün; Ein Zittern rings, ein Athmen
still in Wonne – Und duft`ger
Veilchen tief verborg`nes Blüh`n.
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An einen kleinen Feuerfalter der eine Nelke umflog

Flatt`re nur, du kleine Flamme, Um der
Nelke Purpurpracht; Ob aus dumpfem
Grund sie stamme, Herrlich ist sie doch
entfacht. Und vom Anbeginn der
Dinge Ist`s dasselbe E
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Unmut

Freilich, freilich, alles eitel, Alles
Trug und Schein – Ach, wie bald
ergraut der Scheitel, Und du stehst
allein! Deine Hoffnungen und
Taten Hat die Zeit gefällt,
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Umsonst

Frohlockt nur, daß ihr mich
bezwungen Nach langem Kampf und
Widersteh`n, Frohlockt nur, daß es
euch gelungen, Mich jetzt in eu`rer
Macht zu seh`n. Im Tiefsten fühlt
ihr de
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Trauer

Frühe schon aus leisem
Schlummer Stört mich auf der wache
Kummer, Und mit stumm getrag`ner
Pein Schreit` ich in den Tag
hinein. Immer schwerer das
Vollbringen, Immer
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Die singenden Mädchen

Frühling war`s. Im Abendschatten Ging
ich durch das stille Thal – Da, vor
mir auf grünen Matten, Tönt es sanft
mit einem Mal. Näher kam ich; zwei
Gestalten Saße
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Stadtsommer

Funkelnd über den Dächern Liegt der
heiße Strahl; Ach, kein Lüften, kein
Fächern Lindert die sengende
Qual. Stumm in der Häuser
Schatten Gehen die Menschen hin;
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Der neue Vorort

Ganz erstaunlich! Noch im
Vorjahr   War hier bloß ein
wüster Anger – Und nun hat sich
drauf erhoben –   Seh’ ich
recht? – ein ganzer Stadtteil! An
den neu
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Begegnung

Gelinder ward des Winters Joch, Schon
sang es in den Fichten; Doch still vom
Himmel fiel es noch In Flocken,
weichen, dichten. Vorbei an mir, den
Pfad entlang, Den sch
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Prolog

Gesprochen von Frau Louisabeth Röckel,
k. k. Hofschauspielerin, in der vom
Vereine zur Gründung eines Gymnasiums
in Oberdöbling am 26. Februar 1887
veranstalteten Wohltätigkeits-Akademie
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An den Tod

Grausam bist du, o Tod! Jene, Die
unwillig stöhnen Unter des Daseins
öder Bleilast, Oder, gehetztem Wilde
gleich, Umgetrieben werden von Noth und
Drangsal: Jene gehst
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Die Kuh

Hell schien die Morgensonne. Herbstlich
schon, Erquickend strich die Luft
durch`s weite Thal, Indeß ich, eines
Flüßchens Lauf verfolgend, Auf
schmalem Fußpfad schritt und frohgemuth
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Thauwetter

Horch, wie schüttert es leis! In dem
Walde, dem düster`n, Heimliches
Knistern und Flüstern – Hörbar
tropft es im Kreis. Rasch, wie vor
Feuers Gluth, Schmelzen di
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Sonnenwende der Liebe

Ich habe geliebt Wie Dichter
lieben, Und ob ich auch hohes Glück
genossen – Mehr noch hab` ich
gelitten. Jetzt, da mein Herz
steht In der Sonnenwende der Liebe,
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Der Säulenheilige

Ich kenne einen Menschen, der als
Anachoret, Wie einst die heil`gen
Büßer, auf hoher Säule steht. Im
Sommer brennt hernieder versengend
heißer Strahl, Im Winter muß er
dulden des Frost
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Drahtklänge

Ihr dunklen Drähte, hingezogen So weit
mein Aug` zur Ferne schweift, Wie tönt
ihr, wenn der Lüfte Wogen In euch so
wie in Saiten greift! O welch` ein
seltsam leises Klinge
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Böse Jahre

In meinem Leben gab es böse Jahre
– Wie jene aus der Bibel waren`s
sieben – Da hat mich ein Verhängniß
umgetrieben, Ich wandelte – und lag
doch auf der Bahre. Nicht
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Die Wandertruppe

Ja, das ist die alte Truppe, Wie sie
stets im Elend glänzt, Und die alte
Bettelsuppe Wird dem Städtchen heut`
kredenzt. Freilich nicht mehr mit
Fanfaren, Bunt, wie e
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Ostern

Ja, der Winter ging zur Neige, holder
Frühling kommt herbei, Lieblich
schwanken Birkenzweige, und es glänzt
das rote Ei. Schimmernd wehn die
Kirchenfahnen bei der Gl
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Das Mitleid der Welt

Ja, wenn Ihr blickt auf Wunden oder
Schwären, Und wenn die Leute liegen
auf dem Schragen, Da dürft Ihr Trost
und Hilfe nicht versagen – Und weint
sogar noch ernst gemeinte Zähren.
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An eine liebende Schwester

