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Gedichte - Josef Mauthner

Bin ich daheim?

(Nach einem Ausflug ins Gebirge.)

Gewiß, es kann nicht anders sein,
Ich bin daheim in meinem Zimmer,
Die Nacht bricht an, ich bin wie immer
Auch heute wieder ganz ... weiterlesen


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Meiner Tochter Angelique. - I. - 1.

1. Zum 6. März 1867

Ein leichte Flügelheben,
Ein sanftes Niederschweben,
Es war am sechsten März —
Da küßte dich ins Leben
Der Frühling, süßes ... weiterlesen


1. Pfingstsonntag 1882.

1.

Das ist doch ein schöner, erlesener Tag
Ein sonniger Maitag zu Pfingsten,
Er bringt als Erlöser von göttlichen:
Schlag Erholung und Trost dem Geringsten.
... weiterlesen


VII. Messenhauser.

1.

`Verrat, verrat!` Volltrunkene Gesichter!
`Führ` uns zum Sieg, der heilige Kossuth naht!`
Des Straßenkampfs herabgebrannte Lichter,
Der Barrikadenabschaum ... weiterlesen


Vor der Poträtstudie einer schönen Frau.

1.
Weil der Künstler hier im Bilde
Mein Empfinden nachempfand,
Er begeistert für das milde
Antlitz auch den Ausdruck fand.

Und so schmückt die ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 10.

10. Genesung.

Das Leben, Kind, das ist ein harter
Entsagungskampf und eine Marter.
In dieser argen Welt des Scheins
Erhebt und tröstet mich nur Eins.

... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 11.

11. Gedeihe.

Im grünen Netz, das dich umfing,
Lagst du mein Kind geborgen
In trauter Hast, ein Schmetterling,
Vom Abend bis zum Morgen.

Und dennoch ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 12.

12. Abglanz.

Ich sah wohl nie so klar und licht
Ein Wunder noch entsiegelt,
Als wenn ein Frauenangesicht
Sich in dem Deinen spiegelt.

Minuten nur, ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 13.

13. Beichte.

Ich liebe dich so grenzenlos,
So tief und unaussprechlich,
Daß jede andere Liebe blos
Mir klein dünkt und gebrechlich.

Du Welt voll ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 2.

2. Wunsch.

O daß es dir erhalten bliebe
Das Zauberland der Illusion,
Wo unser Herz in voller Liebe
Aufblüht dem Helden Robinson.

Auf hoher Flut, ... weiterlesen


14. Oktober 1882.

2.

Mir war das Glück ein böser Gast.
So oft es auch an meiner Schwelle
Aufschäumen ließ die goldne Welle,
Nichts blieb an der beglänzten Stelle
Zurück ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 3.

3. Am Clavier.

Deine kleinen Finger tanzen
Am Klaviere. — Dissonanzen
Recken dich bald hier, bald dort. —
Wisse Kind, der Weg zum Schönen
Führt vorbei ... weiterlesen


18. Oktober 1882.

3.

Ich hab` den Tag zu früh gelobt,
Zu früh, — das muß ich büßen —
Die Stürme glaubt` ich ausgetobt
Und wollt` den Abend grüßen;
Da bricht das ... weiterlesen


An M. C.

4. April 1889.

Dein helles Himmelsantlitz weckt
Die wonnigsten Erinnerungen,
Was längst der Jahre Schnee bedeckt,
Dein Auge hats ans Licht gesungen.

... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 4.

4. Wie bist Du?

Angelique! Angelika!
Aber `Liki` nennt dich ja
Alle Welt.
Der süße Name,
Er misfällt
Der kleinen Dame.

`Liki` ... weiterlesen


6. Juli 1883.

4.

Was sich mir entgegenwarf,
Wüßt` ich mannhaft zu besiegen,
War die Klinge noch so scharf,
Mir gelang es, sie zu biegen,
Hing das Wetter noch so ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 5.

5. Lenzruf.

Und eine warme Frühlingsmahnung
Umgaukelt Wald und Feld und Flur,
Aufjauchzt die erste Liebesahnung
Im Winterherzen der Natur.

Und es ... weiterlesen


9. Juli

5.

Am Glück der Liebe stirbt man nicht,
Auch nicht an ihren Heimlichkeiten;
Ein Merkmal ists verlogner Zeiten,
Wenn ein Verläumder anders spricht.
Jetzt ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 6.

6. Mein Eden.

Ihr Maler und Poeten,
Ihr schuft wohl das und dies —
Doch habt ihr nie betreten
Das echte Paradies.

