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Mein Kristallglas. An Nikolaus Lenau. - Gedicht von Justinus Kerner


Mein Kristallglas. An Nikolaus Lenau.

Ein Glas, das ist mein Lieben;
Schon sind es zehen Jahr,
Daß es mir treu geblieben
Voll Scharten, dennoch klar:
Viel Risse, Ehrenzeichen,
Die Fahne zeigt im Wind,
Deb Rissen zu vergleichen
Des Glases Scharten sind.

Oft ward es angestoßen
Mit Sang und Klang die Rund`,
Daß spritzte, rot wie Rosen,
Der Wein aus seinem Grund,
Drob ist es nicht zersprungen,
Es schließt in sich noch gut
Den Alten und den Jungen,
Gleich wie ein Herz das Blut.

Treu wie mein lichtes Lieben
Ist selbst die Sonne nicht,
Im Winter noch, dem trüben,
Gibt`s Wärme mir und Licht.
Im Winter wie im Lenze
Füllt sich`s mit goldnem Wein
Und hüllt in Rosenkränze
Den Schmerz des Trinkers ein.

Seh` ich in seine Tiefe,
Wird es gar seltsam mir,
Als ob ein Freund mir riefe:
Herz! Herz! ich bin bei dir!
Dies Glas hat mir gegeben
Ein Freund im Trennungsschmerz,
Zerspringt`s mit meinem Leben,
Legt mir`s im Sarg aufs Herz.

320. Das Schneckenhaus
O Schnecke! wie beneid` ich dich!
Gefällt dir`s nicht an einem Ort,
Trägst du dein Haus zum andern fort,
O hätte solch ein Haus auch ich!

Hab` auch ein Haus gebaut, allein
Fest sitzt das, wo ich`s hingetan,
Und ich bin ein gefangner Mann,
Trag an den Füßen Kalk und Stein.

Das Haus wär` mir schon lieb und gut,
Dürft` ich nur niemals aus ihm gehn,
Doch was ich außer ihm muß sehn,
Das bricht mir wahrlich oft den Mut.

Dann möcht` ich`s setzen auf die Hand,
Möcht` sprechen: »Komm mit mir, mein Haus,
Fort in die weite Welt hinaus:
Denn hier ist nicht mein Heimatland.

Möcht` setzen dich dahin, wo nur
Ein Urwald wogend dich umrauscht,
Kein Mensch dein Innres mehr belauscht,
Tief in den Busen der Natur.«

Wenn sich kein Steinlein rühret dann
Und ich umsonst besprach das Haus,
Tönt`s in mir: Bald ja tausch` ich`s aus
Mit einem, das man tragen kann.


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