Jüngst wollte rasch dein Aug` sich
feuchten – Es wußte Niemand wohl den
Grund: Man sah nur still die Thräne
leuchten Und leise zucken deinen
Mund. Das aber fühlt` ich:
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Dem Wettkämpfer

Kämpfen willst du mit mir – und
siehst mich im Geiste besiegt
schon Durch dein gewaltiges Lied, eh`
du gesungen es noch. Wächst dir nur
dann die Kraft, wenn du sie mit meiner
vergleichest?
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Stimmen des Tages

Lang war die Nacht; wie auf stygischem
Nachen Hab` ich schlaflos gerungen,
gebüßt – Seid jetzt, um mich her im
ersten Erwachen, Seid mir, ihr Stimmen
des Tages, gegrüßt!
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Päan

Laß immerhin – droht auch dein Herz
zu brechen – Vom Haß und von der
Bosheit dich verwunden, Gieb selbst dem
Spotte preis, was du empfunden, Und
fassen laß dich stets bei deinen Schw
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Bei einem Dichterbegräbniß

Laßt es genug doch sein an hohlen
Worten! Sagt`s rund heraus: der Mann da
ist gestorben; Den Dank der Mitwelt hat
er nicht erworben, Und hinter ihm
geschlossen sind die Pforten.
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An den Mond

Längst, du freundliches
Nachtgestirn, Ist dein Geheimnis
verweht. Erkenntnisstolz blickt der
Knabe schon Zu dir empor, Denn
verfallen bist du, wie alles jetzt, Der
Wissenscha
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Träume

Mir träumt oft von Verstorb`nen
jetzt, Von solchen, die ich längst
vergessen, Die nie erfreut mich, nie
verletzt Und meine Seele nie
besessen. Sie treten still und ernst
he
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Vorgefühl

Mit ahnungsvollem Lauschen, Das gern an
Zeichen glaubt, Hör` ich jetzt leise
rauschen, O Glück, dich um mein
Haupt. Als Lohn für muth`ges
Hoffen, Kommst spät du
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Dem Großherzog Karl Alexander von Sachsen-Weimar-

Mit meinem Trauerspiel »Die beiden de
Witt«. Vorüber ist der Dichtung
Morgenröthe, Vorüber ist die schöne,
große Zeit, Da an dem Hof von Weimar
Schiller, Goethe Gelebt, gewirk
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Auf einen alten Schloßpark

Nie hat die Lust als Ariadnefaden Sich
durch dies grüne Labyrinth
gezogen; Man glättete hier stets des
Lebens Wogen Zum Teich Bethesda, um
sich rein zu baden. Eremitagen, G
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Clarisse

Noch glänzt dein Aug`, das
wunderbare, Und deine Stirn ist licht
und frei – Doch ach, es zieh`n, es
zieh`n die Jahre An dir auch spurlos
nicht vorbei. Oft ist`s, als wäre
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Einer Dichterin

Nun hast du`s rhythmisch
ausgesprochen, Daß du zu lieben mich
geglaubt, Und reißest mir nach kurzen
Wochen Den kaum gewund`nen Kranz vom
Haupt. Schon steht es aller Welt zu
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An eine junge Holländerin

Rom, im Herbst 1873. Auf des
Wartsaals hartem Sopha Liegend halb,
das ros`ge Antlitz Von dem blauen
Reiseschleier Hold umflossen, blickst
du sinnend Nach dem Fremdling
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Reinheit

Schelte man doch nicht den
Dichter, Wenn auch er zuweilen
sinkt, Und wie anderes Gelichter Aus
des Lebens Pfütze trinkt. Reiner nur
in Gegensätzen, Heller tönt empo
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Die Lilien

Seh` ich feuergelb und weiß Schmücken
euch des Sommers Fluren, Wandelt meine
Seele leis` Auf der Schöpfung heil`gen
Spuren. Denn so wie in euch der
Schnee, Sanft er
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Bitte

Sei nicht so mild mit mir, so gut
– Denn Liebe wird durch leises
Hoffen, Und wallt auch stiller schon
mein Blut: Noch bin ich süßer
Täuschung offen. Noch kann ein
holdes
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Stella

Ss öffnen sich die hohen
Flügelthüren Und göttlich lächelnd
trittst du in den Saal; Bei deinem
Nah`n ist süßer Hauch zu spüren Und
funkeln sieht man deines Auges Strahl.
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Taubenflug

Tauben im Flug, Tauben im Flug – Wie
glänzt das helle Gefieder, Lassen sich
schwirrend nieder Weiße Tauben im
Flug! Tauben im Flug, Tauben im Flug

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Prüfstein

Um des Menschen Werth zu messen, Fragt
doch nicht, was er erreicht; Ob er
Kraft und Muth besessen, Das ergründet
ihr vielleicht. Mancher hob sich,
statt zu stranden,
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Die Blumen der Armuth

Verfallen ist die Hütte, Bleich lugt
hervor die Noth; Doch im umzäunten
Gärtchen, Da blüh`n die Rosen
roth. Da stehen weiße Lilien Bei
würz`gem Nelkenflor;
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Pfingstrose

Verhaucht sein stärkstes Düften Hat
rings der bunte Flor, Und leiser in den
Lüften Erschallt der Vögel
Chor. Des Frühlings reichstes
Prangen Fast ist es schon ver
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Auf der Heimfahrt

Vom nahen Eisenwerke,   berußt,
mit schwerem Gang, kommt mir ein Mann
entgegen,   den Wiesenpfad
entlang. Mit trotzig finstrer
Miene,   wie mit sich se
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Arbeitergruß.