Die Phantasie bleibt immer
... weiterlesen


Am Begräbnistage Makarts.

6. October 1884.

Herbstnebel zogen schwer und grau,
Gespenstisch um die Leichenschau,
Denn mit dem Meister starben
Auch alle heitern Farben.

Das ... weiterlesen


Charsamstag 1886.

6.

Und hab` ichs endlich doch vollbracht,
Dann sollen keine Wahnphantome
Verscheuchen meine Todtenwacht —
Maria, Magda und Salome!

Wir haben uns ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 7.

7. Abwehr.

Ihr sagt, mein Kind sei flüchtig
Und leicht gesinnt sein Herz —
Ich frage: Seid ihr tüchtig,
Unwandelbar wie Erz?

Ihr sagt, daß ihr ... weiterlesen


10. August 1886.

7.

Man preist so oft das jähe Ende,
Das plötzliche der Daseinswende,
Den raschen Tod, la mort sans phrase,
Ich aber möchte ohne Bangen
Den langersehnten ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 8.

8. Warum?

Eigentümlich, eigentümlich!
Sprechen andere Väter rühmlich
Von dem süßen tausendfachen
Kindersegen, muß ich lachen!

Hör` mein ... weiterlesen


19. August 1886.

8.

Wenden sich die Frauen ab
Und die Lippen, die dich küßten,
Nun dann sollst du rasch dein Grab
Ohne weitern Aufschub rüsten.

Schlägt dein ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - I. - 9.

9. Nachts.

Wir sind der Sorge Sclaven —
Doch das verstehst du nicht —
Kurzum ich könnt` nicht schlafen,
Stand auf und machte Acht.

Zur Stunde ... weiterlesen


25. September 1886.

9.

So war es stets; man glaubt nicht dran,
Bis es gescheh`n, bis es gethan
Und bis das Seil zerrissen,
Dann muß man`s eben wissen.

Ihr kanntet alle ... weiterlesen


Ich dachte oft und oft darüber nach.


Ich dachte oft und oft darüber nach,
Was hält die Liebe mir im Herzen wach?
Warum erlischt die heilige Flamme nicht,
Wenn alles rings um mich zusammenbricht
Und ... weiterlesen


An J.S. (5)

Als Chaumette die Religionen
Trotz des Weltenhohngelächters
Fegte von den lichten Thronen
Mit dem Mut des Gotverächters

Als Chaumette aus den verlornen
... weiterlesen


Abschied.

An meine Tochter Alice 1886.

Acht Tage floh`n, ein letztes Leuchten
Des Alpensees, nun ist es aus —
Ich wende meinen letzten, feuchten,
Verlorenen Blick aufs ... weiterlesen


IX. Doch!

Aufsteigt die Pest aus rotgefärbten Pfützen,
Die Pest des Argwohns und der Heuchelei.
Wohl kann das Brausen des Orkans uns nützen,
Er bringt Bewegung in den faulen Brei.
... weiterlesen


An J.S. (4)

Daß wie einen Traum voll Lüge
Allen Jammer sie verscheuchten,
Lasse mir die Engelszüge
Mit dem Höllenausdruck leuchten!

Um uns Kühlung zuzufächeln
... weiterlesen


Im Schnee.

Dem Häuschen im Flieder
Und Rosen versteckt,

Das jetzt vom Gefieder
Der Flocken bedeckt,
Dem traulichsten Dache,
Dem duftigsten Heim,
Entbiet` ich ... weiterlesen


24. Oktober 1886.

Der Weg verlegt — von keiner Seite
Ein Durchbruch möglich — es ist aus, —
Bald trägt das übliche Geleite
Den `endlich Todten` aus dem Haus.

Was sollen ... weiterlesen


An J.S. (1)

Diel geliebt und viel vergeben!
Tönt der Spruch nicht evangelisch
Tröstend — ob ihr nun im Leben
Sinnlich liebtet oder seelisch?

Denn der Heiland richtet ... weiterlesen


Mit Blumen.

Du gönnst der Maienblüte
Dein sonniges Gemach,
Sie hält in Huld und Güte
Dein Athem frisch und wach —
Du folgst den krausen Pfaden
Der Verse, die ich ... weiterlesen


II. An Friedrike.

Du schufst mein Lied! — Es waren deine Blicke,
Die in der Brust mir wurden zum Gedicht!
Was flammend jetzt aus meiner Seele bricht,
Dein Auge hat entzündet es, Friedrike!
... weiterlesen


Du willst mein banges, trübes Schweigen

Du willst mein banges, trübes Schweigen,
Das Ungesprochene nicht verstehn,
Noch schönes Weib, als du mein Eigen,
Hast du mir tief ins Herz gesehn.
Des stummen Schmerzes ... weiterlesen


Echte Liebe.

