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Gedichte - Friedrich Rückert


Wenn ich, o du mein Liebling

1. Wenn ich, o du mein Liebling, dich
betrachte, O Amaryllis, meiner Kunst
Gebilde, Ist`s oft, als ob ich fast der
Dichtergilde Anzugehören für was
rechtes achte. Denn, we
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Auf Erden gehest du

Auf Erden gehest du und bist der Erde
Geist; Die Erd erkennt dich nicht, die
dich mit Blüten preist. Auf Sonnen
stehest du und bist der Sonne Geist; Die
Sonn erkennt dich nicht, die di
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Immer schwerer

Betrogen hat mich mein Lehrer, Der mir
brachte die Lehre bei, Daß der Anfang
das Schwere sei; Liebeskunst wird
immer schwerer: Wie ein Taucher das
Meer, je weiter vom Land,
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Barbarossa

Der alte Barbarossa, Der Kaiser
Friederich, Im unterird`schen
Schlosse Hält er verzaubert sich. Er
ist niemals gestorben, Er lebt darin
noch jetzt; Er hat im Schloß
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Glückliche Rettung

Die Liebe fiel ins Grübchen am Kinn Und
war unendlich erschrocken. Sie langte
mit entschlossenem Sinn Nach einer der
flatternden Locken Und zog sich mit
Geschicke Heraus am artige
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Die Liebe sprach

Die Liebe sprach: in der Geliebten
Blicke Mußt du den Himmel suchen,
nicht die Erde, Daß sich die bessre
Kraft daran erquicke Und dir das
Sternbild nicht zum Irrlicht werde.
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Kehr ein bei mir

Du bist die Ruh, Der Friede mild, Die
Sehnsucht du, Und was sie stillt. Ich
weihe dir Voll Lust und Schmerz Zur
Wohnung hier Mein Aug und Herz. Kehr
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Du bist ein Schatten am Tage

Du bist ein Schatten am Tage Und in der
Nacht ein Licht; Du lebst in meiner
Klage Und stirbst im Herzen nicht. Wo
ich mein Zelt aufschlage, Da wohnst du
bei mir dicht;
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Du bist mein Mond

Du bist mein Mond, und ich bin deine
Erde; Du sagst, du drehest dich um
mich. Ich weiß es nicht, ich weiß nur,
daß ich werde In meinen Nächten hell
durch dich. Du bist mein Mo
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Du meine Seele

Du meine Seele, du mein Herz, Du meine
Wonn, O du mein Schmerz, Du meine Welt,
in der ich lebe, Mein Himmel du, darein
ich schwebe, O du mein Grab, in das
hinab Ich ewig meinen Kum
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Hendekasyllaben

Eine duftende, wohlgerucherfüllte
- Blume nicht, denn ein Spiel für
Frau`n sind Blumen; Eine duftende,
wohlgerucherfüllte Pflanze, solche, die
Männernasen kitzelt, Wie olympische Gö
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Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt

Es ist ein Bäumlein gestanden im
Wald In gutem und schlechtem Wetter; Das
hat von unten bis oben halt Nur Nadeln
gehabt statt Blätter; Die Nadeln, die
haben gestochen, Das Bäuml
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Herein von draußen in verworrnem Schwalle

Herein von draußen in verworrnem
Schwalle Verletzt mein Ohr ein Schwirren
und ein Summen, Ein Flattern,
Schnattern, Krächzen, Blöken,
Brummen, Geflügel in dem Hofe, Vieh im
Stalle.
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Ich hab` es allen Büschen gesagt

Ich hab es allen Büschen gesagt, Und
hab es allen Bäumen geklagt, Und jeder
grünenden Pflanze, Und jeder Blum im
Glanze. Und wieder von neuem klag ich
es, Und immer von n
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Vor den Thüren

Ich habe geklopft an des Reichtums
Haus! Man reicht` mir `nen Pfennig zum
Fenster heraus. Ich habe geklopft an
der Liebe Thür! Da standen schon
funfzehn andre dafür. Ich
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Die verworfene Liebe

Ich habe genug. Lust, Flammen und
Küsse Sind giftig und süße Und machen
nicht klug. Komm, selige Freiheit und
dämpfe den Brand, Der meinem Gemühte
die Weißheit entwand.
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Ich liebe dich, weil ich dich lieben muß

Ich liebe dich, weil ich dich lieben
muß; Ich liebe dich, weil ich nichts
anders kann; Ich liebe dich nach einem
Himmelschluß; Ich liebe dich durch
einen Zauberbann. Dich
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Und dann nicht mehr

Ich sah sie nur ein einzigmal, und dann
nicht mehr; da sah ich einen
Himmelsstrahl, und dann nicht mehr. Ich
sah umspielt vom Morgenhauch durchs Tal
sie gehn; da war d
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Letzter Schmuck

Ich will, wann ich gestorben werde sein,
Als Blume blühn aus meines Grabes
Staube: Daß, die mich tötet jetzt,
mich pflücke fein, Und Liebe noch
einmal mein Leben raube. Ich
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Ich wollte, daß ich schliefe

Ich wollte, daß ich schliefe Mit euch
in eurer Tiefe, Weil ihr im
Sonnenschein Bei mir nicht könnet
seyn. Ich wollte, daß ich
schliefe Statt euer in der Tiefe, Und
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Grammatische Deutschheit

Neulich deutschten auf Deutsch vier
deutsche Deutschlinge deutschend, Sich
überdeutschend am Deutsch, welcher der
Deutscheste sey. Vier deutschnamig
benannt: Deutsch, Deutscherig,
Deutscherling, De
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Nie noch war ein Januar

Nie noch war ein Januar So gelind, Und
so gar im Februar Frühlingswind, Wie in
diesem Jahr Wunderbar Beide Monde
sind. Nie doch war im Januar Sturm und
Wi
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Nun ist das Licht im Steigen

Nun ist das Licht im Steigen, Es geht
ins neue Jahr. Laß deinen Muth nicht
neigen, Es bleibt nicht, wie es war. So
schwer zu sein, ist eigen Im Anfang
immerdar, Am Ende wird
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Bös und Gut der Welt

Ob diese Welt ist bös, ob gut, das ist
die alte Frage. So ist sie, wie dir`s
ist zu Mut an gut und bösem
Tage. Drum, wenn sie dir gut
erscheint, o mache sie nicht schlimme
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Oft denk ich, sie sind nur ausgegangen

Oft denk ich, sie sind nur
ausgegangen, Bald werden sie wieder nach
Haus gelangen, Der Tag ist schön, o sei
nicht bang, Sie machen nur einen weitern
Gang. Jawohl, sie sind nur au
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Weil ich nichts anders kann...

Weil ich nichts anders kann als nur dich
lieben, Will ich dich lieben denn soviel
ich kann. Zu hassen dich hatt` ich mir
vorgeschrieben, Mit Hasse sah das Herz
die Vorschrift an. Dich zu
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Die goldne Hochzeit

`Brechet auf den Felsenschacht, Der
geruht hat lang; Zieht hervor aus seiner
Nacht Goldnen Überschwang! Sprenget auf
den Grubengang, Daß die
Wunderpracht, Die er längst in
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