Vom nahen Eisenwerke, berußt, mit
schwerem Gang, kommt mir ein Mann
entgegen, den Wiesenpfad
entlang. Mit trotzig finstrer
Miene, wie mit sich selbst im Streit,
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Der Eisenbahnzug

Von des Dampf`s Gewölk
umflogen, Braust heran der lange
Zug, Immer mächt`ger
fortgezogen, G`radhin, dann in weitem
Bug. Abgetheilt nach
Wagenklassen, Müde von der R
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Ausgleich

Was an Schmerz du erfahren, Ist
vergessen auch zur Stund´, Küßt nach
langen, öden Jahren Wieder dich ein
schöner Mund. Was die Zeit an Ruhm
dir raubte, Hast du do
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Der Ziegelschlag

Weit gedehnte, öde
Strecken, schmutziggelbe
Wassertümpel, einsam ragt der Schlot
des Ofens über morsche
Bretterschuppen. Fahle Menschen, wie
geknetet aus dem fahlen
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Der Klostergarten

Weißt du noch, geliebte Seele Wie wir
einst – hell schien die Sonne
– Leis und schüchtern uns
ergingen In dem Garten eines
Klosters? Offen stand die kleine
Pforte –
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Consequenz

Wer da zu früh die Gunst der Welt
erfahren Und ihres Beifalls Übermaaß
errungen, Der wird sofort, von Hochmuth
rasch durchdrungen, Die menschliche
Gemeinheit offenbaren. S
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Wer einmal einen Schmerz erlitten...

Wer einmal einen Schmerz erlitten, Ist
nicht mehr jung. Bis dahin war
er´s, Und hätte silberweiß sein Haar
bereits Den tiefgebeugten Scheitel ihm
umglänzt. Wer zählt die
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Wer einmal einen tiefen Schmerz erlitten...

Wer einmal einen tiefen Schmerz
erlitten, Ist nicht mehr jung. Bis
dahin war er´s, Und hätte silberweiß
sein Haar bereits Den tiefgebeugten
Scheitel ihm umglänzt. Wer zä
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Der Schäfer

Wie auch der Tag sich dehne, Auf öder
Hügellehne Steht er und blickt in`s
Land; Er sieht die Sonne steigen Und
still sich wieder neigen Bis zu des
Himmels Rand.
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Das alte Ehepaar

Wie in Gedanken, unaussprechlich, Gehen
Arm in Arm sie einher; Sie noch
aufrecht, wenn auch gebrechlich, Tief
gebeugt und gebrochen er. Schwer
belastet mit Sammt und Seide,
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Einem verschollenen Lyriker

Wie lieblich klingen deiner Dichtung
Laute! Und dennoch sind sie ungehört
verklungen; Von Allen, die da einst mit
dir gesungen, Warst du der Einz`ge, der
den Himmel schaute.
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Sonntag

Wie lieb` ich es, an
Sonntagsnachmittagen Allein zu sitzen
im vertrauten Zimmer; Durch`s Fenster
bricht der Sonne heller Schimmer, Das
Buch vergoldend, das ich
aufgeschlagen.
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Die Pappeln

Wie lieb` ich euch, Leise schwankende
Pappeln, Die ihr, gesammelten
Wuchses, Zum Himmel
aufstrebt! Freilich wohl Erreicht ihr
ihn nicht – Aber hoch empor ragt ihr
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Vergessene Liebe

Wie oft Erinn`rung plötzlich sich
erneut! – Im letzten Carneval, nach
einem Fest, Das stolz verschwenderisch
der Reichthum gab, Ging ich nach Haus
in früher Morgenstunde,
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Christnacht

Wieder mit Flügeln, aus Sternen
gewoben, senkst du herab dich, o
heilige Nacht; was durch Jahrhunderte
alles zerstoben, du noch bewahrst deine
leuchtende Pracht. Ging auch d
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Elisabeth

Wir werden uns, ich weiß es,
wiederseh`n – Ob mancher Lenz
erblüht noch und verblüht; Wir werden
plötzlich vor einander steh`n, Ob wir,
uns nicht zu finden, auch bemüht.
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Festgedicht

zur Aufstellung der Kaiser-Joseph-Statue
im Allgemeinen Krankenhause zu
Wien. (Anläßlich der
hundertjährigen Feier dieser
Anstalt.) Im März 1884. Nur lan
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Das letzte Kind

»Ha, nun ist es schon das achte, Das
sich meinem Schooß entringt, Weil der
Mann, der unbedachte, Stets im Rausch
mich wieder zwingt.« »Hungern
müssen längst die andern,
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