Echte Liebe lauscht dem Chor
Himmlischer Extasen,
Echte Liebe hat kein Ohr
Fürs Gezänk der Basen.

Echte Liebe müht sich nicht
Mängel zu entdecken,
... weiterlesen


Laßt mir den Frühling unberührt!

Es hat der Winter lang genug
Zu Neid und Bosheit, Lug und Trug
Und böser Nachred` euch verführt, —
Laßt mir den Frühling unberührt!

Der Lenzhauch der den ... weiterlesen


VIII. Abschied.

Geliebter Doppelstutzen, lebe wohl!
Ich will dich selbst zur letzten Ruhe tragen.
Als Antwort gelte dir für alle Fragen,
Auch Cincinatus baute seinen Kohl.

Mein ... weiterlesen


In Laroches Fremdenbuch.

Gmunden, 15. August 1870.

Weil euch das Glück die Treue
Gewahrt von Chlum bis Wörth,
Habt ihr das Volk aufs Neue
Durch Waffenruhm bethört.

Und ... weiterlesen


An J.S. (6)

Grade ich, ich solls euch künden,
Ob sie schön sei oder häßlich,
Und mein Urtheil sei aus Gründen
Eigner Art, allein verläßlich!

Nun wohlan! wenn man ... weiterlesen


Verklärung.

Holdselige Frau! Du bist zu schön,
Zu wundersam sind deine Züge,
Als daß man nicht in Himmelshöh`n
Erstaunt nach deiner Abkunft früge.

Wer hat dein Antlitz ... weiterlesen


V. Wunsch.

Ich bin ein Held genauso wie die Andern,
Doch ist mir der Patrouillendienst zuwider,
Und gleich verhaßt sind mir die Kneipenlieder,
Das burschikose, wüste `Salamandern.`
... weiterlesen


10. Mai 1887.

Ich habe noch immer zu atmen versucht
Und wußte mein Herz schon gebrochen,
Ich schleppte mich weiter, vereinsamt, verflucht
Durch öde gespenstische Wochen.

... weiterlesen


Ich riß dich aus besonnter Bahn.

Ich riß dich aus besonnter Bahn,
Aus deines Glücks geweihten Marken,
Nun aber muß dein Herz erstarken
Und mutig kämpfen, da`s gethan.
Ich trug dich aus den ... weiterlesen


28. Mai 1887.

Ihr dürft nicht weinen, so ihr auf der Bahre
Mich ruhen seht im Frühweiß meiner Haare —
Es war bis heute Reinem noch gegeben,
Sich voll und rhytmisch wirklich auszuleben.
... weiterlesen


Noch lange nicht!

Ihr Freunde dürft nicht allzukrank
Und lebensmüd` mich wähnen —
Noch hält ein Engel, Gott sei Dank!
Mich fest im Thal der Thränen.

Und brütet auch in ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - II.

II. Zum 6. März

Hell flammt aus des Lebens schwarzwolkigem Schleier
Befreiend, erlösend ein Blitzstrahl von Luft —
Ich drücke mein Mädchen zur heiligen Feier
... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - III.

III. Zum 6. März 1888.

Am sechsten März weiß ich dir nichts zu schenken,
Nichts dir zu bieten als den alten Laut
Getreuer Liebe, der mich auferbaut,
Erhebt und ... weiterlesen


Meiner Tochter Angelique. - IV.

IV. Zum 15. Juni 1889,
dem Tage der Geburt ihres Töchterchens Eveline.

Nun kann ich nochmals dich, mein Kind,
Vergnügt im Korbe schaukeln
Und Bilder, die ... weiterlesen


An...

Ja heiß geliebt hat sie dies Herz
Und sündhaft sie vergöttert —
Es war ein großer, wilder Schmerz,
Der aus den Himmeln erdenwärts
Dämonisch mich geschmettert.
... weiterlesen


Leuchtend wie ein Bild der Sage.

Leuchtend wie ein Bild der Sage
Seh` ich kommen dich und gehn —
Sah` ich sonst dich alle Tage,
Hab` ich dich doch nie gesehn!
Denn so oft ich dich betrachtet,
... weiterlesen


Lieben heißt besitzen müssen.

Lieben heißt besitzen müssen —
Jede andre Deutung trügt;
Wer da liebt, der will auch küssen,
Und wer anders spricht — der lügt!

Lenz und Mondlicht, das ... weiterlesen


An J.S. (7)

Mahomet der Glaubenswecker,
Der Profet und Held der Wüste
Seinen Schüler Abubeker
Sterbend mit den Worten grüßte:

`Gott ist Gott! er trägt die Seele
... weiterlesen


Meiner Schwester Caroline

Meiner Schwester Caroline,
gest. 1861 in Venedig.
Grabschrift.

Du warst so schön, so anmutsvoll und rein,
Von allem Erdenzauber sanft umfächelt,
Daß, als ... weiterlesen


An....

Mir sprach dein blasses Angesicht:
`Trotz aller beiden, leid` ich nicht.
Was Gottes Huld uns zugeführt,
Das bleibt von Schmerzen unberührt.

Wenn auch die ... weiterlesen


An J.S. (3)

Müdgefoltert von der Kette
Tausendjähriger schwerer beiden
Liegt die Welt am Sterbebette,
Kann nicht leben — nicht verscheiden!

Doch der Herr, er sieht mit ... weiterlesen


An J.S. (2)

Möchte allen Seelenrettern
Sieghaft jubelnd es verkünden:
Mich entzückt es Nachts zu blättern
In dem Buche meiner Sünden!

Aus den tiefgeheimsten Falten
... weiterlesen


Barrikadenlied.

Nur Fässer her und Steine drein,
Und fest zusammgemauert!
Soll eine Barrikade sein,
Daß jedem Schurken schauert!

Seht ihr es dort das Herrenhaus,
Das Haus ... weiterlesen


An J.S. (8)

Nutzlos Spiel! die Flaggen hissen,
So das Meer im Sturme brandet,
So vom Klippenzahn zerrissen
Nachts das Schiff am Felsen strandet

Nutzlos Spiel! mit süßen ... weiterlesen


An...

O hätte ich an deinem Munde
Mein armes Leben still verhaucht,
Es schiene mir in dieser Stunde
Nicht so verloren und verbraucht.
Es wär` mein Herz im einzig wahren
... weiterlesen


Am Grabe des Marschalls Ney.

Paris 1863.

Aus seinen Gräbern grüßt Paris
Den Wanderer: `Zieh in Frieden;
Willst du mich kennen, nun so lies
Die stolzen Namen hier am Fries
Der ... weiterlesen


1. März 1887.

Weit leichter ists dem Tod zu stehn,
Als eure Blicke zu ertragen,
Die immer nur das gleiche sagen:
`Wir habens also kommen sehn`!

Nun welk` ich hin in Schmerz und ... weiterlesen


2. Mai 1887.

Wem`s nicht hinauslockt in die Frühlingsflut,
So Maienlichter in den Blättern spielen,
Der ist dann eben Einer von den Vielen,
Die da nicht ahnen, was auf Erden gut,
Die ... weiterlesen


Am Sterbebette meines Vaters.

Wer den Geliebten scheiden sah,
Der ist gefeit fürs ganze Leben,
Denn solch ein Sterben mußte ja
Für immer alle Zweifel heben.

Das war kein Tod, er sollte ... weiterlesen


17. Januar 1887.

Wie kalt, wie kalt! mir fluchen halberstarrt
Die Bursche draußen, die die Haue führen,
Der Hartgefrorne Boden ächzt und knarrt
Und öffnet nur gezwungen mir die Thüren.
... weiterlesen


VI. Rettung.

Wie sich die Leute um die Freiheit placken!
Noch bin ich jung, doch kann ichs nicht begreifen,
Am frühen Morgen Pulver zu verknacken,
Die Hände schwärzen, statt sie ... weiterlesen


Am Thumsee.

Wie sieht sie blaß! In mädchenhaftem Trutze
Reißt sie vom Haupt die schützende Kapuze
Und läßt das Wetter toben nach Gefallen,
Sie ist, bei Gott! die Mutigste von Allen!
... weiterlesen


III. "Herzog" Faster.

Zum Tabor drängt das Volk hinaus ins Grün,
Nicht länger solls das Grau der Stadt umdüstern.
Die aufgestülpten Procopsnasen glühn,
Als trügen sie das Weltreich in den ... weiterlesen


4. Mai 1887.

`Du stirbst wohl immer im Gedicht,
Doch sucht dich mein verjüngtes Licht
Im Schattendunkel der Cypressen,
Hast du ans Sterben längst vergessen
Und überträgst von heut` ... weiterlesen



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